von Swami Venkatesananda
13. ERINNERUNG AN GOTT
Am Anfang war der Ashram-Satsang sehr streng - nicht einmal Zimbeln
waren erlaubt - es gab kein elektrisches Licht, und selbst andere Lampen
gab es kaum. Normalerweise wurde es in fast vollständiger Dunkelheit
geleitet, bis auf eine kleine Lampe auf dem Altar und einer Sturmlampe
für Lesezwecke. Swami Sivananda versuchte immer einen ernsthaften
Ausdruck der Liebe, der Hingabe zu geben. Heuchelei unterstützte
er nicht. Er sagte immer, dass man, wenn man Kirtan singt, mit geschlossenen
Augen sitzen sollte und fühlen sollte, dass man für Gott singt
und nicht, um ein Publikum zu unterhalten. Das Bild, das Swami Sivananda
uns empfahl, war einem Bild von dem singenden Surdas (indischer Heiliger)
mit dem jungen, zuhörenden, vor ihm sitzenden Krishna (Gottinkarnation),
das ihr vielleicht schon einmal gesehen haben mögt. Wenn man so
singt, kümmert man sich nicht um seine Stimme, den Zustand seines
Halses oder die Übung im Singen. Man singt einfach mit Hingabe.
Während Ereignissen wie Sivaratri oder Janmashtami, wenn der Satsang
verlängert werden musste, war es uns nach 22 Uhr erlaubt, einige
Zimbeln zu benutzen und zu stehen, oder zu gehen und zu singen. Selbst
zu solchen Gelegenheiten stand Swamiji meistens nicht einmal auf. Er
saß neben dem ersten Pfeiler auf der linken Seite, wenn man in
den Tempel kommt, und während alle laut sangen, sang er sehr leise
„Om Namah Shivaya“ mit geschlossenen Augen und mit tiefer
Stimme. Nur er konnte das, wir würden dabei einschlafen. Es erforderte
ungeheure Wachsamkeit, dies zu tun. Er war der einzige, der es fertig
brachte, dort fortwährend zu sitzen, von 21 Uhr bis 3 Uhr er stand
so gut wie nie von diesem Platz auf.
Wenn man sitzt und Kirtan (Lieder) singt, macht man nicht nur Bhakti
Yoga sondern auch Raja Yoga. Man befindet sich in einer nachdenklichen
Gemütsverfassung. Japa sollte auch in solch einer besinnlichen
Verfassung gemacht werden, so dass Tat und Nachdenken integriert werden
können. Für gewöhnlich denkt man, dass Meditation nur
dann möglich ist, wenn man nichts tut. Swami Sivananda akzeptierte
das nicht. Man sollte fähig sein, selbst dann zu meditieren, wenn
man kämpft. Aber erst sollte man einmal lernen zu meditieren, während
man etwas tut wie Kirtansingen oder Japa, anstatt zu fühlen, dass
das einen Widerspruch oder eine Ablenkung darstellt. Wenn man das kann,
kann man wahrscheinlich auch mit geöffneten Augen meditieren. Was
auch immer der Körper tun mag, es ist möglich, die besinnliche
Gemütsverfassung aufrecht zu erhalten. Man lernte es am einfachsten,
wenn man ihm beim Singen beobachtete. Kann man diesen meditativen Zustand
halten, während man singt und Japa macht, und dann aufstehen und
um den Tempel laufen und ihn immer noch erhalten? Wenn man das kann,
dann ist es möglich, eine Weise zu finden, ihn bei allem zu erhalten,
was auch immer man tut.
Ein anderer großer Swami (Nishreyasanandaji) erklärte es
sehr schön. Es gibt zwei Mahavakyas (große Lehrsätze)-
Aham brahmasmi und Tat twam asi. Aham brahmasmi bedeutet „Ich
bin Brahman“, Tat twam asi „Das bist du“ - du bist
Brahman.
Der Swami sagte, „Wenn du mit geschlossenen Augen sitzt und meditierst,
erkennst du Aham brahmasmi, „Ich bin Brahman“, wenn du deine
Augen aufmachst und dich mit anderen auseinandersetzt, erkennst du Tat
twam asi, „Du bist Brahman“, so dass sich dieses Brahmanbewusstsein
überall, ununterbrochen fortsetzt.“ Das war Swamijis Yoga:
ein ununterbrochenes Gottbewusstsein, welches sich nicht auf die sogenannte
spirituelle Praxis, die abgegrenzte persönliche Sadhana-Zeit’
beschränkt. Normalerweise findet man sich von vier bis sechs Uhr
absolut göttlich. Von sechs bis neun ist man es nur noch zur Hälfte.
Von neun bis fünf ist man ein Untier. Und dann geht man wieder
dazu über, göttlich zu sein. Stattdessen kann dieses Gottbewusstsein
alle Handlungen durchdringen, was auch immer du tust. Es ist nicht so
leicht für einen Anfänger, an diesem Punkt anzukommen, während
er kocht, Essen serviert oder den Ashram verwaltet. Man versucht also,
diese Synthese zustande zu bringen, während man Japa macht und
Kirtan singt, und schaut dann, ob es auch bei anderen täglichen
Handlungen beibehalten werden kann.
Das Schaffen einer Gedankenkulisse war das zweite wichtige Merkmal,
und das dritte war, dieses Japa oder die Wiederholung des Namens Gottes
in alle möglichen sogenannten weltlichen Handlungen’ einzuführen.
Ich werde ein paar Beispiele geben. Zuerst Küchenarbeit. Swamiji
selbst nahm gelegentlich einen Eimer und servierte in den Anfangstagen,
und er lehrte uns wie. Anstatt zu rufen: „Roti, roti, roti, roti“,
sagte er: „Roti Bhagavan, roti Mataji, roti Maharaj, roti Narayan“
während er es behutsam absetzte. Auf diese Weise führt man
den Namen Gottes in diese Arbeit ein. Möglicherweise tut man es
einige Zeit mechanisch, aber man wird zwangsläufig zu irgendeiner
Zeit in das Gefühl hinein fallen. Wenn man immer wieder sagt: „Roti
Bhagavan, roti Narayan“ wird man sich weigern, unverschämt
zu sein, weil man Gott nicht anschreien wird. Also bringt man sein Gottbewusstsein
in den einfachen Akt des Essenservierens hinein.
Auch einander mit „Om Namo Narayanaya, Om Namah Shivaya, Hari
Om“ zu grüßen mag mechanisch werden, aber bewusst,
unbewusst oder unterbewusst bleibt man im Gottesbewusstsein. Swamiji
schrieb jeden Tag einige Seiten, und die ersten Worte waren immer: „Om,
Om, Om, Om, Om, Om, Om…“ Wenn man das immer macht, werden
die Alltagsgedanken gestoppt und man stimmt sich auf Gott ein. Swami
Sivananda überprüfte immer Buchpakete und Päckchen bevor
diese abgeschickt wurden, um zu sicher zu gehen, dass die Adressen korrekt
waren. Jedes Mal, wenn ihm ein Paket gezeigt wurde, sagte er: „Om
Tat Sat, Om Tat Sat, Om Tat Sat" anstatt zu sagen „Richtig.“
Wenn man also will, kann man immer eine positive Methode verwenden,
die diese besinnliche Gemütsverfassung hervorbringt. Obgleich alle
diese Praktiken recht einfach erscheinen mögen, funktionieren sie.
Die Wahrheit ist sehr einfach. Wenn man all diese einfachen Praktiken
im Leben integriert, ist das sich summierende Resultat fantastisch.
Swami Sivananda war sich so sicher, dass die ‚Gedankenkulisse’
so großartig in ihrer psychologischen oder spirituellen Wirkung
war, dass er sie für die Lösung aller Probleme im Leben empfahl.
Ein sehr hoher nationaler Führer kam ihn einmal besuchen. Es waren
also die zwei nationalen Führer - der eine politisch und der andere
spirituell. Dieser Herr sagte: „Swamiji, ich werde dir jetzt ein
Bild von der Weltsituation und der Situation in diesem Land geben.“
Fünfundvierzig Minuten lang hielt er den wunderschönsten Monolog
- und er war brillant. (Swamiji unterbrach ihn nicht, abgesehen von
einem „hm, hm" ab und zu.) „Dies ist der Zustand der
Welt. Sie steht kurz vor der Explosion. Und dies ist die Situation unseres
Landes, es steht kurz vor dem Untergang.“ Dann fragte er: „Swamiji,
ich habe dir ein Bild gegeben über, die Situation der Welt und
die Situation in unserem Land, wie ich sie sehe. Was ist nun deine Lösung
hierfür? Was schlägst du vor, dass wir tun sollten?“
Er machte sich bereit für eine Gegenrede von mindestens einer halben
Stunde, aber Swamiji sagte nur „Wiederhole Ram Nam, das ist die
einzige Lösung.“ Er entzog sich der Angelegenheit nicht,
er meinte es ernst.
Was auch immer das Problem ist, es ist der Geist, der es schafft. Und
er schafft das Problem, weil er das Fragment für die Totalität
hält - eine Vritti (Gedankenwelle) für das ganze Bewusstsein
hält. Wenn die Vritti einfach als Vritti gesehen wird, ist das
Problem gelöst. Wenn man jetzt aufsteht und mich einen Narren nennt,
macht das nichts – man ist wahrscheinlich wütend, und ein
Wort der Kränkung bedeutet nichts - aber der Geist hört da
nicht auf, er führt eine Menge anderer Dinge zusammen. Zum Beispiel:
„Oh, dieser Mann ist unverschämt gewesen. Er hat mich schon
vor sechs Jahren gekränkt. Er hasst mich immer, und ich bin schon
immer zum Opfer gemacht worden.“ All das zusammen macht es zu
einer Katastrophe. Erst ist da eine ungeheure Selbstachtung, dann ein
Märtyrerkomplex und vielleicht eine Verbindung zu etwas, das er
in der Vergangenheit getan oder nicht getan hat. All dies zusammen lässt
das Wort ‚Narr’ so groß wie das Universum erscheinen,
dabei bedeutet es nichts.
Ist es möglich, jeden kleinen Teil von dem, was im Leben passiert
zu isolieren und es so zu sehen wie es ist - ein winzig kleines Fragment,
nicht wert, noch einmal angesehen zu werden? Wie ein Kinofilm bewegt
sich dieses Ding weiter. Jeder Rahmen hat nur ein kleines Bild, und
es gibt keine Bewegung darin, nichts Furchtbares. Wenn ich die Gegenwart
- einen Gedanken, ein Gefühl, eine Erfahrung, ein Ereignis - als
nicht mehr als eine Vritti ansehen kann, dann ist es einfach, sich damit
zu beschäftigen. Es ist der Geist (mit all seinen Erinnerungen,
Vorstellungen und so weiter), der es groß macht, es verstärkt.
Man soll es beenden, indem man die ganze Zeit in dieser Gedankenkulisse
verbleibt, in diesem Gottbewusstsein, in diesem Japazustand, in jener
meditativen Verfassung - und nur für kurze Zeit daraus hervortaucht.
Äußere Reize können einen 100.000 Mal am Tag aus diesem
meditativen Zustand herausholen. Z.B. wenn ich mich sich in dieser besinnlichen
Gemütsverfassung befinde und jemand fragt mich: „Swami Venkatesananda.,“
„Wie alt bist du?“ „Neunundfünfzig.“ „Bist
du verheiratet gewesen?“ „Nein.“ „Hast du Kinder?“
„Nein.“ Fertig. Das hat Jesus auch gesagt: „Wenn dir
jemand eine Frage stellt, lasse deine Antwort ja oder nein sein.“
Man ist nicht schroff oder unverschämt, sondern direkt. Komme hervor,
arbeite und gehe zurück in deine Gedankenkulisse.
Wenn jede Erfahrung im Leben so angesehen und behandelt wird als das,
was sie ist - erkannt wird als das, was es ist, ohne an die Vergangenheit,
die Gegenwart und die Zukunft und den ganzen Rest geknüpft zu werden,
dann wird es sehr einfach, sich mit allen Problemen im Leben zu befassen.
Oder wahrscheinlich wird gar kein Problem auftauchen, weil man sich
mit jeder Situation sofort auseinandersetzen kann. Man ist nicht unschlüssig.
Eine Frage taucht auf, und man befasst sich direkt damit. Etwas muss
getan werden, man tut es und geht zurück. Darum entsteht kein Problem.
Wenn von jemand anderem ein Problem nahegebracht wird, kann man sich
auch schnell damit befassen und sich zurückziehen. Ein Schlag und
es ist getan. Wenn die Pandits während einer religiösen Zeremonie
einen Kürbis schneiden, muss es in einem Schlag sein. Genauso mit
den Problemen im Leben—ein Schlag, und das Problem muss zerstört
sein. Nur wenn man sich nicht in dem Zustand des Gottbewusstseins befindet,
entstehen Zögern und Zaudern: „Soll ich, soll ich nicht,
ist dies richtig, ist das richtig?“ Darin vergrößert
sich das Problem tausendmal. Ich habe Swami Sivananda nie zögern
sehen. Er mochte ein Problem überdenken, aber wenn es zur Tat überging,
ging es schnell. Genauso war seine Antwort an den Politiker.
Es gibt die Meinung, dass Meditation unmöglich oder sogar gefährlich
ist, wenn sie praktiziert wird, bevor man in Yama und Niyama (Ethik
und moralische Disziplinen) begründet ist. Swami Sivananda akzeptierte
die Doktrin, dass ohne diese keine ernsthafte Meditation möglich
ist, aber ich glaube nicht, dass akzeptierte, dass es gefährlich
war. Er hob mit Humor hervor, (wann immer er eine sehr ernsthafte Aussage
zu machen hatte, leitete er es auf eine lustige Art und Weise ein) dass
man, wenn man mit dem meditieren wartet bis man in Yama und Niyama begründet
ist, es auch gleich aufgeben kann, weil es für mehrere Leben lang
nicht möglich ist, in Yama und Niyama standfest zu werden.
Selbst in einer Disziplin Fuß zu fassen (zum Beispiel Ahimsa
(Nichtverletzen)) mag einige Leben dauern, Satyam (Wahrheit) mag einige
weitere Leben dauern, und währenddessen mag Ahimsa verschwunden
sein! Orthodoxer Tradition zufolge ist man in einer dieser Yamas (oder
Niyamas) begründet, wenn man es ununterbrochen für eine Periode
von zwölf Jahren praktiziert hat. Wenn man also Ahimsa praktizieren
will, muss man für eine Zeit von zwölf Jahren vollkommen gewaltfrei
in Gedanke, Wort und Tat sein. Wenn man es für elf Jahre und elf
Monate getan hat und einen dann plötzlich eines Morgens ein Moskito
beißt und man es erschlägt, ist Ahimsa weg. Dann muss man
von da noch einmal mit zwölf Jahren anfangen! Wie lange würde
es für jemanden dauern, sich in einer dieser Tugenden zu begründen?
Swami Sivananda hob also hervor, dass man, anstatt mit dem Praktizieren
von Asanas, Pranayama, Pratyahara und so weiter zu warten bis man in
all diese Voraussetzungen erfüllt, viel besser alles gleichzeitig
praktiziert. Vernachlässige nicht Yama, Niyama, aber praktiziere
gleichzeitig etwas Japa, Meditation, Pranayama und Asana. Ein wenig
von allem. Es ist möglich, dass eins dem anderen hilft und man
in Harmonie wächst. Das war seine Ansicht.
Swami Sivananda widersprach der orthodoxen Tradition nicht. Tatsächlich
ist es so, dass die meisten seiner Bücher sich an die orthodoxe
Tradition anlehnen, obwohl auch dort sein eigenes Genie zu finden ist,
sein besonderer Stempel - welcher daraus bestand, den geistigen Sinn
zu finden, während er sich an die Tradition hielt, die traditionellen
Praktiken mit dem Verstand der Weisheit, des Yoga zu erfüllen.
Dann ist es einem möglich, sich in allen Aspekten gleichzeitig
zu entwickeln, harmonisch. In all diesen Praktiken wird das Verstehen
äußerst wichtig. Weder Karma Yoga, Bhakti Yoga noch Praktizieren
von Yama, Niyama, Asanas, Pranayama und Samadhi können mechanisch
getan werden. Alle müssen sie auf intelligente Weise ausgeführt
werden, mit einem enormen Verständnis -Verständnis ihres Sinns
und ihrer Bedeutung, und Verständnis im Sinne von der wachsamen
Beobachtung eines aufsteigenden Motivs. Nichts davon tut man aus einem
spezifischen Motiv, zu einem Zweck oder für ein Ziel.
Man sagt, dass Gottverwirklichung das Ziel des Lebens ist (Swamiji gebrauchte
auch diesen Ausdruck), aber wenn man versteht, was es bedeutet, wird
man erkennen, dass es überhaupt kein Ziel ist. Was ist Verwirklichung?
Materialisation ist, wenn jemand Magie vorführt und ein Objekt
materialisiert, zum Beispiel winkt er mit der Hand, und es fällt
Asche von seinen Fingern - was wiederum bedeutet, dass es die Asche
auf geistiger Ebene gab und er sie materiell gemacht hat. Das, was nur
geistig, unsichtbar war, ist materialisiert worden. Was bedeutet nun
auf die gleiche Weise verwirklicht’? Das, was nicht wirklich war,
ist wirklich geworden, ist wirklich gemacht worden. Aber wenn man von
Gottverwirklichung redet, geht man davon aus, dass Gott nicht wirklich
ist, und dass während man sitzt und meditiert, Gott wirklich wird?
Nein, offensichtlich nicht. Gott ist die ganze Zeit wirklich. Aber wenn
man seine Gedanken, Worte und Taten beobachtet, wenn man die Erfahrungen
im Leben beobachtet, sieht man, dass sie nicht die Allgegenwart Gottes
widerspiegeln. Wenn man wüsste, dass Gott wirklich ist, würde
man sich dann so verhalten, wie man es tut? Würde man das Leben
so betrachten, wie man es tut? Nein, Handlungen im Leben, Gedanken,
Worte und Taten machen es klar, dass man nicht fühlt, nicht weiß,
dass Gott wirklich ist. Man akzeptiert nicht einmal, dass Gott wirklich
ist. Da ist also diese Nichtakzeptanz der Wirklichkeit, da ist das Nichtsehen
der Wirklichkeit, da ist das Nichtkennen der Wirklichkeit, da ist die
Ignoranz der Wirklichkeit. Das Entfernen dieser Ignoranz ist Gottesverwirklichung,
es ist nicht so, dass man Gott wirklich machen kann. Für einen
selbst ist Gott im Moment unwirklich, weil die Wirklichkeit vom Schleier
der Ignoranz verdeckt ist. Das Entfernen des Schleiers der Ignoranz
ist Gottesverwirklichung. Wenn es zum Beispiel sehr dunkel ist und man
diesen Raum betritt, dann sieht man keine Tische. Wenn das Licht angemacht
wird, kann man die Tische sehen. Das Anschalten des Lichts repräsentiert
Yoga. Das Anschalten des Lichtes erschuf nicht die Tische, es enthüllte
nur die Wirklichkeit, die die ganze Zeit da war. Darum kann und darf
Gottesverwirklichung nicht ein Ziel sein. Darum bedeutet Verstehen dessen,
was man tut, nicht, das Motiv seiner Handlung zu verstehen sondern das
innere Licht zu sehen, welches den Schatten der Motivation daran hindert
aufzusteigen.
Yoga hat überhaupt kein Ziel. In den Yoga Sutras legt Patanjali
nahe, dass was auch immer man tut nur ein Versuch ist, die Blockade
im freien Fliessen des Bewusstseins zu entfernen. In der Bhagavad Gita empfiehlt Krishna im Kapitel IV auch „Man sollte Yoga zum Zwecke
der Selbstreinigung praktizieren.“ Wenn man sich selbst reinigt,
steht die Wahrheit enthüllt, die die ganze Zeit besteht, überall
(und auch in dir), ohne jede Schwierigkeit. Dieser Yoga sollte auf allen
Ebenen, zu jeder Zeit praktiziert werden. Es ist nicht etwas, das auf
einen Tag in der Woche oder eine Stunde am Tag begrenzt werden kann,
sondern es sollte während unseres ganzen Lebens praktiziert werden.
Und das war die Lehre des Swami Sivananda.
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Inhaltsverzeichnis des Buches "Sivananda Yoga"
- Theorie und Praxis
- Wer ist ein Guru
- Kommunikation
- Das Säen des Samens
- Selbstreinigung
- Sich auf den Lehrer einstimmen
- Hingabe
- Karma Yoga
- Sei ein Instrument
- Bhakti Yoga
- Swami Sivananda Yoga
- Integraler Yoga
- Erinnerung an Gott
- Der Weg des Ego
- Selbstlosigkeit
- Entdeckung des Egos
- Der Yoga der Synthese
- Liebe, die Gott ist
- Glossar

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