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Yogasana und PranayamaKapitel 12 von : Yoga als eine Universelle Wissenschaft" , „Yoga as a Universal Science“ , eine Vortragsreihe von Swami Krishnananda, übersetzt von Sri Divya Jyoti, © THE DIVINE LIFE Trust SOCIETY, Rishikesh, Indien - In dem Yogasystem, das von Patanjali propagiert wird, geht es um ein schrittweises Zurückziehen und Bündeln der Kräfte, um das Universale des Seins zu erreichen, was die Gegenwart der Purusha selbst darstellt. Dieses System beginnt zunächst mit den Disziplinen - Yamas und Niyamas -, die sich mit den Formen des nach außen gerichteten Bewußtseins, seinen Bewegungen hinsichtlich des sozialen Umfeldes, und weiterhin mit demselben nach außen strebenden Bewußtsein in Bezug auf seinen Körper befaßt. Eine weitere Stufe in dieser Linie der Praxis (Asana) hat den Körper selbst zum Ziel. Die Yogasanas sind heutzutage in der ganzen Welt so gut bekannt, so daß man dazu neigt, den wahren Sinn des Yogas zu vergessen, und viele Leute glauben, daß die Yogasanas das Yogaziel selbst wären. Dieses Mißverständnis bezüglich der Bedeutung der Yogasanas beruht auf das Überbetonen dieser Asana-Praxis, wobei die weit wichtigere Praxis einer inneren Disziplin vernachlässigt wird. Yoga ist nicht ausschließlich Yogasana, obwohl die Asanas ein wichtiges Glied in der Yogapraxis bilden. Die Notwendigkeit für diese Yogapraxis besteht nur, weil unser Lebensgefühl sich auf den körperlichen Organismus bezieht. Es
gibt nahezu unendlich viele Beziehungen des Bewußtseins in dieser
Welt von Raum und Zeit, und die erste nach außen gerichtete Form
des Bewußtseins ist das sogenannte Körperbewußtsein. In
einem schrittweisen Abstieg aus seinem universalen Zustand, wurde das Bewußtsein
immer kleiner werdend, zu immer größeren Ausdrucksformen hingezogen,
bis es mit Materie derart beladen war, daß es sich damit beinahe
selbst identifizierte. Das ist Körperbewußtsein. Obwohl wir
Göttlich sind, können wir dieses Körpergefühl nicht
einfach ignorieren. Das ist ein sehr unglücklicher Zustand, denn es
ist der schlimmste Zustand, zu dem das Bewußtsein hatte herabsteigen
können. In diesem Zustand ist das Bewußtsein selbst zur Materie
geworden; es hat sich selbst als Körperform verkauft. Das Subjekt
ist im wahrsten Sinne des Wortes zum Objekt geworden. Um die Materie noch
mehr ins Verderben zu bringen, hat sich das Bewußtsein dann noch
vom Körperbewußtsein - hin zu gesellschaftlichen Beziehungen
- entfernt. All diese krankmachenden Bedingungen des Bewußtseins
müssen bei einer rückwärts gerichteten, nur schwer durchschaubaren
Bewegung hin zu dem universalen Zustand - der allerersten Purusha - in Betracht gezogen werden. Insoweit wie das Körperbewußtsein
eine Erfahrungsebene ist, - eine der Stufen zu dem das Bewußtsein
herabgestiegen ist, und durch die das Bewußtsein wieder aufsteigen
muß, - ist die Disziplin von Körper, Muskel- und Nervensystem
in besonderer Weise notwendig. Der
Unterschied zwischen Yogasanas und körperlichen Übungen Die Übungen unter dem Namen von Yogasanas haben die Menschen auf der ganzen Welt aus sehr gewichtigen Gründen angezogen. Die äußerlichen Spiele, insbesondere die westlichen Spiele, unterscheiden sich deutlich von dem Ziel der körperlichen Übungen der Yogapraxis. Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen der Absicht der Yogasanas und Kricket bzw. Fußball. Gewöhnlich findet bei den Spielen ein nach außen gerichteter Kräfteverschleiß statt, wohingegen bei den Asanas ein innerlicher Energieaufbau stattfindet. Nach einem Fußballspiel ist man erschöpft, doch nach einer Yogasana-Session fühlt man einen inneren Energieaufbau. Unermüdliches körperliches Üben führt zu heftigem Atem, Schweißausbruch und starkem Herzklopfen. Nichts dergleichen geschieht bei Yogasanas. Mit anderen Worten, nach Yogasanas verflacht die Atmung, wird ruhiger, und es gibt weder Herzrasen, noch Schweißausbrüche oder Erschöpfungszustände. Es herrscht mehr allgemeine Zufriedenheit als Müdigkeit. Dies sind die äußeren Symptome und Anzeichen, in denen sich Yogasanas von den allgemeinen Spielen unterscheiden. Neben
diesen Unterschieden, haben die Yogasanas einen spirituellen Bezug.
Die Yogasanas, die lediglich als eine andere Form körperlicher Übungen
angesehen werden, haben nur scheinbar keine Verbindung zur Spiritualität.
Doch in Wahrheit hat alles, was irgendwie mit Yoga zu tun hat, letztendlich
einen spirituellen Hintergrund. Das ist die Besonderheit der indischen
Kultur. Alles hat einen Bezug zur Spiritualität, selbst das einfachste
Ritual oder das Dienen, die unbedeutendste Verehrung, das Studium oder
irgendeine Praxis. Indiens Kultur hat ein großes Ziel vor Augen,
jede Handlung zu spiritualisieren; in diesem Licht betrachtet, sollte keine
Arbeit ohne spirituellen Hintergrund sein. Darum ist selbst eine Asana
eine spirituelle Übung, obwohl es nicht leicht zu verstehen ist, wie
eine körperliche Übung als spirituell angesehen werden kann.
Asanas sind aufgrund der dahinterliegenden Praxis, aufgrund der Ausübung
und der besonderen Auswirkungen auf den Geist spirituell. Das Hatha-Yoga umfaßt eine große Anzahl von Asanas (84 Hauptübungen),
die alle auf die Flexibilität verschiedener Körperregionen abzielen.
Es darf bei den Übungen kein übertriebener Druck auf die Gliedmaßen
ausgeübt werden, sonst kann dieses Schmerzen oder Unwohlsein hervorrufen.
Der Körper darf nicht uns, sondern wir müssen ihn kontrollieren.
Normalerweise werden wir durch den Körper kontrolliert, denn er hat
seine Eigenarten und Vorlieben. Der Körper schmerzt, wenn wir uns
nicht nach seinen Erfordernissen richten. Doch, wenn wir uns zurückhalten
und die Funktionen unseres Körpers kontrollieren, wird er besonders
dann nachgeben, wenn wir uns hinsetzen, um zu meditieren und Japa zu üben. Das Training für fortgesetztes Sitzen in einer Sitzhaltung
Der Körper kann nicht für längere Zeit in einer Haltung verharren. Genauso, wie der Geist von seinen eigenen Wünschen abgelenkt wird, und sich nicht andauernd auf eine Sache konzentrieren kann, kann auch der Körper nicht in einer Sitzhaltung verharren, denn er 'bricht aus', es juckt überall und er wird rastlos. Diese Rastlosigkeit des Körpers ist bedingt durch die Rastlosigkeit der Pranas, die wiederum die Rastlosigkeit des Geistes verursachen. Körper, Geist und Pranas sind auf diese Weise miteinander verbunden, beeinflussen sich gegenseitig, wobei die Beeinflussung eines Teils dazu führt, daß alle anderen ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden. Obgleich es eine Vielzahl dieser Yogasanas gibt, wird in dem Patanjali-System auf den individuellen Zweck jeder einzelnen Übung geachtet. Insofern wie der Zweck der Yogasanas dem höheren Sinn des Yogas und nicht der einzelnen Asana dienen, - eine Asana dient nicht dem Selbstzweck, sondern hat einen höheren Sinn, - sind viele Haltungen nicht beschrieben, obwohl das manchmal sinnvoll erscheinen mag, denn der Körper soll letztendlich in der Lage sein, auf längere Zeit in einer Sitzhaltung zu verharren. Es ist nichts dagegen einzuwenden, viele Asanas auszuführen. Doch es ist nicht die Absicht, diese Übungsweise ein Leben lang fortzusetzen. Der Sinn liegt darin, den Körper soweit zu disziplinieren, daß er in der Lage ist, in einer Sitzhaltung zu verharren. Die
Definition, die von Patanjali gegeben wird, ist sehr unpersönlich,
denn es werden keine besonderen Namen, wie beispielsweise Sarvangasana (Pflug- oder Zangenhaltung) oder Shirshasana (Kopfstand), benutzt. Seine Definition ist mehr psychologischer als körperlicher
Natur. Welche Haltung auch immer Festigkeit in das System bringt und gleichzeitig
als angenehm empfunden wird, ist eine Yogahaltung. Dieses ist eine sehr
großzügige Definition. Doch wenn Patanjali von einer
"angenehmen Haltung" spricht, muß das richtig verstanden werden.
Eine "Schlafhaltung" kann als die höchste Annehmlichkeit empfunden
werden, denn wenn wir müde sind, legen wir uns für gewöhnlich
nieder. Doch die Annehmlichkeit, die Patanjali meint, ist nur in
Verbindung mit den Anforderungen des Yoga zu verstehen, und Schlaf kann
sicherlich damit nicht gemeint sein. Und darum ist das, was er mit "angenehmer
Haltung" meint, nicht notwendigerweise mit dem Verlust des Bewußtseins,
wie im Schlaf, verbunden. Es gibt verschiedene Stellungen, die der Körper
einnehmen kann. Man kann eine Stand-, Sitz- oder liegende Haltung einnehmen.
Das sind drei Wege, auf denen der Körper Festigkeit erlangen kann.
Nun, insoweit wie Patanjali sagt, daß alles, was angenehm und dem
Yoga dienlich ist, als Yogasana betrachtet werden kann, müssen wir
die für uns beste Haltung herausfinden, die den Anforderungen entspricht.
Man kann nicht behaupten, daß eine Standhaltung nun gerade angenehm
ist, denn man kann beispielsweise nicht lange auf einem Bein stehen, denn
die Beine müssen den ganzen Körper tragen, und ein Teil des Bewußtseins
wandert zu den Beinen, damit sie den Körper tragen. Wenn man das Bewußtsein
von den Beinen zurückzieht, fällt man möglicherweise um.
Das ist nicht das Ziel des Yoga. Darum sind Standhaltungen nicht für
die Meditationspraxis geeignet. Eine Haltung im Liegen ist ebenfalls nicht
geeignet, da man dann dazu neigt, einzuschlafen. Darum kommen weder Standhaltung
noch Haltungen im Liegen in Frage. Aus diesem Grunde bleiben nur noch die
Sitzhaltungen übrig. Wie sollte man sitzen? Hier gibt es wiederum
keine Erläuterungen in den Sutras von Patanjali. Yogasana - eine Konzentrationshilfe
Wir
müssen die Bedeutung zwischen den Zeilen lesen. Sthira-sukhamasanam ist
die Sutra, die besagt, was eine Haltung ausmacht: Festigkeit und Annehmlichkeit.
Genau das müssen wir als die letztendliche Absicht des Yoga - bei
allem, was wir tun, - im Hinterkopf behalten, und genauso verhält
es sich mit der Praxis bei den Haltungen. Die Konzentration des Geistes
ist die Absicht. Darum kann jede Sitzhaltung als Konzentrationshilfe willkommen
und angenehm angesehen werden. Es muß eine angenehme Haltung, die
dem Yogaziel mit der Konzentrationspraxis dient, und nicht bloß eine
bequeme körperliche Haltung sein. Darum müssen wir sorgfältig
bei der Auswahl dieser körperlichen Sitzhaltungen vorgehen, denn der
Körper ist mit den Muskeln, die Muskeln mit den Nerven und die Nerven
wiederum mit dem Geist verbunden; und darum darf bei der ausgewählten
Haltung der Zweck des Yogas, die Verbindung zum Geist, was Meditation bedeutet,
nicht außer Acht gelassen werden. Jede ungünstige Haltung, wie
das Vorbeugen, hat ebenfalls Einfluß auf Nerven, Muskeln und indirekt
auch auf den Geist. Yoga ist letztendlich ein Harmonisieren oder Ausgleichen
der Kräfte, und jedes Verbiegen des Körpers, wie Vorwärts-,
Rückwärts- oder Seitwärtsbeugen ist nicht sehr hilfreich,
das Nervensystem ins Gleichgewicht zu bringen, und dabei den Pranas (Energien), einen natürlichen Fluß zu ermöglichen. Bei
diesen verschiedenen Beugehaltungen besteht die Neigung, den Pranafluß
im Nervensystem zu blockieren, was zu Unbehaglichkeit führen kann.
Darum wird normalerweise darauf hingewiesen, mit Wirbelsäule, Nacken
und Kopf in aufrechter Haltung zu sitzen.
Mühelose Asanapraxis
Die aufrechte Haltung des Körpers bei den Übungen, sollte kein Unwohlsein hervorrufen. Die Haltungen sollten keine Mühe bereiten. Prayatna-saithilya ist in diesem Zusammenhang eine wichtige Sutra von Patanjali. Mühelos sollte das Üben sein. Der Yogaschüler sollte weder seine Nerven anspannen, noch über seine Sitzhaltung intensiv nachdenken müssen. Diese meditative Haltung dient der höchstmöglichen Befreiung von Bewußtsein und Körper, und sie dient nicht dazu, das Körperbewußtsein zu intensivieren. Es geht nicht darum, über den Körper nachzudenken, sondern sich von ihm zu befreien, und weitestgehend ein Gleichgewicht zwischen dem Körper, dem Geist und den Pranas herzustellen. In einem inneren Gleichgewicht, sei es körperlich, nervlich oder mental, empfinden wir ein geringeres Körperbewußtsein. Wenn wir gedanklich im Gleichgewicht sind, denken wir nicht an den Körper; das ist besonders dann der Fall, wenn wir gesund sind. Selbst Kinder denken nicht an ihren Körper. Sie spielen und laufen unbekümmert umher, so als wären sie beschwingte "Geister" und nicht schwere Körper. Wenn wir krank sind oder in uns etwas nicht richtig funktioniert, denken wir viel zu sehr an unseren Körper. Wenn alles in Ordnung ist und wir vollkommen gesund sind, sind wir uns nicht einmal unseres Körpers bewußt. Doch wir sind nicht immer gleich gut drauf. Manchmal haben wir Schwierigkeiten, dann erinnern wir uns wieder an unseren Körper. Der Gedanke, körperlich zu sein, muß schrittweise, bei der Einführung des inneren Gleichgewichtes, ausgemerzt werden. Dieses beginnt mit der Asana. Wenn wir in aufrechter Haltung sitzen, sollte man darum nicht besonders darauf achten, daß auch die Wirbelsäule gerade ist. Normalerweise sitzen wir nicht mit gerader Wirbelsäule. Wenn uns nun gesagt wird, daß wir mit gerader Wirbelsäule aufrecht sitzen sollen, werden wir uns des Bemühens bewußt. Anfangs, kann dieses Bewußtsein nicht unterdrückt werden. Doch allmählich müssen wir uns von diesem Bewußtsein während einer Haltung befreien. Man kann sich an eine Wand lehnen. Anfangs ist das in Ordnung, und es spricht nichts dagegen. Wenn sich jemand an eine Wand lehnt, sitzt er weitestgehend aufrecht, und es gibt keinen Grund darüber nachzudenken. Das kann auf längere Zeit, für einige Monate, so gehandhabt werden, bis man die Wand nicht mehr nötig hat. Dies gibt einem das Gefühl von Entspannung, und man ist während des Sitzens zufrieden. Es überrascht, wie man selbst in einer angenehmen Sitzhaltung und mühelosem Sitzen, von innen her eine gewisse Zufriedenheit verspüren kann, - woher das auch immer kommen mag. Diese Zufriedenheit, dieses Glücksgefühl, entsteht lediglich durch inneres Gleichgewicht. Dieses Gleichgewicht steht in Verbindung mit Sattva Guna. Wo immer ein Gleichgewicht empfunden wird, dort ist immer ein bißchen Sattva im Spiel. Aufgrund der mühelosen Sitzhaltung und Ausgeglichenheit, wird Freude als Reaktion auf dieses Gleichgewicht in Verbindung mit dem Nervensystem und dem Geist empfunden. Dieses Glücksgefühl ist spontan. Wenn wir normalerweise Yogahaltungen dieser Art studieren, werden uns eine bzw. bis zu vier Yoga-Sitzhaltungen, wie Padmasana (Lotussitz), Siddhasana (Vollkommene Sitzhaltung), Sukhasana (Schneidersitz) usw. empfohlen. Auch hier sollten wir daran denken, alle Haltungen mühelos auszuführen. Es sollte nichts unter Schmerzen (Hüfte, Knie) durchgeführt werden, auch nicht bei Padmasana. Wir sollten uns immer darüber im Klaren sein, daß wir Yoga nicht zum Wohle der Asana praktizieren, sondern Asanas zum Zwecke des Yoga üben. Padma,
Siddha, Sukha und Svastika sind die eigentlichen vier Sitzhaltungen,
die im Yoga empfohlen, und in Verbindung mit einer geraden Wirbelsäule,
aufrechtem Nacken und Kopf beschrieben werden. Der Praktiker sollte keine
Schwierigkeiten haben, das innere Gleichgewicht dabei zu bewahren. Es ist
notwendig, das Bemühen als solches schrittweise abzubauen. Anfangs
muß man sich bemühen. Das ist völlig klar. Doch später
muß dieses Bemühen einer Mühelosigkeit Platz machen. Auch
ein Hochseilakrobat muß sich anfangs bemühen, Balance zu halten.
Doch später wird es für ihn mühelos. Genauso verhält
sich, wenn man Radfahren lernt. Anfangs ist es schwierig das Gleichgewicht
zu halten, doch später ist es mühelos. Prayatnasaithilyata bedeutet: müheloses Praktizieren der Asana. Die Praxis sollte spontan
und ohne jegliche Mühe oder Schmerzen sein. Es sollte kein Verlangen
aufkommen, die Haltung zu wechseln oder aufzugeben. Man sollte schließlich
eine Stunde lang in derselben Haltung sitzen können, und zu Anfang
vielleicht mit fünfzehn Minuten bzw. bis zu einer halben Stunde beginnen.
Die psychische Ausrichtung in der Asanapraxis
Es gibt noch einen anderen sehr wichtigen Punkt, der von Patanjali erwähnt wird: Ananta-samapattibhyam. Dieses Begriff wird von den Kommentatoren auf unterschiedliche Weise interpretiert. ‘Ananta-samapatti’ bedeutet im allgemeinen, das ‘Gefühl des Unendlichen’ anzunehmen. Das scheint merkwürdig, denn wir kennen die wahre Bedeutung nicht. Was ist mit diesem ‘Gefühl des Unendlichen’ gemeint? Das ist die wortwörtliche Übersetzung. Einige orthodoxe Auslegungen sprechen davon, daß mit ‘Ananta’ die mythologische oder kosmische Schlange gemeint sei, die der ganzen Welt mit ihren Tausenden von ‘Hauben’ dazu dient, sich darauf zu konzentrieren, eine riesige Welt, die auf ihrem Haupte ruht, bewegungslos im Gleichgewicht zu halten. Ich erinnere mich, als ich ein kleiner Junge war, erzählte mir eine alte Frau, daß Erdbeben durch diese große Schlange verursacht würden, indem sie den Globus dann von einer ‘Haube’ zu anderen bewegen würde, wenn eine dieser ‘Hauben’ durch das Tragen des Globus müde geworden wäre. Wenn also ein Wechsel dieser Art stattfand, gab es eine Erschütterung. Nun, das ist ein mystischer Glaube, und einige Kommentatoren deuten diese Sutra ‘Ananta-samapatti’ von Patanjali mit dem Gleichgewichtsgefühl hinsichtlich Mahasesha, der kosmischen Schlange, die die Welt oder die Erde auf ihren Hauben im Gleichgewicht hält. Doch die andere Bedeutung des Wortes Ananta ist ‘Unendlichkeit’ oder eine ‘unendliche Ausdehnung'. ‘Anta’ bedeutet begrenzt ‘Ananta’ unbegrenzt. Hier geht es um diese innere grenzenlose Haltung oder dieses Gefühl davon. Dies scheint vernünftiger, als die mythologische Auslegung. Der Gedanke vom ‘Unendlichen’ erzeugt sofort eine entsprechende Ausrichtung des Systems. Es scheint jedoch, als würde man sich argumentativ im Kreise drehen, denn diese Idee von ‘Unendlichkeit’ kommt erst im Zustand der Meditation in unseren Geist, wobei wir diesen Zustand noch nicht erreicht haben, denn wir sind noch bei der Praxis der Asanas. Die Asana dient dazu, diesen Unendlichkeitsgedanken zu erreichen, der bei der Asanapraxis vorausgesetzt wird. Darin liegt die wirkliche Schwierigkeit, Patanjali's Anweisungen richtig zu verstehen. Wir können versuchen, es so zu verstehen, daß die vorgeschlagene Unendlichkeit nicht die wirkliche ist, sondern, daß es sich um ein psychologisches Konzept handelt, bevor wir uns mit den höheren Stufen der Meditation und Samyama befassen. Wir entwickeln ein Gefühl von Endlosigkeit. Es ist nicht weiter schwierig, an etwas Begrenztes zu denken. Wenn wir an einen weiten Raum oder den Horizont denken, über den wir uns gedanklich nicht hinausbewegen können, dann liegt das daran, daß sich nichts dahinter verbirgt, woran es sich zu denken lohnt. Wir sind an die Grenze unseres Denkvermögens gegangen. Wenn wir an den weiten Raum denken, Millionen von Lichtjahre entfernt, hört der Geist zu denken auf, weil es nichts zu denken gibt. Es sind keine Objekte vorhanden. Dies ist eine Art psychologischer Vorstellung des Unendlichen. Wenn wir so denken, richten wir uns innerlich - im psychologischen Sinne - aus. Und diese psychologische Ausrichtung des Systems verursacht ein Vibrieren der Nerven, die wiederum mit den Muskeln und dem Körper verbunden sind. Darum fühlen wir uns glücklich. Dies scheint eines der Vorschläge in der Sutra Prayatna-saithilya ananta-samapattibhyam Patanjalis zu sein. Selbst das tagelange oder monatelange Sitzen, ohne jegliche Gedanken, hilft sehr. Anfangs ist es für jeden sehr schwer, sich zu konzentrieren oder gar zu singen. Der Geist lehnt anfangs jegliche Form von Konzentration ab. Darum laß entweder keine Gedanken aufkommen oder laß ihn denken, was er will. Laß die Gedanken überall umherschweifen. Der Yogaschüler sollte sich nicht darum kümmern, sondern einfach sitzen bleiben. Dies allein ist ein großer Erfolg. Niemand ist in der Lage, lange dazusitzen. Zwei oder drei Stunden zu sitzen, ist nicht so einfach, sondern ein großes Ziel. Und darum kann man zufrieden sein, wenn man in der Lage ist, eine Stunde lang zu sitzen, ohne die Stellung zu wechseln. Genauso, wie man sich einem Freund schrittweise mit guten Worten nähert, spricht man zu seinem eigenen Geist, den Sinnesorganen und den Pranas (Lebensenergien) über den Sinn des Sitzens. Asana,
worunter man die Sitzhaltungen versteht, sind der tatsächliche Anfang
des Yoga. Hier betreten wir die wirkliche, richtige Spielwiese des Yoga.
Der Mensch besteht hauptsächlich aus Körper, und das ist auch
der letzte Gedanke vor seinem Ableben. Man kann sich von der Gesellschaft
lösen, doch kann man den Körpergedanken nicht abschütteln.
Wenn man auf einen Berg steigt, in die Wüste geht oder eine Höhle
betritt, kann man dem Lärm und der Geschäftigkeit der Gesellschaft
entgehen, doch das Körpergefühl wird man nicht los. Dies ist
uns als Bürde auferlegt, und darum beginnt Yoga ernsthaft, in seinem
spirituellen Geist, mit den Asanas.
Was bedeutet Körperbewußtsein?
Die Körperhaltungen in Form von Asanas sind mit den Sinnesaktivitäten verbunden. Wir müssen uns mit den Dingen befassen, die innerlich, neben dem eigentlichen Körpergefühl, stattfinden. Oberflächlich betrachtet sind wir nur Körper, doch Körper sind komplizierte Gebilde. Sie bestehen, genauso wie sich ein Gebäude aus vielen Steinen, Zement und Trägern zusammensetzt, aus vielen kleinen Einzelteilen. Körper als ganzes, sind undurchsichtige Etwas. Sie sind komplexe Gebilde aus Einzelteilen und Mächten, die in diese Körper Energie hineinpumpen, damit sie sich zu einem bestimmten Zweck in eine bestimmte Richtung fortbewegen. Die Sinnesorgane, wie Augen und Ohren, sind untrennbar mit dem Körper verbunden. Wir sehen mit den Augen, hören mit den Ohren, riechen mit der Nase usw. Der Körper scheint eine Art von Fortbewegungsmittel zu sein, welches durch die Sinne für dessen Aktivitäten beschäftigt oder benutzt wird. Die Sinnesorgane können ausschließlich durch den Körper wirken. Das Ganze, was man als Körper bezeichnet, ist sozusagen nichts weiter als ein Bündel von Empfindungen. Was ist der Körper sonst? Die Vorstellung davon, daß man ein Körper ist, nichts weiter als ein Bündel von Empfindungen, die in einem Haufen zusammengewürfelt sind. Die gebündelten Empfindungen von Farben, Klängen, Gerüchen, Geschmacks- und Tastempfindungen bilden zusammen ein konzentriertes Muster und machen das Körperbewußtsein aus. Auch
deshalb ist Körperbewußtsein nur sehr schwer zu verstehen. Manchmal
sind wir im Zweifel, ob wir wirklich einen empfindungslosen Körper
haben, denn ohne diese Empfindungen gibt es keinen Körper. Manche
Philosophen sind der Ansicht, daß es den Körper als solches
gar nicht gibt, sondern daß es sich nur um eine Illusion handelt,
die sich machtvoll vor uns auftut, und daß wir dem Irrtum unterliegen,
unser Körper sei eine feste Masse, die wir berühren und fühlen
können, obwohl es nur ein Bündel elektrischer Energie ist. Für
uns ist das nur schwer zu verstehen und zu akzeptieren, denn wir leben
in einer weitgehend nüchternen Welt, wo wir uns selbst in den Glauben
verrannt haben, daß der Körper eine feste Masse ist, obwohl
uns die Gelehrten aus Physik, Wissenschaft und Philosophie erzählen,
daß die sogenannte Festigkeit nur aus der Tastempfindung herrührt.
Darum führt Yoga uns weiter in eine subtilere Welt der Praxis und
Konzentration, wobei wir uns selbst davon überzeugen können,
mehr ein Bündel von Empfindungen als ein Haufen körperlicher
Teilchen oder gar chemischer Substanzen zu sein. Wir sind weder astronomische
Teilchen, noch sind wir ein Bündel chemischer Substanzen. Innerlich
sind wir Kräfte, die mit unsagbarer Heftigkeit nach außen streben,
und diese Geschwindigkeit der Kräfte macht es uns unmöglich,
uns unserer Beziehung zu den inneren Ebenen unseres Systems bewußt
zu sein. Die Kraft, mit der sich die Energie von innen nach außen
in Richtung auf Raum und Zeit zubewegt, ist unkontrollierbar und derart
impulsiv, daß wir uns der Verbindung unserer Persönlichkeit
zu den höheren Ebenen unseres Seins nicht bewußt sind. Wir sind
wie Menschen, die in den Strudeln eines Flusses gefangen sind, oder wie
ein Fluß, der mit ungeheurer Wucht und enormer Geschwindigkeit seine
Dämme bricht, wie Mutter Ganga, wenn sie Hochwasser führt. Der
Fluß zerstört dann alles, ganze Dörfer, Häuser und
Menschen. Er kann überall hinströmen und dabei aufgrund seiner
Geschwindigkeit alles Mögliche anstellen. Die Geschwindigkeit, mit
der sich die Energie unseres Systems zu den Objekten in Raum und Zeit hinbewegt,
ist derartig, daß wir nicht wissen, was geschieht. Wir bekommen durch
die Geschwindigkeit einen Schlag von solcher Intensität an den Kopf,
daß wir unsere Herkunft und unsere Beziehungen zu den höheren
Ebenen unseres Seins vergessen, und durch die Energie hoffnungslos hin
und her getrieben werden. Deshalb sagt uns Yoga, daß es notwendig
ist, sich von der Macht dieser Empfindungen und den Sinneskräften
zurückzuziehen, die nach außen streben und den Körper irgendwohin
verschlagen. Die Praxis, die den Sitzhaltungen (Asanas) folgt, ist
als Pranayama und Pratyahara bekannt. In gewisser Weise haben Pranayama und Pratyahara eine Beziehung zueinander. Pranayama und Pratyahara dienen nur dem Zweck, die Energien zurückzubringen. Genauso, wie es
unterschiedliche Asanas gibt, so gibt es auch verschiedene Pranayamas. Hatha
Yoga beinhaltet grundsätzlich neben Pranayama-Übungen
auch Meditation. Pranayama - das Bezähmen der lebendigen/aktiven Energie
Pranayama dient der Harmonisierung des Atems oder zur Harmonisierung der aktiven Kräfte. Mit Prana ist die aktive/lebendige Energie und der damit verbundene Prozeß gemeint, Pranayama bedeutet, diese Aktivitäten zu bezähmen. Die Pranas streben mit Hilfe des Körpers selbständig zu den äußeren Objekten hin, und sie bestimmen dabei selbst ihre eigene Intensität, in der sie eingebunden sind. Sie bedürfen keiner Erlaubnis dazu. Sie fragen auch nicht: "Wohin sollen wir uns morgen bewegen?" Sie haben bereits entschieden, was sie tun, und wir müssen deren Weg akzeptieren. Auf diese Weise bewegen wir uns im täglichen Leben routinemäßig mit unseren Aktivitäten, hoffnungslos von den Gewohnheiten getrieben. Doch ein Teil dieser Gewohnheit zu sein, bedeutet ein Sklave dessen zu sein. Und Yoga bedeutet, Beherrschung der Pranas, der Sinne und des Geistes, die Befreiung von der sklavischen Unterdrückung durch unsere eigenen Aktivitäten. Das sind die technischen Aspekte von der Disziplin des Prana, und Patanjali sagt über all diese Dinge etwas aus. Ähnlich wie bei den Asanas geht er auch hier nicht bis in letzte komplizierte Detail. Er gibt einfache Anleitungen, die mehr psychologisch als physiologisch sind. Die Ein- bzw. Ausatmung und das Verhalten des Atems sind die drei Atemprozesse. Wir Atmen aus, ein oder wir halten inne. Nichts anderes kann mit den Pranas geschehen. An dieser Stelle muß man etwas darüber sagen, was eigentlich Prana ist. Prana ist nicht atmen im eigentlichen Sinne. Die Atemluft, die wir bei der Ein- und Ausatmung in der Nase fühlen, kann nicht als Prana bezeichnet werden. Obwohl die Atemluft untrennbar mit Prana verbunden ist, so sind beide doch nicht identisch, genausowenig wie die Folge aus Elektrizität als Elektrizität selbst betrachtet werden kann, obwohl beide untrennbar miteinander verbunden ist. Eine bestimmte Aktivität in eine vorgegebene Richtung, die durch die elektrische Kraft ermöglicht wird, ist nicht dasselbe wie Elektrizität. Genauso unterscheidet sich Prana vom sogenannten Atemprozeß. Der Atemprozeß, der Atem, den man als Luftbewegung in der Nase fühlen kann und der durch die Lungen wirkt, ist ein äußeres Merkmal der inneren Bewegung der Lebendigkeit, genannt Pranas. Prana ist lebendige/aktive Energie. Sie steht über dem Atem, höher noch als der Sauerstoff, der die Lungen aktiviert. Darum ist die psychologische Aktivität des Körpers oder der Atemzug als äußere Symptome einer inneren Aktivität des Pranas, und nicht als die Aktivität des Pranas selbst zu betrachten. Denn in der psychischen Analyse des Yoga befindet sich das Prana im Astralkörper und nicht im physischen Körper. Es
gibt drei Körper: Den physischen Körper, den Astralkörper
und den Kausalkörper. Den physischen Körper studieren wir in
der Physiologie, doch der Astralkörper ist nicht Teil des physiologischen
Körpers; Anatomie und Physiologie berühren den Astralkörper
nicht. Der Astralkörper wird auch als "subtiler Körper" bezeichnet,
und im Sanskrit wird er Sukshma Sarira und manchmal auch als Linga
Sarira bezeichnet. Linga Sarira oder der "subtile Körper"
verbirgt in sich viele Einzelteile. Die Pranas, die Sinne, der Geist
und der Intellekt sind alles Bestandteile im "subtilen Körper". Man
kann sagen, daß der subtile Körper nur ein Name für ein
Konglomerat all dieser Dinge wie Intellekt, Geist, Sinne und Pranas ist.
Die verschiedenen Funktionen des Pranas
Das Prana ist die eigentliche Energiebewegung. Es handelt sich um die Aktivität der Lebensenergie, die auf unterschiedliche Weise arbeitet. Es gibt diverse Funktionen der Lebensenergie, denn sie muß die unterschiedlichsten Aufgaben erfüllen. Darum hat sie, entsprechend ihrer Aktivität und Natur, auch verschiedene Namen. Genauso, wie wir Menschen aufgrund ihrer Arbeit unterschiedlich bezeichnen, wobei die Person dieselbe bleibt, genauso bleibt Prana - unabhängig von der Tätigkeit - ebenso dasselbe. Von den vielen Funktionen von Prana, gibt es fünf wichtige: Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana. Dies sind Begriffe aus dem Sanskrit, fünf unterschiedliche Funktionen, die ein und dieselben Grundfunktion (Prana) betreffen. Prana ist der allgemeine Begriff für die ganze Energie des Systems, die entsprechend ihrer Funktion mit fünf unterschiedlichen Namen belegt ist. Prana ist traditionell im Herzen angesiedelt: Hridi Pranah. Gude Apanah: Apana wird im Anus bzw. in der Afterregion angesiedelt. Samano nabhimandale: Samana befindet sich in der Nabelregion. Udanah kanthadesesyat: Udana befindet sich in der Halsregion. Vyanah sarvasarirangah: Vyana ist eine Energie, die sich durch den ganzen Körper bewegt. Diese Aktivitäten des Pranas sind mit den Körperfunktionen verbunden. Die Ausatmung oder der Ausatmungsprozeß wird durch Prana gesteuert. Wenn wir ausatmen, ist darin auf irgendeine Weise Prana enthalten. Wenn wir einatmen, arbeitet Apana. Wenn wir essen, und die Nahrung zur Verdauung befördert wird, arbeitet Samana im Zentrum unseres Nabels. Udana arbeitet, wenn wir etwas hinunterschlucken. Man sagt, daß Udana auch beim Tode letztendlich dafür verantwortlich ist, daß der physische Körper vom Astralkörper getrennt wird. Udana, so wird gesagt, läßt uns einschlafen, wenn wir müde oder erschöpft sind. Vyana ist jene Energie, die durch den ganzen Körper zirkuliert, für den Blutstrom in den Arterien und Venen, und auch für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich ist. Diese Namen des einen Pranas beziehen sich auf die Pranafunktionen. Obwohl man grundsätzlich von einer einzigen Energie spricht, die sich den Sonnenstrahlen gleich, in verschiedene Richtungen verteilt, gibt es andere Pranafunktionen, die von geringerer Bedeutung sind, und diese weniger bedeutungsvollen Funktionen sind wie folgt benannt: Naga, Kurma, Krikara, Devadatta und Dhananjaya. Zusammengefaßt,
ist Prana eine Energie, die, wie ein elektrischer Strom, im Astralkörper
- Sukshma Sarira - pulsiert. Prana, als ganzes, drängt
nach außen hin zu den Sinnesobjekten in Raum und Zeit, und regt die
Sinnesobjekte an. Obwohl wir die Aktivitäten des Pranas in
seinen fünf Hauptformen bereits besitzen, strebt der Geist - aufgrund
der fünf Sinne - trotzdem zu den äußeren Objekten hin.
Das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und das Berühren sind die
fünf Anziehungskräfte. Man nennt sie auch die Organe der Anziehung/des
Gefühls oder die Jnanendriyas, denn sie geben uns Informationen
und Wissen. Wir erhalten durch diese fünf Organe Informationen. Darum
nennen wir sie Jnanendriyas oder die Sinnesorgane des Wissens. Die
aktiven Sinne werden Karmendriyas genannt. Diese sind nicht mit
den Sinnen des Wissens vergleichbar, denn es handelt sich lediglich um
Funktionen in Form von sogenannter Aktivität, die uns kein zusätzliches
Wissen vermittelt. Das Ergreifen mit den Händen, das Fortbewegen mit
den Füßen, das Sprechen, der Ausstoß durch die Genitalien
und dem Anus sind die wesentlichen Aktivitäten der Organe, die als Karmendriyas oder Sinne der Aktivitäten bezeichnet werden. Darum haben wir zusammengenommen
zehn Sinne: Fünf des Wissens und fünf der Aktivität. Wir
kennen die fünf Formen der Pranafunktionen und der Sinne, und die Pranas wirken in unserem täglichen Leben zusammen. Der Pranayama-Prozeß
hat einen besonderen Bezug zur Atmung: dem Ein-, Ausatmen und dem Atemverhalten,
- auch als Rechaka, Puraka und Kumbhaka bekannt. Wir atmen
aus, ein und verhalten beim Atmen. Tatsächlich versteht man unter Pranayama nur das "Atemverhalten", und nicht nur das Ein- bzw. Ausatmen. Pranayama
dient dem "Atemverhalten", und dieses "Verhalten" kann nach der Aus- oder
Einatmung oder plötzlich ohne irgendeine Beziehung zu dem Atemprozeß
geschehen. |
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