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Die Macht der Gedankenvon Swami Sivananda Kapitel 8- Die Muster einer Gedankenkultur
Wenn die Wünsche ausgelöscht sind, werden in der Folge auch die Gedanken automatisch absterben. Der Geist wird durch ständige Beobachtung der vielfachen Fehleinschätzungen von den Sinnesobjekten losgelöst und auf Brahman gerichtet. In der Praxis von Sama , werden die fünf Jana-Indriyas ,- d.h. Ohren, Haut, Augen, Zunge und Nase - ebenfalls kontrolliert. Sama bedeutet: ‚Gelassenheit des Geistes‘ durch das permanente Auslöschen der Vasanas. Unvollkommene
Gedanken und Selbstbeobachtung Du musst dich vor Irrungen und Wirrungen schützen. Der Geist ist wie ein verspieltes Kind. Die drängenden Kräfte des Geistes müssen gebeugt werden, damit sie zu passiven Kanälen der Wahrheit werden. Der Geist muss mit Reinheit angefüllt werden. Er sollte darin trainiert werden, immer an die Wahrheit oder an Gott zu denken. Wenn du schnell Fortschritte auf dem spirituellen Pfad erzielen willst, dann beobachte jeden Gedanken. Ein untätiger Geist ist immer betrübt. Er ist die Werkstatt des Teufels. Sei wachsam. Beobachte jeden Impuls und jeden Gedanken. Spiritualisiere oder verfeinere deine Instinkte. Üble Gedanken sind höchst gefährliche Diebe. Erschlage diese Diebe mit dem Schwert der Weisheit. Erzeuge täglich neue göttliche Schwingungen oder Gedankenwellen. Reinige, stärke, verfeinere und schärfe den Geist. Du wirst dadurch einen immensen Zuwachs an spiritueller Stärke und Frieden erhalten. Jeder Gedanke muss konstruktiv und ehrenwert sein. Gedanken sind berechnend. Vernichte alle Gedanken. Gehe auf diese Weise zum Licht des Lichts. Wenn du Selbstverwirklichung erreichen willst, müssen die Vorstellungen und Spekulationen aufhören. Reinige und kontrolliere die Gefühle. Neben dem Bewussten existiert ein weit ausgedehntes unbewusstes Leben. Alle Gewohnheiten kommen aus dem Unterbewusstsein. Dein Unterbewusstsein ist mächtiger als dein objektives Bewusstsein. Durch die Yogapraxis kannst du die Tiefen des Unterbewusstseins verändern, kontrollieren und beeinflussen. Nimm eine üble Eigenschaft und meditiere jeden Morgen auf die gegensätzliche Tugend. Praktiziere dies auch tagsüber. Die üble Eigenschaft wird bald verschwinden. Meditiere morgens auf Dankbarkeit und praktiziere sie den ganzen Tag. Schon bald wirst du Dankbarkeit entwickeln. Wenn sich üble Gedanke anstatt drei Mal wöchentlich nur noch einmal im Monat einstellen (denke daran, dass üble Gedanken ein erstes Anzeichen von Ehebruch sind), und wenn du anstatt einmal pro Woche nur noch einmal im Monat ärgerlich wirst, ist dieses ein Zeichen von Fortschritt, und es ist auch ein Zeichen von zunehmender Willenskraft. Dieses ist wiederum ein Zeichen von wachsender Spiritualität. Viel Erfolg. Führe ein Tagebuch über deine spirituellen Fortschritte. Selbstentwicklung
durch yogische Gedankenkultur Alle Yogamethoden haben als Grundlage ein ethisches Training und eine moralische Vervollkommnung. Das Auslöschen der Laster und die Entwicklung bestimmter Tugenden bilden die erste Stufe auf der Yogaleiter. Die Disziplinierung der Natur und die Bildung eines festen und reinen Charakters, durch eine Vielzahl rechter Gewohnheiten und deren regelmäßige Befolgung, ist die nächste Stufe. Auf dieser festen Grundlage guter Tugenden und eines moralischen Charakters sind die weiteren Yogastufen aufgebaut. Gedankenkultur
durch die Methode des Austauschens Es ist schwierig, die üblen Gedanken durch einen direkten Angriff zu zerstören. Dadurch würdest du nur deinen Willen schwächen und deine Energie verschwenden. Die
spirituelle Methode zur Kultivierung der Gedanken Wenn üble Gedanken aufkommen, benutze nicht deine Willenskraft, um sie zu vertreiben. Du verlierst nur an Energie. Du ermüdest dich nur selbst. Je mehr Anstrengungen du unternimmst, desto mehr üble Gedanken kehren mit doppelter Energie zurück. Sie werden auch immer schneller wieder zu Tage treten. Diese Gedanken werden immer mächtiger. Verhalte dich wie ein Unbeteiligter. Bleibe ruhig. Sie werden bald verschwinden. Oder ersetze sie durch gegensätzliche Gedanken (die Pratipaksha Bhavana Methode ). Oder denke an das Bildnis Gottes und übe intensiv Japa oder bete. Die
Bedeutung der Gedankenkultur Alle sind Opfer eines ziellosen Denkens. Alle möglichen Gedanken kommen und gehen im Denkorgan. Es existiert weder ein gleichmäßiges noch ein logisches Denken. Es herrscht weder Eintracht noch Disziplin. Alles ist in einem Zustand eines tiefen Chaos und einer tiefen Verwirrung. Es existiert keine Klarheit in den Gedanken. Die Menschen können nicht einmal zwei Minuten über dasselbe Thema in einer bestimmten Reihenfolge oder Systematik nachdenken. Es existiert weder ein Verständnis über die Gesetze der Natur noch ein Verständnis über die Gesetze der mentalen Ebene. Innerlich werden die Menschen von der Gesellschaft beherrscht. Alle Arten gefühlsbetonter Gedanken kämpfen miteinander, um in den lüsternen Geist einzutreten und die Oberhand zu gewinnen. Das Auge von Indriya bemüht sich, um ihre eigenen Gedanken zu erheben. Es möchte auf Besichtigungstour gehen. Das Ohr von Indriya möchte nur Grundgedanken, lustvolle Gedanken, Gedanken des Hasses, der Eifersucht und der Furcht einbringen. Viele Menschen können keinen einzigen erhabenen, göttlichen Gedanken fassen, nicht einmal für eine Sekunde. Ihre Denkorgane sind derart berauscht, dass die mentale Energie immer in dieselbe Gewohnheit abdriftet. Die
Schlacht der Gedanken Gute
Gedanken – die erste Vervollkommnung Kultiviere
die Gedanken und werde ein Buddha Beschäftige dich nur mit Gedanken, die hilfreich und nützlich sind. Nützliche Gedanken bilden die Stufenleiter zu spirituellem Fortschritt. Lass den Geist nicht in alte Gewohnheiten zurückfallen und seinen eigenen Gewohnheiten nachgehen. Sei wachsam. Durch Selbstbeobachtung musst du alle schäbigen, nutzlosen, wertlosen und unreinen Gedanken, sowie alle sexuellen Gedanken, Gedanken der Eifersucht, des Hass und der Selbstsucht auslöschen. Du musst alle zerstörerischen Gedanken und die Gedanken der Disharmonie vernichten. Du musst immer reine, gute, liebe, erhabene und göttliche Gedanken entwickeln. Jeder Gedanke muss in sich etwas Aufbauendes haben. Er muss kraftvoll, positiv und bestimmt sein. Jede Vorstellung muss von einem klar umrissenen und sauber definierten Gedanken beherrscht sein; sie muss Frieden bringen und anderen Trost spenden. Sie sollte für niemanden weder die geringsten Schmerzen noch Unglück bringen. Dann bist du die gesegnetste Seele auf Erden. Du stellst die gewaltigste Kraft auf Erden dar. Du kannst vielen Menschen helfen, Tausende heilen, spiritualisieren und - wie Buddha und Jesus - aufrichten. Genauso wie du Jasmin, Rosen, Lilien und Holunder im Garten pflegen musst, damit sie gedeihen, solltest du auch friedvolle Gedanken der Liebe, der Dankbarkeit, der Freundlichkeit und der Reinheit im weiten Garten des Antahkarana kultivieren. Durch Selbstbeobachtung musst du diesen Garten des Geistes wässern; d.h. mit Meditation und erhabenem Denken muss das Unkraut des eitlen Gehabes, der Nutzlosigkeit und der gegensätzlichen Gedanken herausgerissen werden. Vermeide
falsche die Gedanken anderer Menschen Derjenige, der dieses psychologische Gesetz kennt, wird sich niemals in einer Gruppe bei der Verurteilung oder an der Fehlersuche bei anderen Menschen beteiligen, sondern nur das Gute in ihnen sehen. Dieses befähigt dich, in der Konzentration, im Yoga und in der Spiritualität zu wachsen. Der
letzte Gedanke bestimmt die nächste Geburt Ajamila verlor seine fromme Führung und führte ein verabscheuungswürdiges Leben. Er fiel in üble Tiefen sündiger Gewohnheiten und wurde gewalttätig und ein Räuber. Er wurde ein Sklave von Huren. Er wurde Vater von zehn Kindern, wobei der Letzte Narayana genannt wurde. Kurz vor seinem Tode beschäftigte sich sein Geist mit diesem letzten Sohn. Drei furchtvolle Botschafter des Todes traten vor Ajamila. Ajamila schrie in seinem großen Kummer den Namen seines letzten Sohnes Narayana laut heraus. Durch das bloße erwähnen des Namens Narayana kamen die Begleiter von Hari dem Herren schnell herbei und hinderten die Botschafter des Todes an ihrem Vorhaben. Die Begleiter von Hari nahmen ihn mit nach Vaikuntha der Heimstatt Vishnus . Die Seele von Sisupala betrat das Absolute des Herrn mit strahlendem Schein von unbeschreiblicher Herrlichkeit und Schönheit. Dieser abscheuliche Sisupala verbrachte sein Leben, indem er Krishna den Herrn verschmähte und doch betrat er den Herrn. Der Wurm an der Wand, der von einer Wespe gestochen wird, verwandelte sich in eine Wespe. Auf ähnliche Weise geschieht es bei einem Menschen, der all seinen Hass auf Krishna den Herrn konzentriert. Er wird von seinen Sünden befreit und erreicht den Herrn durch regelmäßige Hingabe, so wie die Gopis es durch Kama , Kamsa es durch Furcht, Sisupala es durch Hass und Narada es durch Liebe erreichten. Krishna der Herr sagt in der Gita: „Wenn jemand zielgerichtet und fest an Mich glaubt, für diesen standfesten Yogi bin ich leicht erreichbar; und derjenige, der mich auf diese Weise erreicht, und sich mit mir vereinigt hat, wird nicht wieder in diese Welt des Jammers und der Kummers geboren werden. Oh Arjuna! Alle Welten, die von Brahma erschaffen wurden, sind zeitlich begrenzt, und, wenn sie mich erreichen, haben sie ihren Augenblick der Auflösung, es gibt keine Wiedergeburt, darum meditiere mit deinem Geist und deinem Intellekt immer auf Mich, den Absoluten Vasudeva . Du wirst Mich zweifellos erreichen.“ (Kapitel VIII. 14, 15, 16) Die konstante Praxis, den Geist auf den Herrn zu richten, obgleich man einer weltlichen Tätigkeit nachgeht, wird denjenigen intuitiv und automatisch an den Herrn denken lassen, wenn er das Zeitliche segnet. Der Herr sagt: „Mit dem Geist, der sich immer mit der Yogapraxis befasst und nicht durch etwas Anderes abgelenkt ist, erreicht man das Absolute Purusha der prächtigen Herrlichkeit. Der Herr sagt weiter: „Derjenige, der in seiner Todesstunde an wirkliches Sein, als den Absoluten Herrn Sri Krishna oder Narayana denkt, verlässt den Körper und erreicht Mich. Zweifle niemals daran! In der Form, wie man an Mich in der Todesstunde denkt, die Form wird angenommen, diese Form ist das Ergebnis jener Gedanken, die aus einer bestimmten Gewohnheit heraus oder durch konstante Meditation genährt wird.“ Der Herr sagt weiter: „Derjenige, der weiterhin seinen Geist auf Mich richtet, selbst zu der Stunde seines Ablebens, der in dem göttlichen Zustand des ‚Alles Zurückziehens‘ ist, und in Brahman oder brahmischem Zustand lebt, ist frei von Illusionen.“ (BG. II, 72) Wenn jemand zu Lebzeiten, die Gewohnheit hatte Kautabak zu kauen, imitiert er diese Angewohnheit in der Todesstunde unbewusst mit seinen Fingern. So stark ist diese Gewohnheit des Tabakkauens. Der letzte Gedanke eines zügellosen Menschen wird der Gedanke an seine Frau sein. Der letzte Gedanke eines Gewohnheitstrinkers ist die Flasche Schnaps. Der letzte Gedanke eines gierigen Geldverleihers gilt seinem Geld. Der letzte Gedanke eines Soldaten ist beim Besiegen eines Feindes. Der letzte Gedanke einer Mutter, die sehr an ihrem einzigen Sohn hängt, wird nur ihr Sohn sein. Raja Bharata pflegte, ohne Dank zu erwarten, einen Hirsch und fühlte sich zu ihm hingezogen. Sein letzter Gedanke galt dem Hirsch. Darum musste er die Geburt eines Hirsches annehmen, doch er erinnerte sich seiner letzten Geburt als er eine fortgeschrittene Seele war. Der letzte Gedanke eines Menschen wird sich nur dann mit Gott beschäftigen, wenn er sein ganzes Leben damit verbracht hat, seinen Geist zu disziplinieren, und versucht hat, den Geist durch konstante Praxis auf den Herrn zu richten. Dies kann nicht bei einer Praxis von zwei Tagen, einer Woche oder einem Monat geschehen, sondern es ist ein lebenslanges Bemühen. Der letzte Gedanke bestimmt die nächste Geburt. Der letzte herausragende Gedanke in einem Leben beschäftigt den Geist in der Stunde des Todes. Der in der Stunde des Todes vorherrschende Gedanke ist der Gedanke, dem im Leben die meiste Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Der letzte Gedanke bestimmt die Natur des zukünftige Körpers, der im nächsten Leben angenommen wird. So wie der Mensch denkt, so wird er werden. Der
Hintergrund für sattvische Gedanken Entwickle für die Gedanken als mentales Image einen sattvischen Hintergrund. Der Geist nimmt das Muster des Objektes an, über das er intensiv nachdenkt. Wenn er über eine Apfelsine nachdenkt, nimmt er im Geist die Gestalt einer Apfelsine an. Wenn er über Krishna mit der Flöte in der Hand nachdenkt, nimmt er im Geist die Gestalt von Krishna dem Herrn an. Du musst den Geist richtig trainieren und ihm die richtige sattvische Nahrung für seine Angleichung geben. Du musst eine sattvische Gedankengrundlage bilden, die dich zum Ziel der Befreiung führt. Wenn du ein Anhänger von Krishna bist, bilde einen gedanklichen Hintergrund von seinem Bildnis, wiederhole sein berühmtes Mantra ‚Om Namo Bhagavate Vasudevaya‘ und führe dir seine Qualitäten vor Augen. Ein Nirguna Upasaka (Vedantin) sollte seinen Hintergrund auf das ‚OM‘ und dessen Bedeutung aufbauen (d.h. auf den unendlichen Ozean des Lichtes, Satchidananda , Vyapaka , Paripurna-Atman ). Gehe deiner täglichen Arbeit nach, und wenn der Geist frei ist, beginne über deinen gedanklichen Hintergrund nachzudenken, - sei es der Saguna oder Nirguna Gedanke, je nach Empfinden, Temperament oder Fähigkeit mit der entsprechenden Sadhana. Durch konstantes Denken wird eine Gewohnheit im Geist gebildet, und der Geist bewegt sich mühelos auf seinen Gedankenhintergrund zu. Die meisten Menschen haben bedauerlicherweise keine Ideale, überhaupt keine Lebensplanung und keinen sattvischen Gedankenhintergrund. Sie sind zum Scheitern verurteilt. Der Gedankenhintergrund einer jung verheirateten Frau ist normalerweise von Lust geprägt. Der gedankliche Hintergrund einer älteren Frau beinhaltet die Zuneigung zu ihren Söhnen und Enkeln. Der Gedankenhintergrund der weitaus meisten Menschen besteht aus Hass und Eifersucht. Selbst die so genannten gebildeten Menschen mit Universitätsausbildung und akademischem Wissen, das verglichen mit spirituellem Wissen nur ein oberflächliches Wissen darstellt, haben keine Ideale, keine Lebensplanung und keinen Gedankenhintergrund. Ein Steuereinnehmer heiratet, nachdem er in den Ruhestand gegangen ist, seine dritte Frau und bleibt eben ein Staatsdiener. Ein weltlich gesinnter Mensch ist eine Beute sexueller Gedanken oder Gedanken des Hasses, des Zorns und der Rache. Diese zwei Gedankenarten ergreifen Besitz von seinem Geist. Er ist ein Sklave dieser zwei Grundgedanken. Er weiß nicht, wie er seinem Geist eine entgegengesetzte Richtung geben und auf andere gute und ehrenwerte Gedanken lenken kann. Er kennt die Gesetze der Gedanken nicht. Er ist sich der Natur und der angemessenen Arbeitsweise des Geistes nicht bewusst. Seine Lage ist ungeachtet seiner irdischen Besitztümer und seines Buchwissens, das er sich in Universitäten erworben hat, außerordentlich beklagenswert. Viveka ist in ihm nicht erwacht. Er hat kein Sraddha in Heilige, in Sastras und in Gott. Er kann üblen Wünsche, üblem Verlangen oder den Verlockungen seines schwachen Willens nicht standhalten. Die einzigen potenziellen Gegner, das weltliche Hochgefühl, der weltliche Zauber, die weltliche Täuschung, müssen durch Satsanga oder das Beisammensein mit Sadhus, Sannyasins und Mahatmas beseitigt werden. Nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben sollte jeder einen Gedankenhintergrund entwickeln und seine Zeit mit philosophischen Studien und göttlicher Kontemplation verbringen. Alte Gewohnheiten ohne bestimmtem Gedankenhintergrund sollten durch neue Gewohnheiten guter Gedanken ersetzt werden. Zuerst muss eine Neigung für gute Gedanken entwickelt werden. Durch fortgesetzte Praxis müssen, - mit Hilfe des positiven Denkens, - neue Gewohnheiten für tugendhafte hilfreiche Gedanken im Denkorgan entwickelt werden. Dieses bedarf großer Anstrengungen. Die alten Gewohnheiten wollen immer wieder die Oberhand gewinnen. Dies geschieht bis zu dem Zeitpunkt, wo das Denken von guten Gedanken zur Gewohnheit geworden ist. Du musst den Geist immer und immer wieder mit sattvischen und göttlichen Gedanken, Gedanken der Gita, Krishna den Herrn, Rama, den Upanishaden usw. anfüllen. Dann entwickeln sich neue Denkmuster im Denkorgan, wie die Rille, die bei einer Schallplatte neu eingeritzt wird. Es werden neue Samskaras gebildet. Du wirst dich ohne große Anstrengungen konzentrieren können. Derjenige, der seinen Geist besiegt hat, erblickt mit Hilfe seines eigenen reinen Intellekts sein eigenes Selbst, das Unsterbliche, den ewigen Brahman, der subtiler als das Subtilste ist, was eine Verkörperung des glückseligen Friedens und der Weisheit ist. Die Berührung der Sinne mit den Sinnesobjekten ruft eine mentale Wahrnehmung hervor. Doch wenn die Sinne zurückgezogen sind und der Geist ruhig ist, gibt es eine Stufe, wo keine Berührung mehr mit den Sinnesobjekten stattfindet. Im Zustand der Glückseligkeit und des reinen Bewusstseins oder Nirvikalpa Samadhi werden alle Samskaras verbrannt, die die Ursache von Geburt und Tod sind. Bindung bedeutet Tod. Du bist an den Körper, an Handlungen, deine Ehefrau, deine Kinder, an Besitz, an dein Haus, den Wohnort und irgendwelche anderen Dinge gebunden, die Vergnügen bereiten. Wo immer Bindungen entstehen, entsteht Zorn, Furcht und Vasanas. Hinwendungen führen zu Bindungen. Wenn du Selbstverwirklichung erreichen möchtest, musst du dich von allen Bindungen lösen. Zuerst musst du dich vom Körper lösen, mit dem du dich identifizierst. Das Wort im Sanskrit für das Selbst ist Atma. Atma leitet sich von ‚At‘ her, was so viel wie ‚immer in Bewegung sein‘ bedeutet. Mit Atman ist dasjenige gemeint, was sich selbst immer in Namen und Gebilden des Universums hinein entwickelt, um Seine Wirklichkeit, Seine wesentliche Natur zu verwirklichen, was Sein-Bewusstsein-Glückseligkeit Absolut ist. Das
reine Bewusstsein und die Freiheit der Gedanken Du kannst Jnana nur erreichen, wenn du frei von sinnlichen Wünschen und frei von unmoralischen Gefühlszuständen bist. Reserviertheit des Körpers vor sinnlichen Objekten und Reserviertheit des Geistes vor unmoralischen Gefühlszuständen des Geistes sind für das Erreichen von Jnana notwendig. Nur dann wird das göttliche Licht herniedersteigen. Genauso wie ein Bungalow von Spinnweben und der Garten vor dem Empfang des Königs von all seinem Unkraut befreit werden muss, so muss der Gefühlspalast von allem Laster, Wünschen und unmoralischen Zuständen vor dem Empfang des Heiligen Brahman, dem König der Könige, befreit werden. Wenn sich im Geist Wünsche erheben, wird ein weltlich orientierter Mensch versuchen, diese Wünsche zu erfüllen; doch ein Suchender wird sich sofort durch seine Unterscheidungsfähigkeit (Viveka) zurückziehen. Weise Menschen betrachten selbst den Funken eines Wunsches als großes Übel. Darum befassen sie sich mit keinerlei Wünschen. Sie fühlen sich nur in Atman glücklich. Mit dem Denken beginnt der Schöpfungsprozess. Das Denken bedeutet ein ‚sich Verlagern nach außen‘ oder ein ‚Entzweien in Objekte‘. Das Denken bedeutet ein Differenzieren, Beurteilen und Multiplizieren. Das Denken ist Samsara. Das Denken verursacht die Identifikation mit dem Körper. Das Denken verursacht das ‚Ich-‚ und das ‚Meingefühl‘. Das Denken verursacht Zeit, Raum usw. Stoppe dieses Denken durch Vairagya und Abhyasa , und gehe in Reines Bewusstsein auf. Wo es kein Denken oder Sankalpa gibt, dort ist die Absolution oder Jivanmukti.
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