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Prana - die Lebensenergie

Ein besonderer Schlüsselbegriff im Kundalini-Yoga ist Prana, die Lebensenergie. Denn bevor man wirkliche Kundalini-Erfahrungen macht, arbeitet man zunächst mit Prana. Letztlich sind alle Übungen des Kundalini-Yoga und damit auch des Hatha-Yoga darauf ausgerichtet, unser Prana zu erhöhen und subtiler zu machen. Prana entspricht dem Qi der Chinesen, dem Ki der Japaner und wird auch als Od, Orgon oder Pneuma bezeichnet. Prana ist die Lebensenergie, die sich in allem Belebten und letztlich sogar im Unbelebten manifestiert.

Prana ist Leben

Prana ist der Unterschied zwischen einer Rose und einer Plastikrose: In einer Blume ist Prana. Eine noch so schöne Plastikimitation ist letztlich tot. Darum lieben viele Menschen Zimmerpflanzen: Sie strahlen ein harmonisches Prana aus.
Prana ist der Unterschied zwischen einem lebendigen Menschen und einer Leiche. Wer schon mal eine Leiche gesehen hat, weiß: Das fühlt sich anders an als ein Schlafender. Das Prana fehlt.

Prana ist "Live"

Prana macht den Unterschied zwischen einem Live-Vortrag beziehungsweise Live-Konzert und einer Aufnahme auf Kassette, CD oder MP3-Datei aus. Darum spricht man ja auch von „Live“ – da ist Lebensenergie drin. Und wenn man von einer „tollen Atmosphäre“ spricht, meint man nicht den Luftdruck, die Luftfeuchtigkeit oder die Temperatur. Vielmehr meint man starkes Prana im Raum.
Manche Menschen haben mehr Prana, manche weniger. Ein Vortragender mit viel Prana kann Menschen begeistern, kann viel in seinen Vorträgen bewirken, auch wenn er nie Rhetorik gelernt hat. Ein Vortragender mit wenig Prana hat da größere Probleme, auch wenn er viele Rhetorikseminare besucht hat.

Prana als Charisma

Jemand mit viel Prana hat leichter Erfolg bei allem, was er macht. Ein Mensch mit viel Prana ist ein großer Anziehungspunkt: Da Prana vom Prana-Stärkeren zum Prana-Schwächeren fließt, suchen Menschen die Gegenwart von Menschen mit viel Prana. So stehen Menschen mit viel Prana oft im Mittelpunkt, zumindest so lange sie viel Prana haben. Wenn ein Mensch sein Prana aufgebraucht und nicht regeneriert hat, verliert er schnell diejenigen, die ihn vor kurzem noch bewundert haben.
Manche Menschen mögen sich auf Anhieb. Das heißt, ihre Energieschwingung ist von Anfang an harmonisch. Manchen Menschen gelingt es, ihre Prana-Schwingung zügig an die Schwingung anderer anzupassen, zum Beispiel durch bedingungslose Liebe: Sie mögen dann jeden Menschen.

Prana als Energiezustand

Jeder Mensch hat mal mehr Prana, mal weniger. Im allgemeinen Sprachgebrauch spricht jeder davon: „Heute habe ich viel Energie“, „Heute habe ich wenig Energie“, „Meine Energiereserven sind ganz aufgebraucht“ und so weiter.
Menschen haben nicht nur mengenmäßig mehr oder weniger Prana. Prana schwingt auf verschiedenen Schwingungsebenen. So haben zwar manche Menschen insgesamt mehr Prana als andere. Aber viele haben auch auf einer Schwingungsebene mehr Prana als auf anderen.

Prana und  Muladhara Chakra

Das Prana auf der untersten Ebene (Muladhara-Chakra) ist verantwortlich für die Gesundheit des physischen Körpers und für körperliche Kraft. Viel und vor allem harmonisch fließendes Prana auf dieser Ebene verhilft zu einem guten Funktionieren des physischen Körpers und daher zu physischer Gesundheit. Ist ein Mensch in der Lage, das Prana in bestimmten Muskeln und Körpersystemen zu konzentrieren, wird er zu einem ausgezeichneten Sportler. Das gilt natürlich insbesondere für die ostasiatischen Kampfsportarten, aber durchaus auch für die olympischen Disziplinen. Für sportlichen Erfolg braucht man natürlich Muskeln, Kondition und so weiter, aber eben auch Prana.

Prana und Swadhisthana Chakra

Prana auf der zweiten Ebene (Swadhisthana-Chakra) ist verantwortlich für Ausstrahlung, Schönheit, Attraktivität, auch sexuelle Attraktivität. Starkes Prana auf dieser Ebene ermöglicht feinstoffliche Heilung. Idealerweise haben Heiler, Heilpraktiker und Ärzte ein gutes Prana auf dieser Ebene. Viele Eltern wissen, dass manchmal ihre Hände für die Gesundung einfacher Beschwerden bei ihren Kindern viel bewirken können.

Prana und Manipura Chakra

Prana auf der dritten Ebene (Manipura-Chakra) ist unter anderem die Kraft, andere Menschen zu beeinflussen, und zwar zum Guten wie auch zum Schlechten. Prana auf dieser Ebene ist das, was man als Charisma bezeichnet. Menschen lieben es, sich Menschen mit starkem Charisma unterzuordnen, ihnen zu folgen. Ein Beispiel für eine sehr gute charismatische Führungspersönlichkeit war Gandhi. Ihm sind einige Millionen Menschen gefolgt. Er hat Indien vom gewaltlosen Widerstand überzeugt (vor Gandhi wollte die Mehrheit der Unabhängigkeitskämpfer mit Waffengewalt vorgehen). Er hat Indien zu Unabhängigkeit und Demokratie geführt. Er hat vieles für die Aufhebung der Kastengrenzen und die Aussöhnung zwischen Hinduismus und Islam bewirkt, wenn er auch mit den Ergebnissen nicht zufrieden war. Als nach der Erlangung der indischen Unabhängigkeit doch Hindu-Moslem-Unruhen begannen, hat allein seine Gegenwart in Bengalen ausgereicht, um diese dort zu stoppen. Mit seinem Tod hörten die Hindu-Moslem-Kämpfe (zumindest zunächst) in Indien auf.

Hitler als Negativbeispiel

Ein Negativbeispiel ist Hitler: Sein Charisma war der Art, dass Menschen, die in seine Veranstaltungen gingen und vorher ganz andere Überzeugungen hatten, zu seinen glühenden Anhängern wurden. Eine Reihe von Industriellen und Generälen berichteten von dieser fast magischen Kraft Hitlers. Gandhi und Hitler sind Beispiele für Menschen, die nicht von Kindheit an eine hohe Ausstrahlung hatten. Gandhi beschreibt in seiner Autobiographie, dass er als beginnender Student ohne viele Freunde, ohne viel Einfluss war. Nachdem er aber begonnen hatte zu meditieren, seine Ernährung umzustellen, ein asketisches Leben zu führen, vermehrt Mantras zu wiederholen und Pranayama zu üben, sammelte er viel Prana an, mit dem er dann später die Massen begeistern konnte.

Hitler und schwarze Magie

Hitler war als Jugendlicher und in seinen Versuchen als Baumeister und Maler ziemlich einsam und erfolglos. Auch in seiner Soldatenzeit im 1. Weltkrieg hinterließ er keinen großen Eindruck auf seine Kameraden. Er beschäftigte sich jedoch schon in seinen Wiener Jahren mit Okkultismus, las die so genannten Ostara-Hefte und praktizierte nach dem 1. Weltkrieg einige Energieübungen. Die aus dem Neuen Templer Orden (NTO) hervorgegangene Thulegesellschaft gründete letztlich die NSDAP, aus ihrer Vereinszeitschrift („Münchener Beobachter“) wurde der „Völkische Beobachter“. Hitler war Vegetarier, nicht wegen einem Ideal der Gewaltlosigkeit, sondern weil er wusste, dass er so seine Ausstrahlung steigern konnte. Manche berichten, dass Hitler selbst schwarzmagische Rituale ausführte und so zu seinem Prana kam. Andere meinen, dass diese Rituale von anderen ausgeführt wurden und Hitler nur die Fähigkeit hatte, sich bewusst oder unbewusst in diese Kraftwolken wie auch die akkumulierten Gedankenwolken des Hasses einzuklinken. Wie auch immer es war: Unbestreitbar ist, dass Hitler eine große Ausstrahlung hatte. Im Lauf der Jahre verbrauchte und verlor er diese. Ab 1941 gab es daher kaum mehr öffentliche Auftritte von ihm. Sein Geschrei und seine verrückte Weltanschauung wirkten ohne Prana nur noch grotesk und abstoßend. Leider hat es nicht ausreichend Menschen, denen ab 1941 die Augen aufgingen und die aus dem kollektiven Wahn der dreißiger Jahre erwachten, zum Umsturz ermutigt.

Nutze die Energie des Manipura Chakras zum Guten

So kann Prana auf der Ebene des Manipura-Chakras zum Guten wie auch zum Schlechten genutzt werden. Umso wichtiger ist es, sich in seiner Ethik zu schulen, wenn man Energieübungen praktiziert. Dann können wir unser Prana und damit auch unser Charisma und die Ausstrahlung erhöhen und sehr viel Gutes in der Welt bewirken. Es wäre wünschenswert, dass tolerant-spirituelle Menschen ihr Prana dieser Ebene vermehrt für Verantwortung in der Welt nutzen, für Engagement auch in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Prana und Anahata Chakra

Prana auf der vierten Ebene (Anahata-Chakra) ist emotionales Prana. Manche Menschen bestimmen mit ihren Gefühlen die Stimmung in der ganzen Familie und in ihrer ganzen Arbeitsumgebung, und zwar sowohl im Positiven wie auch im Negativen. Wenn sie froh sind, sind alle glücklich. Sind sie frustriert, fühlen andere sich auch so. Wenn ein Mensch auf der vierten Ebene ein harmonisches machtvolles Prana hat, fühlen sich andere in seiner Gegenwart geborgen, geliebt, angenommen. Ihr Herz öffnet sich und sie vertrauen sich diesem Menschen gerne an. Daher sagt man auch, dass ein solcher Mensch „ein großes Herz“ oder „viel Herz“ hat. Ist das Prana auf der vierten Ebene machtvoll und subtil, erfährt der Mensch Kosmische Liebe zu allen Geschöpfen und zu Gott. Jesus sagt in der Bergpredigt: „Selig sind, die da reinen Herzens sind. Denn sie werden Gott schauen“ (Matthäus 5, 8).

Prana und Vishuddha Chakra

Prana auf der fünften Ebene (Vishuddha-Chakra) gibt die Kraft für Kommunikation, Sprache, Rede, Ausdruck. Menschen mit viel Prana auf dieser Ebene sind die geborenen Redner, die geborenen Kommunikatoren, die mit vielen Menschen Kontakte knüpfen und halten können. Menschen mit einem harmonischen Prana hier sind gute Vermittler. Ist das Prana hier subtil und machtvoll, kommt die Fähigkeit, sich mit allen Wesen und dem Höchsten Wesen verbunden zu fühlen.

Prana und Ajna Chakra

Prana auf der sechsten Ebene (Ajna-Chakra) gibt intellektuelle Klarheit und intellektuelle Ausstrahlung. Universitätsprofessoren und Lehrer, die intellektuelle Inhalte vermitteln, brauchen hier viel Prana. Dann verstehen Schüler und Studenten den Stoff leichter und schneller. Von manchen Menschen geht so eine intellektuelle Faszination aus, dass man ihre Erklärungen sofort versteht. Prana auf der sechsten Ebene ist auch die Kraft der Intuition und höheren Erkenntnis. Erwachen diese, gilt das dritte Auge als geöffnet.

Prana und Sahasrara Chakra

Prana auf der siebten Ebene (Sahasrara-Chakra) gibt das Gefühl, von Gott geführt zu werden. Es steht für die Herabkunft göttlicher Gnade beziehungsweise des Heiligen Geistes. Wenn nicht nur Prana, sondern auch Kundalini ins siebte Chakra aufsteigt, entsteht die Erfahrung der vollkommenen Einheit, der Selbstverwirklichung.

Parapsychologie und Prana

http://www.yoga-vidya.de/prana/parapsychologie-und-prana.html
Viele parapsychologische Phänomene können als Prana-Manifestationen verstanden werden.

Heilung und Prana

Die Fähigkeit eines Heilers ist nichts anderes als die Fähigkeit der Prana-Übertragung. Das betrifft die meisten Formen von Geistheilung und natürlich auch das Reiki. Aber auch gute Ärzte (meist die so genannten Hausärzte), gute Chiropraktiker, Physiotherapeuten, Heilpraktiker und Masseure haben bewusst oder unbewusst Heilkräfte oder sogar heilende Hände.
Jeder Mensch kann diese Heilkraft in sich entwickeln. Wir haben beispielsweise bei Yoga Vidya sehr ausgefeilte Prana-Heilungsausbildungen. Eine einfachere Technik ist die folgende:

Einfache Übung für Prana-Heilung

Schließe die Augen und konzentriere dich auf die Hände. Dann reibe die Handflächen einige Male, bis sie warm werden. Schließe wieder die Augen und spüre die Energieausstrahlung der Hände. Halte die Hände im Winkel von etwa 60 Grad zueinander, etwa zwei bis zehn Zentimeter von dem Körperteil weg, in das du Energie übertragen willst. Es kann dein eigenes Körperteil sein oder auch das eines anderen. Dann atme in und mit dem Bauch ein paar Mal tief ein und aus. Atme ein und stelle dir vor, dass du Lichtenergie aufnimmst – in dein Sonnengeflecht oder den ganzen Bauchraum. Atme aus und stelle dir vor, dass du diese Lichtenergie über die Hände in das betreffende Körperteil schickst. Mache das etwa acht bis zwölf Atemzüge lang und sprich danach ein kurzes Gebet wie beispielsweise: „Liebe Kosmische Energie. Wenn möglich, lass diesen Körperteil gesunden. Aber nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“

Energie-Übertragung für sich selbst

Am Anfang ist es gut, ein bis zwei Mal am Tag etwa zwei bis fünf Minuten lang mit seinem eigenen Körper zu üben. Dann spürt man nämlich die Energieübertragung durch Kribbeln oder Wärme und kann bewusst daran arbeiten, diese Energieübertragung effektiver zu machen. Manche Menschen spüren eine stärkere Wirkung, wenn sie die Hände ganz auf den betreffenden Körperteil auflegen.

Prana-Heilung für andere

Nach einigen Tagen Übung kann man diese Form der Pranaheilung auch bei anderen praktizieren. Wenn man keine weitere Ausbildung in Prana-Heilung oder anderen Energieübertragungstechniken hat, sollte man das nur mit Menschen üben, mit denen man vertraut ist, also Familienangehörigen und engen Freunden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man seine Energien verbraucht oder vom Energiefeld des anderen beeinflusst wird.

Übung für Fernheilung

Es gibt inzwischen zahlreiche Forschungsarbeiten, die zeigen, dass sogar Fernheilung funktioniert. Eine Übung dazu:
Stelle dir vor, der Mensch, dem du Heilenergie schicken willst, sitzt, steht oder liegt vor dir. Atme ein paar Mal tief mit dem Bauch ein und aus. Stelle dir vor, von oben fließt ein Wasserfall von Licht über den Menschen, dem du helfen willst. Dieser Wasserfall des heilenden Lichtes durchströmt den Menschen von Kopf bis Fuß und entzündet das Licht in seinem Herzen (oder in dem Körperteil, das erkrankt ist). Sprich dabei mehrmals Segenswünsche wie: „Lieber ... (Name). Ich schicke dir Licht und Liebe. Möge es dir gut gehen. Mögest du bald ganz gesund sein.“ Dann warte einige Momente in der Stille. Dann wiederhole: „Lieber Gott (oder Liebe Kosmische Energie). Ich vertraue dir ... (Name) ganz an. Wenn möglich, lass ihn wieder ganz gesund werden. Aber nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“

Nutze die Kosmische Energie

Übrigens: Für diese Art der Fernheilung gibt es weniger Einschränkungen, da man dabei vollständig mit Kosmischer Energie und nicht mit seiner eigenen Energie arbeitet. Fernheilung wird besonders machtvoll, wenn man sie mit einem Mantra verbindet, in das man eingeweiht worden bist.

Om Tryamabakam Mantra (Mahamrityunjaya Mantra) für Fernheilung

Ein besonders effektives Heilmantra ist das so genannte Mahamrityunjaya Mantra (großes lebensspendendes Mantra). Es ist etwas komplexer, und man sollte die korrekte Aussprache unbedingt von jemand Kompetenten erlernen:
Om Tryambakam Yajamahe Sugandhim Pushtivardhanam
Urvaarukimiva Bandhanaan Mrityor Mukshiiya Maamritat

Aura Lesen und Prana Wahrnehmung

http://www.yoga-vidya.de/prana/parapsychologie-und-prana/aura-lesen.html
Prana kann man sehen, hören, spüren, in selteneren Fällen auch riechen beziehungsweise schmecken. Manche Menschen können eine bunte Aura sehen, wenn sie jemanden anschauen. Das kann man auch üben.

Übung für Aura Lesen

Bitte jemanden darum, sich in etwa zwei oder drei Meter Entfernung von dir hinzusetzen oder hinzustellen und die Augen zu schließen. Dann schaue in Richtung der Versuchsperson. Sieh dabei die Person nicht an, sondern schaue durch sie hindurch. Am Anfang kann es helfen, etwas über ihren Kopf hinweg zu schauen. Später kannst du einfach den Blick weich stellen und in die Ferne blicken. Und während du so mit dem vordergründigen Bewusstsein weit in die Ferne schaust, kannst du mit deinem hintergründigen Bewusstsein vielleicht einen Lichtkranz um die betreffende Person wahrnehmen.

Farben der Aura

Wenn du das regelmäßig übst, wirst du irgendwann verschiedene Farben um den Menschen sehen und kannst so Rückschlüsse auf seinen Energiezustand ziehen. Manche Skeptiker mögen einwenden, dass die Lichtwahrnehmung eine Form der optischen Täuschung ist. Vielleicht spielt das am Anfang durchaus eine Rolle. Aber mit etwas Übung können die Aura-Wahrnehmungen so klar werden und so stark mit der Gemütsverfassung und dem Energieniveau der betreffenden Person korrelieren, dass es sicher über eine optische Täuschung hinausgeht.

Hören von Prana

Manche Menschen können Prana hören. Das kann man in einem Hochenergieraum besonders gut üben. Das kann ein Gebetsraum eines alten Klosters sein, der heute noch genutzt wird und in den keine Touristen wegen künstlerischer Attraktionen gehen. Das kann auch ein Meditationsraum sein. Im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg ist das beispielsweise der Sivananda-Saal.

Übung zum Hören von Prana

Setze dich in einem energetischen Kraftraum ganz entspannt hin und höre, ob du einen inneren Klang wahrnimmst. Eventuell musst du Ohropax nutzen, damit du nicht von äußeren Klängen abgelenkt wirst. Danach mache den gleichen Versuch in einem ruhigen Raum, in dem du weniger Energie vermutest (beispielsweise eine Fabrikhalle oder eine Garage). Höre, ob du da einen Unterschied wahrnimmst. Manche Menschen hören in einem Hochenergieraum einen wunderschönen hohen gleichmäßigen Klang und in einer Fabrikhalle fast nichts. Eine andere Möglichkeit: Wenn du in der Nähe einer Person bist, die viel Prana hat (weil sie beispielsweise viel meditiert, Yoga übt und anderen dient) höre, ob du dabei einen Klang wahrnimmst. Vergleiche diesen inneren Klang mit dem, den du bei einer Person, die wenig Prana hat, wahrnimmst.

Spüren von Prana

Am weitesten verbreitet ist das Spüren von Energien. Wenn man sich beispielsweise in einen anderen Menschen verliebt hat, sind die Energiekörper stark aufeinander eingeschwungen. Es ist, als ob sie sich gegenseitig sehr machtvoll anziehen. Bei anderen wiederum fühlt man sich vielleicht abgestoßen. Ebenso kann man sich in bestimmten Räumen wohl fühlen und in anderen nicht. Diese Spürfähigkeit kann man sich auch beim Einkaufen, beim Kochen oder vor dem Essen bewusst machen:

Übung zur Wahrnehmung der Energie von Lebensmitteln

Halte deine Hand zwei bis zehn Zentimeter vom betreffenden Lebensmittel entfernt und werde dir bewusst, wie sich das anfühlt. Die meisten nehmen das, was ihrem Energiesystem wohl tut, warm oder sanft kribbelnd wahr. Das weniger Wohltuende fühlt sich oft kalt, tot oder abstoßend an. Da aber gerade die Fühlwahrnehmungen schlecht in Worten beschreibbar sind, muss man selbst seine Erfahrungen machen. Das funktioniert sehr gut mit Nahrungsmitteln, Medikamenten, Kleidung, Schmuck, Möbeln und so weiter.

Überbewerte Energie-Wahrnehmungen nicht

Man sollte natürlich diese Energieinformation auch nicht überbewerten: Ein Medikament beispielsweise kann zunächst abstoßend erscheinen, aber auf der physischen Ebene trotzdem sehr gut wirken. Wenn die eigene Energie durcheinandergeraten ist, mag ein energetisch hoch wirksames Heilmittel den Astralkörper zunächst abstoßen. Wenn man es regelmäßig nimmt, wird es die eigene Energie dann aber sehr positiv beeinflussen. Ähnliches gilt zu beachten, wenn man zur energetischen Wirkungseinschätzung äußere Hilfsmittel nutzt wie Pendel, Wünschelrute, Kirlianphotografie oder diverse kinesiologische Tests.

Yoga macht sensibler für Prana

Wer regelmäßig Yoga-Praktiken übt, wird oft feinfühliger für subtile Wahrnehmungen. Manche Menschen empfinden das nicht immer nur als angenehm: Wenn man vorher Stimmungen anderer kaum wahrgenommen hat, kann es durchaus auch lästig sein, wenn man anfängt, stark zu spüren, wenn andere ärgerlich, frustriert, energielos sind oder sich in tiefem Leid befinden. Manche Menschen kommen auch zu mir und sagen, dass sie dadurch unausgeglichener sind, weil ihre Stimmungen sehr stark die Stimmungsschwankungen anderer widerspiegeln.

Umgang mit Feinfühligkeit

Dazu möchte ich etwas beschreiben, was ich über wieder sehend gewordene Blinde gelesen habe. Es gibt Menschen, die als Kinder sehen konnten und später durch Unfall oder Krankheit erblindet sind. Jahre später konnten sie durch eine neuartige Operation wieder sehen. So glücklich sie zuerst sind, werden viele Menschen nach einer Weile in eine Art Verzweiflung gestürzt. Das Mehr an Information überfordert sie. Wenn man nicht sieht, sondern nur hört, nimmt man nur diejenigen wahr, die etwas sagen. Die vielen anderen, die auch im Raum sind, werden nicht wahrgenommen. Wenn man aber ein neu Sehender ist, sieht man die vielen Menschen plötzlich alle. Und man sieht, wie viele Menschen unglücklich sind und leiden. Dann können zwei problematische Dinge geschehen. Erstens: Man bezieht alles auf sich. Wenn diese Person jetzt so komisch guckt, ist sie mir böse? Habe ich etwas falsch gemacht? Wird sie mir gleich etwas antun? In Wahrheit nimmt die andere Person einen vielleicht überhaupt nicht wahr und denkt stattdessen an das Bewerbungsgespräch, das übermorgen stattfinden wird. Zweitens: Man fühlt sich dafür verantwortlich, das Leiden von allen zu lindern oder aufzulösen. So wünschenswert es ist, sich darum zu bemühen, anderen zu helfen und zu dienen, so wenig ist es jedoch möglich, alle Leidenden zu trösten. Die neu Sehenden müssen lernen, die wahrgenommen Gesichtsausdrücke nicht auf sich selbst zu beziehen und zu akzeptieren, dass sie nicht verantwortlich für alle Menschen um sich herum sind.
Ähnlich ist es bei einem Menschen, der anfängt, feinfühlig für Energien zu werden: Wenn er fühlt, dass jemand ärgerlich oder traurig ist, sollte er das einfach als Wahrnehmung spüren. Eine Hilfe kann sein, innerlich zu sagen: „Wahrnehmen, wahrnehmen, wahrnehmen.“ Man sollte nicht denken, dass man der Auslöser des Ärgers oder der Traurgkeit des anderen ist. Vielmehr sollte man akzeptieren, dass man einfach eine Energiewahrnehmung gemacht hat und sich eventuell auch täuschen kann. Und man sollte sich klarmachen, dass man nicht das Leiden aller Menschen auflösen kann und dafür auch nicht die Verantwortung übernehmen kann beziehungsweise muss. Wenn möglich, kann man ein freundliches Wort sagen, sein Mitgefühl schenken oder Hilfe anbieten. Relativ oft muss man einfach innerlich sagen: „Liebe Kosmische Energie, ich vertraue dir den/die Menschen vor mir an. Bitte kümmere du dich um ihn/sie.“ Anschließend löst man sich vom anderen, atmet tief mit dem Bauch ein und aus und spürt in seine eigene Mitte.

 

Quellen von Prana

http://www.yoga-vidya.de/prana/quellen-von-prana.html
Manche Menschen haben von Natur aus mehr Prana, andere weniger. Yogis sagen, das hänge auch davon ab, was man in einem vorigen Leben getan hat. Auf jeden Fall aber können wir in diesem Leben eine Menge tun, um unser Prana zu erhöhen.
Zunächst gilt es zu verstehen: Woher bekommen wir eigentlich Prana? Was sind die äußeren Quellen des Prana?

Fünf Elemente und Prana

Im Yoga werden sehr oft fünf Elemente unterschieden. Diese fünf Elemente können sich dabei je nach Kontext auf Verschiedenes beziehen. In diesem Kontext werden die fünf Elemente als Einteilungskriterium für die fünf Hauptquellen des Prana angewendet:

  • Erde (Prithivi): die Nahrung, die wir zu uns nehmen
  • Wasser (Apas): die Getränke, die wir zu uns nehmen
  • Feuer (Tejas): Sonnenlicht
  • Luft (Vayu): die Luft, die wir atmen
  • Äther (Akasha): Kraft, die wir von anderen Menschen und von Kraftorten bekommen.

Wenn wir unser Prana-Level erhöhen wollen, gilt es optimalen Nutzen aus den fünf äußeren Pranaquellen zu ziehen. Dabei müssen wir beachten, was wir zu uns nehmen und wie wir es zu uns nehmen.

Nahrung als Quelle von Prana

Erde steht für die Nahrung, die wir essen. Je nach Wirkung auf unser Prana unterscheiden Yogis sattwige, rajassige und tamassige Nahrung.

Tamassige Nahrung

Tamassige Nahrung senkt den Energielevel, reduziert das Prana oder macht es grobstofflich. Sie ist oft ungesund oder wird aus ethischen Gründen abgelehnt. Ein Beispiel für tamassige Nahrung ist Fleisch. Für Fleisch müssen Tiere getötet werden. Wenn man Fleisch isst, ist man mitverantwortlich für großes Leid fühlender und denkender Lebewesen. Daher sollte man schon aus ethischer Sicht auf Fleisch verzichten. Des Weiteren bleiben Spuren des Leidens der Tiere beim Schlachten in der Prana-Schwingung des Fleisches und werden dann beim Essen mit aufgenommen. Das positive Prana der Tiere dagegen verschwindet im Moment des Todes: Denn bei Tieren verlässt im Moment des Todes die Seele mit dem Astralkörper (und dem Prana) den physischen Körper. So belastet man durch Fleischverzehr seinen Energiekörper, ohne dadurch Prana zu bekommen. Alkoholische Getränke, Tabak, Drogen im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes und Fisch bringen das Prana durcheinander und gelten daher als tamassig. Dosengemüse und Pilze, in geringerem Maße auch mehrfach Gekochtes und Tiefkühlkost, gelten als leicht tamassig, da sie wenig positives Prana haben. Zwiebeln und Knoblauch machen die Prana-Schwingung grobstofflich und gehören deshalb zur Tamas-Kategorie. Gerade Letzteres wird oft nicht verstanden. Zwiebeln und Knoblauch mögen positive Gesundheitswirkungen haben. Aber sie senken das Energieniveau. Man findet auch in der westlichen Mythologie einen Anhaltspunkt dafür: Es heißt, dass Knoblauch Vampire und Geister vertreibt. Das kann auch so verstanden werden: Wenn man Knoblauch zu sich nimmt, hat man weniger Prana und wird daher für Feinstoffwesen uninteressant. Durch Knoblauch wird das Bewusstsein grobstofflicher, sodass man Feinstoffwesen nicht mehr wahrnimmt. In diesem Sinne kann Knoblauch auch eingesetzt werden, um übersteigerte Sensibilität zu reduzieren. Da wir im Yoga aber unser Energieniveau erhöhen und verfeinern wollen, verzichtet der Yogi auf Knoblauch oder nimmt ihn nur ausnahmsweise zu sich. Wer intensive Kundalini-Yoga-Energiepraktiken übt, sollte auf Fleisch, Alkohol, Tabak und Drogen gänzlich verzichten und den Verzehr der anderen tamassigen Nahrungsmittel auf ein Minimum reduzieren.

Rajassige Nahrung

Rajassige Nahrung macht die Energien unruhig. Dazu gehören in starkem Maße Eier, aber auch Kaffee, Schwarztee, Übermaß an weißem Zucker und Kakao, scharfe Gewürze (außer dem sattwigen Ingwer). Rajassige Nahrung sollte nicht in zu großer Menge aufgenommen werden. Bei starken Energieerfahrungen ist für eine Weile auf alles Rajassige und Tamassige zu verzichten.

Sattwige Nahrung

Sattwige Nahrung ist rein und gibt viel Prana. Besonders starkes Prana haben frisches Obst und Salate aus der Gegend. Die fünf sattwigen Nahrungsmittelkategorien sind (1) Obst, (2) Salate und Gemüse, (3) Vollkorngetreide, (4) Hülsenfrüchte, (5) Milchprodukte. Je weniger etwas gekocht und je erntefrischer es ist, umso mehr Prana können wir aus dem betreffenden Nahrungsmittel bekommen. Yogis sagen auch: Wenn wir das Tamassige weglassen und das Rajassige reduzieren, erwacht die natürliche Intuition in uns, die uns spüren lässt, was gut für uns ist.

Esse bewusst

Es ist nicht nur wichtig, was wir essen, sondern auch wie wir essen. Wer Essen hinunterschlingt, zieht kaum Prana daraus. Wer sich überisst, reduziert dadurch sein Energieniveau und fühlt sich schwer. Prana aus der Nahrung wird im Mund absorbiert. Daher ist es wichtig, die Nahrung lange zu kauen und bewusst zu schmecken. Swami Sivananda empfahl, jeden Bissen mindestens 30 Mal zu kauen.

Nimm Prana im Essen wahr

Man kann auch ganz bewusst das Prana im Essen wahrnehmen und durch bewusstes Aufnehmen des Prana die Energiewirkung des Essens auf ein Vielfaches erhöhen. In vielen indischen Ashrams wird schweigend gegessen und auch im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg ist einer unserer Speisesäle für das Essen im Schweigen reserviert. Wenn man schweigend, meditativ und in Dankbarkeit für die Gaben der Natur isst, kann man sehr viel Prana aus der Nahrung bekommen. Bei uns im Westen gibt es vielfältige Zerstreuungen und die Mahlzeiten sind oft der einzige Moment des Tages, wo alle Familienmitglieder zusammenkommen und sich unterhalten. Daher wird wohl kaum eine westliche Familie beim Essen immer schweigen wollen. Aber Streitgespräche sind beim Essen zu vermeiden und ein Tischgebet oder Dankesspruch vor dem Essen ist wichtig. Die Energie und Stimmung des anpflanzenden Bauern, der Erntehelfer, der Verkäufer und besonders der Köchin/des Koches hat einen Einfluss auf die Nahrung. Da man nicht all das steuern kann, hier ein kleiner Tipp:

Auflade-Übung für das Essen

Halte vor dem Essen deine Handteller von oben etwa zwei bis zehn Zentimeter oberhalb der Nahrung. Stelle dir vorher, wie göttliches Licht von oben durch dein Scheitelchakra durch deinen Körper über die Hände in die Nahrung strömt. Wiederhole dabei ein Mantra oder ein Gebet, wie beispielsweise „Liebe Kosmische Kraft, bitte segne diese Nahrung. Ich danke dir.“ Natürlich kann man auch ein Gebet sprechen.
Wenn man schnell Energie braucht, kann das bewusste Essen eines Obststücks oder einer Nuss schnell neue Kraft schenken.

 Wasser und Prana

Über Getränke nimmst das aus dem Wasser-Element Prana auf. Getränke können sattwig, rajassig und tamassig sein. Alkoholische Getränke sind tamassig. Rajassige Getränke sind stark zuckerhaltige Limonaden, Kaffee, Schwarztee. Am sattwigsten sind frisches Quellwasser, Kräutertee und frischer Saft. Da Kräutertee oft spezifische Energie- und Heilwirkung hat, sollte man ohne medizinische Indikation nicht zu oft die gleiche Kräuterteesorte trinken. Da Obstsäfte einen hohen Fruchtzuckergehalt haben, sollte man keine zu großen Mengen unverdünnter Obstsäfte zu sich nehmen. Wenn man schnell Prana braucht, kann ein bewusst und langsam aufgenommener Schluck Wasser viel Energie geben.

 Sonnenlicht und Prana

Sonnenlicht steht für das Feuer-Prana. Über Sonnenlicht nimmst du das Feuer-Prana auf. Wie sehr uns Sonnenlicht mit Prana versorgt, merken wir besonders dann, wenn nach ein paar Tagen Wolken und Regen die Sonnenstrahlen wieder durchscheinen: Die Menschen werden fröhlicher, belebter und freundlicher. Letztlich ist die Sonne die Hauptquelle allen Pranas auf der Erde: Denn auch die Pflanzen speichern das Prana des Sonnenlichtes, ebenso die Luft, der Regen und damit auch das Wasser. Es ist wichtig, jeden Tag mindestens 20 bis 30 Minuten nach draußen an die frische Luft zu gehen. Selbst bei bewölktem Himmel, Regen und Frost kommt immer noch das Prana der Sonne bei uns an.

Übung zum Aufladen mit Sonnenenergie

So kann man bewusst das Prana des Sonnenlichts aufnehmen: Wende dich im Sitzen oder Stehen ein paar Minuten lang bewusst der Sonne zu. Ist es wolkig, blicke in Richtung Sonne. Swami Sivananda empfahl sogar, dabei die Zunge herauszustrecken, weil mit der Zunge Prana besonders wirkungsvoll absorbiert werden kann. Schließe die Augen. Spüre die wärmenden Strahlen der Sonne (oder stelle sie dir vor). Atme tief durch die Nase ein und aus. Atme drei bis vier Sekunden lang ein, dabei geht der Bauch hinaus. Atme drei bis vier Sekunden aus, dabei geht der Bauch hinein. Stelle dir beim Einatmen vor, dass du die Lichtkraft der Sonne in dich aufnimmst und sie beim Ausatmen in deinem ganzen Körper verteilst. Mache dies acht bis zwölf Atemzüge lang. Dann werde dir bewusst, was du am weiteren Tag vorhast. Atme wieder tief ein und aus. Stelle dir vor, dass du beim Einatmen Energie von der Sonne aufnimmst, und dass du diese Energie beim Ausatmen zu den Menschen oder zu den Projekten schickst, mit denen du demnächst beschäftigt bist. Du wirst merken, der Tag wird schöner werden! …

Zuviel Sonne ist ungesund

Natürlich solltest du es mit dem Sonnenlicht nicht übertreiben. Hier gilt wie beim Essen: Allzu viel ist ungesund.
Die Übung funktioniert zwar am besten in der Sonne. Aber auch bei Regen kann man sich vorstellen, dass man vom Himmel Energie aufnimmt. Wer gerne mit einem Mantra arbeitet, kann beim Einatmen das Mantra Om Suryaya Namaha wiederholen. Und beim Ausatmen Om Mitraya Namaha. Surya heißt „Sonne“. Mitra heißt „Freund“. Namaha heißt „Gruß an“. Im Hatha-Yoga gibt es eine Übung, die sich Sonnengebet nennt. Damit kann man sich besonders wirksam für die Energie der Sonne öffnen.

Prana in der Luft

Am meisten Energie nehmen wir über das Atmen, also das Luft-Element, auf. Ein Mensch kann mehrere Wochen ohne feste Nahrung leben, mehrere Tage ohne etwas zu trinken, aber nur wenige Minuten ohne zu atmen. Mit jeder Einatmung nimmt man nicht nur Sauerstoff auf und gibt beim Ausatmen Kohlendioxid ab. Vielmehr nimmt man auch mit jeder Einatmung neues Prana auf und harmonisiert beim Ausatmen den Pranafluss im eigenen Energiesystem. Man kann einiges tun, um die Energie der Luft besonders wirksam aufzunehmen. Hier ein paar praktische Übungen:

Allgemeine Aufladeübung im Stehen, Sitzen oder Liegen

Konzentriere dich auf dein Sonnengeflecht beziehungsweise den ganzen Bauchraum. Atme drei bis vier Sekunden lang bewusst durch die Nase ein. Der Bauch geht dabei hinaus. Stelle dir vor, dass du Energie, Licht, Wärme zum Bauch schickst. Atme drei bis vier Sekunden lang durch die Nase aus, der Bauch geht dabei hinein. Schicke die Energie beim Ausatmen in deinen ganzen Körper. Oder schicke beim Ausatmen die Energie da hin, wo sie nötig ist, beispielsweise in einen Körperteil, zu einem Menschen oder in ein Projekt, das du angehen willst. Du kannst diese Übung jederzeit ausführen und so oft wiederholen, wie du willst.

Aufladeübung im Gehen

Atme drei Schritte lang ein. Atme dabei tief in den Bauch (der Bauch geht hinaus). Halte drei Schritte lang die Luft an. Atme drei Schritte lang aus, der Bauch geht dabei hinein. Halte drei Schritte lang die Luft an. Das ist eine Runde. Mache so etwa fünf bis zehn Runden oder übe, so lange es angenehm ist. Du kannst dir beim Einatmen vorstellen, wie du Energie aufnimmst, oder innerlich wiederholen: „Ich nehme neue Energie und Positivität auf.“ Beim Anhalten stelle dir vor oder wiederhole geistig: „Ich bin erfüllt von Kraft und Energie.“ Beim Ausatmen stelle dir vor, wie du mit Energie erfüllt bist oder wiederhole geistig: „Ich entspanne, ich lasse ganz los.“ Beim Anhalten nach dem Ausatmen stelle dir vor, wie entspannt du bist, oder wiederhole geistig: „Ich bin ganz entspannt.“
Probiere es aus: Das kannst du sogar jetzt in deinem Zimmer oder im Büro machen, indem du auf und ab gehst. Am wirksamsten ist die Übung natürlich im Freien. Aber auch in langen Gebäuden kann sie Wunder bewirken. Und falls du über verschiedene Dinge nachdenken musst, kannst du die Atemtechnik auch ohne die Affirmationen ausführen.

Stehende Energetisierungsübung

Eine Übung zur Dehnung und Entspannung des Körpers, zum Aufladen mit neuer Kraft und für Ruhe des Geistes. Mache sie am besten jetzt gleich. Später kannst du diese Übung praktizieren, wann immer du willst.

  • Stehe auf. Füße etwa hüftbreit auseinander, parallel zueinander. Arme neben dem Körper, Handflächen nach außen.
  • Atme ein und hebe langsam die Arme; stelle dir dabei vor, dass du neue Kraft und Energie einatmest.
  • Halte die Luft an; falte dabei die Hände über dem Kopf.  Halte die Luft weiter an und beuge den Körper erst nach links, dann nach rechts. Stelle dir dabei vor, dass du Energie im Körper verteilst.
  • Atme aus, senke dabei beide Hände. Stelle dir vor, dass du Energie in alle Richtungen weiter gibst und so mit allen Wesen um dich herum und mit den auf dich wartenden Aufgaben in Harmonie kommst.
  • Wiederhole diese vier Schritte etwa sechs Mal. Übe dabei das innere Lächeln. Du wirst spüren, wie du neue Kraft und Positivität erlangst.

Prana im Äther-Element

Kraft von anderen Menschen und von Kraftorten

Fast jeder kennt das aus eigener Erfahrung: In Gesellschaft bestimmter Menschen fühlt man sich erfrischt und voller Kraft. Bei anderen fühlt man sich anschließend wie ausgesaugt. Und es gibt Begegnungen, bei denen beide vor dem Treffen wenig Energie haben und nachher beide fröhlich beschwingt sind.

Kraftorte

Genauso gibt es Orte, die voller Kraft sind, an denen man sich schnell neu aufladen kann. Große Kraftorte sind beispielsweise die Externsteine bei Horn-Bad Meinberg, Stonehenge in England, Chartres in Frankreich. Wer bewusst spazieren geht, wird sicher auch in seiner Nähe besondere Kraftorte kennen, wo er sich aufladen kann. Suche regelmäßig mit Demut und Bewusstheit Kraftorte auf und nimm in Dankbarkeit zu Mutter Erde, zur Natur und zu den Engelswesen die Kraft in dich auf. Es gibt auch Kraftorte innerhalb von Gebäuden. Räume, in denen regelmäßig meditiert wird, Mantras gesungen werden, Gottesdienste stattfinden, spirituelle Praktiken mit großer Ernsthaftigkeit durchgeführt werden, sind voller Energie. Dazu gehören alte Kirchen, vor allem Wallfahrts- und Klosterkirchen, Moscheen, Tempel, Synagogen, Meditationszentren, Ashrams.

Schaffe dir selbst einen Kraftort

Suche öfter Kraftorte auf. Du kannst dir auch selbst einen solchen schaffen: Wenn du täglich an der gleichen Stelle meditierst und andere spirituelle Praktiken machst, und an dieser Stelle nichts anderes machst (insbesondere nicht isst, fernsiehst, dich über Alltagssachen unterhältst und so weiter), kann sich dort spirituelle Kraft ansammeln. So lädst du mit deiner Meditation den Ort auf. Umgekehrt lädt dich dann der Ort wiederum auf. Dieser Ort kann eine kleine Ecke in deinem Einzimmer-Apartment sein oder auch ein ganzes Zimmer in deinem Haus oder ein richtiger Yoga-Raum, in dem du eventuell auch Yoga und Meditation unterrichtest.

Gemeinsame Yoga-Praxis schafft viel Prana

Besondere spirituelle Kraft entsteht, wenn mehrere Menschen zusammen praktizieren. In Indien nennt man das Satsang: Gemeinsame (Sanga) Praxis, um zur Wahrheit (Sat) zu kommen. Wenn wir gemeinsam praktizieren, wird Energie von Meistern und Engelswesen angezogen, und diese Energie stützt uns. Auch Jesus sagte: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18,19). Daher ist es hilfreich, wenn man einmal pro Woche zusammen mit anderen praktiziert, an einer Yoga-Stunde teilnimmt, eine Meditationsgruppe besucht oder in die Kirche, Moschee oder Synagoge geht.

Energie durch spirituelle Meister/innen

Besonders viel Energie können wir von einem spirituellen Meister bekommen. Spirituelle Meister sind wandelnde Kraftwerke und strahlen diese Kraft auch nach ihrem physischen Tod weiter aus. Um diese Energie wirklich aufnehmen zu können, ist es notwendig, sich auf den Meister einzustellen. So wie wir aus einem Radio nur das Programm hören, auf dessen Frequenz es eingestellt ist, können wir die Energie eines Meisters vor allem dann absorbieren, wenn wir uns ganz auf ihn (oder sie) eingestellt haben. So wird angeraten, langfristig einem Meister zu folgen, seine Bücher zu lesen, sein Foto regelmäßig anzuschauen, regelmäßig und demütig seine Gegenwart zu suchen und ihm zu dienen, falls er noch lebt. Natürlich muss man gerade hierbei auch aufpassen: Es gibt Pseudomeister, die zwar ein starkes Charisma haben, aber ihre Schüler in die Irre führen. Hier gilt es, neben seinem Herzen auch seinen Verstand zu gebrauchen.

Prana-Verlust und Burn-Out

Eine Frage, die mir oft gestellt wird: „Wie verhindere ich, dass Menschen mit weniger Energie mir meine Energie wegnehmen?“ Das fragen sich besonders Menschen in heilenden und sozialen Berufen. Sie geben den ganzen Tag und sind oft von Menschen mit weniger Prana umgeben. Daher sind Angehörige dieser Berufsgruppen oft vom Burnout-Syndrom, das häufig hauptsächlich Prana-Mangel ist, betroffen. Fast jeder kennt es, dass ihm Energie abgezogen wird.

Tipps zur Burn-Out-Prävention

Dazu möchte ich folgendes raten:

  • Sei nicht geizig, sondern gib gerne. Was du freiwillig gibst, kann dir niemand nehmen. Wenn du mit anderen Menschen zusammen bist, strahle bewusst Licht aus. Lächle dem anderen zu. Das ist das Wunder der Liebe: Teile mit anderen, was du hast. Du wirst reich beschenkt sein. Es ist doch etwas Gutes, wenn auch andere etwas davon haben, dass du regelmäßig Yoga praktizierst.
  • Verbinde dich mit der Kosmischen Energie. Dann ist es nicht deine eigene Energie, die du gibst. Wenn du mit anderen zusammen bist, stelle dir zumindest zu Beginn und zum Abschluss der Begegnung vor, dass du beim Einatmen Lichtenergie aufnimmst und diese Energie dein Herz und deinen Bauch ganz erfüllt. Stelle dir beim Ausatmen vor, dass du dem anderen diese Energie schickst. Du kannst das auch mit einem Gebet verbinden (Einatmen „Lieber Gott…“, Ausatmen „… gib diesem Menschen Kraft und Liebe) oder mit Gedanken des Wohlwollens („Möge es dir gut gehen“) oder auch mit einem Mantra (Einatmen „Om Namah…“, ausatmen „…Shivaya“). Diese Technik ist auch hilfreich, wenn jemand langatmig etwas erzählt.
  • Werde dir bewusst, dass die Angst, Energie zu verlieren, an sich schon deine Energie reduziert und praktisch zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung wird.
  • Zentriere dich selbst immer wieder. Atme tief mit dem Bauch ein und aus und spüre dabei deine energetische Mitte im Bauch. So verhinderst du, dass eine niedrig schwingende Fremdenergie in dir stärker werden kann.
  • Praktiziere selbst regelmäßig Energieübungen. Lade dich täglich mit Meditation und Yoga-Übungen auf. Je mehr du an Prana hast, umso mehr Energie kannst du geben.
  • Übe öfter in der Gruppe und bleibe auch mal länger (zwei bis fünf Tage) in einem Meditationszentrum oder Yoga-Seminarhaus, um deine Batterien wieder aufzuladen.

Erdung als Burn-Out-Prävention

Bei den Angehörigen von lehrenden Berufen und der darstellenden Künste tritt oft ein besonderes Phänomen auf: Während und nach dem Lehren oder der Aufführung sind sie wie aufgedreht und energetisiert. Nachher können sie oft nicht „abschalten“. Irgendwann erreichen sie den Burnout-Punkt. Hier empfehle ich, erdende, entspannende und beruhigende Übungen zu lernen, regelmäßig zu meditieren und eine Atemübung namens Sitali (kühlende Atmung) zu praktizieren. Diese geht wie folgt:

Sitali zur Beruhigung von Prana

Setze dich ruhig hin. Schließe die Augen. Strecke die Zunge leicht nach vorne. Rolle sie so, dass die Zungenmitte unten ist und die seitlichen Zungeränder nach oben schauen. Atme sehr langsam und tief mit einem leichten Zischlaut die Luft über die Zunge ein. Stelle dir dabei vor, dass du kühlende, entspannende, harmonisierende Energie einatmest. Stelle dir vor, dass diese Kraft dich von Kopf bis Fuß erfüllt. Dann atme zügig und tief, aber lautlos durch die Nase wieder aus. Wiederhole das etwa zehn Atemzüge. Lass anschließend den Atem ein paar Atemzüge lang von selbst fließen und spüre nach.

Sitkari Variation zur Beruhigung von Prana

Variation: Wer die Zunge nicht längs rollen kann, legt die Unterseite der Zungespitze gegen die Schneidzähne. Drücke die Mitte der Zunge unterhalb der Schneidezähne nach vorne. Atme zischend über die Zunge durch den Mund ein und übe dann wie oben beschrieben.

Wirkung von Sitali und Sitkari

Diese Übung gibt Entspannung, Ruhe und Gleichmut und beruhigt nach aufregenden Ereignissen. Sie ist auch gut, um den Körper zu kühlen und ein übermäßiges Hungergefühl zu vermindern. Sie hilft, unruhige Energien zu harmonisieren. Den alten Hatha-Yoga-Schriften zufolge wirkt sie sogar verjüngend.

 

 

 

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