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Die Macht der Gedankenvon Swami Sivananda Kapitel 5 - Die Entwicklung der Gedankenkraft
Tugenden, wie Wahrhaftigkeit, Ernsthaftigkeit und Fleiß sind die besten Voraussetzungen für mentale Kraft. Reinheit führt zu Weisheit und Unsterblichkeit. Es gibt zwei Arten von Reinheit: einerseits die innerliche oder mentale und andererseits die äußerliche oder körperliche Reinheit. Die mentale Reinheit ist von größerer Bedeutung. Aber auch körperliche Reinheit ist notwendig. Mit der inneren mentalen Reinheit kehrt eine Fröhlichkeit in den Geist ein, eine Konzentrationsfähigkeit, die Eroberung der Indrayas (Sinne) wird möglich und man wird fit für die Selbstverwirklichung. Gedankenkraft
durch Konzentration Wer seine Aufmerksamkeit kultiviert, erreicht eine gute Konzentrationsfähigkeit. Ein ruhiger Geist ist fit für die Konzentration. Bewahre Ruhe im Geist. Sei immer fröhlich. Dann kannst du dich konzentrieren. Konzentriere dich regelmäßig. Sitze am selben Platz, zur selben Zeit, um 4 Uhr morgens. Die Ehelosigkeit, Pranayama , die Eindämmung der Wünsche und der Aktivitäten, die Leidenschaftslosigkeit, die Stille, die Zurückgezogenheit, die Disziplinierung der Sinne, Japa , die Kontrolle des Zorns, das Aufgeben des Lesens von Novellen und Zeitungen, sowie das Aufgeben der Kinobesuche sind alles Hilfen zur Konzentration. Zu große körperliche Anstrengungen, zu vieles Reden, zu vieles Essen, zu viele Begegnungen mit weltlich orientierten Menschen, zu vieles Laufen und zu vieler Sex sind Hindernisse für die Konzentration. Gedankenkraft
durch organisiertes Denken Angenommen, du denkst über das Leben und die Lehren von Jagadguru Adi Sankaracharya nach. Denke an seinen Geburtsort, sein früheres Leben, seinen Charakter, seine Persönlichkeit, seine Tugenden, seine Lehren, seine Texte, seine Philosophien, einige seiner bedeutenden Ausführungen in seinen Arbeiten, seine Slokas und Siddhis nach, die er hin und wieder aufblitzen ließ, und denke an seine Digvijaya , seine vier Schüler, seine vier Hunde, seine Kommentare über die Gita, Upanishaden und die Brahma Sutras . Denke bis in jede Einzelheit an jeden einzelnen Punkt. Bringe den Geist immer wieder auf den Punkt. Dann greife ein anderes Thema auf. Durch diese Praxis wirst du organisiertes Denken entwickeln. Die mentalen Vorstellungen werden intensiv und kraftvoll. Sie werden klar umrissen und definiert. Bei normalen Menschen sind die mentalen Vorstellungen verzerrt und unklar. Gedankenkraft
durch Willenskraft Wiederhole gefühlvoll im Geiste: „Mein Wille ist mächtig, rein und unerschütterlich. OM OM OM. Ich kann durch meinen Willen alles erreichen. OM OM OM. Ich habe einen unerschütterlichen Willen. OM OM OM.“ Der Wille ist die dynamische Seelenkraft. Wenn sie alle mentalen Kräfte steuert, als da sind: das Beurteilungsvermögen, das Gedächtnis, das Zugreifen, das Wort-Ergreifen, das Begründen, die Unterscheidungsfähigkeit, das Reflektieren und das Schlussfolgern, - kommen sie alle sofort ins Spiel. Der Wille ist der König der mentalen Kräfte. Wenn er rein und unerschütterlich ist, können die Gedanken und der Wille Wunder bewirken. Der Wille wird durch vulgäre Leidenschaften, die Neigung zu Vergnügen und das Wünschen schwach. Je geringer die Zahl der Wünsche, desto stärker ist die Gedankenkraft und der Wille. Wenn die sexuelle Energie, die Muskelkraft, der Zorn usw. in Willenskraft umgewandelt worden sind, sind sie unter Kontrolle. Für einen Menschen mit starker Willenskraft ist nichts unmöglich. Wenn man die alte Gewohnheit, Kaffee zu trinken, aufgibt, hat man bis zu einem gewissen Grade den Geschmackssinn kontrolliert, eine Vasana zerstört, und man hat das Verlangen danach eliminiert. Da nun eine neue Freiheit von der Beschaffung von Kaffee und auch von der Gewohnheit ihn zu trinken, gewonnen wurde, hat man als Folge ein bisschen Frieden gewonnen. Die Energie, die mit der Sehnsucht nach Kaffee verbunden ist, und die dich berührt, wird jetzt in Willenskraft verwandelt. Durch die Eroberung dieses einen Wunsches erhältst du Willenskräfte; und wenn du fünfzehn solcher Wünsche eroberst, erhältst du die fünfzehnfache Willensstärke. Und diese Eroberung, durch die der Wille gestärkt wird, gibt dir eine immer größer werdende Willenskraft, um auch andere Wünsche zu erobern. Der unerschütterliche Zustand des Geistes, die Haltung, die Fröhlichkeit, die innere Stärke, die Fähigkeit Schwieriges zu unternehmen, der Erfolg in allen Unternehmungen, die Macht Menschen zu beeinflussen, eine anziehende und dynamische Persönlichkeit, eine anziehende Aura des Gesichtes, funkelnde Augen, ein beharrlicher Blick, eine kraftvolle Stimme, eine großmütige Gangart, eine unnachgiebige Natur, Furchtlosigkeit usw. sind ein Indiz für eine zunehmende Willenskraft. Einfache
Beschreibungen für klares Denken Die meisten unserer Gedanken entbehren ihrer Grundlage. Sei kommen und vergehen. Sie sind darum nur vage und unbestimmt. Die Vorstellungen sind unklar und kraftlos. Man muss sich ihrer durch klares, fortgesetztes und tiefes Nachdenken bemächtigen. Durch Vichara , Manana oder tiefe Reflexion und Meditation, müssen die Gedanken dazu gebracht werden sich niederzulassen und sich in einem bestimmten Muster zu kristallisieren. Dann wird ein philosophischer Gedanken an Festigkeit gewinnen. Durch richtiges Denken, logisches Denken, Selbstbeobachtung und Meditation wird man Klarheit in den Gedanken finden. Dann hört das Durcheinander auf. Die Gedanken setzen sich und erhalten eine Grundlage. Denke klar. Ordne die Gedanken immer und immer wieder. Übe Selbstbeobachtung in Einsamkeit. Reinige die Gedanken in einem angemessenen Rahmen. Beruhige die Gedanken. Erlaube dem Geist nicht unaufhörlich zu brodeln. Lass nur einen Gedanken zurzeit zu und lass ihn sich setzen. Erst dann lass einen neuen Gedanken zu. Lass keinen Gedanken zu, der nichts mit dem Thema zu tun hat, über das du gerade nachdenkst. Die
Sadhana für tiefes und richtiges Denken Unabhängiges und wirkliches Denken erreichen diejenigen, die sich mit der Vedanta beschäftigen. Vedantische Sadhana (Manana, Reflexion) macht einen scharfen Intellekt erforderlich. Tiefes Nachdenken, beharrliches Denken, klares Denken, das Denken bis an die Wurzeln des Problems, bis hin zum Fundament einer Situation, bis zur Voraussetzung allen Denkens und des Seins ist das Wesen Vedantischer Sadhana. Wenn man neues erhebenderes Gedankengut aufnehmen will, muss man sich von alten Ideen trennen, so tief diese alten Wurzeln auch immer sein mögen. Wer nicht den Mut hat, sich den Ergebnissen seines Nachdenkens zu stellen, die Schlussfolgerungen des eigenen Nachdenkens zu schlucken, welche persönlichen Auswirkungen sie auch immer haben mögen, der sollte sich nicht mit dem Philosophieren beschäftigen. Nimm es als Hingabe. Meditation
zum angewandten und ausdauernden Denken Richtiges Denken lässt den Geist auf ein Objekt lenken, und beharrliches Denken hält ihn andauernd an diesem Objekt fest; Verzückung und Glückseligkeit lässt den sich entwickelnden Geist ausdehnen, dessen Motivation wird bei diesen zwei Denkarten durch die Konzentration (des Nicht-abgelenkt-seins) ermöglicht. Die Meditation kann sich durch angewandtes und beharrliches Denken, Verzückung, Glückseligkeit und durch die Sammlung des Geistes einstellen. Die
Schaffung einer kreativen Gedankenkraft Entwickle
Individualität: halte Suggestionen stand Wir alle leben in einer Welt von Suggestionen. Unsere Charaktere werden täglich unbewusst durch die Begegnungen mit anderen Menschen verändert. Wir imitieren unbewusst die Handlungen jener Menschen, die wir bewundern. Wir nehmen täglich die Suggestionen jener Menschen auf, mit denen wir in Berührung kommen. Wir werden durch diese Suggestionen angewiesen. Ein schwacher Geist gibt den Suggestionen machtvoller Menschen nach. Ein Diener steht immer unter dem Einfluss seines Herren. Eine Ehefrau steht unter dem Einfluss ihres Ehemannes. Der Patient steht unter dem Einfluss eines Arztes. Ein Schüler steht unter dem Einfluss seines Lehrers. Ein Brauch ist nichts weiter als das Produkt von Suggestionen. Die Kleidung, die du trägst, die Manieren, das Verhalten und selbst die Nahrung, die du zu dir nimmst, sind alles Zeichen von Suggestionen. Die Natur beeinflusst uns auf verschiedenste Art und Weise. Die fließenden Gewässer, die strahlende Sonne, die duftenden Blumen, die wachsenden Bäume senden alle unaufhörlich Suggestionen. Übernormale
Kräfte durch Gedankendisziplin Verstehe und verwirkliche die Macht der Gedanken. Entblättere die versteckten Kräfte oder okkulten Fähigkeiten. Schließe die Augen. Konzentriere dich. Erkunde die höheren Sphären des Geistes. Du kannst entfernte Objekte und Geräusche wahrnehmen, Botschaften an entfernte Orte senden und Menschen im Handumdrehen heilen, die weit entfernt von dir sind.
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