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Yoga-Geschichten

von Sukadev Bretz

Geschichten von Sukadev und König Janaka

Sukadevs Geburt
Als sich Sukadev im Mutterleib befand, unterrichtete ihn sein Vater Vyasa, der große Weise und Heilige, bereits vor der Geburt. Er rezitierte seinem werdenden Sohn die Veden, das Brahma-sutra und die Puranas, so dass dieser bereits ungewöhnlich früh die spirituelle Weisheit erfuhr.
Sukadev wurde sich im Leib bewusst, dass die Gefahr groß sei, sich nach der Geburt, wie während früherer Leben, in den Netzen von Maya (Illusion, Täuschung) zu verheddern. Deshalb be-schloss er, sich nicht zu inkarnieren. Die Frau war neun Monate schwanger, zehn Monate schwanger, elf Monate schwanger, zwölf Monate schwanger... Da beschloss Vyasa zu handeln. Er nahm telepathischen Kontakt zu seinem Sohn auf und fragte: „Was ist mit dir, Sukadev, warum inkarnierst du dich nicht? Spürst du nicht, dass du deine Mutter in Gefahr bringst?“
Sukadev antwortete: „Ich habe Angst, mich in diesem Leben wie-derum in den Netzen der Maya zu verstricken, deshalb bleibe ich, wo ich bin.“
Vyasa fragte: „Gibt es keinen Ausweg?“
„Doch, wenn Krishna mir verspricht, dass ich mich nicht wieder in den trügerischen Netzen verfange, dann werde ich mich inkar-nieren.“
Vyasa eilte zu Krishna. Als der Vater ihm die Forderung des un-geborenen Kindes vortrug, lachte der Gott. Er sagte: „Kehre zu-rück zu deinem Sohn und richte ihm aus, er solle, falls er sich während des neuen Lebens im Mayanetz verheddert, nur einfach an Gott denken und Hingabe üben, dann wird er augenblicklich freikommen. In seinem vorigen Leben hat er zu viel Jnana Yoga (Yoga des Wissens) praktiziert, deshalb ist er am Schluss gefal-len. Wenn er in diesem Leben also Jnana, die Weisheit, mit Bhakti, der Liebe, verbindet, dann wird er sich trotz mancher Gefahren am Ende verwirklichen.“
Vyasa eilte zurück, trat wiederum in telepathischen Kontakt mit seinem Sohn und erzählte ihm, was Krishna gesagt hatte. Nach-dem das Kind das vernommen hatte, war es beruhigt. Die Wehen traten ein und Sukadev wurde geboren.

Sukadev und der Wald
Der Sohn des Heiligen wuchs rasch heran. Von klein auf fühlte sich Sukadev eins mit allem, fühlte die Einheit der Schöpfung und empfand wenig Verhaftung zu seinem eigenen Körper. Er liebte es, sich im Freien, in der Natur aufzuhalten. So lief er auch eines Morgens in den Wald, um Schwänen zu folgen, die am Himmel dahinzogen.
Als er bis zum Nachmittag nicht zurückgekehrt war, folgte ihm sein Vater, um ihn zu suchen. „Sukadev!“, rief er, „Sukadev, wo bist du?“
Tiefer drang er in das Grün ein, gelangte an einen See. „Sukadev, Sukadev!“
Und plötzlich – was war das? - antwortete es von überall her, hundertfach, tausendfach: „Hier bin ich, Vater! Hier bin ich, Va-ter! Hier bin ich, Vater!“
Sukadev saß an dem See mitten im Wald. Er hatte sein Bewusst-sein so sehr mit allem um sich herum verschmolzen, dass die Bäume, Sträucher und Lianen sich ebenso als Sukadev fühlten, wie er sich selbst. So antworteten diese nun alle dem besorgten Vater.

Sukadev und die Festmahlsglocke
König Yudhishthira wollte aus Anlass seiner Kaiserkrönung alle Menschen seines Landes zu einem Festmahl einladen. Die herr-lichsten Speisen sollte es geben, alle umsonst. Ihn interessierte aber, wie viele Gäste essen würden. Deshalb fragte er Vyasa (ein großer Weiser und Heiliger), ob es eine Möglichkeit gäbe, sie ohne großen Aufwand zu zählen.
„Ganz einfach“, sagte der, „ich werde eine magische Glocke auf-hängen und jedes Mal, wenn tausend Menschen gegessen haben, wird sie erklingen. Du brauchst nur einen Diener neben sie zu stellen, der ihr Ertönen zählt, dann weißt du, wie viele Personen du verköstigt hast.“
Der Tag rückte heran, in den Sälen, im Garten standen lange Tafeln voll der köstlichsten Speisen. Bunte Menschenscharen strömten herbei, und die Gäste ließen sich nieder, aßen, redeten und lachten, wie Yudhishthira es sich gewünscht hatte.
‚Dong’’, ertönte die Glocke und wieder ‚dong’ und dann wieder ‚dong’. Bis zum späten Abend war ihr Klang zu vernehmen, wenn auch in immer größeren Zeitabständen. Doch da plötzlich, bereits sehr spät, läutete sie ‚dong’, ‚dong’, ‚dong’, ‚dong’, ‚dong’; sie läute-te Sturm.
„Was ist das“, fragte Yudishtira den Weisen Vyasa, „ist deine Glocke kaputt? Es sitzen doch kaum noch Menschen an den Ta-feln, und trotzdem ertönt sie ununterbrochen.“
Vyasa erwiderte: „Ich habe ein Mantra über die Glocke gespro-chen. Sie kann nicht kaputt sein. Irgendwo müssen Tausende Menschen sitzen.“
Sie standen auf, um nachzusehen. Und da, in einer Ecke im Gar-ten, entdeckten sie Sukadev. Er saß dort an einer Tafel und aß von den Resten, aber jedes Mal, wenn er einen Bissen in den Mund nahm, dann erklang die Glocke: ‚dong’, ‚dong’, ‚dong’; denn Sukadev identifizierte sich mit allen Menschen, so dass nicht nur sein Körper aß, sondern alle Menschen der Welt am Mahl teil-nahmen.

Sukadevs Selbstverwirklichung
Die Veden (klassische indische heilige Schriften) hatte Sukadev bereits im Mutterleib kennen gelernt und verstanden. Aber das hatte ihn noch nicht befriedigt. Deshalb ging er eines Tages zu seinem Vater, und sagte: „Vater, all das, was du mich gelehrt hast, verstehe ich. Aber ich lebe das Wissen noch nicht. Ich habe es noch nicht verwirklicht. Wie kann ich mein Wissen verwirkli-chen?“
„Du brauchst einen Lehrer. Geh zu einem Guru. Der kann dir helfen.“
„Kennst du einen geeigneten Lehrer?“
„Ja. Janaka ist für dich der geeignete Guru.“
„Was, Janaka, der König Janaka?“
„Ja, König Janaka ist ein selbstverwirklichter Weiser.“
„Wie kann ein König, der in Luxus lebt, ein selbstverwirklichter Heiliger sein?“
„Das kann ich dir erklären“, sagte der Vater zu Sukadev und er-zählte ihm die Geschichte:

König Janaka und sein Guru
Als Jüngling ging Janaka zum Guru Ashtavakra (großer Weis-heitslehrer) in die Lehre. Er verrichtete dort seinen Dienst, und da er ein großes Herz, einen scharfen Verstand und einen Blick für das Wesentliche besaß, begriff er schnell, und wurde im Handumdrehen wissend. Dann kam die Zeit, da er an den Kö-nigshof zurückkehren musste, um die Regierung zu übernehmen.
Um seine tiefe Dankbarkeit und Ergebenheit zum Ausdruck zu bringen, sagte er zum Schluss zu seinem Lehrer: „Was wünschst du dir als Dakshina, als Abschlussgabe? Was immer Du Dir wün-schen magst, es sei Dir gewährt.“
Ashtavakra als selbstverwirklichter Weiser hatte eigentlich keine Wünsche. Trotzdem fragte zurück: „Bist Du sicher? Du willst mir alles geben, was immer ich verlange?“
„Ja“, antwortete Janaka.
Ashtavakra sagte: „Dann gib mir Dein Königreich.“
Janaka schluckte zunächst – das hatte er nun doch nicht erwar-tet – aber dann wurden Zeugen und ein Rechtsgelehrter gerufen und er überschrieb Ashtavakra offiziell das Reich.
Als er sich verabschiedet hatte und gehen wollte – als Bettler, der nichts mehr besaß, rief ihn sein Lehrer zurück.
„Janaka“, sagte der Lehrer, „nun kehre an den Hof zurück und regiere das Land an meiner Statt, als wäre es deins, wisse aber, dass Du es in Wirklichkeit nur treuhänderisch verwaltest, dass Du es für mich regierst.“
Und Janaka regierte nach bestem Wissen und Gewissen. Ja, er gab sich mehr Mühe und opferte sich noch mehr auf, ja alles gut und recht zu machen, immer in dem Bewusstsein, dass er das Eigentum eines anderen verwaltete.
So ist es auch mit unserem Leben und allem, was wir tun: Wenn wir es als Leihgabe Gottes ansehen und uns als Instrument, sei-nen Willen zu erfüllen, dann handeln wir mit Verantwortungs-bewusstsein, aber ohne Anhaftung.
„Und so, mein Sohn“, sagte Vyasa, „hat sich Janakas vollkomme-ne Verhaftungslosigkeit entwickelt. Er kann in Luxus leben und sein Reich regieren und ist trotzdem ein Weiser.“
„Und ich will dir noch eine Geschichte über Janaka, deinen zu-künftigen Lehrer, erzählen:“

König Janaka und die Brahmanen
Die Brahmanen des Landes verstanden nicht, wie Janaka, der als ein großer Jnana Yogi galt, in dem Luxus leben konnte und trotzdem nicht träge oder vergnügungssüchtig wurde. Eines Ta-ges versammelten sie sich und gingen zu ihm, um das zu erfah-ren. Janaka hieß sie an einer großen Speisetafel Platz nehmen und ließ ein großartiges Mahl auftischen.
Die Brahmanen sprachen die Tischgebete, die nach ihrer Traditi-on sehr lang waren. Zu diesen Gebeten gehörte auch ein Reini-gungsritual, während dessen sie ihre Finger mit Wasser benetz-ten, um es dann über ihrem Kopf nach hinten zu verspritzen. In dem Moment, als sie das taten und dabei nach oben schauten, sahen sie, dass über einem jeden von ihnen hoch oben an der De-cke ein schweres Schwert hing. Und die Schwerter hingen an seidenen Fäden. Da die Brahmanen die Mantras bereits gespro-chen hatten, durften sie nicht aufstehen, bevor das Mahl beendet war. Sie saßen vor den Speisen und aßen hastig, denn sie wollten so schnell wie möglich den Platz an der Tafel und den Saal ver-lassen. Schließlich hatten sie gegessen und traten aus dem Spei-sesaal. Dort erwartete sie König Janaka.
Er fragte: „Wie war das Essen? Haben meine Köche gut gekocht?“
Die Antwort fiel den Brahmanen schwer: „Ja..., ja, es war wohl gut.“
„Wohl gut? Haben meine Köche nicht ihr Bestes gegeben? Es sind die fähigsten ihrer Kaste. Was gab es überhaupt? Was hatten sie als Vorspeise zubereitet, was zur zweiten Vorspeise, was als Hauptgericht, was als Nachspeise?“
Keiner der Priester konnte antworten.
„Ich werde den Chefkoch rufen lassen.“
Da sagt ein Brahmane schließlich: „Oh, Janaka, du weißt genau, warum wir uns nicht an die Speisen erinnern können. Hoch über einem jeden von uns hing ein Schwert an seidenem Faden, wie konnten wir bei dieser Gefahr darauf achten, was wir aßen?“
König Janaka lächelte und sagte: „Ein Schwert, ihr Kenner der Schrift, hängt zu jeder Zeit über einem jeden von uns, denn in jedem Moment kann uns der Tod ereilen. Wer daran immer denkt, der kann im größten Luxus leben und dennoch ohne An-haftung sein.“
Vyasa hatte geendet und sagte zu Sukadev: „Da du so sehr an deinem zukünftigen Lehrer zweifelst, möchte ich dir eine weitere Geschichte über ihn erzählen:“

König Janaka und der Wandermönch
Ein Wandermönch, der auch Pandit, also Schriftgelehrter, war, kam eines Tages an den Hof des Königs, um mit ihm über die Weisheiten der Upanishaden (indische Schriften, philosophischer Teil der Veden) zu diskutieren. Doch, so forderte er, während des Gespräches dürften sie nicht gestört werden. Janaka, den dieses Thema interessierte und der wusste, dass fähige Leute ihn wäh-rend dieser Zeit vertreten würden, willigte ein. Also gab er die Anweisung, ihn während der nächsten Stunden und vielleicht Tage nicht zu stören. Dann saßen die beiden zusammen und dis-kutierten über die tiefen Weisheiten der heiligen Schrift.
Am nächsten Morgen klopfte es an der Tür. Ein erschöpfter Bote betrat den Raum und berichtete: „O König, das Nachbarland hat uns den Krieg erklärt. Der Feind hat die Grenze zu deinem Reich bereits überschritten und marschiert auf die Hauptstadt zu.“
Janaka sagte: „Ja, ich höre. Aber warum störst du mich? Ich woll-te nicht gestört werden. Die Befehlshaber wissen, was sie zu tun haben. Geh’!“
Und er nahm das Gespräch mit dem Pandit wieder auf.
Nach weiteren Stunden erschien ein zweiter Bote: „O König“, rief er, „deine Söhne, die Unterführer, sind in Gefangenschaft geraten und der Feind belagert die Stadt.“
„So?“, sagte Janaka. „Nun, daran kann ich jetzt auch nichts än-dern, der Stadtkommandant ist doch sicher informiert, er wird wissen, wie wir uns am besten verteidigen. Ich diskutiere jetzt über Jnana Yoga, also störe nicht weiter.“
Zwei Stunden später stürzte ein dritter Bote in den Saal. „O Kö-nig, der Feind hat die Stadtmauer durchbrochen. Die feindlichen Soldaten strömen in die Stadt.“
„Ja“, sagte Janaka, „aber ich diskutiere jetzt über die Weisheiten der Upanishaden. Unterbrich’ unsere Gedanken nicht!“
Und schon folgte ein fünfter Bote. „O König, der Palast brennt. Bringe dich in Sicherheit, flüchte!“
„Ich rieche noch keinen Rauch“, erwiderte Janaka und er wandte sich an den Swami: „Wir können jetzt langsam den Saal verlas-sen und währenddessen unsere Diskussion fortsetzen.“
Derart verließen sie den Saal und den Palast.
Als sie sich vor dem Palast befanden, schreckte der Swami plötz-lich zusammen, blieb stehen und rief: „O, einen Moment, König Janaka! Meine Bettelschale ist noch im Schloss, ich brauche sie unbedingt und kann nicht auf sie verzichten.“ Und er rannte zu-rück in das Schloss, um seine Bettelschale zu holen.
Als der König das sah, lachte er und sagte: „Siehst du, wir haben die Diskussion fortgesetzt, obwohl das ganze Reich in Gefahr war. Wegen deiner Bettelschale hast Du sie nun unterbrochen. Wer besitzt nun wirkliches Nicht-Anhaften?“
Vyasa sagte: „Ja, mein Sohn, das geschah wirklich. Doch die Ge-schichte ist noch nicht zu Ende. Als der feindliche König hörte, wie König Janaka in dieser Situation reagiert hatte, erkannte er ihn als einen großen Meister und Heiligen, bekam ein schlechtes Gewissen, gab ihm das Königreich zurück und bat um Frieden.
Wenn dir jemand helfen kann, Sukadev, dass du dein Wissen verwirklichst, dann ist es dieser König.“
Sukadev am Königshof Janakas
Sukadev wanderte in die Hauptstadt zu König Janaka. Man muss wissen, dass die Heiligen in Indien sehr verehrt wurden; Vyasa war der größte Heilige seiner Zeit und auch seinen Sohn kannten bereits viele Menschen. Sukadev klopfte an das Tor des Palastes. Die Wache öffnete.
„Oh Wachmänner“, sagte er, „ich bin Sukadev, der Sohn Vyasas. Mein Vater schickt mich, damit König Janaka mich unterweist.“
Die Wachmänner verneigten sich und einer ging zu König Jana-ka.
Janaka befahl ihm: „Lasst ihn drei Tage warten.“
Das war ein großer Affront, aber Sukadev setzte sich - als wäre es die natürlichste Sache der Welt - in der Nähe des Tores nieder.
Sein Vater hatte ihm gesagt, Janaka sei ein großer Heiliger. Er vertraute ihm, also wartete er. Er hatte nichts zu essen. In der Nähe sprudelte eine Quelle, aus der trank er hin und wieder, ansonsten saß er einfach nur da.
Nach drei Tagen bat ihn die Wache ins Schloss. Und nun wurde er bewirtet wie ein königlicher Gast. Ein Bad mit wohlriechenden Essenzen stand bereit, er wurde massiert, bekam frische, kostba-re Kleider, die besten Speisen wurden aufgetischt, eine Kapelle spielte, gazellenschöne Frauen tanzten. Aber Sukadev blieb ru-hig, wie er es vor dem Tor gewesen war. Dann wurde er zu Jana-ka geführt.
Janaka sagte: „Sei gegrüßt, Sukadev. Die erste und zweite Prü-fung hast du bestanden, denn als ich dich warten ließ, du vor dem Tore nichts zu essen hattest und die Hitze des Tages und Kälte der Nacht ertragen musstest, als ich dich mit meiner Unhöflich-keit beleidigte, bist du gleichmütig geblieben. Und Gleichmut hast du auch bewahrt, als du wie ein König und Heiliger empfan-gen wurdest. Weder abgelehnt hast du meine Aufmerksamkeiten, noch hast du dich übermäßig über sie gefreut. Bevor ich dich aber nun unterweisen kann, musst du noch eine dritte Prüfung beste-hen.“
Er gab Sukadev einen Becher, der mit Öl gefüllt war, und zwar bis obenhin, so dass die Mitte der Flüssigkeit einen Hügel zwei Millimeter über dem Rand bildete. Und er sagte: „Nur wenn du es schaffst, mit diesem Becher um den Palast zu gehen, ohne ei-nen Tropfen Öl zu verschütten, kann ich dich unterweisen.“
Sukadev machte sich auf den Weg. Der König hatte aber befoh-len, Sukadev unterwegs abzulenken und zu ängstigen. So traten Gaukler auf, Tänzerinnen drängten sich an ihn heran, plötzlich wurde es finster, grauenerregende Wesen stellten sich ihm in den Weg, und eine vermummte Gestalt sprang mit erhobenem Dolch auf ihn zu. Aber Sukadev ließ sich nicht ablenken und empfand keine Furcht. Ohne einen Tropfen Öl zu verschütten, erreichte er die Stufen des Palastes, wo der König wartete.
„Berichte“, sagte König Janaka, „was hast du erlebt? Wie erging es dir?“
„Oh, König, ich kann nichts berichten, denn ich habe nichts gese-hen. Ich habe mich immer nur auf den Becher und den nächsten Schritt konzentriert.“
„Damit hast du auch die dritte Prüfung bestanden“, sagte der weise König, „denn so, wie du dich auf den Becher und den nächsten Schritt konzentriert hast, so wirst du dich im Leben auch auf Gott und den nächsten Schritt konzentrieren. Und das allein ist wichtig.“
Am Hofe des Königs Janaka erlangte Sukadev die Selbstverwirk-lichung.

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