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Die Macht der Gedankenvon Swami Sivananda Kapitel 1 Die Macht der Gedanken – ihre Physik und ihre Philosophie
Die Gedanken sind feiner als Äther, dem Medium der Elektrizität. Beim Rundfunksender in Kalkutta singt jemand ein wunderschönes Lied. Man kann der wundervollen Stimme im Radio zu Hause in Delhi lauschen. Alle Botschaften werden drahtlos empfangen. Das Gehirn funktioniert wie eine drahtlose Maschine. Ein Heiliger in innerem Frieden, Selbstvertrauen, Harmonie und spiritueller Wellenlänge sendet Gedanken der Harmonie und des Friedens hinaus in die Welt. Sie reisen mit Lichtgeschwindigkeit in alle Richtungen, sie erreichen den Geist der Menschen und erzeugen auch in ihnen ähnliche Gedanken der Harmonie und des Friedens. Wohingegen ein weltlicher Mensch, dessen Geist voller Eifersucht, Rache und Hass ist, misstönende Gedanken in die Welt hinaus sendet, die auch den Geist Tausender erreichen und in ihnen ähnliche Gedanken des Hasses und der Zwietracht erzeugen. Das Medium,
durch das Gedanken reisen In gleicher Weise verhalten sich gute oder schlechte Gedanken, die den menschlichen Geist berühren und Vibrationen oder mentale Atmosphären im Geist erzeugen, die sich wellenförmig in alle Richtungen ausbreiten. Mit welchem Medium können Gedanken von einem Menschen zum anderen gelangen? Die bestmögliche Erklärung ist, dass eine Geistsubstanz den ganzen Raum wie Äther erfüllt, die als „Fahrzeug“ für die Gedanken, so wie Prana als „Fahrzeug“ für Gefühle, Äther als „Fahrzeug“ für Hitze, Licht und Elektrizität, und Luft als „Fahrzeug“ für den Klang dient. Der Äther
des Raumes registriert die Gedanken Wir sind von unzähligen Gedanken umgeben. Wir schwimmen wie in einem Ozean von Gedanken, nehmen bestimmte Gedanken auf und stoßen andere ab. Jeder hat seine eigene Gedankenwelt. Gedanken
sind etwas Lebendiges Gedanken
sind feinere Mächte Gedanken
sind drahtlose Nachrichten Die Gedanken bewegen sich mit außerordentlicher Geschwindigkeit. Jene Menschen, die feine und fromme Gedanken unterhalten, helfen anderen, die sich in ihrer näheren und weiteren Umgebung aufhalten. Die Gedanken
haben eine außerordentliche Macht Gedankenwellen
und Gedankenübertragung Genauso wie man zur Körperertüchtigung, zum Beispiel Tennis oder Kricket spielt, so muss man seine mentale Gesundheit zur Ausstrahlung rechter Gedankenwellen bewahren, in dem man sattvische Nahrung zu sich nimmt, seine unschuldige und harmlose Natur wiederbelebt, seine Stimmung positiv verändert, seinen Geist entspannt, gute, erhebende und feine Gedanken unterhält, und in dem man Fröhlichkeit kultiviert. Die Wunder
der Gedankenschwingungen Die Vielfalt
von Gedankenschwingungen Der Eine kann die Sichtweise des Anderen nicht richtig verstehen. Reibereien, Zerwürfnisse und Streitereien sind selbst zwischen langjährigen Freundschaften die Folge, und dann halten die Freundschaften nicht mehr lange. Der Eine sollte mit der mentalen Schwingung des Anderen im Einklang sein. Nur dann ist eine Verständigung untereinander möglich. Lüsterne Gedanken, Gedanken des Hasses, der Eifersucht und der Selbstsucht erzeugen im Geist Zerrbilder und verursachen ein umwölktes Verständnis, Verdrehungen des Intellekts, Gedächtnisverluste und Verwirrungen im Geist. Erhaltung
der Gedankenenergie Ebenso sollte die mentale Energie, die in verschiedenen wertlosen weltlichen Gedanken vergeudet und fehlgeleitet wird, in gute spirituelle Kanäle gelenkt werden. Stopfe keine unnützen Informationen in deinen Kopf. Lerne Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Vergiss nutzloses Zeug, denn nur dann kannst du deinen Geist mit göttlichen Gedanken füllen. Du bekommst eine neue mentale Stärke, da die verstreuten mentalen Strahlen gebündelt werden. Die Zellentheorie
und die Gedanken Die Zellen verrichten ihre Arbeit ohne unser bewusstes Zutun. Ihre Aktivitäten werden durch das sympathische Nervensystem gelenkt. Sie stehen in direkter Verbindung mit dem Geist. Jeder Impuls des Geistes, jeder Gedanke, wird zu den Zellen übermittelt. Sie werden durch die verschiedenen Bedingungen oder Zustände des Geistes stark beeinflusst. Wenn es zu Verwirrungen, Depressionen oder negativen Gefühlen und Gedanken kommt, wird dieser Umstand durch die Nerven an jede Zelle des Körpers telegrafisch übermittelt. Die Soldatenzellen erfasst Panik. Sie werden geschwächt. Sie sind nicht mehr in der Lage, ihre Funktion richtig auszuüben und werden damit unfähig ihrer Aufgabe nachzugehen. Einige Mensch sind betont körperbewusst und haben kein Gefühl für ihr Selbst. Sie führen ein unkorrektes, undiszipliniertes Leben und füllen ihre Bäuche mit Süßigkeiten, Teigwaren usw. Sie gönnen ihren Verdauungs- und Entgiftungsorganen keine Ruhe. Die Atome, Moleküle und Zellen ihrer Körper produzieren schlechte und unharmonische Schwingungen. Sie haben keine Hoffnung, keine Sicherheit, kein Vertrauen, keine Gelassenheit und keine gute Laune. Sie sind unglücklich. Die Lebensenergie funktioniert nicht mehr richtig. Dann vermindert sich die Vitalität. Im Geist breitet sich Furcht, Verzweiflung, Beunruhigung und Angst aus. Der Erstgedanke
und die moderne Wissenschaft Die Gedanken sind das Rückgrad aller Schöpfungen; die Entstehungsgeschichte der gesamten phänomenalen Schöpfung erhebt sich als ein einziger Gedanke aus dem kosmischen Geist. Die Welt ist die Offenbarung dieses einen Grundgedanken. Dieser Erstgedanke ging als eine Schwingung aus der ewigen Stille des göttlichen Wesens hervor. Dieses ist in der klassischen Terminologie der Bezug zum ‚Ichha ‘, dem Wunsch von Hiranyagarbha , der kosmischen Seele, die als Schwingung hervorgebracht wurde. Es ist nichts weiter als eine plötzlich an- und abschwellende Schwingung von Partikeln, doch ist es etwas unendlich Subtiles, derart subtil, dass es für den normalen Geist nicht wahrnehmbar ist. Doch damit wird klar, dass alle Kräfte letztendlich in einer reinen Schwingung auflösbar sind. Die moderne Wissenschaft kam neuerdings, nach weiter gehenden Untersuchungen körperlicher Naturen, ebenfalls zu dieser Schlussfolgerung. Radium und
der seltene Yogi So wie sich süßer Duft von einem Weihrauchstäbchen ausbreitet, so geht von einem Yogi, der seine Gedanken kontrolliert, und der permanent auf Brahman oder das Ewige vertraut, ein göttlicher Duft und eine göttliche Ausstrahlung (eine magnetische brahmische Aura) aus. Wenn man einen Strauß Jasmin, Rosen oder Champaka Blumen in die Hand nimmt, wird der ganze Raum von ihrem süßen Duft erfüllt. Genauso, wie sich der Duft im Raum ausbreitet, breitet sich der Duft, der Ruf oder der Ruhm eines Yogis aus, der seine Gedanken kontrolliert. Er wird zu einer kosmischen Macht. Gedanken – ihr
Gewicht, Ausmaß und Muster Gedanken
sind wie Dinge. Genauso, wie man seinem Freund eine Apfelsine geben und
wieder zurücknehmen kann, genauso kann man seinem Freund auch nützliche,
machtvolle Gedanken senden und wieder zurücknehmen. Gedanken besitzen
eine große Kraft; sie bewegen sich; sie erschaffen etwas. Man kann
mit der Macht der Gedanken Wunder bewirken. Um einen Gedanken zu beeinflussen,
muss man nur die richtige Technik kennen und anwenden. Doch diese Drei sind Eins. Wo immer eines dieser Drei vorhanden ist, sind auch die anderen beiden. Wo ein Name ist, existiert auch eine Form und ein Gedanke dazu. Ein spiritueller Gedanke ist von gelber Farbe. Gedanken, die mit Angst und Hass angereichert sind, haben eine dunkelrote Färbung; selbstsüchtige Gedanken haben eine braune Färbung usw. Gedanken – ihre
Macht, ihre Wirkung und ihr Nutzen Heutzutage gibt es zahlreiche Bücher über die Kultur, die Macht und die Dynamik der Gedanken. Durch das Studium erwirbt man ein umfassendes Verständnis über die Macht, die Wirkungsweise und den Nutzen der Gedanken. Wir leben
in einer unbegrenzten Gedankenwelt Man lebt in einer Welt voller Gedanken. Die Gedanken stehen an erster Stelle. Dann erst werden die Gedanken ausgesprochen. Die Gedanken und die Sprache sind unmittelbar miteinander verbunden. Die Gedanken der Angst, der Bitterkeit und der Bosheit verletzen andere Menschen. Wenn der Geist als Ursache aller Gedanken aufhört zu existieren, verschwinden die äußeren Objekte. Die Gedanken sind wie Dinge. Das Hören, das Fühlen, das Sehen, das Schmecken und das Riechen sind die fünf Hüllen des Geistes; das Wachen, das Schlafen und das Träumen sind seine Zustände; alle zusammen bilden die Bestandteile des Geistes. Sankalpa , Leid, Ärger, Bindung und Zeit, - erkenne sie als Ausdruck des Geistes. Der Geist ist der König der Sinne. Die Gedanken sind die Wurzel aller mentalen Prozesse. Wir nehmen die Gedanken um uns herum nur als Gebilde oder Substanzen wahr. Die Gedanken sind entweder schöpferisch oder zerstörerisch. Die Objekte haben weder etwas Bitteres noch Süßes an sich; sie befinden sich jedoch im Geist, im Subjekt und im Gedankenbild. Sie werden durch Gedanken erschaffen. Durch das Spiel der Gedanken erscheinen nahe Objekte weit entfernt und umgekehrt. In dieser Welt sind alle Objekte ungebunden; sie stehen nur durch das Denken, der Vorstellung des Geistes, miteinander in Verbindung oder Beziehung. Der Geist verleiht den Objekten Farbe, Muster und Qualität. Der Geist nimmt von den Objekten, über die er intensiv nachdenkt, die Form an. Freunde und Feinde, Tugenden und Laster existieren nur im Geist. Jeder Mensch erschafft sich seine eigene Welt von Gut und Schlecht, Freude und Schmerz. Gut und Schlecht bzw. Freude und Schmerz gehen nicht von den Objekten aus, sondern diese gehören zu den Verhaltensweisen des Geistes. Diese Welt kennt weder Gutes noch Schlechtes. Dieses sind nur persönliche Vorstellungen. Gedanken,
Elektrizität und Philosophie Fühle wie ein Gedanke innerhalb kürzester Zeit zu vielen Gedanken wird. Angenommen man möchte ein paar Freunde zum Tee einladen. Der Gedanke an den Tee lässt die Gedanken an den Zucker, die Milch, die Tassen, die Teller, die Stühle, das Tischtuch, die Servietten, die Löffel, den Kuchen, die Kekse usw. aufkommen. Auf diese Weise ist die Welt nichts weiter als die Ausbreitung vieler Gedanken. Die gedankliche Ausdehnung des Geistes hin zu den Objekten bedeutet Bindung, und das Zurückziehen der Gedanken bedeutet wiederum Befreiung. Man muss sehr aufmerksam sein, um Gedanken in ihrem Keim zu erfassen. Der Geist ist sehr trickreich und spielerisch veranlagt. Man muss seine Natur, seine Wege und seine Gewohnheiten verstehen lernen. Nur dann kann man ihn wirklich kontrollieren. Die Yoga-Vasishtha ist das außergewöhnlichste Buch über den praktischen philosophischen Idealismus in der Welt. Das Wesentliche dieses Werkes besteht darin: „Allein Brahman oder die unsterbliche Seele existiert. Dieses Universum existiert nicht als Universum. Allein die Kenntnis des Selbst wird uns von Geburt und Tod befreien. Das Auslöschen der Gedanken und der Vasanas ist Moksha . Allein die Ausdehnung des Geistes ist Sankalpa . Durch die Kraft der Unterscheidungsfähigkeit der Gedanken wird das Universum erschaffen. Die Welt ist ein Spiel des Bewusstseins. Die Welt existiert nicht in den drei Zeitperioden von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das Auslöschen von den Sankalpas ist Moksha. Vernichte das kleine „Ich“, die Vasanas und die Sankalpas. Meditiere über das Selbst und werde ein Jivanmukta .“ Die äußere
Welt existiert zunächst nur in Gedanken Die Welt – eine
Projektion von Gedanken Yoga schlägt mit seiner Methode direkt an die Wurzel dieses Teufelskreises, die eine effektvolle Funktion des Geistes verhindert. Yoga kontrolliert und stoppt die Grundfunktion des Geistes, nämlich, die Gedanken. Wenn die Gedanken transzendiert werden, tritt die Intuition in Kraft und das Selbstwissen tritt unvermittelt ein. Die Gedanken haben die Fähigkeit, die Welt mit einem Augenaufschlag zu erschaffen oder zu zerstören. Der Geist erschafft mit seinen eigenen Sankalpas oder Gedanken die Welt. Es ist der Geist, der die Welt erschafft (Manomatram Jagat; Manahkalpitam Jagat ). Durch das Spiel des Geistes wird ein Kalpa zu einem Augenblick und umgekehrt. Durch ihn wird im Traum ein Traumbild erschaffen, und auch wenn dem Geist nichts Sichtbares zur Verfügung steht, so generiert er sichtbare Bilder. Die Gedanken,
die Welt und die zeitlose Wirklichkeit Genauso wie das Feuer in seiner Quelle erstickt, wenn das Brennmaterial ausgegangen ist, so wird auch der Geist in seiner Quelle, dem Atman , aufgelöst, wenn alle Sankalpas oder Gedanken vernichtet sind. Dann wird Kaivalya erreicht, die Erfahrung der zeitlosen Wirklichkeit, der Zustand absoluter Unabhängigkeit.
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