Die Verwirklichung des Absoluten
von Swami Krishnananda
Die Verwirklichung des Absoluten
Shri Swami Krishnananda Maharaj
Herausgegeben von:
THE DIVINE LIFE SOCIETY
- Zweigstelle Hannover -
Germany
Erste deutsche Ausgabe: 2001
übersetzt von Wolfgang Seitz (1998)
Für das Internet zum
individuellen Download freigegeben: 2001
Hans-J. Schröer (Divya Jyoti)
c/o THE DIVINE LIFE SOCIETY
- Zweigstelle Hannover -
Kopenhagener Str. 40
D-30457 Hannover
© THE DIVINE LIFE SOCIETY
P.O. Shivanandanagar 249192
Dist. Tehri-Garhwal, U.P
Himalayas, INDIA
Gott sprach zu den Menschen,
nicht Krishna zu Arjuna
Das Universale sprach zu dem einzelnen Individuum.
OM
THE DIVINE LIFE SOCIETY
- Zweigstelle Hannover -
Germany
Erste deutsche Ausgabe: 2001
übersetzt von Wolfgang Seitz (1998)
Für das Internet zum
individuellen Download freigegeben: 2001
Hans-J. Schröer (Divya Jyoti)
c/o THE DIVINE LIFE SOCIETY
- Zweigstelle Hannover -
Kopenhagener Str. 40
D-30457 Hannover
© THE DIVINE LIFE SOCIETY
P.O. Shivanandanagar 249192
Dist. Tehri-Garhwal, U.P
Himalayas, INDIA
Gott sprach zu den Menschen,
nicht Krishna zu Arjuna
Das Universale sprach zu dem einzelnen Individuum.
OM
Hier bitte zu den Kapiteln weiterblättern:
Eine Abhandlung über die VEDANTA-Philosophie
und ihre Methodologie von Swami Krishnananda
Es bedarf in dem Versuch, irgend etwas hinsichtlich
des ABSOLUTEN oder UNENDLICHEN zu erklären, stets der vollen Vorbereitung,
um der Unwägbarkeit, in verderblichen Kreisen gefangen zu sein und
siegreich aus ihnen hervorzugehen, standzuhalten. Es ist eine äußerst
schwierige Aufgabe und es erscheint häufig müßig, sich
mit dem Versuch zu beschäftigen, die Natur der Ewigen Wahrheit, die
über dem Intellekt angesiedelt ist, zu verstehen. Der Mensch, des
Intellektes beraubt, ist nichts, - und der Intellekt ist ein sehr unangemessenes
Instrument zur Ermittlung der WAHRHEIT. Und dennoch, - wie unvollständig
er auch immer sein mag, - er ist die einzige, der WIRKLICHKEIT am Nächsten
befindliche menschliche Erkenntnisfähigkeit. Wir können die
WIRKLICHKEIT entweder unvollständig oder überhaupt nicht erkennen.
Doch wie auch immer, - es ist unmöglich, die WIRKLICHKEIT über
einen Prozeß vollständig zu erkennen, denn die WIRKLICHKEIT
ist kein Prozeß. Es darf nicht erwartet werden, daß in diesen
Buchseiten Erklärungen zu finden sind, die nicht offen wären
für eine weitergehende Betrachtung und Diskussion, denn es ist nicht
möglich, etwas auszudrücken, ohne sich dabei in Opposition zu
etwas anderem zu setzen. Das auszudrücken, was vollständig ist,
ist dem Erkenntnisprozeß nicht möglich. Jede Erkenntnis ist
ein Prozeß, und jeder Prozeß ist unvollständig. Das VOLLSTÄNDIGE
zu kennen, heißt, vollständig zu sein und nicht, dieses auszudrücken.
Jeder Ausdruck ist in Beziehungen verwickelt, und nichts, was in Beziehung
zu etwas steht, ist in sich vollständig. Von der Intuition (unmittelbare
Wahrnehmung) wird gesagt, daß sie vollständig ist, doch das
bedeutet, daß keine Philosophie vollständig ist, da diese eine
intellektuelle Entscheidung oder Beurteilung ist. Der Intellekt ist keine
Offenbarung wie die Intuition, obwohl selbst der Intellekt eine unvollständige
Offenbarung darstellt. Mit wirklicher Offenbarung ist die integrale Gesamtsicht
und nicht ein verhältnismäßiges Verstehen gemeint. Der
Intellekt ist niemals frei von der Subjekt-Objekt-Beziehung, und eine
solche Beziehung gereicht nicht zur WIRKLICHKEIT. Wir können niemals
eine Philosophie entwickeln, die vor dem Licht der Intuition bestehen
könnte, da alle Beziehungen in der Intuition transzendiert werden.
Die Erklärung in der MANDUKYOPANISHAD über die Natur der WIRKLICHKEIT
bewirkt Aufruhr im Herzen jeder spekulativen Philosophie, welche vergeblich
versucht, die WIRKLICHKEIT anhand vergänglicher Kategorien zu erkennen.
Solange der Philosoph bis zur tatsächlichen SELBST-Erfahrung nicht
darauf eingestellt ist, dies zu akzeptieren, rühmt er lediglich die
Schatten (ob ihrer Größe) und er kann schließlich nicht
bestreiten, daß seine Verlautbarungen keine selbst-genügsamen
und selbst-existenten Werte sind. Die Philosophie erscheint wie eine Rechtfertigung
für die Verwirklichung der WAHRHEIT, und sie erfüllt sich selbst,
wenn sie den Bedingungen der Intuition begegnet.
Laßt uns akzeptieren, daß der Intellekt
unvollständig ist. Ohne dieses unvollständige Instrument scheinen
wir jedoch nicht mehr als rein instinktgelenkte Tiere zu sein. Es gibt
einige universelle Standards für die intellektuelle Ermittlung der
WIRKLICHKEIT hinter den Formen. Die positive Behauptung solcher universaler
Wahrheiten und die Meditation auf dieselben werden nicht voranschreiten,
ohne den Meditierenden zu dem zu führen, was im absoluten Sinne 'wirklich
ist'. Wir können uns durch das Medium des Intellektes über den
Intellekt selbst hinausbegeben, wenn derselbemit dem Glauben in und mit
der Hingabe an das angestrebte Ideal befrachtet ist. Solange die Höchste
WIRKLICHKEIT nicht erfahren worden ist, sollte den universalen Ermittlungen
mittels philosophischer Untersuchungen nicht gestattet sein, miteinander
zu streiten. Es ist wahr, daß jede wirkliche Philosophie im ABSOLUTISMUS
endet, wobei die intellektuellen Kategorien nicht in der Lage sind, ohne
die Erschaffung von Formen des ABSOLUTISMUS zu arbeiten, die scheinbar
miteinander rivalisieren. Es entspräche einem weisen Verlauf, jede
Form als die höchst logische Form anzusehen, solange ihr Wirkungsbereich
das ABSOLUTE ist und solange sie dazu ausreicht, den Menschen zum TRANSZENDENTALEN
SEIN zu führen. Als Beispiel sei 'SAGUNA-BRAHMAN', das 'Persönliche
ABSOLUTE' und 'NIRGUNA-BRAHMAN', das 'Unpersönliche ABSOLUTE' angemerkt,
welche nicht als gegensätzlich angeschaut werden sollten, solange
sie nicht die Subjekte oder Objekte von irgendetwas sind, - denn beide
sind in ihren eigenen Bereichen das ABSOLUTE und beide sind in keinerlei
Beziehungen verwickelt, obwohl die auf Vernunft gestützte Fähigkeit
versucht, einen Unterschied zwischen beiden herzustellen. Wenn feindliche
Beziehungen zwischen einem Absoluten und einem anderen Absoluten aufgrund
der Formen des intellektuellen Verständnisses entwickelt werden,
wird das Leben in Fehlschlägen und in Trübsal enden. Der Intellekt
sollte nicht über sich selbst hinaus bis zum Zusammenbruch ausgedehnt
werden. Ansonsten besteht die große Gefahr des Selbstbetruges und
der Unwissenheit. Die Vernunft sollte immer von der Toleranz begleitet
sein und ihre eigenen Begrenzungen niemals vergessen.
Inwieweit dieses Werk in dieser Hinsicht ein Erfolg ist, bleibt dem Urteil
des intelligenten Suchers nach der Wahrheit überlassen. Dies ist
kein Versuch, etwas Neues zu präsentieren, sondern soll eher dazu
dienen, demjenigen eine Methode zu vermitteln, der vom Streben, das HÖCHSTE
zu verwirklichen, entflammt ist. Somit besteht der Zweck dieser Arbeit
darin, all denjenigen eine Stütze zu geben, die dazu bestimmt sind,
in die Pflicht der Bemühung um SELBST-Verwirklichung einzutauchen.
Der reine und aufrichtige Sucher wird gewiß durch diesen ernsthaften
Versuch, sich die Wahrheit im Licht der UPANISHADEN anzueignen, begünstigt
sein. Für jemanden mit durchdringendem Denkvermögen, gepaart
mit einem leidenschaftslosen Herzen, ist es unmöglich, von dem Unternehmen
Abstand zu nehmen, die über die Erfahrung hinausgehende
WIRKLICHKEIT zu suchen, was auch immer der weltliche Verlust
sein mag, den er sich dadurch zuzieht. Jene jedoch, die das nicht wünschen,
müssen allmählich zu weisen und wahrhaftigen Menschen heranwachsen.
Die niedere Natur findet Freude an ihren Fehltritten, und sie kann all
jenes nicht tolerieren, von dem sie denkt, daß es auf ihre geliebten
egoistischen Neigungen zerstörerisch einwirkt.
Wir können uns glücklicherweise durch das Eingeständnis,
daß die Vernunft die NATUR der WAHRHEIT nicht bestimmen kann, selbst
trösten. Die ganze Philosophie ist wie das Spiel eines Kindes. Selbst
die UPANISHADEN sind lediglich durch Worte ausgedrückte Wahrheiten,
und Worte können ohne den Intellekt nicht verstanden werden. Irgendwie
kann nicht bestritten werden, daß wir uns in einem gewissen Umfang
durch einen sorgfältig überwachten Intellekt, - unter Mithilfe
des Glaubens -, von der NATUR der WIRKLICHKEIT überzeugen können.
Die einzige Bedingung ist jedoch, daß der strebende Intellekt rein
und unangehaftet ist.
Das Hauptproblem, das aus der UPANISHADEN-Philosophie
aufsteigt, besteht in Bezug auf die Gültigkeit dessen, ob ein Gedanke
im ABSOLUTEN aufkommen kann. Das Universum wird als der Wille oder Wunsch
BRAHMANS erklärt. Wenn BRAHMAN kein Wunsch zugeschrieben werden kann,
dann ist das Universum auch keine Wirklichkeit. Wenn es BRAHMANS Wunsch
ist, dann wird BRAHMAN begrenzt und vergänglich. Irgendwie sehen
wir irgend etwas als das Universum an. Doch da wir aufrichtig zu uns selbst
sein müssen, können wir nicht anders, als entweder unsere kritische
Intelligenz oder unsere praktische Erfahrung in dieser Welt zu leugnen.
Unsere gewöhnlichen Sinneserfahrungen sind auf gewisse Art und Weise
unglaubwürdiger als unsere tiefste Intelligenz. Sie sind oft bedeutungslos,
und selbst im täglichen Leben können wir sehen, wie wenig weise
wir durch unsere fehlerhaften Vorstellungen und deren nachfolgende Erfahrungen,
geführt werden. Selbst der Tod ereignet sich nur aufgrund eines falschen
Glaubens und das Leben wird durch bloßen Glauben zu retten versucht.
Wie können wir dann fragen, warum wir eine Welt sehen, wenn in BRAHMAN
keine Veränderung stattfindet? Wir müssen einfach zugeben, daß
wir trotz der Intelligenz, die etwas ganz anderes ermittelt als das, was
wir irgendwie durch die Welterscheinung wie auch durch unsere vielen täglichen
Schwächen tatsächlich erfahren, getäuscht werden. Obwohl
die Vernunft selbst für gewöhnlich von unseren praktischen Erfahrungen
in der Welt beeinflußt wird, offenbart sie dennoch eine Art von
Unabhängigkeit, wenn sie vom Unrat der Wünsche gereinigt und
in der Lage ist, ein zuverlässiger Führer zu sein. Wenn der
EINE BRAHMAN die UNTERSCHIEDSLOSE WIRKLICHKEIT ist, kann es keine Welt
der Unterscheidungen und Beziehungen geben. Wenn wir etwas erfahren, müssen
wir es mittels der Kraft der Intelligenz verwerfen, ohne unsere Unwissenheit
durch unnötiges Hinterfragen des 'warum' und 'wie' noch weiter zu
vertiefen. Wenn wir jedoch durch Erfahrungsdruck die Wirklichkeit einer
räumlichen und zeitlichen Welt-Manifestation anerkennen, müssen
wir dadurch die Existenz der EWIGEN WIRKLICHKEIT verleugnen. Sollten wir
zu keinerlei Ergebnis kommen, dann müssen wir in einer ruhenden Trägheit
Zuflucht suchen, was wir unserer wahren Natur gemäß jedoch
nicht willentlich tun.
Die Erfahrung lehrt uns, daß es eine beständige Bewegung gibt,
die sich der Einheit des Bewußtseins zuneigt und Zeichen größerer
Vollkommenheit und umfassender Freude vorweisen kann. Hier verbinden sich
Vernunft und Erfahrung zu einer Einheit, was uns schlußfolgern läßt,
daß die UNTERSCHIEDSLOSIGKEIT und UNENDLICHKEIT der Erfahrung die
wahre Natur der Wirklichkeit sein muß. Dieser Rückschluß
stimmt außerdem mit den Heiligen Schriften, den UPANISHADEN überein.
Aus der EWIGEN EXISTENZ kann keine Idee entspringen. Und es wird uns hier
angeraten, die Schöpfungstheorie rein förmlich zum Verständnis
der weniger Intelligenten anzunehmen, wobei diese Theorie dazu bestimmt
ist, deren Verstandesorgane durch den voranschreitenden Prozeß der
relativen Wirklichkeit aufwärts zu führen. Dies wird, wenn auch
nicht sehr ausführlich, in den UPANISHADEN selbst empfohlen. Unsere
empirische Erfahrung muß als eine Art von Selbstverwicklung betrachtet
werden, welche im Reich der Erscheinungen nicht so ohne weiteres zu veranschaulichen
ist. Die Erklärung dafür ergibt sich genau dann, wenn das ABSOLUTE
verwirklicht ist. Bei dieser Aufgabe sollte die Vernunft von einem leidenschaftslosen
Herzen geführt werden, damit sich keine ungenauen Darstellungen der
Tatsachen einschleichen.
Während hier die Philosophie der UPANISHADEN erklärt wird, sind
Anteile mit theologischer und ritueller Betonung ausgelassen worden, da
diese nicht so wesentlich sind für das Verständnis der grundlegenden
Lehren der UPANISHADEN, gleichwohl sie natürlich nützlich sein
mögen in der Ausübung bestimmter UPASANAS (Formen der Gottesverehrung).
Diejenigen Sucher, die an diesen UPASANAS interessiert sind, werden gebeten,
die UPASANA-KANDA mit einem geeigneten Kommentar zu studieren. Die zahlreichen
niederen VIDYAS (Wissensformen Gottes) oder die Meditationen auf die niederen
Manifestationen BRAHMANS sind gleichfalls nicht in diesem Buch enthalten,
da sie sich außerhalb des hier behandelten Untersuchungsbereiches
befinden.
Die Übersetzung der Original-Sanskritpassagen ist zum Großteil
wortgetreu vorhanden. Doch da, wo eine wörtliche Wiedergabe als günstiger
dafür erschien, den Geist einer Textstelle in lesbarer Weise zu übermitteln,
ist eine Paraphrase oder die Grundidee entweder durch das Herannehmen
bestimmter Wörter, die zum vollständigen Verständnis gebraucht
werden, oder durch die Aussparung dessen, was für den hier vorliegenden
Zweck nicht benötigt wird, gegeben.
Aufgrund bestimmter unvermeidbarer und unangenehmer Umstände konnte
eine umfangreichere, noch mehr ins Detail gehende Ausführung später
in die Texte eingefügt.
1. August
1947-Swami Krishnananda
|
|

Hier kostenlosen
Yoga Gesamtkatalog
anfordern





Broschüre und kostenlose Übungspläne anfordern
|
|
.
- Yoga Übungen lernst du am besten bei einem Yogalehrer
- Yoga Einführungs-Seminare gibt es in den Yoga Vidya Seminarhäusern als Wochenend- und Wochenkurse. Diese werden auch von Krankenkassen bezuschusst
- Bei Yoga Vidya findest du jährlich fast 3000 Seminare zu Yoga, Meditation und Ayurveda, darunter auch das umfangreichste Yogalehrer Weiterbildungs-Angebot
- In den Yogalehrer Ausbildungen beim Berufsverband der Yoga Vidya Lehrer/innen in 50 verschiedenen Städten lernst Du Yoga, Meditation, Yoga Philosophie, spirituelles Leben und auch, wie Du sie anleiten kannst
- In den Yoga Vidya Zentren gibt es regelmäßige Einführungskurse
- Im Yogalehrer-Verzeichnis findest Du eine/n qualifizierte/n Yogalehrer/in in Deiner Nähe
- Im Yoga-Shop findest Du DVDs, Bücher, Yoga-Matten, Kissen, CDs und vieles mehr für deine Yoga-Praxis
Auf unseren Internet-Seiten findest du viele weitere Informationen:
Yoga Vidya findest du auch in vielen sozialen Netzwerken
|