Swami Sivananda

Sadhana zur Bezwingung von Angst

Angst ist ein sehr großes Hindernis auf dem Pfad des Sadhana. Ein zaghafter Aspirant ist völlig ungeeignet für den spirituellen Pfad. Man muß auch das Leben riskieren, wenn man Unsterblichkeit erreichen möchte. Der spirituelle Reichtum kann nicht ohne Selbstopfer, Selbstverleugnung oder Selbstaufgabe erreicht werden.
Angst ist nichts anderes als eine eingebildete Nicht-Wesenheit. Sie ist ein Instinkt, der in jedem ist. Auch die Elemente der Natur, Tiere, Insekten und praktisch jede Schöpfung auf der Erde unterliegen der Angst. Diese schlimme Krankheit des Geistes muß besiegt werden, wenn man erfolgreich sein möchte, sowohl auf dem materiellen als auch auf dem spirituellen Pfad. Wer die Angst besiegt, ist auf dem Weg zum Erfolg. Freiheit von Angst kann durch Befreiung von den Objekten der Angst erreicht werden. Umerziehen des Geistes, Hervorbringen der inneren Seelenstärke, Beschäftigung mit praktischen Angelegenheiten und sorgfältige Umsetzung des Wissens, das man besitzt, das alles sind wesentliche Faktoren, um die Angst zu überwinden. Man muß spüren, daß es nichts auf der Erde gibt, wovor man Angst haben, oder wovor man sich fürchten müßte. Man muß im wesentlichen kühn, mutig und ritterlich sein.
Angst ist im allgemeinen des Ergebnis von Schmerz, Verletzung und Unbehagen. Es gibt einen erblichen Aspekt dieses Instinkts, der verantwortlich ist für seine Allgemeinheit und Beharrlichkeit. Umwelt- und Erziehungsfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Die Vorstellung von einer äußeren Macht, die einem überlegen ist, ist die Hauptursache für Angst. Dementsprechend nimmt der Geist eine völlig andere Einstellung an. Der Standpunkt ändert sich. Grelle Wahrnehmung versagt. Der Geist ist nicht ausgeglichen. Es ist Ungewöhnliches in Gedanken und Handlungen. Hysterische und neurasthenische Zuckungen beruhen alle auf der einen oder anderen Form von Angst. Der Drang oder Wunsch, aus der gefährlichen Situation zu entkommen oder zu fliehen, ist das unmittelbare Ergebnis.
Wie kann jedoch die Angst besiegt werden? Wenn ein Kind sich vor etwas fürchtet, sagt man ihm, daß da nichts ist, wovor es Angst zu haben braucht, und verneint so das Objekt der Angst. Verneinen ist der erste Schritt bei diesem Prozeß. Danach erklärt man dem Kind, was tatsächlich ist, die Wahrheit. So überzeugt man es, daß es nur seine Phantasie war, die das Gefühl der Angst in ihm hervorgerufen hat. Das, was wahr ist, muß positiv bestätigt und behauptet werden. Man muß ununterbrochen das Wissen entwickeln, daß es nichts im Universum gibt, das Angst verursacht. Der unterbewußte Geist, der zuerst von einem ungewöhnlichen Anblick oder einer aus dem Zusammenhang gerissenen Stimme erschreckt wird, muß davon überzeugt werden, daß all diese Dinge nur falsch sind, und daß die Wahrheit dahinter mit dem normalen Empfindungsvermögen und Wissen völlig übereinstimmt. Wenn die Angst völlig beseitigt ist, kann man von nichts verletzt werden.
Bloßes Umerziehen des Geistes stärkt den Mut nicht. Es bei jeder Gelegenheit in die Praxis umzusetzen, ist sehr wichtig. Nur ein gut entwickeltes Wissen gepaart mit Praxis kann den Menschen von Angst befreien.
Durch Verneinen von Angst kann das Objekt der Angst selbst überwunden werden. Es darf keinen Dualismus im Geist geben. Kosmische Liebe und universelle Brüderlichkeit sind stets zu entwickeln. Wo Liebe und Brüderlichkeit sind, gibt es keine Feindschaft. Es gibt nichts, das mehr oder weniger Macht hat. Es gibt weder Freude noch Leid. Letztlich gibt es keine Angst. Das ist die einleitende Phase. Die Endphase ist, Einheit mit allem zu fühlen. Alle sind die manifestierten Formen Brahmans. Alles geht in Brahman auf. Man kann dieses Gefühl entwickeln, wenn man alle Verhaftung an diesen vergänglichen Körper aufgibt und sich mit dem Innewohnenden, dem höchsten Atman, identifiziert. Dieser Prozeß entwurzelt die Angst vollständig und führt zu ewigem Frieden. Angst kommt nicht von einem selbst. Selbsterkenntnis, die ewige Wahrheit, vernichtet Angst vollständig.
Der Sadhak von hingebungsvollem Temperament vertraue unter allen Umständen vollständig auf Gott, suche Zuflucht bei Ihm und sei gänzlich davon überzeugt, daß Er allein seine einzige Zuflucht ist. Sei sehr praktisch. Tritt zuerst denen mutig gegenüber, vor denen du Angst hast.
Denke über die verschiedenen Darlegungen der Wahrheit nach, die in den Schriften enthalten sind; dann wird sich das Auge der Weisheit öffnen, du wirst mit dem rechten Verstehen beschenkt und die Wahrheit erkennen. Das ist Gottesverehrung. Das ist Anbetung des Herrn. Das befreit von allem Übel.
Wenn man geistig arbeitet, körperlich übt, zu jeder Zeit spirituell bei göttlichen Gedanken verweilt und so in einer höheren Schicht des Geistes bleibt, überwindet man nicht nur die Angst, sondern geht in Brahman Selbst auf.

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