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Geschichte des Hauses

Sukadev Volker Bretz, Gründer und 1. Vorsitzender des Yoga Vidya e.V., kaufte 1996 dieses Anwesen, um einen Yoga-Ashram zu schaffen. Damals hatte das Haus schon eine bewegte Geschichte von über 250 Jahren hinter sich...

Erbaut wurde das Haus als Jagdresidenz der Wied'schen Fürsten etwa um 1750. Anfang des 19. Jahrhunderts ist es zum Alterssitz eines wohlhabenden Angestellten umfunktioniert worden. In dieser Zeit entstand auch, im damals noch unbewaldeten Tal, ein wunderschön angelegter Park mit seltenen Obstsorten.

Um 1850 wurde das Haus zu einer Sägemühle umgebaut. Als Antrieb für das große Wasserrad, welches sich dort befand, wo heute die Rezeption ist, diente der Grenzbach. Dieser wurde in zwei Teichen talaufwärts gestaut, später wurden die Staubecken zu Fischteichen umgebaut, welche heute noch vorhanden sind. 1917/18 wurde die Krafterzeugung auf Turbinen zur Stromerzeugung umgestellt. Im Keller des Hauses haben wir auch Spuren von Viehhaltung gefunden – ein Hinweis darauf, dass das Haus schon immer vielfältig genutzt wurde.

Der Grenzbach, Namensgeber des Grenzbachtals, trennt traditionell die Landkreise Altenkirchen und Neuwied. Dies führt zu der kuriosen Situation, dass unser Gelände auf zwei Landkreisen liegt und drei verschiedene Bürgermeister für uns zuständig sind. Geographisch liegt unser Haus in Puderbach, jedoch ist es postalisch Oberlahr zugeordnet.

Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde der Sägewerksbetrieb eingestellt und das Haus zeitweise als Wohnhaus genutzt. In den 30er Jahren war es ein Ausflugslokal mit mäßigem Erfolg. Nach dem Krieg wurde es von einer Elterninitiative der Kölner Realschulen erworben und Anfang der 50er Jahre zu einem Landschulheim ausgebaut. Aus dieser Zeit stammt auch der ältere Teil des Gästetraktes.

Weitere Besitzerwechsel folgten, u.a. wurde das Haus als Asylbewerberhaus genutzt oder auch als Testraum für pyrotechnische Filmtricks mit Pferden, bevor es dann 1996 als Yoga-Ashram eine Wiedergeburt erlebte – und seitdem eine Blütezeit erfährt.

Zum damals bestehenden Haupthaus kam das Gästehaus hinzu und vieles wurde bautechnisch verändet. Östlich des Haupthauses in Verlängerung des alten Gästetraktes wurde ein neuer Gebäudeteil errichtet, in dem sich heute u.a. die Rezeption und ein Yogaraum befinden. Der Keller des Haupthauses wurde durch den Anbau eines großen Yogaraums nach Süden verlängert, auf dessen Dach eine grosse Sonnenterrasse Platz hat. Ein Teil dieser Terrasse wurde 2006 zum Wintergarten verglast, der nun als Speisesaal dient. Das Haupthaus verfügt somit über sechs Yogaräume, eine große Küche, zwei Büros, eine Bibliothek, eine Boutique, den Wintergarten, die Terrasse und 7 Gästezimmer, einen großen Keller mit Vorrats- und Lagerräumen sowie einen Dachboden mit Stauraum. Das Gästehaus erhielt außerdem eine zweite Etage und beherbergt derzeit 28 Gästezimmer und 9 Mitarbeiterzimmer. Auf den Gängen sind zahlreiche Duschen, WCs und Bäder vorhanden, darüberhinaus verfügen die Zimmer je nach Größe über ein oder zwei Waschbecken.

Hier ein Bild vom Haus im Zustand, als Yoga Vidya es erworben hat:

Man sieht sehr deutlich, dass der Shivaraum und die Terrasse noch nicht da waren, außerdem fehlte die zweite Etage noch. Auch der komplette Trakt in der hinteren Ecke über der heutigen Rezeption war noch nicht vorhanden. Vor dem Haus sieht man eine Fahnenstange, die vom Vorbesitzer – einem Stuntman – genutzt wurde.

In unserem Ashram lebt seit 1997 eine stark engagierte Gemeinschaft von 20-30 wechselnden Menschen, denen die gelebte Spiritualität am Herzen liegt. Ein Teil unserer Mitarbeiter sind externe Angestellte, die sich bei uns sehr wohl fühlen. In unseren 108 Betten übernachteten in den Vorjahren durchschnittlich 15.000 Gäste, was touristisch gesehen für den Landkreis natürlich von Bedeutung ist.

Das Grenzbachtal, in dem sich der Ashram befindet, wurde im letzten Jahrhundert großflächig mit Fichten bewaldet, und verlor dadurch seinen ursprünglichen Charakter. Zuvor waren nur vereinzelt Eichen und Buchen im Tal, und die Wiesen wurden zur Viehhaltung genutzt. Im Rahmen eines großen Projektes unter dem Motto "Umweltschutz durch Nutzung" wurden 2005 ca. 13 Hektar Fichten gerohdet. Die Bachbegradigungen und die kleinen Wehre wurden allesamt zurückgebaut und stattdessen neue Brücken geschaffen. So soll das Grenzbachtal nach und nach seine ursprüngliche Form als Wiesental wiedererlangen. Dabei helfen auch robuste Rinderrassen, die ganzjährig im Tal gehalten werden. Die Galloway-Rinder, mit denen wir das Tal teilen, gehören auch zu unserer kleinen Gemeinschaft.

 

Was ist der Yoga Vidya e.V.?

Yoga Vidya heißt übersetzt "Wissenschaft des Yoga". Wir verstehen uns als Ashram-Gemeinschaft, d.h. die individuelle spirituelle Praxis steht im Mittelpunkt unseres Zusammenlebens. Das Haus beherbergt ein Seminarzentrum, das dem Zweck des Vereins dient, nämlich Seminare anzubieten, die bei der Verbreitung der Lehren des Yoga und verwandter spiritueller Weisheitslehren, ganzheitlicher Lebensweisen und ganzheitlicher Methoden der Gesunderhaltung und -vorbeugung in Deutschland und Europa eine wichtige und aktive Rolle spielen.

Wichtiger Bestandteil unseres Angebotes ist die Ausbildung von Yogalehrer/innen nach der Philosophie des Integralen Yoga gemäß dessen Begründer, dem indischen Arzt und Gelehrten Swami Sivananda (1887-1963) und dessen Schüler Swami Vishnu-Devananda (1927-1993), der den Auftrag seines Lehrers hatte, den Yoga in den Westen zu bringen. Sukadev Volker Bretz, 12 Jahre lang Schüler von Swami Vishnu-Devananda, errichtete mehrere Yogazentren auf der ganzen Welt, bevor er 1992 das erste Yoga-Vidya-Zentrum in Frankfurt/Main gründete. Ein Yoga-Ashram bietet seinen Bewohnern und Mitarbeitern durch tägliche Übung spiritueller Praktiken die Gelegenheit zum spirituellen Wachstum, zur Bewusstseinserweiterung und Persönlichkeitsentwicklung.

Inzwischen wird das "Gut Hoffnungstal" schon seit 15 Jahren von Yoga Vidya betrieben. Das 10-jährige Jubiläum haben wir damals groß gefeiert...

Rückblick: 10-jähriges Bestehen des Hauses im Westerwald

Grußwort des Gründers von Yoga Vidya e.V.

(Sukadev Volker Bretz)

10 Jahre Haus Yoga Vidya Westerwald - eine aufregende und ereignisreiche Zeit, obgleich Yoga für die meisten Menschen "Entspannung" bedeutet. Als wir 1996 diesen idyllischen Platz im Grenzbachtal gefunden hatten und die Anfangsschwierigkeiten dank der Hilfe der ansässigen Raiffeisenbank und der Bürgermeister von Döttesfeld und Bürdenbach, Herren Fischbach und Stopperich, aus dem Weg geräumt waren, konnte im November 1996 der Kaufvertrag unterschrieben werden. Der indische Meister Shri Karthikeyan weihte das Haus ein. Es wurde von Grund auf renoviert und umgebaut. Schon 1998 war das Haus Yoga Vidya Westerwald das Yoga-Seminarhaus mit den meisten Übernachtungen in Europa. Inzwischen haben jährlich über 15.000 Menschen durch Seminare und Ausbildungen an diesem spirituellen Kraftort wertvolle Impulse bekommen. Ich wünsche allen, die sich zum Jubiläumstag im Gut Hoffnungstal einfinden, Entspannung, neue Inspiration und Impulse. Ich danke dem ganzen Team im Haus Yoga Vidya Westerwald mit allen Mitarbeitern, Seminarleitern, Ausbildungsleitern, ehrenamtlichen Mithelfern, den vielen Freunden und Gästen des Hauses für ihren unermüdlichen Einsatz und auch den "Offiziellen" in Gemeinde, Verbandsgemeinde und Kreis für ihre Unterstützung. Dem Haus Yoga Vidya Westerwald wünsche ich für das kommende Jahrzehnt einen stetigen Gästezuwachs und weiterhin viel Erfolg bei seiner so wichtigen Arbeit für die Verbreitung von mehr Frieden in der Welt.

Sukadev Volker Bretz, 1. Vorsitzender Yoga Vidya e.V.

Grußwort der damaligen Leiterin von Yoga Vidya Westerwald

(Padmakshi Berger)

10 Jahre Yoga Vidya Westerwald sind für mich eine Bestätigung dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Seit fast drei Jahren leite ich das Haus hier im Westerwald – auch als Mitglied in der Rechnungsführung vom Vorstand des gemeinnützigen Vereins – und arbeite mit Freude an dem Ziel unseres Vereins, Yoga als Lebensschule vielen Menschen weiterzugeben. Auch in meiner Funktion als Yogalehrerin konnte ich die rasante Entwicklung der Yogabewegung – insbesondere bei Yoga Vidya – mit Staunen verfolgen. Ich bin sehr dankbar, hier an diesem herrlichen Kraftort zusammen mit einem wunderbaren Mitarbeiterteam der Menschheit mit der Verbreitung des Yoga dienen zu können. Auch ich wünsche dem Haus Yoga Vidya für die Zukunft wachsenden Erfolg und unseren Gästen einen frohen Verlauf unseres Jubiläumsfestes.

Padmakshi Ingrid Berger, Leiterin des Hauses Yoga Vidya Westerwald

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