Sukadev Bretz

Jnana Yoga / Vedanta-Philosophie

Die wahre Natur des Selbst

Der atman ist die Ebene, wo nichts da ist, wo ich nichts ausdrücken muss, sondern es ist einfach. Das Selbst, obgleich es keine Eigenschaften hat, kann dennoch beschrieben werden mit drei Eigenschaften. Es heißt, das Selbst ist 


Sat heißt reines Sein, absolutes Sein. Und absolut bedeutet ohne Grenzen. Es gibt weder physische, also räumliche, noch zeitliche Grenzen. 

Jnana Yoga behauptet also, unser wahres Selbst ist absolut - nicht Zeit, Raum und Kausalität unterworfen. In unserem wahren Selbst gab es uns immer schon, gibt es uns immer und wird es uns immer geben, und zwar nicht nur hier sondern überall. Wenn ich zum Beispiel von einem Ort zu einem anderen gehe, bringe ich nur den Körper von hier nach dort. Mein wahres Ich, mein Selbst, ist schon da. Oder ein anderes Beispiel: Ich habe ein leeres Gefäß und stelle es jetzt zwei Meter weiter. Bewege ich dann den Raum von hier nach dort? Luft ja, aber Raum? Nein. Und obgleich es so scheint, als ob ich den Raum von hier nach dort bewege, ist es nur eine Täuschung. Und wie unterscheidet sich der Raum in einem Zimmer von dem Raum draußen? – Es scheint, als trenne die Mauer den Raum, aber in Wirklichkeit ist die Essenz des Raums drinnen und draußen dieselbe. Der Raum bleibt gleich. 

Wir sind also reines Sein; wir sind, wir waren, wir werden sein, wir sind überall. Und daher kann es auch nur ein Sein geben, es kann nicht mehrere Seine geben, die auch überall sind. Ebenso ist es mit dem Bewusstsein. Das Bewusstsein als solches – ohne konkrete Inhalte – ist dasselbe. Es kann nicht mehrere Bewusstseine geben. Letztlich heißt das, dass mein Selbst und das Selbst von Herrn Y und Frau X identisch ist. Und nicht nur von uns drei, sondern von allen Menschen. Und nicht nur von allen Menschen, sondern von allen Wesen, von allem, was ist. 

Chit wird meist übersetzt als Wissen, gemeint ist absolutes Wissen oder eigentlich Bewusstsein, reine Bewusstheit. Das Sein ist also nicht einfach nur da, sondern es ist Wissen und Bewusstheit. Die Antwort auf alle wichtigen Fragen ist in uns und drückt sich über die anandamaya kosha als intuitive Erkenntnis aus. Die Schwierigkeit ist nur, wir wissen nicht, dass wir es wissen. Wir müssen erst Zugang bekommen zu diesem inneren Wissen. 

Und schließlich ist die Natur des Selbst ananda, Glückseligkeit. Nicht: Wir sind glücklich. Nicht: Wir erfahren Glück. Sondern: Wir sind Glück. Wir sind Glück und Wonne. Auch wenn wir uns gerade nicht danach fühlen, egal, wie die Situation ist, was auch immer geschieht, unser Wesenskern ist ananda. „Anandoham anandoham anandambram anandam -  Ich bin Wonne, ich bin Wonne, ich die Wonne von Brahman, dem Absoluten, das bin ich.“ Und es heißt, wir sind reine Wonne, reine Freude. Irrtümlicherweise identifizieren wir uns mit etwas anderem und glauben, das Glück kommt von außen, von einem äußeren Gegenstand oder einem anderen Menschen. Alle Freude, alles Glück kommt letztlich aus unserem eigenen Selbst.

Dazu gibt es einige sehr schöne Geschichten, die das etwas klarer machen

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