Sukadev Bretz

Jnana Yoga / Vedanta-Philosophie

Manomaya kosha

Blockaden hängen mit der nächsten Hülle zusammen, der manomaya kosha, der geistig-emotionalen Hülle. Auf dieser Ebene sind unsere Emotionen, Gefühle, das einfache Denken, das Unterbewusstsein, unsere Wünsche und Handlungstendenzen sowie die Sinnes- und Wahrnehmungsorgane angesiedelt. All das wird zusammengefasst als manas, das einfache Denkprinzip, chitta, das Unterbewusstsein und indriyas, die Sinnesorgane. 

Die physiologischen Sinnesorgane sind natürlich im physischen Körper, zum Beispiel die Augen. Aber damit die Augen sehen können, muss eine Verbindung hergestellt werden zwischen Körper und Geist, muss also das prana funktionieren und muss auch der Geist anwesend sein. Denn wenn unser Geist abwesend ist, dann mag unser Auge offen sein, aber wir sehen gar nichts. Es gibt manche Menschen, die schlafen mit offenen Augen – einmal in dem Sinn, dass sie geistig abwesend sind, aber es gibt Menschen, die liegen wirklich mit offenen Augen da, wenn sie schlafen. Das sieht recht eigenartig aus. Und sie sehen dann im Schlaf natürlich nichts, weil ihr Geist woanders ist. 

Auf der anderen Seite kann es auch sein, dass man ohne die physischen Augen etwas sieht. Zum Beispiel gibt es Menschen, die ihren physischen Körper verlassen, versehentlich oder willentlich, entweder bei der Meditation oder der Tiefenentspannung als sogenannte Astralreise oder eventuell bei einer Nah-Tod-Erfahrung, einem Unfall, einer Ohnmacht. In solchen Situationen kann man etwas sehen, obwohl die physischen Augen geschlossen sind und nicht einmal die Gehirnwellen etwas wahrnehmen. 

Der Astralkörper funktioniert normalerweise im physischen Körper. Solange wir in der physischen Inkarnation sind, können wir auch im physischen Körper verhindern, dass die Fähigkeiten des Geistkörpers zum Ausdruck kommen. Wenn wir durch grauen Star oder einen Unfall erblinden, können wir nichts sehen. Aber es gibt manche Blinde – sehr wenige, zugegebenermaßen -, die es lernen, ein ganz normales Buch Satz für Satz mit ihren Fingern zu lesen – nicht in der Blindenschrift, sondern ein ganz normales Buch. Sie lernen, irgendwie über die Finger wahrzunehmen, zu „sehen“. Sie sehen auch Farben dabei und ein geistiges Bild.

In der manomaya kosha sind nicht nur die Wahrnehmungsorgane, sondern auch die Handlungsorgane. Nach der Jnana-Yogalehre hat der Mensch neben den fünf Sinnesorganen für Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Tasten/Fühlen fünf Handlungsorgane: 
 


Sie sind nicht nur Körperglieder oder -organe, sondern stehen für die fünf Dinge, die wir in der physischen Welt, im Alltag, im Leben tun. Wir bewegen uns in der Welt, dafür steht der Sinn der Füße. - Aber das ist vielen heute schon fremd geworden, denn die meiste Bewegung erfolgt heute nicht mehr über die Füße, sondern übers Auto, die Bahn, usw. Also die Füße als Handlungsorgan stehen für den Wunsch und die Fähigkeit des Menschen, sich fortzubewegen. Das klingt sehr banal, aber eine Pflanze zum Beispiel hat weder den Wunsch noch die Fähigkeit, sich zu bewegen.

Die Hände stehen dafür, dass wir die Welt verändern wollen. Und auch da verändern wir heutzutage nicht nur mit den Händen, sondern wir haben alle möglichen Instrumente, mit denen wir Dinge verändern. 

Den Mund haben wir zum Essen und zum Kommunizieren. Essen tun wir immer noch in herkömmlicher Weise. Aber für die Kommunikation haben wir andere Möglichkeiten gefunden: Fax, Telefon, E-Mail, Fernsehen, Radio.

Die Ausscheidungsorgane stehen auch dafür, dass der Mensch Müll produziert. Nicht nur persönlichen Müll. Gerade die westliche Zivilisation produziert jede Menge von Müll.

Und Geschlechtsorgane stehen natürlich für die Sexualität und die Fortpflanzung, im übertragenen Sinn auch für den Wunsch nach Kreativität, sich auszudrücken, zu entfalten.

All das ist der manomaya kosha zugeordnet und kann sich mittels des prana und des physischen Körpers in der physischen Welt ausdrücken.

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