Yoga Artikel

Swami Sivananda

Tod

Auszüge aus: "Göttliche Erkenntniss" von Swami Sivananda, erschienen im Yoga Vidya
Verlag (www.yoga-vidya.de/verlag.htm)

 

Große Wissenschaftler, die Erfinder vieler wunderbarer Dinge, mächtige Kaiser die erstaunliche Leistungen vollbrachten, inspirierte Dichter, wunderbare Künstler, viele Brahmanen, Rishis und Yogis sind gekommen und gegangen. Du möchtest gar zu gerne wissen, was aus ihnen geworden ist. Gibt es sie noch? Was ist auf der anderen Seite des Todes? Wurden sie nichtexistent oder haben sie sich in ein luftiges Nichts aufgelöst? Solche Fragen erheben sich spontan in den Herzen aller Menschen. Dieselbe Frage stellt sich heute, so wie sie sich vor Tausenden von Jahren gestellt hat. Niemand kann sie zum Schweigen bringen, denn sie ist untrennbar mit unserer Natur verbunden.

Der Gedanke des Todes war immer die stärkste motivierende Kraft für Religion und religiöses Leben. Der Tod läßt den Menschen die Unsterblichkeit suchen.

Der Mensch fürchtet den Tod. Der Mensch will nicht sterben. Er möchte für immer leben. Das ist der Ausgangspunkt der Philosophie. Die Philosophie stellt Fragen und forscht. Sie verkündet mutig: “Oh Mensch, fürchte Dich nicht vor dem Tod. Es gibt eine unsterbliche Heimstätte. Das ist Brahman. Das ist Dein eigener Atman, der tief in Deinem Herzen wohnt. Reinige Dein Herz und meditiere über dieses reine, unsterbliche, unveränderliche Selbst. Dann wirst Du Unsterblichkeit erlangen.

Du kannst nicht sterben, denn Du wurdest nie geboren. Du bist unsterblicher Atman. Geburt und Tod sind zwei falsche Szenen im unwirklichen Spiel der Maya. Sie betreffen nur die physische Hülle, ein falsches Produkt, das aus der Verbindung der fünf Elemente gebildet ist. Die Vorstellungen von Geburt und Tod sind reiner Aberglauben.

Jede Seele ist ein Kreis. Die den Umfang begrenzende Linie ist nirgends, aber der Mittelpunkt ist im Körper. Tod bedeutet den Übergang dieses Zentrums von Körper zu Körper. Warum solltest Du Dich also vor dem Tod fürchten?
 

Was ist der Tod?

Der Tod ist die Trennung der Seele vom physischen Körper. Das Eingehen der Seele in einen Körper wird Geburt genannt. Das Weggehen der Seele aus dem Körper heißt Tod. Ein Körper ist tot, wenn die Seele weg ist.

Der Tod ist eine Tür, die sich von einem Lebensaspekt zum anderen öffnet. Der Tod ist das Aufhören der körperlichen oder physischen Aktivität, der physischen und organischen Funktionen und des physischen Bewußtseins. Der Tod ist der Übergang von einem Seinszustand in einen anderen, eine Veränderung in der Form des Bewußtseins zu einer anderen Ebene, zu einer astralen oder geistigen. Eis wird Wasser und Wasser wird Dampf, Dunst und unsichtbares Gas, je nach dem Schwingungsgrad. So ist das Leben auf der physischen, astralen und geistigen Ebene.

Der Tod beendet nicht Deine Persönlichkeit oder Dein Selbstbewußtsein. Er öffnet bloß die Tür zu einer höheren Form des Lebens. Der Tod ist nur eine Passage zu einem erfüllteren Leben.

Der Tod löscht die Persönlichkeit nicht aus. Er ist bloß das Aufhören einer wichtigen Individualität. Er ist nur eine Formveränderung. Das Leben fließt weiter seiner Suche nach dem Universellen entgegen, das Leben fließt weiter, bis es im Ewigen aufgeht.

Der Tod ist nicht das Ende des Lebens. Er ist ein Aspekt des Lebens. Er ist ein natürliches Ereignis im Ablauf des Lebens. Er ist notwendig für Deine Evolution.

Der Tod ist nicht das Gegenteil des Lebens. Er ist nur eine Phase des Lebens. Das Leben fließt unaufhörlich weiter. Die Frucht verfault, aber der Samen ist voll Leben. Der Samen stirbt, aber ein riesiger Baum wächst aus dem Samen. Der Baum vergeht, aber er wird zu Kohle, die ein reiches Leben hat. Wasser verschwindet, wird aber zu unsichtbarem Dampf, der einen neuen Lebenskeim enthält. Der Stein verschwindet, wird aber zu Kalk, der voll neuem Leben ist. Die physische Hülle wird nur weggeworfen, aber das Leben besteht weiter.

Die Auflösung des Körpers ist nicht mehr als Schlaf. So wie ein Mensch schläft und aufwacht, so ist es auch mit Tod und Geburt. Der Tod ist wie Schlaf. Die Geburt ist wie Erwachen. Der Tod bringt die Beförderung zu einem neuen, besseren Leben. Ein Mensch mit Unterscheidungskraft und Weisheit fürchtet sich nicht vor dem Tod. Er weiß, daß der Tod die Tür zum Leben ist. Der Tod ist für ihn nicht mehr ein Skelett, das ein Schwert trägt, um ihm das Leben zu nehmen, sondern vielmehr ein Engel, der einen goldenen Schlüssel trägt, um ihm die Tür zu einer weit besseren, erfüllteren und glücklicheren Existenz zu öffnen.

Die Geburt folgt dem Tod wie das Aufwachen dem Schlaf. Du wirst erneut die Arbeit aufnehmen, die im letzten Leben übriggeblieben ist. Fürchte Dich also nicht vor dem Tod.

Geburt und Tod sind Gauklerei von Maya. Wer geboren wird, beginnt zu sterben. Wer stirbt, beginnt zu leben. Leben ist Tod und Tod ist Leben. Geburt und Tod sind Ein- und Ausgang dieser Welt.

So wie Du von einem Haus zum anderen gehst, wandert die Seele von einem Körper zum anderen, um Erfahrungen zu sammeln. So wie der Mensch abgetragene Kleider ablegt und neue anzieht, legt auch die innewohnende Seele abgetragene Körper ab und betritt neue.

Oh Mensch, fürchte Dich nicht vor dem Tod. Der Tod ist ein täuschendes Phänomen. Der Tod ist Auflösung der Elemente. Du bist unsterblich, Amara.

Zeichen des Todes

Es ist sehr schwierig, die wirklichen Zeichen des Todes herauszufinden. Das Stillstehen des Herzschlags, das Aufhören des Pulses oder der Atmung sind keine wirklichen Zeichen des Todes. Das Aufhören des Herzschlages, des Pulses und der Atmung, leichenartige Gliederstarre, klebriger Schweiß am Körper und Fehlen der Körperwärme sind die bekannten Zeichen des Todes. Der Arzt versucht festzustellen, ob im Auge ein Hornhautreflex ist. Er versucht, das Bein abzubiegen. Diese Zeichen sind nicht die wirklichen Anzeichen für den Tod, denn es gab schon Fälle, wo die Atmung und der Herzschlag stillstanden und der Mensch doch nach einiger Zeit wiederbelebt wurde.

Hatha Yogis werden in eine Kiste gesteckt und vierzig e lang unter der Erde begraben. Dann werden sie herausgenommen und kommen wieder zum Leben. Die Atmung kann für lange Zeit stillstehen. In Fällen von Scheintod hört die Atmung für zwei e auf. Viele Fälle wurden berichtet. Der Herzschlag kann stundenlang aufhören, sogar elang, und kann dann wieder einsetzen. Daher ist es äußerst schwierig, zu sagen, was das tatsächliche oder letztliche Zeichen des Todes ist. Die Zersetzung und Verwesung des Körpers sind vielleicht die einzigen endgültigen Zeichen des Todes.

Niemand sollte unmittelbar nach seinem Tod begraben werden, bevor noch die Verwesung begonnen hat. Man denkt vielleicht, der Mensch sei tot, und er befindet sich vielleicht nur in einem Trancezustand, einem Starrkrampf, einer Ekstase oder in Samadhi. Trance, Samadhi, Starrkrampf und Ekstase sind Zustände, die dem Tod ähneln. Die äußeren Zeichen sind ähnlich.

Menschen, die an Herzversagen litten, sollen nicht sofort begraben werden, da die Atmung nach einiger Zeit wieder einsetzen könnte. Das Begräbnis sollte erst stattfinden, wenn die Verwesung eingesetzt hat.

Die Reise der Seele nach dem Tod

Wenn ein Mensch stirbt, nimmt er den beständigen Linga Sharira mit, der aus den fünf Jnana Indriyas, den fünf Karma Indriyas, den fünf Pranas, dem Geist, dem Buddhi, dem Chitta, dem Ahankara und dem veränderlichen Karmasraya besteht, der die Bildung des nächsten Lebens bestimmt.

Die Seele sammelt alle Sinne und zieht sie zurück. Die physischen Sinne werden schwächer und schwächer, wie die Flamme in einer Lampe immer schwächer wird, wenn der Brennstoff langsam ausgeht. Der subtile Körper, Sukshma Sharira, geht aus dem physischen Körper wie ein Nebel.

Die Seele verläßt in Begleitung des Hauptlebensstromes, Mukhya Prana, den Sinnesorganen und dem Geist den früheren Körper, nimmt Avidya mit sich, gute und schlechte Werke und die Eindrücke, die aus früheren Existenzen geblieben sind, und erhält einen neuen Körper. Wenn sie von einem Körper zum anderen übergeht, wird sie umhüllt von den feinstofflichen Teilen der Elemente, die die Samen für den neuen Körper sind.

Die Seele hat eine Vision des Körpers, den sie bekommen wird. So wie ein Käfer oder eine Raupe ein Objekt erfaßt, bevor es das andere aufgibt, stellt sich die Seele den zukünftigen Körper vor, bevor sie den gegenwärtigen Körper verläßt.

Die Auflösung der Elemente beim Tod

Dieser physische Körper besteht aus den fünf großen Elementen, den Mahabhutas, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther. Die Devas oder Götter haben einen göttlichen, lichthaften Körper. Feuertattwa überwiegt in ihnen. Im Menschen überwiegt das Erdetattwa. Im Fall von Wassertieren überwiegt das Wassertattwa. Im Fall von Vögeln überwiegt das Lufttattwa.

Die Festigkeit im Körper beruht auf dem Erdanteil; die Flüssigkeit beruht auf dem Wasseranteil; die Wärme, die Du im Körper fühlst, beruht auf Feuer; das Hin- und Herbewegen und ähnliche Vorgänge beruhen auf Luft; der Raum beruht auf Akasa oder Äther. Jivatma, die individuelle Seele unterscheidet sich von den fünf Elementen.

Nach dem Tod lösen sich diese Elemente auf. Sie erreichen ihre Urquellen im unerschöpflichen Speicher der Natur. Das Erdelement geht zurück in das Lager von Prithivi Tattwa. Die anderen Elemente kehren ebenfalls zu ihren Quellen zurück.

Die jeweiligen Organfunktionen verschmelzen mit den ihnen vorstehenden Gottheiten. Das Sehen geht zur Sonne, von wo es die Kraft des Sehens hatte, die Sprache geht zum Feuer, der Lebensatem zur Luft, das Hören zur Quelle, der Körper zur Erde, die Haare zu jährlichen Pflanzen, Kopfhaare zu Bäumen und Blut und Samen zum Wasser.

Todesqualen

Im Moment des Todes gibt es keinen Schmerz. Unwissende Menschen haben viel Schreckliches und Fürchterliches über den Tod verbreitet. Im Garuda Purana und dem Atma Purana wird beschrieben, daß die Todesqualen vergleichbar sind mit den Schmerzen, die 72000 Skorpionstiche verursachen. Das wird nur gesagt, um den Zuhörern und Lesern Angst einzuflößen und sie zu bewegen, für Moksha zu arbeiten. Im Spiritismus gibt es den einhelligen Bericht von erleuchteten Geistern, daß während des sterbens nicht der geringste Schmerz vorhanden ist. Sie beschreiben klar ihre Erlebnisse während des Todes und stellen fest, daß sie durch das Ablegen des physischen Körpers von einer schweren Last befreit wurden, und daß sie sich vollkommener Gelassenheit erfreuen, wenn sie ihren Körper ablegen. Maya schafft unnötige Furcht bei den Zusehenden, indem sie krampfartige Körperverwindungen herbeiführt. Das ist ihre Natur und Gewohnheit. Fürchte Dich nicht vor Todesqualen. Du bist unsterblich, Amara.

Gebet für die Toten

Die Seelen der Toten bleiben unmittelbar nach dem Tod in einem Zustand der Ohnmacht und ohne Bewußtsein. Sie können nicht fühlen, daß sie von ihren früheren grobstofflichen, materiellen Körpern losgelöst sind. Gebet, Kirtan und gute Gedanken von Verwandten und Freunden können den dahingegangenen Seelen viel Trost bringen. Sie schaffen eine mächtige Schwingung und ein Erwachen in ihrem betäubten Geisteszustand und bringen das umhüllte Bewußtsein zurück. Die Seelen beginnen zu erkennen, daß sie nicht wirklich in ihren grobstofflichen physischen Körpern sind.

Dann versuchen sie, das Grenzgebiet zu überschreiten, einen schmalen Ätherfluß, den die Hindus Vaitarani nennen, die Parsen Chinnatbrücke und die Mohammedanern Sirat.

Wenn die dahingegangenen Seelen friedlich versinken und bereit sind, glorreich im Himmel zu erwachen, werden sie durch das Weinen und Wehklagen von Freunden und Verwandten wieder zu einer lebhaften Erinnerung an das Leben auf der Welt aufgerüttelt. Die Gedanken der Trauernden erzeugen in ihrem Geist ähnliche Schwingungen und bringen heftigen Schmerz und Unbehagen. Und die unbeherrschte Trauer der Verwandten zieht sie von ihrer Astralebene herunter. Das kann ihren Weg in die himmlische Welt ernsthaft verzögern. Das bringt ihnen viel Leid.

Letzte Gedankenformen

Der letzte Gedanke eines Menschen lenkt sein weiteres Schicksal. Er bestimmt seine nächste Geburt.

Der letzte Gedanke eines lüsternen Mannes wird der Gedanke an seine Frau sein. Der letzte Gedanke eines unverbesserlichen Trinkers wird an seine Schnapsflasche sein. Der letzte Gedanke eines habsüchtigen Geldverleihers wird an sein Geld sein. Der letzte Gedanke eines kämpfenden Soldaten wird das Töten des Feindes sein. Der letzte Gedanke einer an ihrem einzigen Sohn hängenden Mutter wird an ihren Sohn sein.

Raja Bharata zog aus Barmherzigkeit ein Reh auf und verhaftete sich daran. Sein letzter Gedanke war der Gedanke an dieses Reh. Daher mußte er als Reh geboren werden.

Der Mensch wünscht immer, in Frieden zu sterben, mit seinem Geist auf Gott gerichtet. Das ist der Grund, warum die Gita, das Bhagavatam, das Vishnu Sahasranama und andere heilige Schriften am Sterbebett eines kranken Menschen gelesen werden; auch wenn er vielleicht nicht sprechen kann, mag er doch hören, was ihm vorgelesen wird. Das wird dem Kranken helfen, die Gedanken an seinen Körper oder seine Krankheit zu vergessen und an Gott zu denken. Wenn seine Erinnerung versagt, werden ihn die heiligen Sätze der Schriften an seine wahre Natur erinnern.

Es ist sehr schwierig, Gottesbewußtsein zum Zeitpunkt des Todes aufrechtzuhalten, wenn Krankheiten den Körper quälen und das Bewußtsein dahinschwindet. Aber für den Menschen, der seinen Geist sein ganzen Leben lang diszipliniert hat und der versucht hat, den Geist durch dauerndes Üben auf Gott zu heften, wird der letzte Gedanken nur an Gott sein. Das kann nicht durch eine ziellose Praxis in ein oder zwei en, in einer Woche oder einem Monat erreicht werden. Es ist ein lebenslanges Streben und Bemühen.

Die Zeitspanne zwischen Tod und Wiedergeburt

Die Menschen möchten den genauen Zeitraum wissen, der zwischen dem Moment des Verlassen des Körpers und der Wiedergeburt verstreicht. Nimmt die Seele in einem Jahr einen neuen Körper an? Dauert es zehn Jahre? Wie lange lebt man in subtileren Bereichen, bevor man wieder auf die Erde kommt? Das sind einige der Fragen.

In der Hauptsache entscheiden zwei Faktoren darüber, nämlich die Natur des eigenen Karmas und der letzte Eindruck vor dem Tod. Es kann von Hunderten von Jahren bis zu wenigen Monaten variieren. Wer einiges Karma in anderen Ebenen in subtileren Bereichen ausarbeitet, braucht ziemlich lange, bevor er wieder einen frischen Körper annimmt. Der Intervall ist sehr lang, denn ein Jahr auf der Erde vergeht auf der himmlischen Ebene wie ein . Es wird von einer Begebenheit berichtet, da ein Heiliger, der sich in der Umgebung aufhielt, als er das Erstaunen und die Bewunderung von ausländischen Touristen angesichts der beeindruckenden Überreste irgendwelcher alter Denkmäler sah, feststellte, daß einige dieser Leute vor Jahrhunderten die Denkmäler erbaut hatten.

Manchmal wird ein sehr sinnesbetonter Mensch mit starkem Verlangen oder sehr starker Verhaftung sehr rasch wiedergeboren. Auch in Fällen, in denen das Leben durch gewaltsamen Tod oder durch einen plötzlichen, unerwarteten Unfall beendet wird, nimmt der Jiva den Faden sehr rasch wieder auf. Üblicherweise, in Fällen unmittelbarer Wiedergeburt, erinnert sich der Jiva oft an viele Ereignisse seines früheren Lebens. Er erkennt frühere Verwandte und Freunde und das alte Zuhause und bekannte Gegenstände.

Das führt manchmal zu sehr seltsamen Entwicklungen. Es gibt Fälle, da eine ermordete Person nach ihrer Wiedergeburt die Art und Weise ihrer Ermordung darstellte und die Identität des Mörders enthüllte. Ein reinkarniertes Individuum war einmal zielstrebig gegangen und hatte den Schatz enthüllt, den es versteckt hatte.

Bei der großen Mehrheit ist diese Erinnerung nicht vorhanden. Das ist wirklich ein Segen, der vom höchstweisen Wesen gegeben wird. Solche Erinnerungen würden unser gegenwärtiges Leben sehr kompliziert machen. Das Vergangene bleibt Dir bis zu dem Zeitpunkt verhüllt, bis es gut und hilfreich ist, sich daran zu erinnern. Wenn Du Vollkommenheit erreichst und an das Ende eines Zyklus kommst, wird alles enthüllt werden, und Du wirst einen ganzen Kranz von Leben sehen, der sich um Deine Persönlichkeit geschlungen hat.

Aber solche Fälle unmittelbarer Wiedergeburt sind nicht häufig. Im allgemeinen, für einen Durchschnittsmenschen, beträgt der Zeitraum zwischen Tod und Wiedergeburt eine beachtliche Zeit, wenn man es mit Begriffen der Erdzeit ausdrückt. Menschen, die viel gutes Karma getan haben, verbringen eine beachtliche Zeit auf der Daivischen Ebene, bevor sie wiedergeboren werden. Große Seelen, spirituell fortgeschrittene Menschen, warten lange Zeit, bevor sie wieder inkarnieren.

In der Phase zwischen Tod und neuer Geburt kann sich der dahingegangene Geist, besonders wenn der Mensch physisch und spirituell entwickelt ist, oft auf der Erdebene materialisieren, wenn die Notwendigkeit dazu besteht. Er nimmt eine menschliche Gestalt an, spricht und kann sich auch durch eine fühlbare Berührung bemerkbar machen. Derartige Erscheinungen können fotografiert werden.

Eine solche materialisierte Form ist nicht der Astralkörper, der vom normalen Sehvermögen nicht gesehen werden kann. Es ist das genaue Gegenstück, ein subtiles ‘double’, zum physischen Körper und stellt das Vehikel dar, in dem die dahingegangene Seele nach dem Tod reist.

Astralbewußtsein kann jedoch nicht Freisein von Geburt und Tod garantieren. Okkultismus und Spiritismus können keine letztliche Befreiung bringen; sie können auch nicht das volle Geheimnis des Jenseits enthüllen. Spirituelle Verwirklichung und Selbsterkenntnis allein werden das Geheimnis des Lebens und des Todes enthüllen, wie auch des Lebens nach dem Tod.

Fürchte Dich nicht vor dem Tod

Der Tod ist schmerzvoll für den weltlichen Menschen. Ein Yogi oder Weiser, oder auch ein wahrer Aspirant, hat keine Furcht vor dem Tod. Ein wunschloser Mensch weint nicht, wenn er stirbt. Ein voll erblühter Jnani stirbt niemals. Sein Prana stirbt nie.

Deine höchste Pflicht ist es, Dich auf ein friedvolles Leben danach vorzubereiten. Bezwinge die Furcht vor dem Tod. Die Bezwingung der Furcht vor dem Tod, die Bezwingung des Todes, ist der höchste Nutzen allen spirituellen Sadhanas. Die einzige Absicht allen Yoga Sadhanas ist es, dem Tod furchtlos und freudig zu begegnen.

Der Mensch fürchtet sich vor dem Tod. Im Alter versucht er, an Gott zu denken. Wenn er schon von seiner Kindheit an an Gott denkt, wird er im Alter eine reiche spirituelle Ernte einbringen.

Bhishma konnte dem Tod befehlen. Savitri brachte Satyavan, ihren Gatten, durch die Macht ihrer Keuschheit ins Leben zurück. Markandeya überwand den Tod durch Verehrung Gott Shivas. Auch Du kannst den Tod bezwingen durch Hingabe, Wissen und die Macht von Brahmacharya.

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