05. Kapitel

05-01 Devanagari Bhagavad Gita 5. Kapitel 1. Vers

अर्जुन उवाच |

संन्यासं कर्मणां कृष्ण पुनर्योगं च शंससि |
यच्छ्रेय एतयोरेकं तन्मे ब्रूहि सुनिश्चितम् || ५ १ ||

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05-01 arjuna uvaca sannyasam karmanam krishna punar yogam ca samsasi yac chreya etayor ekam tan me bruhi su-niscitam

arjuna uvāca
saṃnyāsaṃ karmaṇāṃ kṛṣṇa
punaryogaṃ ca śaṃsasi
yacchreya etayorekaṃ
tanme brūhi suniścitam

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05-01 Wort-für-Wort Übersetzung

arjuna – Arjuna
uvāca – sprach
saṃnyāsam – Entsagung
karmaṇām – von den Handlungen
kṛṣṇa – oh Kṛṣṇa
punaḥ – (dann) wiederum
yogam – Yoga
ca – und
śaṃsasi – du preist
yat – was
śreyaḥ – besser
etayoḥ – von diesen beiden (ist)
ekam – eine
tat – dieses
me – mir
brūhi – sage
suniścitam – eindeutig, ganz gewiss

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05-01 Arjuna beginnt und fragt: Den Verzicht auf Handlung (also eigentlich Karma) rühmst du, Oh Krishna, und dann wieder Yoga (Yoga im Sinne von Karma Yoga). Sage mir endgültig, was von beiden besser ist

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05-01 Kommentar Sukadev

Arjuna stellt die Frage, die Aspiranten sich oft stellen: Was müssen wir für die Selbstverwirklichung machen? Zum einen sollen wir uns zurückziehen, meditieren, nicht so abhängig sein vom Äußeren, lernen ein einfaches Leben zu führen, Verhaftungen an Arbeit, Familie, Zuhause, Hobbys und so weiter zu reduzieren bzw. aufzugeben.

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05-01 Kommentar Swami Sivananda

Du lehrst den Verzicht auf Handlung und auch das Ausführen von Handlungen. Das hat mich verwirrt. Sage nun deutlich, was von beiden besser ist. Ein Mensch kann nicht beides gleichzeitig tun.

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05-02 Devanagari Bhagavad Gita 5. Kapitel 2. Vers

श्रीभगवानुवाच |

संन्यासः कर्मयोगश्च निःश्रेयसकरावुभौ |
तयोस्तु कर्मसंन्यासात्कर्मयोगो विशिष्यते || ५ २ ||

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05-02 sri-bhagavan uvaca sannyasah karma-yogas ca nihsreyasa-karav ubhau tayos tu karma-sannyasat karma-yogo visisyate

śrībhagavānuvāca
saṃnyāsaḥ karmayogaśca
niḥśreyasakarāvubhau
tayostu karmasaṃnyāsāt
karmayogo viśiṣyate

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05-02 Wort-für-Wort Übersetzung

śrī-bhagavān – der Erhabene
uvāca – sprach
saṃnyāsaḥ – Entsagung
karma-yogaḥ – Yoga des Handelns (karman)
ca – als auch („und“)
niḥśreyasa-karau – bewirken die höchste Seligkeit (niḥśreyasa)
ubhau – sowohl  („beide“)
tayoḥ – von diesen beiden
tu – jedoch
karma-saṃnyāsāt – vor der Entsagung (saṃnyāsa) von Handlungen
karma-yogaḥ – der Yoga des Handelns
viśiṣyate – zeichnet sich aus

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05-02 Entsagung und Yoga des Handelns führen zu höchster Seligkeit. Von den beiden jedoch ist der Yoga des Handelns der Überlegenere

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05-02 Kommentar Sukadev

Wir können uns überlegen: Wann wachsen wir spirituell mehr? In Zeiten, wo wir mehr meditieren oder in Zeiten, wo wir im Alltag handeln? Was stellen wir dann fest?

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05-02 Kommentar Swami Sivananda

Sannyasa (der Verzicht auf Handlung) und Karma Yoga (das Ausführen von Handlungen) führen beide zu Moksha, zu Befreiung und höchster Seligkeit. Obwohl beide zu Moksha führen, ist doch von den beiden Wegen zur Erlangung von Moksha Karma Yoga besser als nur Karma Sannyasa (Verzicht auf Handlung) ohne Selbsterkenntnis. Verzicht auf Handlung mit Selbsterkenntnis jedoch ist Karma Yoga entschieden überlegen. Überdies ist Karma Yoga einfach und deshalb für jeden geeignet. (Vgl.III.3; VI.46)

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05-03 Devanagari Bhagavad Gita 5. Kapitel 3. Vers

ज्ञेयः स नित्यसंन्यासी यो न द्वेष्टि न काङ्क्षति |
निर्द्वन्द्वो हि महाबाहो सुखं बन्धात्प्रमुच्यते || ५ ३ ||

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05-03 jneyah sa nitya-sannyasi yo na dvesti na kanksati nirdvandvo hi maha-baho sukham bandhat pramucyate

jñeyaḥ sa nityasaṃnyāsī
yo na dveṣṭi na kāṅkṣati
nirdvandvo hi mahābāho
sukhaṃ bandhātpramucyate

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05-03 Wort-für-Wort Übersetzung

jñeyaḥ – zu erkennen
saḥ – derjenige (ist)
nitya-saṃnyāsī – als immerwährender (nitya) Entsager (saṃnyāsin)
yaḥ – der
na – weder
dveṣṭi – hasst
na – noch
kāṅkṣati – begehrt
nirdvandvaḥ – frei von den Gegensatzpaaren (dvandva)
hi – denn
mahābāho – oh Starkarmiger (Arjuna)
sukham – leicht
bandhāt – von Bindung
pramucyate – wird befreit

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05-03 Als immerwährender Sannyasin (Entsagter) möge der angesehen werden, der weder hasst noch wünscht; denn frei von den Gegensatzpaaren, Oh mächtig bewaffneter Arjuna, findet er leicht Befreiung aus den Banden

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05-03 Kommentar Sukadev

Wer völlig gleichmütig in allem ist, entkommt aus den Banden des Karmas. Karma ist das Gesetz von Ursache und Wirkung. Wir erfahren Dinge aus verschiedenen Gründen. Auf die eine oder andere Weise haben wir sie für uns geschaffen. Wenn ihr euch erinnert, gibt es drei Arten des Karmas. Wir nennen das erste Agami Karma; das ist das Karma, das wir neu schaffen. Das zweite ist das Sanchita Karma; das ist der Speicher des Karmas, das was wir schon geschaffen haben. Und das dritte ist das Prarabdha Karma; das heißt, was wir jetzt in diesem Moment ernten.

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05-03 Kommentar Swami Sivananda

Ein Mensch wird nicht zum Sannyasin, indem er einfach aus Trägheit oder Unwissenheit, wegen eines Familienstreits, Unglücks oder des Verlust seiner Arbeit aufhört zu handeln. Ein wahrer Sannyasin ist kein heuchlerischer Feigling.

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05-03 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 5. Kapitel, 3. Vers: Wachse über die Gegensatzpaare hinaus

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05-04 Devanagari Bhagavad Gita 5. Kapitel 4. Vers

साङ्ख्ययोगौ पृथग्बालाः प्रवदन्ति न पण्डिताः |
एकमप्यास्थितः सम्यगुभयोर्विन्दते फलम् || ५ ४ ||

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05-04 sankhya-yogau prithag balah pravadanti na panditah ekam apy asthitah samyag ubhayor vindate phalam

sāṅkhyayogau pṛthagbālāḥ pravadanti na paṇḍitāḥ
ekamapyāsthitaḥ samyagubhayorvindate phalam

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05-04 Wort-für-Wort Übersetzung

sāṅkhya-yogau – den Yoga des Wissens (jñānayoga) und den Yoga des Handelns (karmayoga)
pṛthak – als etwas Verschiedenes
bālāḥ – Unwissende („Kinder“)
pravadanti – bezeichnen
na – nicht
paṇḍitāḥ – Weise
ekam – einen (der beiden Wege)
api – auch (nur)
āsthitaḥ – wer praktiziert
samyak – vollkommen
ubhayoḥ – von beiden (Wegen)
vindate – findet
phalam – die Frucht

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05-04 Kinder, nicht Weise sprechen von Wissen und dem Yoga des Handelns (Karma-Yoga) als wären es zwei verschiedene Dinge, etwas voneinander Getrenntes. Wer wahrhaft in einem fest verwurzelt ist, erntet die Früchte von beiden

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05-04 Kommentar Swami Sivananda

Kinder: Unwissende Menschen ohne Selbsterkenntnis und mit nur theoretischer Kenntnis der Schriften.

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05-04 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 5. Kapitel, 4. Vers: Erkenntnis und uneigennütziges Dienen gehören zusammen

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05-05 Devanagari Bhagavad Gita 5. Kapitel 5. Vers

यत्साङ्ख्यैः प्राप्यते स्थानं तद्योगैरपि गम्यते |
एकं साङ्ख्यं च योगं च यः पश्यति स पश्यति || ५ ५ ||

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05-05 yat sankhyaih prapyate sthanam tad yogair api gamyate ekam sankhyam ca yogam ca yah pasyati sa pasyati

yatsāṅkhyaiḥ prāpyate sthānaṃ
tadyogairapi gamyate
ekaṃ sāṅkhyaṃ ca yogaṃ ca
yaḥ paśyati sa paśyati

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05-05 Wort-für-Wort Übersetzung

yat – welcher
sāṅkhyaiḥ – von den Sāṅkhyas (die den Yoga des Wissens bzw. der Erkenntnis praktizieren)
prāpyate – erreicht wird
sthānam – Ort
tat – dieser
yogaiḥ – von den Yogis (die den Yoga des Handelns praktizieren)
api – auch
gamyate – wird erreicht
ekam – als eins
sāṅkhyam – den Yoga des Wissens, der Erkenntnis (jñānayoga)
ca – sowohl
yogam – den Yoga (des Handelns, karmayoga)
ca – als auch
yaḥ – wer
paśyati – ansieht
saḥ – der
paśyati – sieht (wirklich)

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05-05 Den Ort, den die Samkhyas oder Jnanis erreichen, erreichen auch die Yogis, die Karma-Yogis. Derjenige erkennt, der Wissen und Handeln als eins erkennt

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05-05 Kommentar Sukadev

Karma Yoga und Jnana Yoga sind untrennbar miteinander verbunden. Wirkliches Karma Yoga können wir auch nur dann ausführen, wenn wir zum einen das Wissen über das Karma haben, und zum anderen das Wissen haben, dassalles eins mit dem Unendlichen ist.

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05-05 Kommentar Swami Sivananda

Wer der Welt entsagt hat und den Weg von Jñana Yoga oder Vedanta beschreitet, ist ein Sankhya. Durch Shravana (das Hören der Shrutis, der vedantischen Texte), Manana (Reflexion über das Gehörte), Nididhyasana (ständige tiefe Meditation) gelangt er direkt zu Moksha oder Kaivalya.

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05-05 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 5. Kapitel, 5. Vers: Wissen und Dienen führen zur höchsten Verwirklichung

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05-06 Devanagari Bhagavad Gita 5. Kapitel 6. Vers

संन्यासस्तु महाबाहो दुःखमाप्तुमयोगतः |
योगयुक्तो मुनिर्ब्रह्म नचिरेणाधिगच्छति || ५ ६ ||

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05-06 sannyasas tu maha-baho duhkham aptum ayogatah yoga-yukto munir brahma na cirenadhigacchati

saṃnyāsastu mahābāho
duḥkhamāptumayogataḥ
yogayukto munirbrahma
nacireṇādhigacchati

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05-06 Wort-für-Wort Übersetzung

saṃnyāsaḥ – Entsagung (ist)
tu – doch
mahābāho – oh Starkarmiger
duḥkham – schwer
āptum – zu erreichen
ayogataḥ – ohne Yoga
yoga-yuktaḥ – der mit Yoga verbunden (yukta), im Yoga geübt ist
muniḥ – der Weise
brahma – zum Brahman
nacireṇa – bald
adhigacchati – gelangt

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05-06 Entsagung, Oh Arjuna, ist ohne Karma Yoga schwer zu erreichen; und der Yogi oder der Weise, der durch Yoga Harmonie erreicht hat, geht zu Brahman

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05-06 Kommentar Sukadev

Durch Yoga erreichen wir Harmonie. Wir erreichen nicht die Harmonie, indem wir unserem Karma ausweichen, sondern wir erreichen diese Harmonie, indem wir unsere Lektionen lernen und zwar ohne Raga und Dwesha.

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05-06 Kommentar Swami Sivananda

Muni ist ein Mensch, der Manana (Meditation oder Reflexion) praktiziert. Yoga ist das Handeln ohne selbstsüchtiges Motiv, als Opfer an den Herrn.

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05-06 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 5. Kapitel, 6. Vers: Gelange durch die Empfindung von Harmonie und Einheit zum Höchsten

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05-07 Devanagari Bhagavad Gita 5. Kapitel 7. Vers

योगयुक्तो विशुद्धात्मा विजितात्मा जितेन्द्रियः |
सर्वभूतात्मभूतात्मा कुर्वन्नपि न लिप्यते || ५ ७ ||

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05-07 yoga-yukto vishuddhatma vijitatma jitendriyah sarva-bhutatma-bhutatma kurvann api na lipyate

yogayukto viśuddhātmā
vijitātmā jitendriyaḥ
sarvabhūtātmabhūtātmā
kurvannapi na lipyate

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05-07 Wort-für-Wort Übersetzung

yoga-yuktaḥ – wer mit Yoga verbunden (yukta), in Yoga vertieft ist
viśuddha-ātmā – wessen Geist (ātman) rein (viśuddha) ist
vijita-ātmā – wer sich selbst (ātman) besiegt (vijita) hat
jita-indriyaḥ – wer die Sinne (indriya) besiegt (jita) hat
sarva-bhūta-ātma-bhūta-ātmā – wessen Selbst (ātman) das Selbst aller (sarva) Wesen (bhūta) geworden (bhūta) ist
kurvan – handelnd
api – obgleich
na – nicht
lipyate – wird befleckt

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05-07 Wer den Weg des Karma Yoga geht, dessen Geist ganz rein ist, der selbstbeherrscht ist, seine Sinne bezwungen hat und sein Selbst als das Selbst aller Wesen erkennt, wird nicht befleckt, obgleich er handelt

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05-07 Kommentar Sukadev

Das ist einer der schönsten und bedeutungsvollsten Verse für mich. Ein Vers, der vieles zusammenfasst, was Krishna vorher gesagt hat.

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05-07 Kommentar Swami Sivananda

Wer durch Yoga Harmonie gefunden hat, d.h. seinen Geist in der Hingabe an das Handeln gereinigt, den Körper bezwungen und die Sinne unterworfen hat, und dessen Selbst das Selbst aller Wesen ist, wird durch Handlungen keine Bindung erfahren, obgleich er tätig ist, zum Wohle oder zum Schutz aller, und um ihnen Beispiel zu sein. (Vgl.XVIII.17)

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05-07 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 5. Kapitel, 7. Vers: Der Weg des Handelns

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05-08 Devanagari Bhagavad Gita 5. Kapitel 8. Vers

नैव किंचित्करोमीति युक्तो मन्येत तत्त्ववित् |
पश्यञ्शृण्वन्स्पृशञ्जिघ्रन्नश्नंगच्छन्स्वपन्श्वसन् || ५ ८ ||

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05-08 naiva kincit karomiti yukto manyeta tattva-vit pasyan shrinvan sprsan jighrann asnan gacchan svapan svasan

naiva kiṃcitkaromīti yukto manyeta tattvavit
paśyañśṛṇvanspṛśañjighrannaśnaṃgacchansvapanśvasan

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05-08 Wort-für-Wort Übersetzung

na eva kiṃcit – gar nichts („nicht irgend etwas“)
karomi – ich tue
iti – so
yuktaḥ – ein mit Yoga Verbundener, im Yoga Geübter
manyeta – denkt
tattvavit – der die Wahrheit (tattva) kennt
paśyan – sehend
śṛṇvan – hörend
spṛśan – fühlend (berührend)
jighran – riechend
aśnan – essend
gacchan – gehend
svapan – schlafend
śvasan – atmend

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05-08 Ich tue gar nichts“ so denkt ein Mensch, der in Harmonie ist und die Wahrheit kennt, wenn er sieht, hört, fühlt, isst, geht, schläft, atmet,

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05-08 und 05-09 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 5. Kapitel, 8. und 9. Vers: Sei ein Beobachter!

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05-09 Devanagari Bhagavad Gita 5. Kapitel 9. Vers

प्रलपन्विसृजन्गृह्णन्नुन्मिषन्निमिषन्नपि |
इन्द्रियाणीन्द्रियार्थेषु वर्तन्त इति धारयन् || ५ ९ ||

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05-09 pralapan visrjan grhnann unmisan nimisann api indriyanindriyarthesu vartanta iti dharayan

pralapanvisṛjangṛhṇannunmiṣannimiṣannapi
indriyāṇīndriyārtheṣu vartanta iti dhārayan

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05-09 Wort-für-Wort Übersetzung

pralapan – sprechend
visṛjan – sich entleerend
gṛhṇan – ergreifend
unmiṣan – die Augen öffnend
nimiṣan – die Augen schließend
api – auch
indriyāṇi – die Sinne
indriya-artheṣu – auf die Sinnesobjekte
vartante – wirken ein
iti – so
dhārayan – sich vergegenwärtigend

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05-09 Spricht, geschehen lässt, seufzt, die Augen öffnet und schließt – und ist davon überzeugt, dass sich die Sinne zwischen den Sinnesobjekten bewegen

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05-09 Kommentar Sukadev

In diesem Vers beschreibt Krishna, wie ein Mensch mit einer Jnana Yoga Einstellung sich verhält. Mit „ich tue gar nichts“ sind jetzt nicht die Menschen gemeint, die nichts tun, weil sie keine Lust zu etwas haben und einfach nur faul und träge sind. Mit der inneren Einstellung „ich tue nichts“ ist gemeint, dass Menschen um das höhere Selbst wissen. Sie identifizieren sich nicht mit ihren Handlungen. Sie wissen um ihren Körper, um ihren Geist, die Lektionen, die sie zu lernen haben und sie erfüllen ihr Dharma, ihre Pflichten. Sie engagieren sich, sie können auch emotional sein, seufzen und trotzdem wissen sie: mein Selbst ist vonalledem unberührt. Sie schaffen kein neues Karma.

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05-09 Kommentar Swami Sivananda

Ein befreiter Heiliger, ein Jnani, bleibt immer Beobachter der Sinnesaktivitäten, da er sich mit dem Selbst, Brahman, identifiziert. Er denkt und sagt: »Ich sehe nicht; die Augen nehmen wahr. Ich höre nicht; die Ohren hören. Ich rieche nicht, die Nase riecht, usw.« Er nimmt Nichthandeln im Handeln wahr, da er seine Handlungen im Feuer der Weisheit verbrannt hat. (Vgl.XIV.19-23)

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05-10 Devanagari Bhagavad Gita 5. Kapitel 10. Vers

ब्रह्मण्याधाय कर्माणि सङ्गं त्यक्त्वा करोति यः |
लिप्यते न स पापेन पद्मपत्रमिवाम्भसा || ५ १० ||

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05-10 brahmany adhaya karmani sangam tyaktva karoti yah lipyate na sa papena padma-patram ivambhasa

brahmaṇyādhāya karmāṇi
saṅgaṃ tyaktvā karoti yaḥ
lipyate na sa pāpena
padmapatramivāmbhasā

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05-10 Wort-für-Wort Übersetzung

brahmaṇi – dem Brahman
ādhāya – indem er opfert („hingibt“)
karmāṇi – Handlungen
saṅgam – Anhaftung
tyaktvā – indem er aufgibt
karoti – handelt
yaḥ – wer
lipyate – wird befleckt ­
na – nicht
saḥ – der
pāpena – von Sünde
padma-patram – ein Lotosblatt
iva – wie
ambhasā – von Wasser

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05-10 Wer seine Handlungen Brahman opfert und Verhaftung aufgibt, wird von der Sünde nicht befleckt, so wie das Lotusblatt vom Wasser nicht befleckt wird

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05-10 Kommentar Sukadev

In diesem Vers lehrt Krishna, wie wir Karma Yoga mit Bhakti Yoga verbinden können. Wir können unsere Handlungen Brahman darbringen. „Oh Gott, ich tue diese Handlung für dich. Ich weihe sie dir. In Wahrheit tue ich nichts, aber die Handlung, die weihe ich dir.“ Damit geben wir die Verhaftung auf, zu glauben etwas gehört uns selbst.

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05-10 Kommentar Swami Sivananda

Kapitel IV, Verse 18,20,21,22,23,37,41; Kapitel V, Verse 10,11 und 12 übermitteln alle den Gedanken, daß der Yogi, der ohne Ichgedanken und Verhaftung an die Ergebnisse oder Früchte seiner Handlungen handelt, die er als Opfergaben an den Herrn betrachtet, nicht von den Handlungen (Karma) befleckt wird. Er ist nicht einmal an Moksha verhaftet. Er sieht Nichthandeln im Handeln. All seine Handlungen sind im Feuer der Weisheit verbrannt. Er entgeht dem Rad von Samsara. Er wird aus dem Rad von Geburten und Toden befreit. Er erlangt Reinheit des Herzens, und durch die Reinheit des Herzens erlangt er Selbsterkenntnis. Durch Selbsterkenntnis wird er befreit. Das ist der Kern der obengenannten zehn Verse. (Vgl.III.30)

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05-10 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 5. Kapitel, 10. Vers: „Verhaftungen aufgeben“

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05-11 Devanagari Bhagavad Gita 5. Kapitel 11. Vers

कायेन मनसा बुद्ध्या केवलैरिन्द्रियैरपि |
योगिनः कर्म कुर्वन्ति सङ्गं त्यक्त्वात्मशुद्धये || ५ ११ ||

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05-11 kayena manasa buddhya kevalair indriyair api yoginah karma kurvanti sangam tyaktvatma-shuddhaye

kāyena manasā buddhyā
kevalairindriyairapi
yoginaḥ karma kurvanti
saṅgaṃ tyaktvātmaśuddhaye

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05-11 Wort-für-Wort Übersetzung

kāyena – mit dem Körper
manasā – mit dem Geist
buddhyā – mit dem Verstand
kevalaiḥ – mit den gesamten
indriyaiḥ – Sinnen
api – auch
yoginaḥ – die Yogis
karma – Handlung
kurvanti – führen aus
saṅgam – Anhaftung
tyaktvā – aufgegeben habend
ātma-śuddhaye – für die Läuterung (śuddhi) ihrer selbst (ātman)

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05-11 Durch das Aufgeben von Verhaftung handeln die Yogis nur mit Körper, Geist, Verstand und auch mit den Sinnen, um sich zu reinigen

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05-11 Kommentar Sukadev

Hier verbindet Krishna Karma Yoga mit Raja Yoga. Wir handeln, um uns selbst zu reinigen. Wir stoßen auf Lektionen im Leben, nehmen sie an und lernen aus ihnen und wachsen daran. Wir geben die Verhaftungen auf. Handeln nicht, um etwas zu bekommen oder etwas zu erreichen, sondern handeln, weil die Handlung notwendig ist. Weil sie unsere Pflicht ist. Wir tun die Handlung aus ganzem Herzen, weil wir wissen: Wenn ich das halbherzig tue, wachse ich nicht. Nur wenn ich die Handlung aus ganzem Herzen mache, wachse ich. Ansonsten bekomme ich die Lektion zu einem späteren Zeitpunkt erneut. So lange und so oft, bis ich sie wirklich gelernt habe.

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05-11 Kommentar Swami Sivananda

Yogis bedeutet hier ›Karma Yogis‹, die den Weg des Handelns beschreiten, die frei sind von Egoismus und Selbstsucht, die tätig sind, um ihr Herz zu reinigen, ohne die mindeste Verhaftung an die Früchte oder Erträge ihrer Handlungen, und die alle Handlungen dem Herrn opfern. Kevalam: ›Nur mit‹ (ohne Egoismus und Selbstsucht) bezieht sich auf Körper, Geist, Verstand und Sinne.

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05-11 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 5. Kapitel, 11. Vers: Gib Verhaftungen auf

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05-12 Devanagari Bhagavad Gita 5. Kapitel 12. Vers

युक्तः कर्म फलं त्यक्त्वा शान्तिमाप्नोति नैष्ठिकीम् |
अयुक्तः कामकारेण फले सक्तो निबध्यते || ५ १२ ||

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05-12 yuktah karma-phalam tyaktva shantim apnoti naisthikim ayuktah kama-karena phale sakto nibadhyate

yuktaḥ karma phalaṃ tyaktvā
śāntimāpnoti naiṣṭhikīm
ayuktaḥ kāmakāreṇa
phale sakto nibadhyate

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05-12 Wort-für-Wort Übersetzung

yuktaḥ – wer mit Yoga verbunden, im Yoga geübt ist
karma-phalam – den Früchten (phala) des Handelns (karma)
tyaktvā – nachdem er entsagt hat
śāntim – Frieden
āpnoti – erlangt
naiṣṭhikīm – den ewigen („vollkommenen“)
ayuktaḥ – wer nicht mit Yoga verbunden, nicht im Yoga geübt ist
kāma-kāreṇa – aufgrund seiner Begierden
phale – an der Frucht (dem Ergebnis seines Handelns)
saktaḥ – anhaftet
nibadhyate – wird gebunden

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05-12 Wer die Einheit gefunden hat (ausgewogen und harmonisch) gelangt zum ewigen Frieden, nachdem er den Früchten des Handelns entsagt hat; nur wer die Einheit nicht gefunden hat (der Unstete, Unausgewogene), vom Wunsch Getriebene, Verhaftete, ist gebunden

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05-12 Kommentar Sukadev

Alles was wir tun, entspringt aus der Einheit und führt zum Frieden. Woher weiß man, wann man den Früchten des Handelns entsagt hat und wann nicht?

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05-12 Kommentar Swami Sivananda

Santim naisthikim wird interpretiert als ›Friede, der aus Hingabe und Beständigkeit entstanden ist‹. Der harmonische Mensch, der um Gottes willen und ohne Erwartung der Früchte handelt und der sagt: »Ich handle nur für meinen Herrn, nicht zu meinem persönlichen Vorteil oder Gewinn«, gelangt zum Frieden, der aus Hingabe erwächst, durch die folgenden vier Stadien: Reinheit des Geistes, Erlangung von Wissen, Verzicht auf Handlungen und immerwährende Weisheit. Der unausgeglichene, unharmonische Mensch aber, der vom Wunsch geleitet wird, an den Früchten der Handlungen hängt und sagt: »Ich habe so und so gehandelt; ich werde dieses oder jenes Ergebnis haben«, bleibt fest gebunden.

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05-12 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 5. Kapitel, 12. Vers: Frieden kommt aus Entsagung

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05-13 Devanagari Bhagavad Gita 5. Kapitel 13. Vers

सर्वकर्माणि मनसा संन्यस्यास्ते सुखं वशी |
नवद्वारे पुरे देही नैव कुर्वन्न कारयन् || ५ १३ ||

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05-13 sarva-karmani manasa sannyasyaste sukham vasi nava-dvare pure dehi naiva kurvan na karayan

sarvakarmāṇi manasā
saṃnyasyāste sukhaṃ vaśī
navadvāre pure dehī
naiva kurvanna kārayan

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05-13 Wort-für-Wort Übersetzung

sarva-karmāṇi – allen Handlungen
manasā – mit dem Geist
saṃnyasya – entsagend
āste – weilt
sukham – glücklich
vaśī – selbstbeherrscht, als Gebieter
nava-dvāre – in der neuntorigen
pure – Stadt
dehī – der Verkörperte (das Selbst)
na eva – weder
kurvan – handelnd
na – noch
kārayan – Handlungen bewirkend

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05-13 Im Geist allen Handlungen entsagend und selbstbeherrscht ruht der Verkörperte glücklich in der Stadt mit den neun Toren, erzeugt kein Karma und verursacht auch nicht das Karma anderer

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05-13 Kommentar Sukadev

Mit der „Stadt mit den neun Toren“ ist unser Körper mit seinen neun Körperöffnungen gemeint.

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05-13 Kommentar Swami Sivananda

Alle Handlungen:

  1. Nitya Karmas: Das sind verbindliche Pflichten. Sie auszuführen bringt keinerlei Verdienst; sie jedoch nicht auszuführen, bringt Schuld. Sandhyavandana, usw. gehören in diese Katogerie.

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05-14 Devanagari Bhagavad Gita 5. Kapitel 14. Vers

न कर्तृत्वं न कर्माणि लोकस्य सृजति प्रभुः |
न कर्मफलसंयोगं स्वभावस्तु प्रवर्तते || ५ १४ ||

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05-14 na kartrtvam na karmani lokasya srjati prabhuh na karma-phala-samyogam svabhavas tu pravartate

na kartṛtvaṃ na karmāṇi
lokasya sṛjati prabhuḥ
na karmaphalasaṃyogaṃ
svabhāvastu pravartate

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05-14 Wort-für-Wort Übersetzung

na – weder
kartṛtvam – Urheberschaft („Täter-sein“)
na – noch
karmāṇi – Handlungen
lokasya – für die Welt
sṛjati – erschafft
prabhuḥ – der Herr
na – noch
karma-phala-saṃyogam – die Verbindung (saṃyoga) mit den Früchten (phala) der Handlungen (karma)
sva-bhāvaḥ – die Natur (das „eigene Wesen“)
tu – sondern
pravartate – es handelt

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05-14 Gott lässt weder Urheberschaft noch Handlungen für die Welt entstehen und auch nicht die Verbindung mit den Früchten der Handlungen. Vielmehr ist es die Natur, die handelt

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05-14 Kommentar Swami Sivananda

Der Herr schafft weder Urheberschaft noch Tätigsein. Er drängt niemanden zum Handeln. Er sagt niemandem: »Tu dies oder tu jenes«. Er stellt auch nicht den Bezug zum Ergebnis von Handlungen her. Prakriti, die Natur, tut alles. (Vgl.III.33)

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05-15 Devanagari Bhagavad Gita 5. Kapitel 15. Vers

नादत्ते कस्यचित्पापं न चैव सुकृतं विभुः |
अज्ञानेनावृतं ज्ञानं तेन मुह्यन्ति जन्तवः || ५ १५ ||

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05-15 nadatte kasyacit papam na caiva sukritam vibhuh ajnanenavrtam jnanam tena muhyanti jantavah

nādatte kasyacitpāpaṃ
na caiva sukṛtaṃ vibhuḥ
ajñānenāvṛtaṃ jñānaṃ
tena muhyanti jantavaḥ

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05-15 Wort-für-Wort Übersetzung

na – nicht
ādatte – übernimmt
kasyacit – irgend jemandes
pāpam – Schuld
na – nicht
ca eva – und
sukṛtam – Verdienst, gute Taten
vibhuḥ – der Herr
ajñānena – durch Unwissenheit
āvṛtam – wird verhüllt
jñānam – Wissen, Weisheit
tena – dadurch
muhyanti – werden getäuscht
jantavaḥ – die Wesen

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05-15 Gott übernimmt weder Schuld noch Verdienst von einem Menschen; Wissen ist von Unwissenheit umhüllt, dadurch werden die Wesen getäuscht

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05-15 Kommentar Swami Sivananda

Wissen ist umhüllt von Unwissenheit. Folglich wird der Mensch getäuscht. Er denkt: »Ich handle. Ich genieße. Ich habe diese oder jene verdienstvolle Handlung getan. Ich werde diesen oder jenen Ertrag haben. Ich werde den Himmel genießen. Ich werde in einer reichen Familie geboren werden.«

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05-16 Devanagari Bhagavad Gita 5. Kapitel 16. Vers

ज्ञानेन तु तदज्ञानं येषां नाशितमात्मनः |
तेषामादित्यवज्ज्ञानं प्रकाशयति तत्परम् || ५ १६ ||

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05-16 jnanena tu tad ajnanam yesham nasitam atmanah tesham aditya-vaj jnanam prakasayati tat param

jñānena tu tadajñānaṃ
yeṣāṃ nāśitamātmanaḥ
teṣāmādityavajjñānaṃ
prakāśayati tatparam

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05-16 Wort-für-Wort Übersetzung

jñānena – durch Erkenntnis
tu – aber
tat – diese
ajñānam – Unwissenheit
yeṣām – derjenigen
nāśitam – vernichtet worden ist
ātmanaḥ – des Selbst
teṣām – für diese (Menschen)
ādityavat – wie die Sonne (āditya)
jñānam – das Wissen
prakāśayati – enthüllt („beleuchtet“)
tat – das
param – Höchste (das Brahman)

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05-16 Denen jedoch, deren Unwissenheit durch Selbsterkenntnis vernichtet worden ist, enthüllt das Wissen wie die Sonne, das Höchste (Brahman)

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05-16 Kommentar Sukadev

Gott hält die ganze Welt am Kreisen. Das ganze Weltgeschehen geschieht. Alles was geschieht, geschieht aus Gott heraus. Das ist eine Interpretation dieser Verse

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05-16 Kommentar Swami Sivananda

Wenn Unwissenheit, die Grundursache menschlichen Leidens, durch Selbsterkenntnis ausgelöscht worden ist, erhellt diese Erkenntnis das höchste Brahman, das höchste unsterbliche Wesen, so wie die Sonne alle Gegenstände in diesem grobstofflichen physischen Universum erhellt.

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