02. Kapitel

2. Kapitel: Samkhya Yoga

Die Grundlage von allem ist eine schwierige ethische Frage, die Arjuna hat. Er weiß nicht, was er tun soll, was seine Pflicht ist – entweder kämpfen oder sich zurück ziehen. Diese Frage kann man im wörtlichen Sinne verstehen und sich fragen: Gibt es so etwas wie einen gerechten Krieg? Oder man kann sie im übertragenen Sinne behandeln. Ich glaube, da es heißt, dass die Bhagavad Gita für jeden Einzelnen gedacht ist, sollte man es mehr auf den Einzelnen beziehen.

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02-01 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 1. Vers

संजय उवाच |

तं तथा कृपयाविष्टमश्रुपूर्णाकुलेक्षणम् |
विषीदन्तमिदं वाक्यमुवाच मधुसूदनः || २ १ ||

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02-01 sanjaya uvaca tam tatha kripayavistam asru-purnakuleksanam visidantam idam vakyam uvaca madhusudanah

saṃjaya uvāca
taṃ tathā kṛpayāviṣṭam
aśrupūrṇākulekṣaṇam
viṣīdantamidaṃ vākyam
uvāca madhusūdanaḥ

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02-01 Wort-für-Wort Übersetzung

saṃjaya - Saṃjaya
uvāca – sprach
tam - zu dem
tathā – so
kṛpayā - von Mitleid
āviṣṭam – Überwältigten
aśru-pūrṇa-ākula-īkṣaṇam - dessen Augen (īkṣaṇa) von Tränen (aśru) voll (pūrṇa) und verwirrt (ākula) waren
viṣīdantam - dem Verzweifelten
idam – diese
vākyam – Worte
uvāca – sprach
madhusūdanaḥ – Madhusūdana „Madhuvernichter“ (Kṛṣṇa)

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02-01 Sanjaya sprach: Zu dem vom Mitleid Überwältigten und Mutlosen, dessen Augen voll Tränen standen und er der sehr erregt war, sprach Madhusadana (der Zerstörer Madhus, (also) Krishna):

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02-02 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 2. Vers

श्रीभगवानुवाच |

कुतस्त्वा कश्मलमिदं विषमे समुपस्थितम् |
अनार्यजुष्टमस्वर्ग्यमकीर्तिकरमर्जुन || २ २ ||

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02-02 sri-bhagavan uvaca kutas tva kasmalam idam visame samupasthitam anarya-justam asvargyam akirti-karam arjuna

śrībhagavānuvāca
kutastvā kaśmalamidaṃ
viṣame samupasthitam
anāryajuṣṭamasvargyam
akīrtikaramarjuna

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02-02 Wort-für-Wort Übersetzung

śrī-bhagavān - der Erhabene
uvāca – sprach
kutaḥ – wieso
tvā - dich
kaśmalam – Verzweiflung
idam – diese
viṣame - in unpassender Weise
samupasthitam – hat überkommen
anārya-juṣṭam - bei einem Edlen (ārya) nicht erwünschte
asvargyam - nicht in den Himmel führende
akīrti-karam - Schande bringende
arjuna - oh Arjuna

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02-02 Krishna sprach: Woher kommt diese gefährliche Verzweiflung über dich, diese Niedergeschlagenheit, die deiner nicht würdig ist und unehrenhaft, und die die Himmelstore vor dir verschließen wird, Oh Arjuna?

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02-02 Kommentar Sukadev

„Sri bhagavan uvaca“ bedeutet immer „sprach“. In der Bhagavad Gita kann man immer wieder den Begriff „Bhagavan“, was übersetzt „Gott“ heißt, finden. Insbesondere die Manifestation von Vishnu wurde als Bhagavan bezeichnet. In dieser Ausgabe wird es immer übersetzt mit den Worten: „Krishna sprach“. Man könnte auch sagen „Gott sprach“ oder „der gepriesene Herr sprach“:

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02-03 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 3. Vers

क्लैब्यं मा स्म गमः पार्थ नैतत्त्वय्युपपद्यते |
क्षुद्रं हृदयदौर्बल्यं त्यक्त्वोत्तिष्ठ परंतप || २ ३ ||

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02-03 klaibyam ma sma gamah partha naitat tvayy upapadyate ksudram hridaya-daurbalyam tyaktvottistha parantapa

klaibyaṃ mā sma gamaḥ pārtha
naitattvayyupapadyate
kṣudraṃ hṛdayadaurbalyaṃ
tyaktvottiṣṭha paraṃtapa

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02-03 Wort-für-Wort Übersetzung

klaibyam - in einen Zustand der Schwäche, Feigheit
mā sma – nicht
gamaḥ – gehe
pārtha - oh Sohn Pṛthās
na – nicht
etat – das
tvayi - dir
upapadyate – ist zustehend
kṣudram – armselige
hṛdaya-daurbalyam – diese Herzensschwäche
tyaktvā - nachdem du aufgegeben hast
uttiṣṭha - erhebe dich
paraṃtapa - oh Verbrenner der Feinde (Arjuna)

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02-03 Erliege nicht der Hilflosigkeit, Oh Arjuna, Sohn Prithas. Sie schafft dir keinen Nutzen. Treibe diese armselige Schwäche aus deinem Herzen! Steh auf, Oh Zerstörer der Widersacher!

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02-04 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 4. Vers

अर्जुन उवाच |

कथं भीष्ममहं साङ्ख्ये द्रोणं च मधुसूदन |
इषुभिः प्रतियोत्स्यामि पूजार्हावरिसूदन || २ ४ ||

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02-04 arjuna uvaca katham bhismam aham sankhye dronam ca madhusudana isubhih pratiyotsyami pujarhav ari-sudana

arjuna uvāca
kathaṃ bhīṣmamahaṃ saṅkhye
droṇaṃ ca madhusūdana
iṣubhiḥ pratiyotsyāmi
pūjārhāvarisūdana

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02-04 Wort-für-Wort Übersetzung

arjuna – Arjuna
uvāca – sprach
katham – wie
bhīṣmam - Bhīṣma
aham – ich
saṅkhye - in der Schlacht
droṇam - Droṇa
ca – und
madhu-sūdana - oh Madhu-Vernichter (Kṛṣṇa)
iṣubhiḥ – mit Pfeilen
pratiyotsyāmi - soll ich bekämpfen
pūjārhau - die beiden Verehrungswürdigen
ari-sūdana - oh Bezwinger der Feinde (Kṛṣṇa)

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02-04 Kommentar Sukadev

Arjuna will von Krishna wissen, wie er gegen seine Lehrer kämpfen soll. Bhishma und Drona waren die Lehrer Arjunas. Von ihnen hatte er sowohl spirituelle Lektionen empfangen, als auch die Staatskunst gelernt. Ebenfalls lehrten sie ihn Waffen- und Heerkunst.

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02-04 Arjuna sprach: Oh Madhusudana, wie soll ich im Kampf Pfeile gegen die verehrungswürdigen Bhishma und Drona schicken, Oh Zerstörer der Feinde?

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02-05 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 5. Vers

गुरूनहत्वा हि महानुभावान्
श्रेयो भोक्तुं भैक्ष्यमपीह लोके |
हत्वार्थकामांस्तु गुरूनिहैव
भुञ्जीय भोगान् रुधिरप्रदिग्धान् || २ ५ ||

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02-05 gurun ahatva hi mahanubhavan sreyo bhoktum bhaiksyam apiha loke hatvartha-kamams tu gurun ihaiva bhunjiya bhogan rudhira-pradigdhan

gurūnahatvā hi mahānubhāvān
śreyo bhoktuṃ bhaikṣyamapīha loke
hatvārthakāmāṃstu gurūnihaiva
bhuñjīya bhogān rudhirapradigdhān

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02-05 Wort-für-Wort Übersetzung

gurūn - die Lehrer
ahatvā - nicht getötet habend
hi – gewiss
mahā-anubhāvān – hochehrwürdigen
śreyaḥ – es ist besser
bhoktum - zu genießen
bhaikṣyam – Bettelspeise
api – sogar
iha – hier
loke - in der Welt
hatvā - wenn ich getötet hätte
artha-kāmān - die Besitz (artha) erheischenden
tu – aber
gurūn – Lehrer
iha – hier
eva – schon
bhuñjīya - würde ich genießen
bhogān – Genüsse
rudhira-pradigdhān – blutbefleckte

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02-05 Besser ist es in der Tat, in dieser Welt Almosen zu empfangen, als die edelsten Lehrer niederzustrecken. Töte ich sie aber, wird schon in dieser Welt all meine Freude am Besitz und an der Erfüllung meiner Wünsche mit (ihrem) Blut befleckt sein

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02-06 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 6. Vers

न चैतद्विद्मः कतरन्नो गरीयो
यद्वा जयेम यदि वा नो जयेयुः |
यानेव हत्वा न जिजीविषामः
तेऽवस्थिताः प्रमुखे धार्तराष्ट्राः || २ ६ ||

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02-06 na caitad vidmah kataran no gariyo yad va jayema yadi va no jayeyuh yan eva hatva na jijivisamas te ’vasthitah pramukhe dhartarastrah

na caitadvidmaḥ kataranno garīyo
yadvā jayema yadi vā no jayeyuḥ
yāneva hatvā na jijīviṣāmaḥ
te.avasthitāḥ pramukhe dhārtarāṣṭrāḥ

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02-06 Wort-für-Wort Übersetzung

na – nicht
ca – und
etat – das
vidmaḥ – wir wissen
katarat – was von beidem
naḥ – für uns
garīyaḥ - ehrenvoller (ist)
yat – wenn
vā – entweder
jayema - wir sollten siegen
yadi – wenn
vā – oder
naḥ – uns
jayeyuḥ – sie sollten besiegen
yān eva – welche
hatvā - getötet habend
na - nicht mehr
jijīviṣāmaḥ – wir würden leben wollen
te – diese
avasthitāḥ – stehen
pramukhe - (uns) gegenüber
dhārtarāṣṭrāḥ – Söhne Dhṛtarāṣṭras

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02-06 Schwerlich kann ich sagen, ob es besser wäre, wir bezwängen sie, oder sie bezwängen uns. Auch die Söhne Dhritarashtras stehen uns gegenüber; nachdem sie getötet wurden, möchten auch wir nicht mehr leben

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02-06 Kommentar Sukadev

Der Kampf auf dem Schlachtfeld steht symbolisch für viele Situationen. Glücklicherweise ist niemand von uns in der Situation, dass er über einen Krieg zu entscheiden hätte. Und ich hoffe, dass wir über so etwas niemals entscheiden müssen. Der deutsche Bundestag musste irgendwann mal entscheiden, ob er Truppen in den Kosovo oder nach Afghanistan entsenden wollte. Dies war keine leichte Entscheidung. Menschen, die zum Teil Jahre und Jahrzehnte für bedingungslosen Pazifismus gekämpft haben, dafür demonstriert haben, haben entschieden, Heere und Truppen dorthin zu entsenden. Es war eine äußerst schwierige Situation und es ist schwierig zu beantworten, was wirklich richtig oder falsch wäre. Dies ist ein Beispiel, derer es viele gibt.

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02-07 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 7. Vers

कार्पण्यदोषोपहतस्वभावः
पृच्छामि त्वां धर्मसंमूढचेताः |
यच्छ्रेयः स्यान्निश्चितं ब्रूहि तन्मे
शिष्यस्तेऽहं शाधि मां त्वां प्रपन्नम् || २ ७ ||

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02-07 karpanya-dosopahata-svabhavah prcchami tvam dharma-sammudha-cetah yac chreyah syan niscitam bruhi tan me shishyas te ’ham sadhi mam tvam prapannam

kārpaṇyadoṣopahatasvabhāvaḥ
pṛcchāmi tvāṃ dharmasaṃmūḍhacetāḥ
yacchreyaḥ syānniścitaṃ brūhi tanme
śiṣyaste.ahaṃ śādhi māṃ tvāṃ prapannam

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02-07 Wort-für-Wort Übersetzung

kārpaṇya-doṣa-upahata-svabhāvaḥ – mein Wesen (svabhāva) ist vom Makel (doṣa) des Mitleids (kārpaṇya) 
      überwältigt (upahata)            
pṛcchāmi - ich frage
tvām – dich
dharma-saṃmūḍha-cetāḥ – mein Geist (cetas) ist verwirrt (saṃmūḍha) hinsichtlich der Pflicht (dharma)
yat – was
śreyaḥ – besser
syāt – wäre
niścitam - mit Entschiedenheit
brūhi – sage
tat – das
me – mir
śiṣyaḥ – Schüler
te – dein
aham - ich (bin)
śādhi – lehre
mām – mich
tvām - dich
prapannam - um Hilfe ersuchenden

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02-07 Mein Herz ist vom Makel des Mitleids überwältigt; mein Geist verwirrt hinsichtlich meiner Pflicht. Ich bitte Dich: Sage Du mir klar, was für mich richtig ist. Ich bin Dein Schüler. Lehre mich, da ich bei dir Zuflucht gesucht habe

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02-07 Kommentar Sukadev

Mit diesen Worten öffnet sich Arjuna für Krishna als Lehrer. Er macht ihn jetzt zum Lehrer. Er akzeptiert ihn als Lehrer. Die vorherige Freundschaftsbeziehung ist aufgehoben. In diesem Moment bittet er um die Schülerschaft.

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02-07 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 2. Kapitel, 7. Vers: Sei ein Schüler, wünsche zu lernen.

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02-08 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 8. Vers

न हि प्रपश्यामि ममापनुद्याद्
यच्छोकमुच्छोषणमिन्द्रियाणाम् |
अवाप्य भूमावसपत्नमृद्धं
राज्यं सुराणामपि चाधिपत्यम् || २ ८ ||

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02-08 na hi prapasyami mamapanudyad yac chokam ucchosanam indriyanam avapya bhumav asapatnam rddham rajyam suranam api cadhipatyam

na hi prapaśyāmi mamāpanudyād
yacchokamucchoṣaṇamindriyāṇām
avāpya bhūmāvasapatnamṛddhaṃ
rājyaṃ surāṇāmapi cādhipatyam

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02-08 Wort-für-Wort Übersetzung

na – nicht
hi – denn
prapaśyāmi - ich sehe
mama – meine
apanudyāt - vertreiben könnte
yat – was
śokam – Sorge
ucchoṣaṇam - (dieses) Verdorren, Verbrennen
indriyāṇām - der Sinne
avāpya - erlangt habend, wenn ich erlangte
bhūmau - auf Erden
asapatnam – unangefochtene
ṛddham – blühende
rājyam – Königsherrschaft
surāṇām - über die Götter
api – sogar
ca – und
ādhipatyam – Oberherrschaft

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02-08 Ich sehe nicht, dass es diese Sorge, die meine Sinne verbrennt, beseitigen würde, auch nicht wenn ich blühende und unangefochtene Macht über die Erde und Herrschaft über die Götter Erlange

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02-08 Kommentar Sukadev

Götter sind hier Engelswesen in den höheren Astralwelten.

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02-08 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 2. Kapitel, 8. Vers: Sei mutig, aber stehe auch zu deinen Ängsten

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02-09 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 9. Vers

संजय उवाच |

एवमुक्त्वा हृषीकेशं गुडाकेशः परंतपः |
न योत्स्य इति गोविन्दमुक्त्वा तूष्णीं बभूव ह || २ ९ ||

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02-09 sanjaya uvaca evam uktva hrishikesham gudakeshah parantapah na yotsya iti govindam uktva tusnim babhuva ha

saṃjaya uvāca
evamuktvā hṛṣīkeśaṃ
guḍākeśaḥ paraṃtapaḥ
na yotsya iti govindam
uktvā tūṣṇīṃ babhūva ha

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02-09 Wort-für-Wort Übersetzung

saṃjayaḥ – Saṃjaya
uvāca – sprach
evam – so
uktvā - gesprochen habend
hṛṣīkeśam - zu Hṛṣīkeśa „Herr über die Sinne“ (Kṛṣṇa)
guḍākeśaḥ – der „Dickhaarige“ (Arjuna)
paraṃtapaḥ – Verbrenner der Feinde
na – nicht
yotsye – ich werde kämpfen
iti – so
govindam - zu Govinda (Kṛṣṇa)
uktvā - nachdem er sagte
tūṣṇīm – still
babhūva ha – wurde

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02-09 Sanjaya sprach: Nachdem er so zu Hrishikesha (dem Herrn über die Sinne) gesprochen hatte, sagte Arjuna (der Bezwinger des Schlafes), der Zerstörer der Widersacher, zu Krishna: Ich werde nicht kämpfen. Und verstummte

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02-09 Kommentar Sukadev

Hrishikesha = Krishna

Bezwinger des Schlafes = er hat Tamas überwunden.

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02-10 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 10. Vers

तमुवाच हृषीकेशः प्रहसन्निव भारत |
सेनयोरुभयोर्मध्ये विषीदन्तमिदं वचः || २ १० ||

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02-10 tam uvaca hrishikeshah prahasann iva bharata senayor ubhayor madhye visidantam idam vacah

tamuvāca hṛṣīkeśaḥ
prahasanniva bhārata
senayorubhayormadhye
viṣīdantamidaṃ vacaḥ

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02-10 Wort-für-Wort Übersetzung

tam - zu dem
uvāca – sprach
hṛṣīkeśaḥ – Hṛṣīkeśa „Herr über die Sinne“ (Kṛṣṇa)
prahasan – lächelnd
iva – gleichsam
bhārata - oh Nachkomme Bharatas
senayoḥ – Heere
ubhayoḥ – der beiden
madhye – inmitten
viṣīdantam – Verzweifelten
idam – diese
vacaḥ – Worte

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02-10 Zu dem Verzweifelten, der zwischen den beiden Armeen stand, Oh Bharata, sprach Krishna, beinahe lächelnd, die folgenden Worte:

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02-10 Kommentar Sukadev

Mit „Bharata“ ist hier „Dhritarashtra“ gemeint. Normalerweise werden alle NachfolgerBharatas,Bharatagenannt.

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02-10 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 2. Kapitel, 10. Vers: Heiterkeit als Mittel, sich von Ängsten zu lösen

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02-11 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 11. Vers

श्रीभगवानुवाच |

अशोच्यानन्वशोचस्त्वं प्रज्ञावादांश्च भाषसे |
गतासूनगतासूंश्च नानुशोचन्ति पण्डिताः || २ ११ ||

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02-11 sri-bhagavan uvaca asocyan anvasocas tvam prajna-vadams ca bhasase gatasun agatasums ca nanusocanti panditah

śrībhagavānuvāca
aśocyānanvaśocastvaṃ
prajñāvādāṃśca bhāṣase
gatāsūnagatāsūṃśca
nānuśocanti paṇḍitāḥ

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02-11 Wort-für-Wort Übersetzung

śrī-bhagavān - der Erhabene
uvāca – sprach
aśocyān - die nicht zu Betrauernden
anvaśocas – betrauerst
tvam – du
prajñā-vādān - Worte der Weisheit (prajñā)
ca – aber
bhāṣase - sprichst du
gata-asūn - die Toten („deren Leben bereits vergangen ist“)
agata-asūn - die Lebenden („deren Leben noch nicht vergangen ist“)
ca – und
na – nicht
anuśocanti – betrauern
paṇḍitāḥ – die Weisen

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02-11 Krishna sprach: Du sorgst dich um die, um die du dich nicht zu sorgen brauchst (du sprichst gute Worte, du argumentierst gut aus der Purva Mimamsa Philosophie, du legst deinen ethischen Konflikt dar aber) die Weisen sorgen sich weder um die Lebenden noch um die Toten

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02-11 Kommentar Sukadev

Das klingt jetzt zuerst einmal etwas brutal. Mitgefühl ist eigentlich auch ein wichtiger Aspekt, Sorge aber nicht. Warum sorgen sich die Weisen nicht um die Lebenden oder um die Toten?

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02-11 Kommentar Swami Sivananda

Mit diesem Vers beginnt die Philosophie der Gita.
Man braucht sich um Bhishma und Drona nicht zu sorgen, denn ihre wahre Natur ist ewig und sie sind tugendhafte Menschen von tadellosem Verhalten. Obwohl du weise Worte sprichst, bist du unweise, denn du sorgst dich um die, die in Wahrheit ewig sind und keiner Sorge bedürfen. Wer das Selbst kennt, ist weise. Er sorgt sich weder um die Lebenden noch um die Toten, denn er weiß, daß das Selbst unsterblich ist, und daß es nicht geboren wurde.
Er weiß auch, daß es so etwas wie den Tod nicht gibt, daß er eine Trennung von Astralkörper und physischem Körper ist, daß der Tod nichts anderes ist als eine Auflösung von Materie, und daß die fünf Elemente, aus denen sich der Körper zusammensetzt, zu ihrer Quelle zurückkehren.
Arjuna hat vergessen, daß die Seele in ihrer Natur ewig und der Körper veränderlich ist. Bedingt durch seine Unwissenheit, begann er so zu handeln, als wären die zeitlich begrenzten Verbindungen mit den Verwandten, den Lehrern, usw. von Dauer. Er vergaß, daß seine Beziehungen zu dieser Welt in seinem gegenwärtigen Leben das Ergebnis seiner vergangenen Handlungen sind. Wenn sich diese erschöpft haben, endet jede Beziehung und neue entstehen, wenn ein neuer Körper angenommen wird.
Die Auswirkung vergangener Handlungen bezeichnet man als Karma, und der Teil des Karma, der zur gegenwärtigen Inkarnation geführt hat, heißt Prarabdha Karma.

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02-11 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 2. Kapitel, 11. Vers: Sorge dich nicht

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02-12 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 12. Vers

नत्वेवाहं जातु नासं न त्वं नेमे जनाधिपाः |
न चैव न भविष्यामः सर्वे वयमतः परम् || २ १२ ||

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02-12 na tv evaham jatu nasam na tvam neme janadhipah na caiva na bhavisyamah sarve vayam atah param

natvevāhaṃ jātu nāsaṃ
na tvaṃ neme janādhipāḥ
na caiva na bhaviṣyāmaḥ
sarve vayamataḥ param

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02-12 Wort-für-Wort Übersetzung

na – nicht
tu – doch
eva – gewiss
aham – ich
jātu – jemals
na – nicht
āsam – existierte
na – noch
tvam – du
na – noch
ime – diese
jana-adhipāḥ –  Herrscher
na – nicht
ca eva – und
na – nicht
bhaviṣyāmaḥ – werden existieren
sarve – alle
vayam – wir
ataḥ param - hiernach, in Zukunft

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02-12 Es gab nie eine Zeit, da Ich nicht war, oder du, oder auch diese Herrscher, und in Wahrheit werden wir auch in Zukunft niemals aufhören zu sein

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02-12 Kommentar Sukadev

Die Seele ist unsterblich. Ob wir jetzt leben oder nicht ist unerheblich. Vor der Geburt waren wir, nach dem Tod werden wir sein. Jetzt leben wir eine Weile, die Ewigkeit ist sehr lange, und dieses Leben ist kurz. Vielleicht leben wir 20 Jahre, 80 Jahre oder gar 100 Jahre. Vielleicht werden wir es noch erleben, dass der Durchschnitt von uns 100 oder 120 Jahre alt werden könnte. Aber es ist nichts im Vergleich zur Ewigkeit. Wir werden auch in Wahrheit niemals aufhören zu sein.

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02-12 Kommentar Swami Sivananda

Shri Krishna spricht hier von der Unsterblichkeit der Seele oder der unzerstörbaren Natur des Selbst (Atman). Die Seele existiert in den drei Zeitphasen (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft). Der Mensch besteht nach dem Tod des physischen Körpers weiter. Es gibt ein Leben danach.

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02-12 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 2. Kapitel, 12. Vers: Sei dir der Unsterblichkeit bewusst.

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02-13 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 13. Vers

देहिनोऽस्मिन्यथा देहे कौमारं यौवनं जरा |
तथा देहान्तरप्राप्तिर्धीरस्तत्र न मुह्यति || २ १३ ||

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02-13 dehino ’smin yatha dehe kaumaram yauvanam jara tatha dehantara-praptir dhiras tatra na muhyati

dehino ’sminyathā dehe
kaumāraṃ yauvanaṃ jarā
tathā dehāntaraprāptir
dhīrastatra na muhyati

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02-13 Wort-für-Wort Übersetzung

dehinaḥ – des Verkörperten (der Seele)
asmin - in diesem
yathā – wie
dehe – Körper
kaumāram – Kindheit
yauvanam – Jugend
jarā - Alter (stattfinden)
tathā – ebenso
deha-antara-prāptir - (gibt es) das Erlangen (prāpti) eines anderen (antara) Körpers (deha)
dhīras - ein Weiser
tatra – diesbezüglich
na – nicht
muhyati – ist verwirrt

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02-13 So wie in diesem Körper das Verkörperte (die Seele) durch Kindheit, Jugend und Alter geht, so geht es auch in einem anderen Körper; der unerschütterliche Mensch sorgt sich nicht darum

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02-13 Kommentar Sukadev

Wir haben schon viele Jahre mit unserem Körper gelebt und sind mit ihm alt geworden. Wenn wir ein altes Foto von uns anschauen sagen wir oft: „Das bin ich.“ Was heißt das eigentlich: „Das bin ich?“ Bin ich dieses Stück Papier? Nein. Bin ich derjenige mit diesen kurzen Haaren. Nein, die Haare sind ergraut und sehen anders aus. Bin ich derjenige, der so gut sehen kann?

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02-13 Kommentar Swami Sivananda

Genauso wie der Übergang von der Kindheit zur Jugend und zum Alter in diesem Körper nahtlos geschieht, so unterbricht auch der Tod nicht die Kontinuität des Ich. Das Selbst stirbt nicht, wenn eine Phase, die Kindheit, zu Ende geht. Es wird mit Sicherheit nicht am Beginn der zweiten Phase, der Jugend, neu geboren. So wie das Selbst unverändert von der Kindheit in die Jugend übergeht und von der Jugend ins Alter, so geht das Selbst unverändert von einem Körper in einen anderen weiter. Deshalb ist der Weise darüber keineswegs besorgt.

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02-13 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 2. Kapitel, 13. Vers Sei dir des Unvergänglichen inmitten des Vergänglichen bewusst

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02-14 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 14. Vers

मात्रास्पर्शास्तु कौन्तेय शीतोष्णसुखदुःखदाः |
आगमापायिनोऽनित्यास्तांस्तितिक्षस्व भारत || २ १४ ||

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02-14 matra-sparshas tu kaunteya sitosna-sukha-duhkha-dah agamapayino ’nityas tams titiksasva bharata

mātrāsparśāstu kaunteya
śītoṣṇasukhaduḥkhadāḥ
āgamāpāyino.anityās
tāṃstitikṣasva bhārata

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02-14 Wort-für-Wort Übersetzung

mātrā-sparśās – Sinneskontakte
tu – aber
kaunteya - oh Sohn Kuntīs (Arjuna)
śīta-uṣṇa-sukha-duḥkha-dāḥ – die Kälte (śīta), Hitze (uṣṇa), Freude (sukha) und Leid (duḥkha) hervorrufen
āgama-apāyinaḥ – kommen und gehen
anityās - (sie sind) nicht ewig
tān – diese
titikṣasva – ertrage
bhārata - oh Nachkomme Bharatas

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02-14 Die Kontakte der Sinne mit den Objekten, Oh Sohn Kuntis, die Hitze und Kälte, Vergnügen und Schmerz hervorrufen, haben einen Anfang und ein Ende; sie sind nicht dauerhaft; ertrage sie tapfer, Oh Arjuna

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02-14 Kommentar Sukadev

Die Kontakte der Sinne haben ein Anfang und ein Ende. Das ist eine banale Weisheit, aber eine Weisheit, die wir immer wieder vergessen. Wenn es uns schlecht geht haben wir manchmal die Befürchtung, dass es uns nie mehr besser gehen wird. Und wenn es uns gut geht, dann denken wir, das muss immer so bleiben. Aber wenn es uns gut geht, geht dieser Zustand irgendwann wieder vorbei. Wenn es uns schlecht geht, dann geht dieser Zustand ebenfalls wieder vorbei. Gestern schien die Sonne. Heißt das, dass ab sofort immer die Sonne scheint? Heute war der Himmel den ganzen Tag grau. Wird der Himmel jetzt immer den ganzen Tag grau sein? Heute loben einen die Menschen, werden sie einen immer loben? Heute tadeln einen die Menschen, werden sie einen immer tadeln? Ein anderes Mal seid ihr in einen Raum gekommen indem es kalt war. Ist er deswegen immer kalt? Irgendwann seid ihr in einen Raum gekommen, der sehr warm war. Habt ihr jetzt immer warme Räume?

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02-14 Kommentar Swami Sivananda

Kälte kann einmal angenehm und dann wieder schmerzhaft sein. Hitze ist im Winter angenehm und im Sommer schmerzhaft. Derselbe Gegenstand, der einmal Freude schenkt, bringt ein anderes Mal Schmerz. So kommen und gehen die Sinneskontakte, die Empfindungen von Hitze und Kälte, Freude und Schmerz entstehen lassen. Sie sind daher in ihrer Natur unbeständig. Die Dinge kommen mit den Sinnen, den Indriyas, in Kontakt, mit Haut, Ohr, Auge, Nase, usw. und die Nerven bringen die Empfindungen zum Geist, der sich im Gehirn befindet. Es ist der Geist, der Freude und Schmerz empfindet. Man muß versuchen, Hitze und Kälte, Freude und Leid geduldig zu ertragen und einen ausgeglichenen Gemütszustand zu entwickeln. (Vgl.V.22.)

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02-14 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 2. Kapitel, 14. Vers: Sei gleichmütig inmitten der Veränderungen

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02-15 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 15. Vers

यं हि न व्यथयन्त्येते पुरुषं पुरुषर्षभ |
समदुःखसुखं धीरं सोऽमृतत्वाय कल्पते || २ १५ ||

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02-15 yam hi na vyathayanty ete purusham purusharsabha sama-duhkha-sukham dhiram so ’mrtatvaya kalpate

yaṃ hi na vyathayantyete
puruṣaṃ puruṣarṣabha
samaduḥkhasukhaṃ dhīraṃ
so.amṛtatvāya kalpate

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02-15 Wort-für-Wort Übersetzung

yam – welchen
hi – denn
na – nicht
vyathayanti – quälen
ete - diese (Sinneskontakte)
puruṣam – Menschen
puruṣa-ṛṣabha - oh Mannes-Stier (Arjuna)
sama-duḥkha-sukham - der gleichmütig (sama) gegenüber Freude (sukha) und Leid (duḥkha) ist
dhīram – weisen
saḥ – der
amṛtatvāya - für die Unsterblichkeit
kalpate - ist geeignet

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02-15 Dieser unerschütterliche Mensch, den all dies nicht berührt, Oh Größter unter den Menschen, und für den Vergnügen und Schmerz gleichbedeutend sind, ist geeignet, Unsterblichkeit zu verwirklichen

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02-15 Kommentar Sukadev

Wir sind schon unsterblich. Wir brauchen nichts zu machen, um unsterblich zu werden. Nur haben wir das vergessen. Wir identifizieren uns mit dem Vergänglichen, mit dem Sterblichen.

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02-15 Kommentar Swami Sivananda

Dehadhyasa, die Identifikation des Selbst mit dem Körper, ist die Ursache von Freude und Schmerz. Je mehr du dich mit dem Unsterblichen, dem alldurchdringenden Selbst, zu identifizieren vermagst, desto weniger werden dich die Gegensatzpaare berühren (Dvandvas, Freude und Schmerz, usw.)
Titiksha, die Kraft des Erduldens, entwickelt Willenskraft. Stilles Dulden in Freude und Schmerz und Hitze und Kälte ist eine der Voraussetzungen für den Suchenden auf dem Weg des Jñana Yoga. Es ist eine von Shatsampat, eine der sechs Tugenden. Es ist eine Voraussetzung für rechtes Wissen. Titiksha allein vermag nicht Moksha, Befreiung, zu geben; gepaart jedoch mit Unterscheidungskraft und Gelassenheit wird es zu einem Mittel, um Unsterblichkeit, Selbsterkenntnis, zu erlangen. (Vgl. XVIII. 53.)

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02-15 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 2. Kapitel, 15. Vers: Sei gleichmütig inmitten aller Veränderungen

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02-16 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 16. Vers

नासतो विद्यते भावो नाभावो विद्यते सतः |
उभयोरपि दृष्टोऽन्तस्त्वनयोस्तत्त्वदर्शिभिः || २ १६ ||

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02-16 nasato vidyate bhavo nabhavo vidyate satah ubhayor api drsto ’ntas tv anayos tattva-darshibhih

nāsato vidyate bhāvo
nābhāvo vidyate sataḥ
ubhayorapi dṛṣṭo.antas
tvanayostattvadarśibhiḥ

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02-16 Wort-für-Wort Übersetzung

na – nicht
asataḥ – des Nichtseienden
vidyate - es gibt
bhāvaḥ – ein Sein
na – nicht
abhāvaḥ – ein Nichtsein
vidyate - es gibt
sataḥ – des Seienden
ubhayoḥ – beiden
api – aller
dṛṣṭaḥ – wird gesehen
antaḥ – Ende, Grenze
tu – aber
anayoḥ – dieser
tattva-darśibhiḥ – von denen, die die Wahrheit (tattva) sehen

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02-16 Das Unwirklich hat kein Sein; es gibt kein Nichtsein des Wirklichen; wer die Wahrheit kennt (das Eigentliche sieht), hat erkannt, was an beidem wahr ist

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02-16 Kommentar Sukadev

Wir sind schon unsterblich. Wir brauchen nichts zu machen, um unsterblich zu werden. Nur haben wir das vergessen. Wir identifizieren uns mit dem Vergänglichen, mit dem Sterblichen.

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02-16 Kommentar Swami Sivananda

Der unveränderliche homogene Atman, das Selbst, besteht immer. Er ist die einzige sichere Wirklichkeit. Diese wahrnehmbare Welt der Namen und Formen verändert sich ständig. Daher ist sie unwirklich. Der Weise, der Jivanmukta, besitzt volles Bewußtsein darüber, daß das Selbst immerwährend ist und diese Welt einer Luftspiegelung vergleichbar. Durch sein Jñanachakshus, das Auge der Intuition, erfährt er das Selbst direkt.  Die Welt verschwindet für ihn wie die Schlange im Seil, nachdem er erkannt hat, daß nur das Seil existiert. Er weist Namen und Formen zurück und nimmt das zugrundeliegende Eigentliche in allen Namen und Formen wahr, Asti-Bhati-Priya, Satchidananda, Absolutes Sein – Absolutes Wissen – Absolute Wonne. Daher ist er Tattvadarshi; er kennt die Wahrheit, das Eigentliche. Das, was sich verändert, muß unwirklich sein. Das Beständige, Dauerhafte, muß wahr sein.

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02-16 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 2. Kapitel, 16. Vers: Sei verankert in der ewigen Wirklichkeit

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02-17 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 17. Vers

अविनाशि तु तद्विद्धि येन सर्वमिदं ततम् |
विनाशमव्ययस्यास्य न कश्चित्कर्तुमर्हति || २ १७ ||

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02-17 avinasi tu tad viddhi yena sarvam idam tatam vinasam avyayasyasya na kascit kartum arhati

avināśi tu tadviddhi
yena sarvamidaṃ tatam
vināśamavyayasyāsya
na kaścitkartumarhati

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02-17 Wort-für-Wort Übersetzung

avināśi - als unzerstörbar
tu – aber
tat – das
viddhi – erkenne
yena - durch welches
sarvam – alles
idam – dieses
tatam - ausgebreitet ist
vināśam - die Zerstörung
avyayasya – Unvergänglichen
asya – dieses
na – nicht
kaścit – irgendwer
kartum - zu tun
arhati – vermag

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02-17 Erkenne Das als unzerstörbar, Welches all das durchdringt. Niemand kann die Zerstörung des Unvergänglichen bewirken

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02-17 Kommentar Swami Sivananda

Brahman oder Atman durchdringt wie Äther alle Dinge. Auch wenn das Gefäß zerbricht, kann der Äther, der innen wie außen ist, nicht zerstört werden. Ebenso kann auch Brahman, das Selbst, das alles durchdringt, nicht vergehen, auch wenn die Körper und alles andere vergehen. Es ist die lebendige Wahrheit, Sat.

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02-17 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 2. Kapitel, 17. Vers: Das Ewige ist unvergänglich

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02-18 Devanagari Bhagavad Gita 2. Kapitel 18. Vers

अन्तवन्त इमे देहा नित्यस्योक्ताः शरीरिणः |
अनाशिनोऽप्रमेयस्य तस्माद्युध्यस्व भारत || २ १८ ||

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