
Was ist Bhakti Yoga? Das Wort „Bhakti“ erhält oft die Bedeutung von Frömmigkeit, Liebe zu Gott, völlige Hingabe an Gott.
Eine der Lieblingsaussagen des Meisters war: „Sieh Gott in jedem Gesicht, sieh Gott in jedem. Diene Gott in Allen.“
Gurudev, dieser Gott in Menschengestalt, war zu dieser Erde herabgestiegen, um Sein Versprechen einzuhalten, dass er immer wieder geboren wird.
Er kam, um das Böse zu bezwingen, die Tugend zu schützen und Dharma aufrechtzuerhalten, und gab uns wertvolle und praktische Anleitungen.
Zu unserem Besten, damit wir es sehen, bewundern und nachahmen können, unterzog sich das Göttliche im menschlichen Gewand spiritueller Disziplin.
Für ihn war Narayanabhava Swabhava (die Überzeugung, dass der Herr allen Wesen innewohnt, war seine ihm angeborene Natur).
Deshalb war er bestens dazu geeignet, uns zu lehren, wie wir dieses Narayana-Bhava (das Gefühl von Gottes Allgegenwart) entwickeln und bewahren können.
Wenn man den Meister persönlich getroffen hatte, ging man vielleicht mit dem Eindruck weg, dass er Menschen, die ein Mantra wiederholten, ganz besonders schätzte.
Das hing ganz davon ab, wann man zu ihm gekommen war. Das stimmt, das war zweifellos eine seiner Stärken.
Täglich kamen Jung und Alt in den Ashram in Rishikesh und stellten eine sehr einfache Frage:
„Ich möchte Yoga praktizieren; ich möchte ein spirituelles Leben führen. Was muss ich tun?“
Anstatt mit großartigen Theorien über Gott lange um die Sache herumzureden, sagte der Meister: „Wiederhole Ram Ram, wiederhole den Namen Gottes.“
Die Menschen, die darum baten, seine Schüler zu sein, waren von unterschiedlichem Temperament und gehörten unterschiedlichen Religionen an.
Aber die Antwort war immer dieselbe: „Ich werde dir ein Mantra geben. Wiederhole es Tag und Nacht.“
Und auf diese Antwort folgte dann gleich: „Möchtest du lieber Tee oder Kaffee?“ Er ermutigte kein weiteres Fragen oder Diskutieren.
„Was ist Gott? Was ist dein Begriff von Gott?“ Der Meister vermied all diese Spekulationen.
Was passierte, wenn etwa ein Gelehrter auf der Bildfläche erschien und eine hoch metaphysische philosophische Frage stellte?
Einmal, 1947, tauchte ein sehr intellektueller Mann um 8:00 Uhr früh in unserem Büro auf.
Er bat Swami Sivananda, den Unterschied zwischen Savikalpa und Nirvikalpa Samadhi zu erklären.
Wir drei, die im Büro arbeiteten, schauten erwartungsvoll auf, hätten wir doch nie gewagt, diese Frage zu stellen.
Swamiji, der gerade mit irgendeiner Arbeit beschäftigt war, legte plötzlich seine Feder weg und schaute den Besucher an.
Zwei Minuten war es absolut still, und dann fragte der Meister: „Oje, was möchtest du, Milch, Tee, Kaffee?“
Wenn der Meister eine Frage stellt, muss man zuerst antworten, bevor er die Frage beantwortet. Also erwiderte der Professor: „Ich glaube, ich nehme Kaffee, Swamiji.“
„Und Obst, ein Idli (Idli ist eine südindische Frühstücksspeise).“ „Ja Swamiji“, antwortete der Mann. Der Meister bat einen Schüler, das alles zu bringen.
Dann bat Gurudev einen anderen: „Bitte bring mir ein paar Bücher für den Doktor.“ So vergingen etwa 10 Minuten.
In der Zwischenzeit kamen Kaffee und Frühstück. Gurudev gab weitere Anweisungen, stets darauf bedacht, dem Doktor zu dienen.
Unterdessen hatte seine Frau ihn gesucht. Einige Minuten später kam sie herein und warf ihm einen einzigen strengen Blick zu.
Sie sagte: „Wie lange willst du noch bleiben? Steh auf! Wir gehen.“ Lammfromm erhob sich der Professor und ging.
Nachdem er gegangen war, brach der Meister in Lachen aus. Er lachte und lachte, und sein ganzer Bauch schüttelte sich.
Während er sich die Augen rieb, sagte er: „Er möchte den Unterschied zwischen Nirvikalpa und Savikalpa Samadhi wissen...“
„... und seine Frau schaut ihn nur einmal an und sagt: ‚Steh auf, steh auf‘, und er steht auf und folgt ihr still.“
Gurudev hatte keine Geduld mit unnötigem Gerede. Seine Botschaft war: „Wiederhole Ram Ram. Nimm den Namen Gottes, mache Japa.“
„Du wirst die Antwort auf all diese Fragen in dir selber finden.“