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Lies den redaktionellen Beitrag des Stadtanzeigers zum Kinderyoga Kongress hier als PDF.

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Yoga - Moor - Externsteine

Während Ihres Aufenthaltes genießen Sie die Vorzüge von Horn-Bad Meinberg mit seiner Vielfalt: Tauchen Sie in Europas größtem Yogazentrum ein in die 5.000 Jahre alte Tradition Indiens, entdecken Sie im Meinberger Moor unser natürliches Heilmittel und erleben Sie an den Externsteinen die Faszination dieses weltberühmten Natur- und Kulturdenkmals. Hier treffen sich die Europarad- und Wanderwege auf der schönsten Etappe der Hermannshöhen. Der Historische Stadtkern Horn, das Staatsbad Meinberg, der Luftkurort Holzhausen-Externsteine und der Teutoburger Wald bilden die Kulisse für Ihre Urlaubstage am „Wanderstern der Hermannshöhen“. Weitere Ideen finden Sie in unserem Reisekatalog und auf unserer Internetseite. Wir beraten Sie gerne.

Ganzheitliche Yogatherapie

Yogatherapie ist die Anwendung der klassischen Yoga-Techniken auf konkrete Beschwerden. Therapie steht üblicherweise für die Behandlung von Krankheiten. Das schließt oft eine passive Haltung des Klienten ein.

Das Besondere an der Yogatherapie ist, dass Sie lernen, wie Sie Ihre Selbstheilungskräfte eigenständig aktivieren können. Ihr Körper und Geist, die Emotionen und Ihre Seele stehen miteinander in direkter
Verbindung.

60 Minuten im 4-Tage-Programm enthalten Deswegen ist der Ansatz der ganzheitlichen Yogatherapie integral und versucht Ihre gesamte Konstitution im Zusammenhang zu sehen.

Dabei ist die Yogatherapie nach Absprache sehr gut mit der Schulmedizin und anderen Naturheilverfahren kombinierbar. Ganz egal wie Ihre Konstitution gerade aussieht - die Yogatherapie ist sowohl für absolute Yoga-Anfänger, als auch für erfahrene Übende geeignet.

Ayurveda-Anwendungen

In der Ayurveda Tradition gibt es viele verschiedene Massagen. Ayurvedische Öl-Massagen und Behandlungen vitalisieren auf einzigartige Weise das Körpergewebe. Der gesamte Organismus entspannt sich bei einer Ayurveda Massage und wird mit neuer Lebensenergie versorgt. Alle inneren Kanäle öffnen sich und der Körper wird zur Entgiftung, Zellerneuerung und Heilung angeregt. Durch Ayurveda Anwendungen kann man den Alltag vergessen, seine Seele baumeln lassen und sich selbst verwöhnen.

Seit die klassische Kur von den Kassen nicht mehr gezahlt wird, stecken deutsche Heilbäder in der Krise. Das einstmals reiche Bad Meinberg glaubt nun, eine Marktlücke gefunden zu haben: Es will zur Yoga-Stadt werden.

Frauen im Dirndl, Kerle in Lederhosen. Karussells, Kapellen und fässerweise Bier. Das Oktoberfest ist nicht nur in München, sondern auch im ostwestfälischen Bad Meinberg der alljährliche Höhepunkt des Dorflebens. Doch diesmal ist etwas anders. Am Tag der Eröffnung drängen sich knapp 200 Bürger an langen, festlich eingedeckten Biertischen und machen ernste Gesichter. Durch das Schützenzelt tönen nicht die vertrauten Klänge der Marpetaler Blaskapelle, sondern klingt die Stimme eines jungen Mannes mit kurz geschorenem Haar und verwaschen-grauem Halstuch. Er spricht von unschönen Dingen. Überalterung, Leerstand, Abwanderung. Probleme, die die Bad Meinberger nur zu gut kennen. Und die Lösung, so die Quintessenz des Redners, sollen nun Leute wie er selbst sein. Yogis. Ausgerechnet. Eine Welle der Euphorie lösen die Worte nicht gerade aus.

Bad Meinberg am Rande des Teutoburger Waldes hat fast alles, was es für ein staatliches Heilbad braucht. Das Moor als natürliches Heilmittel, die Externsteine als touristischen Anziehungspunkt. Große Kurkliniken und einen gepflegten Kurpark mit See, weiß lackierten Sitzmöbeln und der unvermeidlichen Konzertmuschel. Es fehlt bloß eine Kleinigkeit: die Kurgäste. Seit die Kassen die klassische Kur nicht mehr zahlen, kommen sie nicht mehr, die Ausgebrannten und Erschöpften, die jahrzehntelang etwas Leben und viel Geld nach Ostwestfalen gebracht hatten. Die Übernachtungszahl stürzte von einstmals einer Million auf 300.000 ab. Der mit Kassengeld und Kurtaxe reich gewordene Ort fiel nach der Gesundheitsreform schlagartig in einen Dornröschenschlaf. Und ist anders als andere Heilbäder bis heute nicht wieder daraus erwacht.

In der weitläufigen Parkanlage verliert sich an diesem Montag im September keine Menschenseele. Das Kurgastzentrum wirbt vergeblich mit Kaffee und Kuchen. Auch die kleine Einkaufsstraße ist verwaist. Das Café am Kurpark und die "Kajüte" haben erst gar nicht geöffnet, und bei "Steffi Moden" langweilt sich das Verkaufspersonal. In Bad Meinberg ist so wenig los, dass eine Besucherin schon sarkastisch die Installation von Bewegungsmeldern an den Straßenlampen vorgeschlagen haben soll. Das ist nicht geplant. Doch die Maßnahme, die die Stadtväter von Horn-Bad Meinberg stattdessen erwägen, erscheint manchen Alteingesessenen nicht weniger abwegig: Bad Meinberg soll möglicherweise bald zur "Yoga-Stadt" erklärt werden.

"Wir brauchen ein Alleinstellungsmerkmal", sagt Eberhard Block in seinem Bürgermeisterzimmer. Bad Nauheim habe die medizinische Kompetenz und die Scheichs aus den Golfstaaten, Bad Kissingen habe sich auf China spezialisiert, Norderney laufe als Inselbad ohnehin außer Konkurrenz. Aber Bad Meinberg? "Unser Alleinstellungsmerkmal", sagt der Bürgermeister mit einem leichten Seufzer, "ist nun mal Yoga."

Weil es in Bad Meinberg keine kasseneigenen Kliniken gab, sondern nur sogenannte Beleghäuser, wurde der Ort besonders hart von der Reform getroffen. Von den einstmals sechs großen Kurkliniken mussten vier schließen. 1500 Vollzeitjobs fielen weg – schwer zu verkraften für einen Kurort mit nicht mal 5000 Einwohnern. Der Versuch, ein großes Tinnituszentrum aufzubauen, blieb auf halber Strecke stecken. Leerstand grassierte, die verwaisten Klinikgebäude drohten zum verrottenden Denkmal fetterer Jahre zu werden. Doch dann kam ein bescheiden lächelnder Mann aus Frankfurt und lehrte die Meinberger, die Dinge mit anderen Augen zu sehen. "Herr Bretz erkannte in dem Gebäude der Silvaticum-Klinik eine siebenstufige Chakra-Pyramide", berichtet der Bürgermeister und runzelt nur ganz leicht die Stirn. "Das wird auch wirklich, ähm, verspürt." Volker Bretz entstammt einer Unternehmerfirma aus Rheinhessen, Möbelbranche. Sein Intelligenzquotient soll 160 betragen, mit 20 Jahren hatte er ein abgeschlossenes BWL-Studium. Dann ging er ins Ausland zu einem berühmten Yogi in die Lehre und kehrte irgendwann als "Sukadev" Bretz nach Deutschland zurück. "Das bedeutet ,Engel der Wonne'", erklärt Bretz, der heute 50 Jahre alt ist und im Lotussitz auf einem Bürodrehstuhl im Erdgeschoss der "Chakra-Pyramide" sitzt. Für nicht einmal eine halbe Million Euro hat er das ehemalige Klinikgebäude und später noch zwei Nachbargebäude gekauft und auf 49.000 Quadratmeter Nutzfläche ein Yoga-Zentrum aufgebaut, das in Deutschland seinesgleichen sucht.

Nach dem frühmorgendlichen Mantra-Gesang werden in 34 Seminarräumen Bauchatmung und Kopfstand gelehrt, Positionen wie Pflug, Kobra oder Heuschrecke eingenommen. Rund 21.000 Schüler und angehende Lehrer besuchen das Zentrum pro Jahr, schlafen hier und werden bekocht. In einem Shop bekommen sie Matten, Tee, Bücher und Lehrvideos. Der Umsatz des Yoga Vidya e. V. wird mit acht Millionen Euro angegeben. "Yoga ist die viertbeliebteste Sportart nach Laufen, Radfahren und Schwimmen", erklärt Unternehmersohn Bretz. "Es ist deshalb auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor."

Auf jeden Fall in einem Ort, der sonst nicht viel hat. Die eigenen Angaben zufolge größte Yoga-Einrichtung außerhalb Indiens verbuchte im vergangenen Jahr 85.000 Übernachtungen und ist damit zumindest auf dem Papier die mit Abstand wichtigste Tourismuseinrichtung von Bad Meinberg. Als die ersten Yogis mit ihren wallenden Gewändern eintrudelten, wurden sie von den Ostwestfalen noch misstrauisch beäugt. Auch Bürgermeister Block räumt ein, sich zuerst bei einem Sektenbeauftragten rückversichert zu haben. Nun aber schimmert unter seinem Dienstmonitor eine goldene Figur des Elefantengottes Ganesha, ein Geschenk vom "Engel der Wonne" Bretz. Und Block wirkt selbst ein bisschen erleuchtet angesichts der Möglichkeiten, die sich seiner Stadt nun plötzlich eröffnen.

"Yoga – Moor – Externsteine" bewirbt die neu gedruckte Stadtbroschüre Alleinstellungsmerkmale auf der Titelseite, und zwar in dieser Reihenfolge. Die Tage des alten, kompromissbehafteten Stadtslogans "Vielfalt erleben" sind offensichtlich gezählt. "Bad Meinberg ist das Yoga-Zentrum Europas", verkündet der Bürgermeister und berichtet, dass sich im Umfeld der Chakra-Pyramide mehrere unabhängige Yoga-Angebote gebildet und fernöstliche Einflüsse längst auch in traditionellen Kureinrichtungen Einzug gehalten hätten. Die Kurgäste von morgen kommen nicht in Gesundheitsschuhen, sondern in Jesuslatschen, das haben die ersten Gewerbetreibenden erkannt. In der Eisdiele gibt es jetzt auch veganes Eis, die Pizzeria verzichtet auf Wunsch auf Käse. Und der Bioladen, so was gab es in Bad Meinberg seit Jahren nicht mehr, musste unlängst vergrößern. Man scheint Geld mit den Yogis verdienen zu können – bloß wie?

"Früher genügte es, eine Schubkarre vor die Tür zu stellen, und jemand schüttete Geld hinein", erinnert sich Günter Weigel, der beim Kreis Lippe die Ressorts Wirtschaftsförderung und Tourismus unter sich vereint. Heute seien die Meinberger gut beraten, sich auf die Yogis einzustellen. "Typische Gerüche, plätscherndes Wasser – ein bisschen mehr Umfeld", rät der Verwaltungsmann. Nachdem das andere Bad im Kreis, Bad Salzuflen, sich erfolgreich auf Geschäftstourismus und Wellness verlegt habe, seien die Yogis für Bad Meinberg nun die Chance, sich doch noch aus dem Sog der Bäderkrise zu befreien.

Tatsächlich führte die Invasion der Yogis dazu, dass Bad Meinberg erstmals nach langer Zeit wieder einen positiven Wanderungssaldo aufweist. Neben den immerhin 160 Mitarbeitern, die im Zentrum arbeiten, essen und schlafen, haben sich etwa 50 yogabegeisterte Neubürger außerhalb der Anlage angesiedelt. Einer von ihnen ist Christoph Harrach, der vor einem Jahr mit Frau und zwei Kindern herzog. Der Trendforscher aus Frankfurt am Main ist der Mann, der vor einer Woche im Oktoberfestzelt seine Vision vom Bad Meinberg 2030 vorstellte – ohne jedoch Begeisterungsstürme auszulösen. "Einige Einheimische glauben, wir wollten die Stadt übernehmen. Schwer wäre das nicht", sagt der 39-Jährige. Doch seine Pläne klingen eher unkriegerisch. Ein selbst verwaltetes Kulturzentrum mit Kleiderkreisel und veganem Kuchen, regionale Wirtschaftskreisläufe mit Biolandwirten.

"Zehn bis 20 Gäste im Jahr", sagt dagegen Thomas Steger mit gesenkter Stimme. Mehr seien es nicht, die des Yogas wegen im "Stern" abstiegen, dem ersten Haus am Platz, das doch extra Yoga-Arrangements eingeführt hatte. "Natürlich habe ich nichts gegen Yoga Vidya", betont der Regionaldirektor mehrmals und zeigt zum Beweis eine Vitrine im Keller, in der tatsächlich Hindu-Gottheiten ausgestellt sind. "Aber es ist nicht die Klientel, die Vier-Sterne-Standard erwartet." Eine ausschließliche Vermarktung als Yoga-Stadt, so warnt der Hotelier, werde die Probleme des Ortes sicherlich nicht lösen.

"Es ist bekannt, dass diese Leute etwas spartanisch leben. Das bringt keine Kaufkraft", fürchtet auch Hans-Jürgen Jansen, der über 30 Jahre lang eine große Pension im Ort betrieb, die nun zum Verkauf steht, da kein Nachfolger in Sicht ist. Die Ur-Bad-Meinberger, so Jansen, seien nicht unbedingt angetan von der Vorstellung, bald in einer "Yoga-Stadt" zu leben. Die Yogis gälten vielen als reiche Erben, die mit dem Leben nicht klarkämen. Man komme gut mit ihnen zurecht, aber viele wünschten sich doch lieber den guten alten Kurbetrieb zurück.

Das Herzblut des Heilbads fließt heute nur noch in den weiß gekachelten Katakomben des Badehauses. Eine einzige Patientin liegt dort in einer Edelstahlwanne, bis zum Hals getaucht in eine schwerölschwarze, 42 Grad warme Tunke. "Lendenwirbelsäule", sagt sie, und der Physiotherapeut nickt verstehend mit dem Kopf. Das leicht schwefelig muchelnde Moor wird per Pipeline aus dem drei Kilometer entfernten Stinkebrink gepumpt und soll bei Rückenschmerzen und anderen Gebrechen eine heilsame Wirkung entfalten. Zigtausende von Kurgästen pilgerten deshalb früher in den Ort – heute entspannt hier pro Tag noch ein dreckiges Dutzend.

www.welt.de/print/wams/wirtschaft/article120484840/Retter-im-Lotussitz.html

Großküche im Bad Meinberg Yogazentrum bereitet zweimal pro Tag rund 300 Mahlzeiten zu  Von

Morgens um 7 Uhr beginnt die Frühschicht mit ihrer Arbeit in der Großküche von Yoga Vidya. Bratengeruch stellt sich hier allerdings nie ein, denn im Bad Meinberger Yogazentrum wird vegetarisch gekocht.

Horn-Bad Meinberg. „Die Tendenz geht dahin, dass wir vegan kochen“, sagt Küchenchef Sönke Weber. Allerdings finden sich dann doch einige wenige tierische Produkte wie Käse oder Honig zwischen den ganzen Zutaten auf pflanzlicher Basis wieder.

Zwei Mahlzeiten bereiten die 16 festangestellten Küchenkräfte hier täglich zu. „Morgens machen die Bewohner ihre Übungen, da sollte man eher nichts im Magen haben“, berichtet Mona Henss, Bereichsleiterin Küche. Deshalb sei der Brunch zwischen 11 und 12 Uhr in der Regel die erste Mahlzeit, abends ist der 350 Sitzplätze bietende Speisesaal dann zwischen 18 und 19 Uhr zum Essen vorbereitet. Darum kümmert sich die Spätschicht von 13 bis 20 Uhr, während die Frühschicht um 14 Uhr ihr Tagewerk erledigt hat.

„Wenn Kinder im Haus sind, bieten wir diesen aber auch schon früher am Tag ein Frühstück“, lächelt Henss. Wohl wissend, dass der Nachwuchs nicht unbedingt bis 11 Uhr auf seine erste Mahlzeit zu warten bereit ist. Neben den festen Küchenkräften steht in der Großküche immer auch eine Anzahl Helfer, die sich aus Gästen und Mitarbeitern rekrutieren, zur Verfügung.

Zu tun gibt es reichlich: Knapp 300 Mägen sind im Durchschnitt täglich zufriedenzustellen. „Weniger Gäste als 150 sind hier eigentlich nie, dazu kommen rund 100 Mitarbeiter“, überschlägt Mona Henss die Zahlen. „Zu Spitzenzeiten sind es dann auch schon mal 500 bis 550 Essen“, ergänzt Sönke Weber.

Im Zentrum der Großküche rührt Helfer Leo mit einer gewaltigen Schöpfkelle im Chili. „,Chili con vegi‘ nennen wir das“, erklärt Mona Henss. Denn natürlich ist hier kein Fleisch eingerührt. Eine Zeitlang, erinnert sich Sönke Weber, habe man „Chili con Tofu“ serviert. Doch als Reaktion auf eine starke „Anti-Tofu-Fraktion“ im Hause sei man davon abgekommen.

Während Leo noch umrührt, pendelt Richard agil zwischen Küche und Speisesaal hin und her. Wie alle Mitarbeiter ist auch er heute für einen ganz bestimmten Bereich des Brunches zuständig. „Ich kümmere mich heute um das Frühstück“, erzählt er. Die Aufteilung der Mitarbeiter erfolgt per Anschlag an einer Art schwarzem Brett in der Küche. In der Nähe finden sich darüber hinaus auch diverse Anschläge mit zum Teil internationalen, vegetarischen Rezepten.

Berge von Obst hat Richard aufgetürmt. Nun stellt er gerade eine große Schale mit einem gelblichen Brei ab. „Hummus“, erklärt er und legt Wert auf das zweite „m“. Denn hier handelt es sich so gar nicht um die erste Assoziation des Autors, sondern um einen wohlschmeckenden „Kichererbsen-Aufstrich“.

Ein paar Meter weiter greift Mona Henss an einem großen Topf zur Kelle. „Kitchery“ nennt sich das gelbliche Gemisch aus Reis und gelben Mungobohnen – in Öl und mit angebratenen Gewürzen gekocht. „Viele hier lieben das“, erzählt sie. Fast brauchte es Sönke Weber nicht zu erwähnen, aber natürlich wird in der Großküche des Vereins Yoga Vidya nur mit Produkten aus biologischem Anbau gekocht. Dabei setzt das größte Yogazentrum Europas sehr stark auf Lieferanten aus der Region.

Getreide werde zum Teil im ganzen Korn, zum Teil aber auch gemahlen angeliefert. Denn bei den umgesetzten Mengen reicht die Zeit einfach nicht aus, alles Korn selbst zu mahlen. Immerhin muss die Küche Mahlzeiten für rund 80 000 bis 100 000 Übernachtungsgäste pro Jahr bereitstellen.

Kurz bevor sich die Türen des Speisesaals zum Brunch öffnen, bilden die Mitarbeiter der Frühschicht einen Kreis. „Brahmarparman Bramahavir“ („Die Opferhandlung ist Brahman“) stimmen die 15 Frauen und Männer ein Lied an. Erst danach darf gespeist werden. „Wir probieren aber auch bei der Zubereitung schon“, lacht Mona Henss – auch wenn das bei sehr konsequenter Auslegung eigentlich nicht gestattet sei.

www.hbm1.de/index.php/presseschau-horn-bad-meinberg/4890-chili-gibt-s-nur-vegetarisch

SENIOREN IM ASHRAM erschienen in YOGA AKTUELL im Dezember 2013, Heike Pöhlmann

Bei Yoga Vidya in Horn-Bad Meinberg gibt es zahlreiche ältere Ashram-Bewohner und -Mitarbeiter. Unsere Autorin Heike Pöhlmann hat einige von ihnen kennengelernt.

Ingrid steht vor ihrer Yogaklasse und weiß nicht weiter. Sie war gerade dabei, den Sonnengruß anzusagen, und hat den Faden verloren. Es
dauert nur einen Moment, dann macht sich ein Strahlen in ihrem Gesicht breit. „Wisst ihr was? Ihr könnt den Sonnengruß doch alle, dann macht doch jetzt mal noch zwei Runden in eurem eigenen Atemrhythmus.“ Auch der Rest der Stunde ist angefüllt mit ihrer Frische und Fröhlichkeit, und mit kleinen Weisheiten wie dieser: „Yoga lehrt uns, dass wir alles sind, Licht und Schatten.“ Die zierliche Yogalehrerin trägt ihre wei- ßen Haare in einer akkurat geschnittenen Prinz-Eisenherz-Frisur und guckt durch dicke Brillengläser auf die Welt. Sie ist 75 Jahre alt und weiß genau, was sie will. „Ich will hundert Jahre alt werden, denn ich brauche die Zeit, weil ich mich noch entwickeln möchte.“ Sie ist eine von ca. 30 älteren Yogis im Alter ab sechzig Jahren, die im Yoga-Vidya-Zentrum in Bad Meinberg leben und arbeiten. Leben oder zu Gast sein im größten Yoga-Seminarzentrum Yoga Vidya Bad Meinberg ist das größte Yoga-Seminarzentrum in Deutschland, nach eigener Aussage gibt es auch in Europa kein größeres. Vor zehn Jahren hatte es Yoga-Vidya-Gründer Sukadev Volker Bretz eröffnet, um dort den klassischen Hatha-Yoga nach Swami Sivananda zu praktizieren und zu lehren. Das idyllisch am Teutoburger Wald gelegene Bad Meinberg war in den achtziger Jahren mal ein boomender Kurort, aber nachdem die Krankenkassen auf Sparen umgeschwenkt hatten, wurde eine Klinik nach der anderen geschlossen. In so einen ehemaligen Klinikkomplex zog dann 2003 der Yoga-Vidya-Verein ein, der zuvor schon in seinem kleineren Haus im Westerwald Yogaseminare und -ausbildungen angeboten hatte. Heute wohnen und arbeiten dort etwa 300 Frauen, Männer und Kinder. Sie nennen den Häuserkomplex Ashram, denn ein Ashram ist in der Yogatradition ein Ort, an dem Menschen dauerhaft oder vorübergehend wohnen, um sich spirituell weiterzuentwickeln. Wer also in den Ashram kommt, hat unzählige Wahlmöglichkeiten, sowohl im Seminarangebot als auch in der Art und Dauer seines Aufenthalts. Bleibt man nur wenige Tage oder Wochen, ein Jahr oder länger? Arbeitet man als Vollzeitmitarbeiter oder als Rentner in Teilzeit nur für Kost und Logis? Oder lebt man im Ort Bad Meinberg und geht stundenweise in den Ashram? Und dann gibt es noch die Shanti-Vasis, „Friedensim Ashram bewohner“, die sich für eine bestimmte Summe eingekauft haben und nun ein lebenslanges Wohnrecht in einem der 72
dafür zur Verfügung gestellten Zimmer und Appartements des Ashrams besitzen.

Ingrid ist auch so eine Friedensbewohnerin. Die frühere Krankenschwester zeigt voller Stolz ihr Zimmer, das sie in den vergangenen zwei Jahren ganz nach ihrem Geschmack mit Bücherregal, hellen Möbeln und Erinnerungsstücken eingerichtet hat. Sie war schon gut über sechzig, als sie bei Yoga Vidya eine vierwöchige Yogalehrer-Ausbildung sowie zwei Intensiv-Weiterbildungen gemacht hat. Damals dachte sie noch gar nicht
ans Unterrichten: „Ich wollte auf meine alten Tage endlich mal Disziplin lernen.“ Aber es dauerte nicht lange, dann wurde sie von der Volkshochschule an ihrem Wohnort für drei Yogastunden die Woche engagiert. „Yoga zu unterrichten, ist mein Altersgeschenk von oben, das erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.“ Heute gibt sie im Ashram Yogastunden für Anfänger und Geübte. Wenn sie sechs Mal die Woche für drei Stunden arbeitet, hat sie die zwei vegetarischen Vollwertmahlzeiten und ihre Nebenkosten frei. Arbeitet sie weniger, trägt sie selbst die Kosten, die aber mit zehn Euro pro Tag für das Essen recht übersichtlich sind. Derzeit wohnt sie nur im Winterhalbjahr in Bad Meinberg. Den Sommer verbringt sie in ihrer kleinen Wohnung in Rotenburg/Wümme, denn dort in der Nähe ist auch ihr Schrebergarten, den sie seit Jahrzehnten liebevoll pflegt. Den will sie erst mit 80 Jahren aufgeben und dann ganz nach Bad Meinberg ziehen. In einem Umfeld mit Gleichgesinnten alt zu werden, mache sie glücklich, auch wenn das natürlich nicht ohne Konflikte abgehe. „Es menschelt halt überall“, sagt sie ganz lapidar.

Ja, Konflikte gebe es schon immer wieder, sagt auch Elisha, die in der Seminarplanung arbeitet. „Aber in so einem Umfeld ist man echt und sagt, was Sache ist.“ Die 62-Jährige wohnt seit zwei Jahren im Seminarzentrum. Zuvor war sie in der Erwachsenenbildung und als Coach tätig. Sie findet ihr Leben im Ashram sehr bereichernd. „Mir tut die tägliche spirituelle Praxis gut. Wenn ich morgens um sechs Uhr gemeinsam mit anderen die Atemtechniken des Pranayama übe und danach meditiere und im Satsang sitze, bekomme ich sehr viel Energie.“ Und die braucht sie auch, denn die Mitarbeiter, genannt Sevakas (von Seva – selbstloser Dienst), arbeiten an sechs Tagen jeweils sieben Stunden für Kost und Logis, Sozialversicherung und ein Taschengeld. Obwohl es immer mal wieder kritische Stimmen gegeben hat, die dieses System als ausbeuterisch anprangern, ist Elisha sehr froh, dass sie sich abgesichert weiß und ganz auf ihren spirituellen Weg konzentrieren kann. „Für mich ist die Bezahlung o.k., und ich habe hier keinen existenziellen Druck wie draußen.“ Sie und die meisten ihrer Altersgenossen genießen es, sich noch einmal völlig neu zu entdecken. In ihrer Freizeit oder ihrem Urlaub macht Elisha Weiterbildungen. So ist sie inzwischen nicht nur Yogalehrerin, sondern auch Fastenkursleiterin und Seniorenyoga-Übungsleiterin. Aber auch in der täglichen Arbeit sind je nach Begabung und Vorlieben Wechsel möglich. Elisha hat an der Rezeption begonnen und wechselte dann in die Seminarplanung. „Ich lerne hier viel, und so bleibt mein Geist frisch“, sagt sie.

Das meint auch die 65-jährige Heidrun, die seit neun Jahren im Ashram lebt und inzwischen dort auch in Rente gegangen ist. Die ausgebildete Webdesignerin arbeitet nur noch 24 Stunden die Woche für Kost und Logis, zusätzlich hat sie ihre kleine Rente. Ihr Schwerpunkt liegt beim Nada-Yoga, dem Yoga des Klangs. Nach Ausbildungen in Klangmassage und Klangtherapie hat sie ihre ganz eigene Klangreise entwickelt, die sie neben Klangmeditationen im Ashram anbietet. Darin hat sie auch ihre ganz eigenen Erfahrungen mit Natur und Klang einfließen lassen, die sie intuitiv mit Klangschalen, Monochord, Gong, Rahmentrommel, weiteren Percussion-Instrumenten und ihrer eigenen Stimme wirken lässt. „Während meiner Klangreisen darf ich immer wieder erleben, dass bei den Teilnehmern Selbstheilungs- und Bewusstwerdungsprozesse geschehen,“ sagt Heidrun. Bei meditativen Spaziergängen und Wanderungen in den Seminarpausen macht sie den Gästen zusätzlich bewusst, „was die Natur uns alles schenkt, von den wärmenden Sonnenstrahlen bis zu den Wildkräutern.“ Der Gedanke, dass die Teilnehmer das Licht und den Frieden aus diesen Veranstaltungen mit nach Hause nehmen, erfüllt Heidrun mit Freude, und dafür ist sie sehr dankbar. Im Alter geht’s bergab?! Von wegen ... Ein sinnvolles Leben im Alter ist das, was Yoga Vidya ermöglichen möchte. „Was ältere Menschen besonders gut können, ist unterrichten, denn sie sprechen aus ihrer Weisheit heraus“, meint Sukadev Bretz. Für ihn ist das Alter keine Zeit, in der es abwärts geht. „Nach der Yogalehre erreicht das Leben seinen Höhepunkt mit dem physischen Tod.“ Ab dem sechzigsten Lebensjahr werde der Geist bei den meis ten Menschen ruhiger, und dann könne man sich intensiver den spirituellen Dingen widmen. Er berichtet, dass in den vergangenen zehn Jahren einige Frührentner oder Arbeitslose zwischen 50 und 60 gekommen seien, die dann durch Yoga neue Kraft erhalten hätten. Dadurch habe der Ashram einige sehr fähige Mitarbeiter gewonnen.

Einer davon ist der 67-jährige Joachim, genannt Satyam. Seine geführten Morgenmeditationen und Anfängerklassen sind sehr beliebt, denn er unterrichtet mit viel Erfahrung und Humor. Auch Lachyoga gehört zu seinen Spezialitäten. Man sieht ihm heute noch den Werber an, der er einmal war, denn er trägt gerne Halstuch und Weste, und an einem Ohr glitzert ein silberner Ohrring. Er wurde mit Anfang fünfzig entlassen, und in der jugendsüchtigen Werbebranche war dies das Aus für seine berufliche Karriere. Und nicht genug, auch seine Ehe zerbrach in dieser Zeit. In den folgenden Jahren war er auf der Suche nach einer neuen Heimat und einer neuen Aufgabe. Als er 2002 hörte, dass in Bad Meinberg ein großes Seminarzentrum entstehen soll, schloss er sich dem Team an, das die heruntergekommene Kurklinik wieder auf Vordermann bringen sollte. Er gehörte zu den ersten Mitarbeitern des Ashrams, und zu den ersten mit lebenslangem Wohnrecht im eigenen Appartement.
Seit 2005 ist Satyam jetzt offiziell in Rente und genießt seine Freizeit, die er ganz bewusst auch mal außerhalb des Ashrams verbringt, zum Beispiel mit Singen im Gospelchor von Bad Meinberg. Ganz klar, dass das Leben im Ashram nicht für jeden das Richtige ist. Deswegen werden Arbeitsverträge mit Mitarbeitern auch nur für ein Jahr abgeschlossen. „Manche stellen im Laufe dieses Jahres fest, dass das Leben in einer Gemeinschaft nicht zu ihnen passt“, berichtet Sukadev Bretz.

Ob es passt, kann zum Beispiel auch der 63-jährige Josef nach vier Monaten noch nicht mit Sicherheit sagen. Er ist ein Spezialist für schwierige Asanas, die er selbst auch täglich intensiv praktiziert. Der schlanke Mann mit dem grauen Pferdeschwanz hat erst mit 61 Jahren den Skorpion gelernt, nach zwei Jahren mit viel Übung. Heute gibt er mit Hingabe Yogastunden für Fortgeschrittene. Josef ist aber auch Vollzeitmitarbeiter und arbeitet im Haushaltsteam, das u.a. für die Reinigung der Gästezimmer zuständig ist. Da im Ashram seine Arbeitszeiten durch die An- und Abreisen der Gäste wie in der Hotelbranche organisiert sind, fehlen dem ehemaligen Fußballtrainer die freien Wochenenden und der Fußball. „Dieser Wochenrhythmus ist die größte Herausforderung für mich. Ich bin wohl doch noch ein bisschen weltlich orientiert“, meint er.

Da all die aktiven Alten von Yoga Vidya Bad Meinberg gelernt haben, in der Gegenwart zu leben, machen sie sich auch keine großen Gedanken, was sein wird, wenn sie sich eines Tages nicht mehr selbst versorgen können. Es gebe, abgesehen von Demenz, fast keinen Grund, aus dem Ashram ausziehen zu müssen, erklärt Sukadev Bretz. Denn in Bad Meinberg werde eine sehr gute ambulante Pflege angeboten. Zudem spreche vieles dafür, dass eine intensive Yogapraxis einer Demenz vorbeuge. „Mir ist kein Yogameister bekannt, der im Alter dement geworden wäre.“ Wenn es aber doch mal nötig wäre, gibt es in nur einem Kilometer Entfernung drei Pflegeheime. Ingrid wurde einmal von ihrer Tochter gefragt, was sie denn machen wolle, wenn sie irgendwann mal pflegebedürftig würde. Ja, wenn es nicht mehr anders ginge, würde sie ins Pflegeheim gehen. „Alter bedeutet nun mal auch Verlust“, sagt sie, „und wenn der Tod eines Tages kommt, dann wird er mich zu mir selbst zurückführen.“ Aber jetzt ist sie erst mal noch ganz neugierig auf das Leben. Sie schmiedet schon Pläne für eine Reise nach Island, ganz allein mit Auto und Zelt. Mit im Gepäck jede Menge vegane Lebensmittel, denn sie will sich auf der Reise genauso gut ernähren wie im Ashram.