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Meditation - Wirkung und Erfahrungen

Meditation Wirkung

Wirkung der Meditation

Meditation

  1. reduziert Stress und Bluthochdruck
  2. macht uns leistungsfähiger und erhöht das Konzentrationsvermögen
  3. stärkt das Selbstwertgefühl, fördert die innere Ruhe und Harmonie sowie die Gelassenheit im Alltag
  4. schafft Erfahrung der Einheit, Harmonie und Frieden
  5. ein Gefühl des Wohlwollens für alle Lebewesen
  6. wohltuende Leichtigkeit
  7. das Empfinden reiner Gegenwart
  8. Entzückung
  9. führt zu Harmonie mit der Natur
  10. Freude an reiner Präsenz
  11. ist kein spezielles Erlebnis
  12. entfacht den Wunsch anderen zu helfen
  13. lässt ein allgemeines Wohlbefinden sich ausbreiten
  14. lässt uns Lücken als Freude empfinden
  15. gibt uns das Gefühl, in einem unendlichen Raum zu sein und
  16. die segensreiche Erfahrung das Atmens völlig neu entdeckt zu haben
  17. führt uns dazu, in der Wirbelsäule Energie zu spüren
  18. das Empfinden einer höheren und liebenden Machtzu erfahren, sowie
  19. Verbundenheit mit allen Wesen und
  20. die Bereitschaft loszulassen.

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Erfahrungen in der Meditation

In der Meditation werden im Gehirn neue Furchen geschaffen und der Geist bewegt sich nach oben in den neuen spirituellen Furchen. Wenn der Geist in der Meditation fest wird, werden auch die Augäpfel fest. Ein Yogi, dessen Geist ruhig ist, hat ein festes Auge. Es gibt kein Zwinkern. Die Augen werden strahlend, rot oder rein weiß. Wenn man in sehr tiefe stille Meditation kommt, tritt der Atem nicht aus den Nasenlöchern. Es mag aber ab und zu eine leichte Bewegung von Lunge oder Bauch geben.

In tiefer fortgesetzter Meditation hört das Denken auf. Es gibt nur den einzigen Gedanken “Aham Brahmasmi”. Wenn auch dieser Gedanke aufgegeben wird, folgt Nirvikalpa Samadhi oder Sahaja Adwaita Nishta. So wie sich Salz im Wasser auflöst, löst sich der sattvige Geist in der Stille in Brahman, seiner Grundlage, auf. Wenn wir meditieren, können verschiedene Reinigungserfahrungen auftreten, und zwar können das körperliche, energetische, emotionelle und geistige Reinigungen sein.

Yogis sagen: Unsere wahre Natur ist Sat, Chid, Ananda, reines Sein, Wissen und Wonne. Nun haben sich Unreinheiten wie eine Wolke vor diese unsere wahre Natur gesetzt. Wenn wir zu unserer wahren Natur kommen wollen, müssen wir zuerst unsere Unreinheiten überwinden. Die Meditation und verschiedene Praktiken auf dem spirituellen Weg bewirken das. So geschieht es, dass die verschiedensten Unreinheiten an die Oberfläche des Bewusstseins kommen.

Das ist wie mit der Sonne: Sie existiert immer, auch wenn sie hinter Wolken verschwunden ist. Die Sonne verschwindet nicht dadurch, dass Wolken da sind, nur wir sehen sie nicht. Genau so sind manchmal alle möglichen Wolken vor unserem Geist. Dann spüren wir unsere innere Freude überhaupt nicht mehr, sondern denken ständig an alles Mögliche, wenn wir überhaupt noch etwas klar denken können. Wenn der Geist wenig konzentriert oder voller dunkler Gedanken ist, dann scheint unser eigentliches wahres Selbst nicht mehr. Ist der Geist hingegen etwas ruhiger, dann strahlt das Glück des Selbst. So ist ein wichtiger Aspekt des spirituellen Weges, dass wir uns von den verschiedensten Unreinheiten befreien und lösen. Und das kann eben passieren, wenn man meditiert oder überhaupt bei allen spirituellen Praktiken.

Meditation Wirkung Sonnenblume

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Körperliche Reinigungserfahrungen

Körperliche Reinigungserfahrungen bei der Meditation können sich zum Beispiel äußern als kurzfristiges Kopfweh, als kurze Reinigungserkältung oder als Auflösen bestimmter Schutzverspannungen, die dann tiefere Verspannungen
freilegen. Es kann auch mal eine Übelkeit auftreten. Wenn sich diese öfter wiederholt, sollte man natürlich schon prüfen, ob es etwas anderes ist als eine Reinigungserfahrung. Vielleicht hat man eine Magen-Darmverstimmung oder man ist schwanger oder der Blutdruck ist nicht in Ordnung. Aber wenn es eine einmalige Sache ist, die ohne vorherige Anzeichen auftritt und dann wieder verschwindet, kann es eine reine Meditations-Reinigungserfahrung sein.

Im Zweifelsfall kann es gut sein, vor der Meditation einen Tee zu trinken oder
sich etwas zu bewegen, um den Kreislauf anzuregen. Natürlich ist es nicht so, dass alle eventuell auftretenden Gebrechen notwendigerweise eine durch die Meditation hervorgerufene Reinigungserfahrung sind. Wobei im Grunde genommen im weiteren Sinn jede Krankheit eine Reinigungserfahrung ist. Aber auf der körperlichen Ebene werden durch die Meditation nur ganz kurzfristige Störungen hervorgerufen. Sie halten typischerweise nur kurz an und sind normalerweise innerhalb weniger Stunden überwunden.

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Energetische Reinigungserfahrungen

Es wird einem zum Beispiel sehr heiß, entweder in Teilen des Körpers oder am ganzen Körper. Nach yogischer Lehre versucht das Prana, die Lebensenergie, in neuen Energiekanälen zu fließen, die sich durch die spirituelle Praxis öffnen. Weil diese Energiekanäle noch verstopft sind, entsteht Reibung, und diese Reibung wird zur Wärme.

Diese Erfahrung von Wärme bei der Meditation oder beim Pranayama (Atemübungen) ist eine verbreitete Sache - was übrigens nicht heißen soll, dass etwas nicht in Ordnung ist, wenn man diese Empfindung nicht hat. Es geschieht das, was in dem Moment bei dem jeweiligen Menschen in seiner Situation geschehen soll. Und bei manchen manifestiert sich das eben energetisch als Wärme. Die erhitzende, reinigende Energie gilt als Sonnenenergie, mit Sitz im Bauchbereich. Umgekehrt kann es aber auch passieren, dass plötzlich die Mondenergie fließt, eine kühlende, sehr angenehme, wonnevolle Energie, die deshalb auch als nektargleich bezeichnet wird.

Das Mondzentrum hat seinen Sitz in der Stirn und wird symbolisiert als liegender Halbmond über der rechten Augenbrauche. Wenn das Mond-Chakra aktiviert ist, kann die Energie von dort hinunter fließen, manchmal fast wie ein kühler Schauder. Diese Erfahrung ist seltener, aber das gibt es auch.


Eine dritte Erfahrung kann sein, dass der Körper anfängt sich zu bewegen oder zu zucken. Man sitzt zum Beispiel in der Meditation und plötzlich durchzuckt es einen. Auch das ist eine energetische Reinigung. Es kann auch sein, dass man dort sitzt und das Gefühl hat, dass der Oberkörper kreist oder sich nach links oder rechts bzw. nach vorn und hinten bewegt.

Manchmal geschieht diese Bewegung tatsächlich körperlich, aber manchmal sitzt man ganz gerade und hat trotzdem das Gefühl, hin und her zu schwanken. Das ist auch ein Zeichen, dass neue Energiekanäle sich öffnen und der Astralkörper sich hin und her bewegt. Während des Reinigungsprozesses bewegt sich der Astralkörper weiter. Das ist ein gutes Zeichen und man lässt es im Wesentlichen geschehen. Man versucht zwar, in der Meditation alle körperlichen Bewegungen zur Ruhe zu bringen, so weit das angenehm möglich ist. Wenn es aber vorkommt, dass der Körper sich von selbst bewegt, und man nicht entspannt ruhig bleiben kann, lässt man die Bewegung einfach geschehen. Das ist eine einfache Reinigung, bei der neue Energien erwachen, welche die verschiedenen energetischen Unreinheiten langsam lösen.

Man kann auch das Gefühl von Energieschwingungen im Körper haben. Oder man spürt das Herz, den Punkt zwischen den Augenbrauen, die Stirngegend, die Wirbelsäule ganz intensiv oder warm oder es kribbelt in den Fingern, im Gesicht oder in den Füßen. Solche Erfahrungen geschehen halt, sie zeigen einfach an, dass die Energien auf subtileren Ebenen arbeiten.

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Emotionelle Reinigungserfahrungen

Man sitzt friedlich in der Meditation und plötzlich kommen alle möglichen Emotionen hoch - leichtere Gefühle, Erinnerungen, aber auch stärkere Emotionen. Es mag sogar sein, dass man darüber in Tränen ausbricht, aber das
ist durchaus gut. Man braucht keine Angst zu haben, dass da irgendwelche Emotionen ausgelöst werden, mit denen man nicht zurechtkommt. Dieser emotionale Vorgang in der Meditation ist etwas ganz anderes, als wenn
man eine Psychotherapie oder ähnliches macht und spezielle Techniken anwendet, um solche Emotionen absichtlich zum Vorschein zu bringen. Wenn im Yoga irgendwelche Empfindungen auftauchen, gehen wir nicht bewusst hinein, verstärken wir sie nicht und versuchen sie auch nicht zu analysieren, sondern wir beobachten einfach, lassen es geschehen, lassen es sich lösen. Dann mag es zwar sein, dass es sich nicht vollständig aufgelöst hat - das tut es übrigens auch nicht, wenn man voll hineingeht - sondern es kann sein, dass ein paar mal während der Meditation dieser Geistesinhalt, diese Emotion zum Vorschein kommt und mit jedem Mal werden sie etwas harmonischer. Vielleicht vertieft sich die emotionelle Spannung zuerst eine Weile, danach wird sie ruhiger und dann löst sie sich auf und ist in unserem Bewusstsein integriert.

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Geistige Reinigungserfahrungen

Es kann plötzlich sein, dass man erheblich mehr Gedanken hat. Das ist überhaupt auch ein Bewusstwerdungs-Prozess, wie wenig man den Geist unter Kontrolle hat. Ich kann mich erinnern, dass ich mich einmal mit einem Onkel von mir unterhalten habe. Er wollte wissen, was Meditation ist. Ich habe versucht, es ihm in einfachen Worten zu erklären:

„Man setzt sich hin und versucht den Geist zur Ruhe zu bringen, indem man sich erst einmal konzentriert. Sollte es gelingen, dass man sich ganz konzentrieren kann, dann kann es sein, dass der Geist höhere Bewusstseinsebenen erreicht.“

Da war er erst einmal ganz perplex. Er konnte nicht verstehen, dass jemand, der einigermaßen intelligent ist, Schwierigkeiten haben könnte, sich auf irgendetwas zu konzentrieren. Da habe ich ihn den Versuch machen lassen, sich gerade hinzusetzen und gar nichts mehr zu denken. Das, so meinte er, müsse doch ganz einfach sein.

So denken viele Menschen. Wenn sie anfangen zu meditieren, glauben sie, sie müssten gleich zur Ruhe kommen. Und wenn ein paar Gedanken auftauchen, dann meinen sie entweder, sie seien für die Meditation ungeeignet oder die Meditation sei sinnlos. Dem ist natürlich nicht so. Zu erkennen, wie der Geist funktioniert, ist eine gute Sache. Und wenn man die Praxis intensiviert, kann es sein, dass vorübergehend mehr Gedanken kommen. Auch das sind Reinigungserfahrungen, die man als solche willkommen heißt.

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Spirituelle Erfahrungen

Auch hier gibt es höhere und ganz hohe. Die allerhöchsten kann man nicht mehr beschreiben, nicht in Worte fassen. Einige habe ich oben schon erwähnt: Wahrnehmungen von Engelswesen oder von Meistern oder einer Manifestation Gottes. Es gibt Menschen, die diese Bilder in der Meditation wahrgenommen haben. Daraus sind ja diese Bilddarstellungen überhaupt erst entstanden. Man kann tatsächlich Shiva, Jesus, Buddha, Krishna als Vision wahrnehmen. Und eine solche Vision kann natürlich das Bewusstsein erheben, einen erfüllen mit einer Ekstase, mit Liebe und mit Wonne. Man kann dabei einfach ein Gefühl von Ausdehnung und von Leichtigkeit haben. Oder man verschmilzt ganz mit einem Anahata-Ton oder geht in einem alles erfüllendem Licht auf.

Alle höheren spirituellen Wahrnehmungen führen dazu, dass wir von unserem Ego wegkommen, dass die begrenzte Persönlichkeit verschwindet, dass wir mit einer starken Form von Liebe und einer neuen Erkenntnis und Bewusstheit erfüllt sind. Wir können dabei das Gefühl haben, uns nach oben hin auszudehnen. Oder wir spüren sehr stark: Das Göttliche manifestiert sich durch uns, wir werden zu einem Kanal, etwas aus einer höheren Ebene will sich durch uns hindurch manifestieren.

Und noch höhere spirituelle Erfahrungen sind nicht wirklich in Worte zu fassen. Das ist etwas jenseits von allem. Man sieht nichts mehr, hört nichts mehr, es sind keine Emotionen in dem Sinne mehr da, sondern nur noch ein Gefühl reiner Wonne, reiner Ausdehnung, reiner Einheit und direkten Wissens.

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Astralerfahrungen

Astralerfahrungen sind am einfachsten zu erklären mit dem Modell der drei Körper und der fünf Hüllen. Wenn man nicht an Astralkörper und solche Dinge glaubt, kann man sich das einfach auch nur als eine Klassifikation menschlicher Erfahrungen und Fähigkeiten auf verschiedenen Ebenen vorstellen. Gewisse Erfahrungen, die Menschen machen, sind eben anhand des Modells des Astralkörpers und der Astralwelten einfach zu erklären.

Astralerfahrungen kann man unterteilen in (übersinnliches) Sehen, Hören und Fühlen. Man kann zum Beispiel in der Meditation plötzlich wunderschöne Farben und Formen sehen. Das kann daher kommen, dass durch die Meditationspraxis die in einem schlummernde Kreativität angeregt wird. Ich kenne einige Menschen, die durch die Meditation zum Malen oder Zeichnen gefunden haben.

Nicht umsonst praktizieren ja viele Künstler die eine oder andere Form der Meditation, weil sie eben ihre Kreativität anregen kann. Es kann aber auch sein, dass diese Farben und Formen Wahrnehmungen von Astralenenergie sind. Zum Beispiel kann es sein, dass man die Aura von Menschen sieht. Man hat die Augen geschlossen und sieht plötzlich Menschen, aber nicht mit ihrem physischen Körper, sondern man sieht Lichtkörper. Das kann mit geschlossenen Augen sein, es kann aber auch sein, dass man die Augen öffnet und um die Menschen herum ihre Aura wahrnimmt. Zum Beispiel wenn man Tratak (Starren auf ein Objekt, meist eine Kerzenflamme) übt, kann es sein, dass man nicht nur die Kerzenflamme bei geschlossenen Augen wahrnehmen kann, sondern nachher auch um die Menschen herum dieses Strahlen sieht. Möglicherweise nimmt man auch Astralwesen wahr. Man sitzt in der Meditation und plötzlich sieht man vor sich ein Astralwesen, eine Gestalt, oder man spürt etwas. Man öffnet die Augen und sie ist immer noch da. Man schließt die Augen wieder und sie ist weiter da. Gut, es kann natürlich sein, dass man einfach eine schizophrene Einbildung hat, aber es kann auch sein, dass es tatsächlich ein Astralwesen ist.

Hier würde ich unterscheiden zwischen Astralerfahrung und spiritueller Erfahrung, wobei die Übergänge nicht so einfach zu definieren sind. Man kann auch ein Engelswesen oder einen Meister wahrnehmen und das ist dann durchaus eine spirituelle Erfahrung. Wie erkennt man nun, ob man ein niederes Astralwesen wahrnimmt oder ein Engelswesen? Ein niederes Astralwesen wirkt eher kühl, etwas bleich, man fühlt sich eher ängstlich, eng, zusammengezogen und gelähmt, während ein höheres Wesen, ein Engelswesen oder auch ein Meister mit viel Licht verbunden ist, mit dem Gefühl von Wärme, Weite, Öffnung und Freude. Aber natürlich kann auch das kühle Schaudern der Mondenergie, das oben erwähnt wurde, die Energie eines Meisters oder eines Engelswesens sein. Aber auf jeden Fall ist es kein lähmendes Gefühl, sondern im Gegenteil mit Wonne, Liebe, Energie, Kraft und Zuversicht verbunden.

Mit niederen Astralwesen wollen wir eigentlich nicht übermäßig viel zu tun haben. Das Klügste ist, ihm einfach Energie zu schicken. Beim Einatmen stellt man sich vor, man nimmt Energie von oben auf, und beim Ausatmen schickt man diese Energie dem Astralwesen. Oder man wiederholt ein Mantra, z.B. Om oder Om Namah Shivaya. Besonders machtvoll ist die Wiederholung eines Mantras, in das man eingeweiht worden ist, denn dann verbindet man sich automatisch mit höheren Energien. Wenn man einen religiösen Bezug hat, kann man auch beten, an einen Meister denken oder an eine Manifestation Gottes. All das hilft, sich an etwas Höherem zu verankern, so dass einem dieses Wesen nicht zu nahe treten kann. Manchmal sprechen diese Wesen auch mit einem und geben Ratschläge. In diesem Fall rät man vom yogischen Standpunkt aus, sich nicht mit ihnen zu unterhalten, nicht auf die Ratschläge einzugehen, nicht weiter auf diese inneren Stimmen einzugehen, denn sie können sonst anfangen, einen zu kontrollieren – wie Goethe im „Zauberlehrling“ sinngemäß sagt: „Die Geister, die ich rief, werde ich nun nicht mehr los.“

Meditation Wirkung Astral - Wolken

Anders ist es dagegen, wenn man Zugang zu einem höheren Astralwesen hat, eben z.B. eine Vision von einem Engelswesen oder einem Meister. In diesem Fall kann dann auch eine Inspiration kommen, eine Vision, so dass man plötzlich weiß, was man zu tun hat. Man bekommt plötzlich Vertrauen in etwas, versteht etwas intuitiv. Und was macht man, wenn man auf diese Weise eine konkrete Aufgabe bekommt? – Man setzt es um. Manchmal bedeutet das, sein Leben auf den Kopf zu stellen. Manchmal muss man aber erst noch einmal nachfragen: „Bitte, liebes höheres Selbst oder liebe kosmische Energie oder lieber Gott, sag mir, ob das wirklich so gemeint war.“ Wenn sich der Eindruck dann verstärkt und zur Gewissheit wird, dann sollte man auf diese innere Stimme hören.

Trotzdem ist es nicht immer ganz leicht, eine wirkliche höhere Intuition zu erkennen. Aber die spirituellen Erfahrungen kommen ja aus einer höheren Ebene, man würde sagen, sie kommen von der Kausalebene. Deshalb sind sie unserer wahren Natur und der kosmischen Natur von Sat, Chid, Ananda (reinem Sein, Wissen, Glückseligkeit) sehr nahe. Höhere spirituelle Erfahrungen sind daher immer verbunden mit der Erfahrung von Sat (Sein, Ausgedehntheit), Chid (gesteigerter Bewusstheit) und Ananda (Wonne), was auch Liebe und Energie einschließt. Es mag auch Zwischenerfahrungen geben, wo es nicht ganz so eindeutig ist; dann muss man seinen Intellekt, sein Unterscheidungsvermögen benutzen, um herauszufinden, ob das Sinn macht oder nicht.

Oft wird auch gefragt, ob man auf die Erscheinungen und Stimmen eingehen sollte, die auftreten können, wenn jemand in einem Haus stirbt. In diesem Fall sollte man ihnen Energie schicken und Mantras wiederholen, so dass sie Kraft bekommen, auf höhere Ebenen zu gehen. Man sollte sich mit diesen Wesen nicht weiter beschäftigen, sich nicht mit ihnen unterhalten und auch nicht ihren Willen tun, denn sonst kann man selbst viel Prana (Lebensenergie) verlieren und unruhig werden. Das ist wichtig; sonst lebt man irgendwann nicht mehr sein eigenes Leben. Man soll sie aber auch nicht austreiben wollen. Einfach bewusst Mantras, Energie, Licht schicken.

Das persönliche Mantra, in das man eingeweiht worden ist, eignet sich dafür besonders gut oder auch das „Om Tryambakam-Mantra, ein Heil- und Friedens-Mantra, mit dem man solchen erdgebundenen Geistern Kraft geben kann, sich von dieser Erdebene zu lösen. So kann man ihnen helfen.

Astral- bzw. spirituelle Erfahrungen kann man nicht nur sehen, man kann sie auch hören, z.B. die so genannten Anahata-Klänge, innere schöne Klänge, die wir im Ohr hören, entweder einen Summklang oder wie der feine Klang einer Tampura (ind. Saiteninstrument) oder wie eine feine Glocke. Vielleicht ist das der Grund, warum in verschiedensten Kulturen und spirituellen Traditionen Glocken verwendet werden. Es kann auch klingen wie eine Laute oder eine Flöte. Letztlich versuchen all diese Instrumente, die inneren Anahata-Klänge nachzuahmen.

Wenn man diese sehr schöne Erfahrung macht, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man beachtet sie nicht weiter oder man konzentriert sich darauf. Es gibt auch Formen der Meditation, wo man sich auf diese inneren spirituellen Erfahrungen bewusst konzentriert. Konzentriert man sich auf den Ton, dann hört man oft in dem Ton einen subtileren. Dann konzentriert man sich auf diesen, bis man dort den subtileren heraushört, der dann stärker wird, usw. Und so kann die Meditation immer tiefer werden.

Nun muss man unterscheiden zwischen Tinnitus und Anahata-Klängen. Tinnitus ist eine Schädigung des Gehörs, bei der Menschen ständig Geräusche im Ohr haben. Diese Geräusche sind eher unangenehm, meist auch laut, wie Motoren, eine Lokomotive, ein unangenehmes Pfeifen oder ähnliches, während Anahata-Klänge grundsätzlich schön, erhaben, beruhigend sind. Das Geräusch bei Tinnitus wird stärker, wenn man unter Stress steht, während die Anahata-Klänge stärker werden, wenn man sehr ruhig ist und sich sehr gut fühlt. Durch Konzentration auf die Anahata-Klänge wird kein Tinnitus ausgelöst. Man muss sich nicht auf die Anahata-Klänge konzentrieren, wenn man nicht will. Man kann sich auch weiter auf seine normale Meditationsmethode konzentrieren.

Leider ist es so, dass in der Medizin der Unterschied zwischen Tinnitus und Anahata nicht bekannt ist, so dass manchmal Menschen, die diese schönen Klänge hören, auf Tinnitus behandelt und in Angst und Schrecken versetzt werden. Statt sich über diese schönen, inneren Klänge zu freuen, haben sie Angst, ihre Lebensqualität sei nun beeinträchtigt. Das Hören von Klängen ist eine Art Zwischenerfahrung, zwischen astraler und spiritueller Erfahrung.

Dasselbe ist der Fall mit dem Gefühl, seinen physischen Körper zu verlassen. Es kann in der Meditation, in der Tiefenentspannung oder auch außerhalb von spirituellen Praktiken geschehen, dass man plötzlich das Gefühl hat, man schwebt über sich, und es kann sogar sein, dass man von oben sieht, was unten alles passiert. Es kann sogar sein, dass man sich in einem Zimmer darüber sich befindet.

Zwei wichtige Ratschläge: erstens, keine Angst haben und zweitens, es geschehen lassen, wenn es geschehen will; es vielleicht kurz bewusst wahrnehmen, aber nicht weiter darauf eingehen. Auf jeden Fall hat man danach eine sehr wertvolle Erfahrung selbst gemacht, die einen auf dem spirituellen Weg bestärkt, nämlich: "Ich habe die Welt von oben gesehen, ich habe etwas gesehen, was ich mit physischen Augen nicht hätte sehen können. Das Bewusstsein ist nicht begrenzt auf den physischen Körper. Und da können dann Wissenschaftler, Ärzte, Skeptiker sagen was sie wollen – ich weiß es, ich habe es erfahren."

In seinen Yoga Sutras, dem Grundlagenwerk des Raja Yoga (Yoga der Geisteskontrolle) gibt Patanjali eine verdeckte Technik an, wie man den Astralkörper verlassen kann. Man kann das zwar mal ausprobieren – gerade in unserer westlichen, materialistisch ausgerichteten Gesellschaft, um mal eine solche Erfahrung zu machen -, aber vom yogischen Standpunkt aus fördert man solche Erlebnisse eigentlich nicht. Es ist nur eine Zwischenebene - eine gefährliche Zwischenebene, mit der man sich nicht weiter abgeben sollte, denn sonst bleibt man auf einer Stufe hängen, statt weiter zu gehen.

Man kann auch ein Gefühl haben, als befänden sich manche Körperteile in einer ganz anderen Haltung als es tatsächlich der Fall ist. Das sind dann Reinigungserfahrungen des Astralkörpers. Der Astralkörper verändert etwas, was durch die Meditation in Gang gekommen ist und was in diesem Moment auch das Richtige ist. Man kann es einfach seinen Gang gehen lassen und sich weiter auf seine Meditation konzentrieren oder auch versuchen, bewusst hineinzuatmen, um so die Energie ausstrahlen zu lassen.

Meditation Wirkung - Blüten

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Anahata Töne

Der Yogi hört manchmal zu Beginn der Meditation mystische Klänge (Anahata-Töne). Das zeigt an, dass die Nadis, die Energiekanäle, gereinigt worden, bzw. die Chakren aktiviert sind. Es kann sich um den Klang von Glocke, Muschelhorn, Zymbeln, Flöten u.s.w. handeln - letzten Endes ist es der Ton, der alle anderen in sich aufnimmt, und man kommt zur Stille.

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Lichter in der Meditation

Zu Beginn der Meditation erscheinen Lichter in verschiedenen Farben vor der Stirn des Meditierenden. Das sind tanmatrische Lichter, die Lichter der Elementarformen wie Erde, Luft, Feuer und Wasser. Sie haben ihre charakteristischen Farben. Neben den zuvor erwähnten farbigen Lichtern kann man kleine Kugeln von weißem Licht sehen. Nach einigen Monaten kann das Licht immer größer werden, und man sieht vielleicht ein weißes Licht, das größer ist als die Sonne.

Die Erscheinung des Lichtes zeigt an, dass man das Körperbewusstsein transzendiert und sich zwischen zwei Ebenen befindet. Bewege den Körper nicht, atme sehr, sehr langsam. Formen können in den Lichtern erscheinen. Dies können Gestalten von Devatas oder Gottheiten sein. Die Gestalten von Weisen oder Rishis mögen erscheinen, um Dich zu ermutigen. Vielleicht siehst Du Gebäude, Flüsse, Gärten, usw. Diese Visionen sind entweder subjektiv oder objektiv, das heißt, dass sie entweder eigene mentale Reaktionen oder Wirklichkeiten von feineren Ebenen der Materie sind.

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Höhere Erfahrungen außerhalb der Meditation

Solche Erfahrungen und Eingebungen passieren auch außerhalb der Meditation und außerhalb spiritueller Praktiken. Man kann auch im Traum durchaus Erfahrungen haben, dass sich ein Engelswesen oder ein Meister manifestiert. Man kann auch während seiner ganz normalen Alltagsarbeit plötzlich von einer tiefen Erkenntnis durchzuckt werden. Solche Erfahrungen sind eine Gnade, das muss man einfach sehen. Es kommt dann, wenn es so sein soll. Wir können es uns nicht wirklich erarbeiten. Aber durch Meditation und andere spirituelle Praktiken wie Yogaübungen usw. können wir uns darauf vorbereiten, so dass es leichter geschehen kann.

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Zeichen für Fortschritte in der Meditation

Für den Meditierenden, der Fortschritte macht, hat die Welt keine Anziehungskraft. Sinnesobjekte sind keine Verlockung mehr. Man wird wunschlos und die Bindung an den Körper schwindet. Geist und Körper werden zu Licht. Man wird heiter und glücklich. Der Geist ruft immer das Bild Gottes hervor. Während der Meditation verliert man jedes Zeitgefühl und hört keinen Laut.

Schließlich erfährt der Meditierende vielleicht eine Trennung vom Körper, und in einem fortgeschrittenerem Stadium ist es ihm möglich, willentlich mit dem Astralkörper zu reisen. Schließlich erlangt der Meditierende kosmisches Bewusstsein. Er fühlt sein Einssein mit allen Seinsstufen. Er sorgt sich nicht um Tod oder Zukunft. Während der Erleuchtung brechen die Dämme der Freude. Der Yogi wird von Wellen unbeschreiblicher Glückseligkeit überschwemmt. Er ist vollkommen wunschlos. Eine große Veränderung in seiner Erscheinung und in seinem Auftreten findet statt. Sein Gesicht leuchtet in strahlendem Licht. Seine Augen glänzen. Sie sind Seen der Freude und der Wonne. Er fühlt, dass die ganze Welt in ein Meer unendlicher Liebe und unsterblichen Glückes getaucht ist, das die wahre Essenz des Lebens ist. Kosmisches Bewusstsein ist eine innewohnende natürliche Eigenschaft aller Menschen. Training und Disziplin sind notwendig, um dieses Bewusstsein zu erwecken. Es ist immer gegenwärtig im Menschen. Möge jeder sein Geburtsrecht erlangen!

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Dhyana

Dhyana - volle Konzentration oder Kontemplation - ist die vorletzte der acht Stufen (Ashtanga) des Raja Yoga. Sie kann dadurch geschehen, dass wir ganz absorbiert sind und das Ego und der individuelle Wille in dem Moment nicht mehr da sind.

Unbedingt eine höhere Erfahrung haben zu wollen, kann ein großes Hindernis sein – dann nämlich, wenn wir die Erfahrung haben und denken: „Ah, jetzt hab ich es!“ Das haben wohl die meisten schon mal erlebt. Wenn die Meditation einmal besonders schön und tief wird, sagt man sich: „Ah, jetzt habe ich es erreicht!“ und im nächsten Moment ist es schon wieder weg. Es ist dieses Ego, das uns hindert, in die tiefe Meditation zu gehen. Darum zielen ja alle Praktiken im Yoga im Grunde genommen darauf ab, das Ego abzubauen.

Alle spirituellen Erfahrungen, die mit Wahrnehmungen von Licht, von Klängen, von Gefühlen verbunden sind, sind auf der Dhyana-Ebene angesiedelt. Das Bewusstsein ist erweitert und wir dehnen uns zum Göttlichen hin aus oder umgekehrt, das Göttliche kommt zu uns herab, wir werden zum Kanal dieses Göttlichen und es fließt durch uns hindurch.

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Samadhi

Und dann gibt es die noch höheren Erfahrungen, die nicht mehr mit Bildern und Worten verbunden sind, das ist Savikalpa Samadhi und Nirvikalpa Samadhi. Samadhi ist der überbewusste Zustand, die Erfahrung der Einheit mit allem. Savikalpa ist schwierig zu übersetzen. Es bedeutet, ich bin noch da und weiß, ich erlebe die Erfahrung der Einheit, es ist jemand da, der diese Erfahrung bewusst wahrnimmt. Aber es sind keine Worte, Bilder, Gefühle mehr da. In Nirvikalpa Samadhi ist nur noch Einheit. Nicht mehr, ich habe die Erfahrung der Einheit, sondern es ist einfach nur diese Erfahrung der Einheit da. Es ist die reine Verschmelzung, die Selbstverwirklichung.

Aus diesen Zuständen kommt das intuitive Wissen, und aus dem intuitiven Wissen kommt die Erkenntnis der Wahrheit und der Wirklichkeit. Und anschließend versucht man, diese in Worten zu beschreiben. Das metaphysische System ist jenseits dessen, was physisch sichtbar und mit dem Verstand begreifbar ist. Es wird „erkannt“ und „geschaut“ in meditativer Versenkung und dann von denen, die es erlebt haben, irgendwie zu schildern, weiterzugeben versucht. Diese Schilderung, diese Weltanschauung, hilft uns zum einen, die spirituellen Erfahrungen zu verstehen, die wir machen und zum anderen, unser Bewusstsein systematisch zu erweitern durch spirituelle Praktiken.

Es ist wichtig, das zu verstehen: Die höchste Wirklichkeit ist nicht in Worte zu fassen. Worte sind nur eine Annäherung, eine Hilfe für uns, selbst den Weg zu gehen, um es selbst zu erleben und zu erfahren. Es gibt heute sogar eine Strömung in der modernen Wissenschaftstheorie, die erklärt, das Universum sei rational nicht zu erfassen.

Man beschreibt ja schon das Universum immer mehr in Paradoxien, in Wahrscheinlichkeitsrechnungen, in Chaostheorien usw. Also selbst auf der physischen Ebene entzieht sich das Universum einer streng rationalen Analyse und Erklärung. Das Universum verhält sich nicht rational im Sinne der menschlichen Vernunft, der Kapazität des menschlichen Geistes. Das heißt nicht, dass es sich ungeordnet verhält, es sind Gesetze da, aber nicht Gesetze, die nur dem menschlichen Geist entspringen und entsprechen. Und eine Philosophie, die versucht zu beschreiben: „Was ist wirklich?“, „Was ist unwirklich?“, „Wer bin ich?“, „Was ist Bewusstsein?“, „Was ist die Welt?“ kann nur aus einer höheren Erfahrung von Samadhi (überbewusster Zustand) kommen.

Samadhi ist nicht in Worte zu fassen. Und auch die Erfahrung dabei ist nicht beschreibbar. Nur, wenn man sie anschließend anderen Menschen kommunizieren will, muss man versuchen, sie irgendwie auszudrücken: Man muss reden oder schreiben oder die Menschen lehren, wie sie diese Erfahrung selbst machen können. Swami Sivananda hat die Vielzahl der Erfahrungen des Schülers beschrieben, wenn er Fortschritte in der Meditation macht.

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