Feb 04 2016

Yoga Wiki über Meditation und Zeit

Abgelegt 17:00 unter yoga-blog-news


meditation-1018837_960_720Meditation kann das Zeitempfinden und damit das Bewusstsein insgesamt verändern“, heißt es in der neuen Studie im Wiki. Was hat es damit auf sich? Was für eine Rolle spielt eigentlich Zeit in unserem Leben und was hat sie mit Meditation zu tun? Kennst du auch Momente, in denen du dein Essen hastig hinunterschlingst und gedanklich dabei schon beim Nachmittagstermin bist? Wie oft ist dein Geist in aufgeregten Endlosschleifen hängengeblieben, wenn Fristen drängten? Erschreckend, eigentlich, wie häufig uns Zeit, Zeitdruck aus der Achtsamkeit hinausbringt und in Stress versetzt. Und dabei haben wir doch vermutlich alle spätestens seit Eckhart Tolle schon mal von der „Kraft der Gegenwart“ gehört. Also, „schnell“ mal genauer ansehen, das Thema.

Vermutlich hat jeder Mensch heutzutage Probleme mit der Zeit. Wir leben in einer beschleunigten Gesellschaft. Entweder die Zeit ist „zu kurz“ oder „läuft davon“, wir möchten alle möglichen Dinge tun, aber wissen nicht wann. Oder die Zeit ist „zu lang“ und scheint sich kaum zu bewegen – zum Beispiel in Warteschlangen oder wenn der Computer mal wieder hängen geblieben ist.

Philosophen wie neuere Forschungen betonen dabei die subjektive Komponente von Zeit – Zeit als Konstrukt des Bewusstseins, als Illusion. Ob die Zeit „zu kurz“ oder „zu lang“ ist hängt von unserer Einstellung ab, wie wir den Zeitablauf empfinden. Sind wir gelangweilt, depressiv oder ängstlich, vergeht die Zeit scheinbar nicht, während die Zeit „davonfliegt“, wenn wir etwas Schönes erleben. Das subjektive Empfinden von Zeit in diesen beiden Fällen ist laut den Forschern Marc Wittmann und Stefan Schmidt bedingt durch den Gegensatz Aufmerksamkeit auf Zeit bzw. Ablenkung von Zeit. In ihrer Ende 2014 veröffentlichten Studie untersuchten sie, wie sich das subjektive Empfinden von Zeit und Zeitdauer durch Achtsamkeit verändert.

Hier kommt die Meditation ins Spiel. Die Fähigkeit von Meditierenden, im Hier und Jetzt Körperwahrnehmungen und Gefühlsregungen zu beobachten und die Aufmerksamkeit ganz auf den Moment zu richten, führe zu dem Gefühl eines „verlängerten Jetzt“. Dadurch verlangsame sich die Zeit im gegenwärtigen Moment. – nicht nur in der formalen Meditation, sondern bei regelmäßiger Praxis auch im Alltag. Tests zeigten eindeutig ein verändertes Zeitempfinden und Einschätzen der Zeitdauer bei Meditierenden im Vergleich zu einer Kontrollgruppe.

meditation-857916_960_720Das gilt auch in einer retrospektiven Zeitperspektive. Im Rückblick auf alltägliche Ereignisse scheint die Zeit meist wie im Flug vergangen, während die Erinnerung an Außergewöhnliches, zum Beispiel an einen Urlaub, zu einem ausgedehnten Empfinden von Zeit führt. Da Meditierende im Hier und Jetzt mehr Eindrücke in ihrem Gehirn abspeichern, können sie auch rückblickend mehr Ereignisse abrufen und haben so das Gefühl von langsamer verstrichener Zeit. Meditation kann uns somit helfen, an unserem Lebensende nicht das Gefühl zu haben, das Leben sei in einem Atemzug an uns vorbeigesaust.

Sogar auf anatomischer Ebene bieten die Forscher eine Erklärung an: Denn regelmäßige Meditation verändert die sogenannte Inselrinde in unserem Gehirn. Diese ist für die Verarbeitung von Körperempfindungen zuständig, aber auch – so vermuten die Forscher – für unser Zeitgefühl.

Also, die ewige Gegenwart! Predigen die Yogis und Meditationslehrer das nicht schon seit jeher? Regelmäßige Meditation lässt dich die zeitlose Ewigkeit erfahren. Das heißt nicht, dass dich Fristen und Termine nicht mehr zu interessieren brauchen, aber durch ein verändertes Zeitempfinden kannst du dem Zeitdruck mit mehr Gelassenheit begegnen und dein Leben mehr genießen, im Hier und Jetzt. Wir dürfen auf weitere empirische Studien gespannt sein – oder einfach den Yogis glauben. (az)

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