Apr 07 2016

Yoga Wiki über Meditation und Angst

Abgelegt 17:00 unter Events,yoga-blog-news


scared childBeschleunigter Herzschlag, flacher Atem, Schweißausbrüche– wir alle kennen vermutlich diese Reaktionen unseres Körpers auf Situationen, die wir als bedrohlich empfinden. Angst, eine der Grundemotionen des Menschen, ist eigentlich etwas Positives –sie kann uns in konkreten Gefahrensituationen warnen und aktivieren. Oft kann Angst jedoch ganz schön beklemmen, lähmen und uns das Herz verschließen – so etwa die Angst vor Kritik, vor dem Verlust eines geliebten Menschen oder vor dem Tod. Wenn du etwas unter dem Einfluss von Angst tust, tust du es auf verwirrte Art und Weise, sagt Swami Sivananda. Angst hindert uns daran, im Fluss zu sein und unserer innersten Wahrheit entsprechend zu handeln.

Wo Angst ist, ist Verhaftetsein. Angst ist das Gegenteil von innerem Frieden und ist eines der größten Hindernisse auf dem spirituellen Weg. Angst hindert uns am Loslassen, viel Energie wird vergeudet. Dabei ist Angst eigentlich eine Illusion. Sie wird erzeugt durch Unwissenheit und kann nur in einer dualistischen Weltsicht existieren. Wer um die Einheit allen Lebens und um die wahre Natur des Selbst weiß, kann die Angst als nicht real erkennen. Immer wird Positives das Negative besiegen, sagt Swami Sivananda. Er empfiehlt, der Angst entgegenzuwirken durch Gedanken an das Absolute, durch Entwicklung von Hingabe, Gottvertrauen und Mut.

Interessanterweise bestätigen auch immer mehr Forschungsergebnisse diese Empfehlungen: Konventionelle Methoden zur Bekämpfung von Angst (z.B. Psychotherapie, Medikamente) wurden in den letzten Jahren in zahlreichen Studien verglichen mit Methoden aus dem Yoga. Meditation und Achtsamkeitstraining stehen dabei an erster Stelle. Eine Metaanalyse aus dem Jahre 2014, welche 16 Einzelstudien mit insgesamt 1295 Testpersonen zusammenfasste, soll hier exemplarisch genannt werden: Bei der Bekämpfung von Angst stellten die Forscher eine deutlich höhere Wirksamkeit von Meditation im Gegensatz zu anderen Methoden fest. Besonders starke Angstzustände (z.B. bei Kriegsgeschädigten) schlugen hervorragend auf Meditation an. Speziell die sogenannte Transzendentale Meditation war in allen Fällen wirksamer als andere Therapieansätze und konnte das Auftreten und die Intensität von Angstzuständen längerfristig senken. Vorteil der Meditation ist natürlich auch, dass durch sie keinerlei Nebenwirkungen entstehen.

Munch_Der_Schrei_Angst_Furcht_PanikWie lassen sich diese Ergebnisse erklären? Nun, wir haben gesehen, dass Angst eine Illusion ist und zunächst nur im Kopf entsteht. Die Ahnung, dass etwas Bedrohliches geschehen könnte, lässt alle Aufmerksamkeit nach außen gehen. Das führt dazu, dass wir uns selbst kaum mehr wahrnehmen. Unser Körper reagiert automatisch, stellt sich auf Flucht oder Kampf ein. Meditation bringt unsere Aufmerksamkeit in die Gegenwart zurück, lässt uns Körper und Atem spüren sowie bewusst entspannen. Durch Meditation können wir auch die Einheit hinter allem erahnen oder erfahren, sodass wir von der Illusion des abgetrennten Selbst ablassen können. Rücken wir die Angst in unser bewusstes Wahrnehmungsfeld und erkennen sie als eigentlich nicht existent, so kann sie Schritt für Schritt ihre Macht über uns verlieren.

Vor allem aber kann Meditation auch einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Angst in uns zunächst einmal wertungsfrei zu akzeptieren ohne sie zu bekämpfen. Und indem sie uns dadurch hilft, unseren inneren Friedensgarten zu hegen und zu pflegen, leistet sie auch einen wertvollen Beitrag zum Frieden in der Welt. Om Shanti! (az)

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