Jan 11 2018

Yoga Wiki über Liebe lernen

Abgelegt 17:00 unter Events


 „Die Partnerlosigkeit hat in Deutschland einen Höchststand erreicht. Viele Singles fühlen sich beziehungsunfähig“ verkündet der Spiegel, einer der bedeutendsten Gesellschaftsmagazine in Deutschland. Kann man Liebe „lernen“? Und was ist das Geheimnis einer harmonischen Partnerschaft?

Ist Lieben eine Kunst?

Sich zu verlieben ist meistens keine große Kunst. Doch wer naiv davon ausgeht, dass anfängliches Verlieben („falling in love“) mit dauerhaftem Lieben („being in love“)  gleichzusetzen ist, wird häufig eine herbe Enttäuschung erleben. Liebe glückt in den wenigsten Fällen von alleine und schon Sozialpsychologe Erich Fromm geht in einem seinem Bestseller von 1956 davon aus, dass Lieben eine Kunst ist.

„Beziehungsarbeit“ beginnt meistens bei uns selbst. Viele begehen den Fehler, den Fokus zu sehr nach außen zu richten und den Partner für alles verantwortlich zu machen. Doch mit der Erwartung und Hoffnung, im Außen etwas verändern zu können, geben sie einen großen Teil ihrer Eigenverantwortung für die eigenen Lebenszufriedenheit und Einflussnahme auf die Beziehung ab.

Erwarten wir, was wir als Kind vermisst haben?

Selbstreflexion beginnt mit der Identifikation der eigenen Beziehungsmuster, die schon in frühester Kindheit und im Verlauf des Lebens erlernt werden und festlegen, wie wir uns beispielsweise zu den Themen Bindung, Abgrenzung, Autonomie als Erwachsener verhalten. Wenn wir zum Beispiel als Kind unter unterkühlten, ablehnenden Eltern litten, erwarten wir häufig unbewusst vom Partner, die Liebe zu bekommen, die wir damals vielleicht als Kind vermissten.

Das daraus oft resultierende stark anklammernde Verhalten kann auf den Partner einengend wirken. Parentifizierte Kinder – Kinder mit überforderten, schwachen Eltern – reagieren auf das hinderliche Beziehungsmuster, für das Wohl anderer sorgen zu müssen, entweder mit dem Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse oder in Situationen, in denen sie die Erwartungen anderer spüren, mit überbetonter Abgrenzung z.B. Trennung. Ein Helfersyndrom schließt das Gleichgewicht von Nehmen und Geben in Beziehungen aus und letzteres erschwert die Kontinuität einer dauerhaften Liebesbeziehung.

Der Partner als Spiegel

Unser Partner schenkt uns die Möglichkeit, mit diesen hinderlichen, veralteten Mustern aus der Kindheit in Kontakt zu kommen und daraus „herauszuwachsen“. Allerdings birgt die Berührung mit diesen alten Mustern, welche durch die Nichterfüllung verschiedenster Grundbedürfnisse des Kindes entstanden sind, ein hohes Maß an Verletzlichkeit.

Die Begegnung zweier verletzter „Kinder“ in Konfliktsituationen – auch wenn sie bereits erwachsen sind -, hat in den seltensten Fällen einen konstruktiven Ausgang. Daher ist vor allem die Kultivierung von Selbstfürsorge zum eigenen, inneren, verletzten Kind in Form eines inneren Begleitungsprozesses ein wichtiger Schlüssel für eine harmonische Partnerschaft.

Jeder kennt wahrscheinlich die Situation, dass es manchmal besser ist, während einem Konflikt zunächst aus dem Kontakt zu gehen, um dann, wenn der „Kopf wieder frei ist“, wieder zueinander zu finden zu können. Emotionen und Vernunft haben eine negative Korrelation, d.h. je höher meine Emotionen bzw. Spannungszustand, desto geringer die Möglichkeit kognitiv, vernünftig zu denken.

Nach der Selbstregulation eigener Emotionalität gibt es verschiedene Kommunikationsmodelle, um dem Partner authentisch begegnen zu können. Das wohl bekannteste ist das Zwiegespräch nach M.L. Moeller und C.M. Fatia. , bei dem jeder dem Anderen mitteilt, wie er sich selbst, den anderen, die Beziehung und die jeweilige Situation gerade erfährt, sozusagen ein „Austausch zweier Selbstportraits“, wodurch ein lebendiges Miteinander entstehen kann.

Zum Abschluss noch ein paar Impulse …

  • Du kannst dein Gegenüber nicht ändern, nur dich selbst. Das ist dein Einflussbereich auf die Beziehung.
  • Verlagere den Gesprächsschwerpunkt nicht auf dein Gegenüber. Versuche bei dir zu bleiben und dein Erleben mitzuteilen.
  • Versuche Vorwürfe zu vermeiden und mehr zu identifizieren, welche Beziehungsmuster bei dir durch den Partner ausgelöst werden.
  • Öffne dich für die Erfahrung, dass du mit deinem Partner nicht immer auf der gleichen Wellenlänge sein wirst, sondern auch eine wechselseitige Unkenntnis bestehen darf.
  • Nimm dich und deinen Partner als gemeinsames Zusammenspiel wahr und nicht wie zwei, unabhängige Individuen.
  • Versuche Gespräche als wesentlichen Bestandteil in die „Beziehungsarbeit“ zu integrieren.
  • Lerne, dass du für deine eigene Gefühle verantwortlich bist und nicht dein Partner.

 

Please follow and like us:

Ein Kommentar

Ein Yoga Blog Kommentar to “Yoga Wiki über Liebe lernen”

  1. die kritischeam 12. Januar 2018 um 11:41 1

    Kümmere dich in einer Partnerschaft nicht darum was du heraus holen kannst.

    Kümmer dich darum wie du deine Göttlichkeit verwirklichen kannst.

Trackback URI | Yoga Blog Kommentare als RSS

Einen Yoga Blog Kommentar schreiben