Okt 22 2017

Unsere überdimensionale Xperience Saraswati

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Zum ersten Xperience-Festival hatten wir einen Graffiti-Künstler eingeladen, der das mittlere Gebäude auf dem Yoga Vidya Gelände in Bad Meinberg beleben sollte. Nasimo Kapila Das stand also plötzlich da mit einem Lastwagen mit Hebebühne und sprühte zunächst die Wand von Maha Meru ab. Schon allein das war ein Event für sich! Denn wie lange sind wir alle an diesem leerstehenden Gebäude vorbeigegangen – und plötzlich passiert da etwas!

Nasimo hat die Wand dann hell grundiert mit weiß, beige und hellgrün… Also mitten im schattigen Nichts wird es plötzlich hell durch diese pastellenen Töne. Langsam kann man die Umrisse von Lotusblumen, einem Schwan und einer überdimensionalen weiblichen Gestalt erkennen. Da die Frau eine Veena in den Händen hält, war es ziemlich schnell klar, dass es eine Saraswati ist, die sich auf der Wand des Maha Meru manifestiert.

Saraswati als Flussgöttin, die einen überfließen lässt

Saraswati steht wie es sich für eine Göttin gehört in einer riesengroßen Lotusblüte. Nicht nur die große Lotusblüte lässt einen erkennen, dass es sich um eine Göttin handeln muss. Sie wird mit vier Armen dargestellt, in jeder Hand eines ihrer Attribute. Zwei Hände halten die Veena, eine Hand hält eine Gebetskette und die vierte ein Stapel mit Schriften, die für die Veden stehen. Es gibt Quellen, die behaupten, Saraswati hätte die Veden geschrieben.

Saraswati heißt wörtlich „überfließen“ und war ursprünglich eine Flussgöttin. Deswegen wird sie auch meistens in einem Gewässer dargestellt. Es heißt, dass Saraswati die hinduistische Göttin der Künste, der Kreativität und der Weisheit ist. Sie steht für weltliche Weisheit, aber auch für Weisheit, die weit darüber hinaus geht, für Bewusstsein und Intuition.

Was gehört zu Saraswati?

Eines ihrer Attribute ist der Schwan. Er steht für Anmut, perfekte Schönheit, Reinheit des Herzens, ewige Liebe, Transformation, absolutes Wissen. (Im Grunde wird jede Bildungsstätte als Tempel von Saraswati angesehen.) Der Schwan zeigt, dass man durch einen echten Wandel von einem hässlichen Entlein zu neuer Schönheit kommen kann, indem man sich einfach dem Wunder des Lebens hingibt.

Häufig wird auch der Pfau als ein Attribut von Saraswati dargestellt. Der Pfau steht für Unsterblichkeit und Auferstehung, für das Göttliche in der Welt, für die Umwandlung der Emotionen, für den Sieg über Negativität und Geistesgifte und schließlich für Liebe und überirdische Schönheit.

Sowohl der Schwan als auch der Pfau stehen für die Fähigkeit zu lieben, Liebe zu geben und Liebe zu empfangen – und zwar reinen Herzens.

Saraswati wirkt jugendlich, zart und trägt eine Veena, die das Violett der Lotusblüten aufnimmt. Die Farbgebung des Wandgemäldes ist je nach Lichteinfall und Sonnenstand eher pastellen – hell oder moosfarben – trüb. Es erscheint meistens hell, da die weiß – goldene Kleidung der Saraswati einen großen Teil des Bildes ausmacht. Sie trägt einen weißen Sari mit goldener Borte, der ihren Bauch erstaunlich frei lässt.

Auch der Schmuck, den sie trägt ist weiß: weiße Perlenarmbänder und Ketten und eine bescheidene Krone geschmückt mit den weißen Blüten eines Tempelbaums, die sie an der Hand mit den Veden auch als Armreif trägt. Ihr Haarschmuck wird von zwei gelben und einem roten Stein geziert. Sie trägt goldene Ohrringe, die aussehen wie Halbmonde. An dem Zeigefinger der Hand, die die Veena zupft, trägt sie einen Ring.

Selbst die Symbolik ihres Schmuckes ist eher mysteriös, geheimnisvoll, deutet auf das Jenseits hin, auf die mysteriöse Schönheit des Mondes und der Perle, deren Entstehung geheimnisvoll ist und vollkommen zugleich, was auf verborgene Erkenntnis und Weisheit hinweist.

Zitat aus der Shrimad Bhagavatam

Und dann das Zitat aus der Shrimad Bhagavatam erinnert einen daran, dass man als erstes das Göttliche verehren sollte, bevor man sich um irgendetwas anderes kümmert. Shrimad Bhagavatam entspricht der Bhagavata Purana, die die Inkarnationen von Vishnu beschreibt. Es ist eine vishnuitische Purana, die Vishnu als Schöpfer von allem sieht.

Rechts oben in dem Wandgemälde gibt es ein Emblem mit einem Om-Zeichen und der Inschrift: „Hare Krishna Hare Krishna Krishna Krishna Hare Hare Hare Rama Hare Rama Rama Rama Hare Hare“. Sowohl Krishna als auch Rama sind Inkarnationen von Vishnu, sodass wir uns immer noch thematisch im vishnuitischen Bereich bewegen.

Saraswati wird mit aufgezählt, weil sie zu der Schöpfung von Vishnu dazugehört und für das Lernen steht. Es geht dabei um das Lernen, sich aus dieser Welt zu befreien. Es geht also um das große, absolute Lernen, das die Shrimad Bhagavatam lehrt und zu dem Saraswati uns das Tor öffnen kann.

Es sieht so aus als hätte sie selbst ein Tor geöffnet, um sich hier als sphärisches Graffiti zu manifestieren. Aus dem dunklen Schatten vieler hoher Bäume taucht sie plötzlich auf: übergroß, jugendlich, frisch, aus einer Ebene weit über der unseren, wo die Dinge ganz anders aussehen, die Farben viel intensiver sind, leicht, subtil, himmlisch eben. Eine Veena kann da auch mal violett sein…

Sie ist eine „große“ Überraschung, für jeden, der daran vorbei geht, weil keiner mit ihr rechnet. Es ist so als würde keiner mehr mit dem Übersinnlichen rechnen, mit dem Schönen, das jenseits von allem ist, das uns in jedem Moment überraschen kann und das, Gott sei Dank, auch tut.

In einer Welt, die uns über das Leiden lehren möchte, ist eine solche Erscheinung wie ein Geschenk des Himmels, das einen unverhofft erreicht – so im Vorbeigehen – und einen erinnert an die Schönheit der Wahrheit, an tiefe Intuition, überfließende Kreativität und ewige Liebe.

Verehrung der Saraswati, die als Verkörperung des Göttlichen sich auf diese Art bei uns manifestiert hat. Und danke an Nasimo Kapila Das für dieses wunderbare Karma Yoga.

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3 Kommentare

3 Yoga Blog Kommentare to “Unsere überdimensionale Xperience Saraswati”

  1. Carolaam 31. Oktober 2017 um 11:03 1

    Einfach nur WOW! Das ist genial! Freu mich auf den nächsten besuch!
    Hoffentlich hilft Saraswati diesen Hausberg zu beleben!!

  2. Gabriele Czarnowskiam 12. November 2017 um 18:05 2

    Kürzlich machte ich auf einem Sonntag mal wieder einen Ausflug zu Euch nach Bad Meinberg. (Habe halt doch immer mal wieder großes ‚Heimweh‘). Ich machte mit meinem Mann eine Spaziergang durch den wunderschen Park un komme dann über die Obstwiese zurück – und – WOW!!!! Sprachlos! Da sah ich sie – groß und soooo wunderschön: Saraswati! Überwältigend!
    Gratulation! Einfach nur schön! :>

  3. Monikaam 12. November 2017 um 21:24 3

    Wie schön! Endlich wird der zehrenden Energie des „toten Betonklotzes“
    Farbe und Leben eingehaucht.
    Bin gespannt, wie es auf mich beim nächsten Besuch wirken wird, wenn ich es per Foto schon atemberaubend schön finde…
    Viele Grüße
    Monika

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