Jan 28 2017

Über ihre Begegnung und die Kunst der Selbstliebe – Janin Devi & André Maris


Deutsche Spiritpopmusik und Meditation auf einem Album – wie Janin Devi und André Maris zwei scheinbar unterschiedliche Welten miteinander vereinen. Yoga Vidya sprach mit dem Künstlerduo über ihre Begegnung, die Kunst der Selbstliebe und musikalische Zukunftspläne.

Janin Devi ist nicht nur in der Yoga Vidya Gemeinschaft eine beliebte Persönlichkeit. Mit ihrem einzigartigen Gesang hat sie in den letzten Jahren die deutsche Mantraszene entscheidend beeinflusst. Schon seit längerem hat sich ihre Musik nicht nur stilistisch mehr in Richtung Spirit-Pop entwickelt, sondern sie geht seit letztem Jahr ihren künstlerischen Weg gemeinsam mit dem österreichischen Sänger André Maris.

Gemeinsam haben die beiden im Dezember ihr erstes Album heimwärts veröffentlicht, dass Ausdruck ihrer besonderen Begegnung ist und sich außerdem wunderschön anhört.

Yoga Vidya: Auf eurer Homepage habe ich gelesen, dass ihr euch erst Anfang 2016 kennengelernt habt. Im Dezember habt ihr schon eure erste gemeinsame CD heimwärts veröffentlicht. Woher kamen die Energieimpulse, um in so kurzer Zeit ein fertiges Album an den Start zu bringen?

Janin Devi & André Maris: Es war ein ganz natürlicher Fluss in dem die Dinge geschahen. Das begann mit unserem Kennenlernen. Wir beide hatten bereits Deutsche Songs komponiert und mussten uns nur noch dafür entscheiden, daraus eine CD zu machen. Auch dieser Prozess war ein einziges Fließen. Das Finden des genau richtigen Produzenten für unser Vorhaben, das Ausarrangieren und Aufnehmen der Songs mit ihm bis hin zum CD-Design.

Vielleicht ist nun noch die Frage nach dem Ursprung dieses Im-Fluss-Seins offen. Wir lieben es einfach beide über alles kreativ-schöpferisch zu wirken. Unsere Begegnung und die Liebe zueinander hat uns einen zusätzlichen Inspirations- und Motivationsdrive gegeben.

„Willst du das Leben lieben, lieb dich zuerst.“ heißt es in „Lieb dich selbst“ dem Opener auf heimwärts. Wie sieht eure eigene Selbstliebe-Praxis aus?

Manchmal beobachten wir, dass es eben anders herum ist, als in dem Satz, den du aus „Lieb dich selbst“ zitiert hast. Die meisten von uns haben ihr Glück, ihre Bestätigung und Anerkennung schon einmal in einem Gegenüber gesucht. Das funktioniert auch meist eine Zeit lang. Jedoch begleiten sich zwei Menschen nicht immer ein Leben lang. Und was ist dann, wenn mir dieses Gegenüber nicht mehr seine Liebe schenkt? Mein Gegenüber kann nicht verantwortlich sein, für mein Wohlergehen.

Zu deiner Frage: Wir nehmen uns an als feinfühlige Wesen, mit unserer körperlichen Hülle, unseren Gefühlen und Emotionen, im Bewusstsein unserer Talente, Fähigkeiten und unserer Kraft, im Bewusstsein unserer Stellen, die noch im Schatten liegen und derer wir uns noch nicht bewusst sind. Vor allem nehmen wir alles an, wozu wir früher nicht stehen konnten: unsere Wut, unsere Trauer, unsere Verwirrtheit. Wir können diese Gefühle jetzt annehmen und uns auch in deren Anwesenheit lieben, uns diese Gefühle zugestehen und erkennen, dass sie uns nur vorübergehend „besuchen“.

Wir übernehmen die Verantwortung für unser persönliches Wohlergehen und hängen sie niemand anders um. Wir verwöhnen uns grundlos mit Dingen, die unsere Körper und unsere Seelen mögen. Wir geben auf uns acht, wenn wir spüren, dass wir müde werden oder eine Pause brauchen. Zugegeben, im Pause machen dürfen wir uns beide noch üben. Unser schöpferischer Geist kennt da manchmal keine Pausen.

André, du bist 2013 unter die Top 3 bei the Voice in Österreich gekommen. Wie kommt man von so einem weltlichen Format auf die spirituelle Bühne des Ashrams?

Zur selben Zeit, als ich bei „The Voice“ in Österreich teilgenommen habe, war ich gerade dabei bei meiner Mantra CD „Sacred Keys“ fertigzustellen. Ich liebe Mantra Musik, da sie mein spirituelles Wesen sehr nährt und ich mich darüber aus tiefstem Herzen ausdrücken kann.
Gleichzeitig habe ich schon immer Deutschsprachige Musik gemacht und meine eigenen Texte in die Welt gesungen. Damit konnte ich meine Philosophie und meine intellektuelle Seite ausdrücken. So bin ich, und sind wir alle, nicht nur das eine oder das andere. Ich liebe es mich ganzheitlich auszudrücken. So passte ich auf weltliche Bühnen wie bei „The Voice“ und passe jetzt auf spirituelle Bühnen – falls diese Trennung nicht nur Maya ist.

Wie sieht eure spirituelle Praxis aus?

So richtig warm werden wir nicht mit dem Terminus „spirituelle Praxis“. Wir begreifen uns als spirituelle Wesen. Ein wenig provokant könnten wir also fragen: was ist keine spirituelle Praxis?
Es verleitet ein wenig zu denken, man müsste erst hart arbeiten und üben um etwas zu erlangen, das bisher noch fehlt. Doch wonach suchen Menschen seit Jahrtausenden?

Wir wissen, uns fehlt nichts, das wir suchen müssten. Alles was wir brauche ist da: eine warme Wohnung, gutes Essen, liebe Menschen und wir können uns über die Musik entfalten bzw. das Dahinterliegende, das Mystische sich über uns entfalten lassen.

Wir fühlen, dass wir unsere Bestimmung leben, in dem wir uns über die Musik ausdrucken. Dies ist ein wundervoller Lebensweg für uns und unsere „spirituelle Praxis“. Glaubt bitte nicht, wir seien verschont von Lernprozessen, Trauer, Wut, Angst. Wir tauchen mit unserer Musik in energetische Räume ein, die uns manchmal selbst herausfordern. Nicht selten dürfen wir uns dann ansehen, dass wir irgendwo noch ein Thema haben, das nicht erlöst ist, oder dass sich irgendwo noch unser Ego breit macht.

Darüber hinaus ist es uns wichtig gut darauf zu achten, dass wir in Balance bleiben in Körper, Geist und Seele. Wir lieben Yoga und praktizieren so oft wir können. Außerdem gehen wir gerne joggen, schwimmen und machen Atemübungen.

Wie unterscheidet sich die österreichische Yogaszene von der deutschen?

Die Menschen in Österreich haben einen anderen Dialekt.

Dadurch, dass ihr regelmäßig auf der Bühne steht, steigt auch euer Bekanntheitsgrad. Wie geht ihr damit um, erkannt zu werden?

Auf unser Privatleben hat unser Bekanntheitsgrad noch keine Auswirkungen. Also, wir können ganz normal einkaufen gehen, ohne dabei Autogramme zu geben.
Natürlich gibt es einen gewissen Bekanntheitsgrad, jedoch bleiben wir da beide ganz auf den Boden.

Highlights sind für uns, wenn Mensche von ihren Erfahrungen berichten, die sie mit/durch unsere Musik hatten. Da gibt es Berichte von Menschen, die während einer Mantra Yogastunde mit uns oder nachdem sie ein Lied von unserer „Heimwärts“-CD gehört haben, tief greifende Erkenntnisse hatten. Etwas schöneres können wir uns nicht vorstellen, als dass unsere Musik Menschen tief berührt.

Heimwärts ist ja vor allem ein Spirit Pop Album. Wird es in Zukunft auch eine Mantra CD geben?

Wir haben ja schon verraten, dass wir uns gerne ganzheitlich ausdrücken. Dass es eine Matra CD geben wird, ist also sehr wahrscheinlich.
Gerade arbeiten wir an zwei Mantra Yoga Stunden CDs. Beide sind schon sehr weit fortgeschritten und werden noch 2017 erscheinen.

Wann kann man euch das nächste Mal in Bad Meinberg live erleben?

  • 02.02.2017 Mantrayogastunde 9.15 Uhr
  • 04.02.2017 Kirtan singen 18:45 Uhr
  • 07.02.2017 Konzert 21:15 Uhr
  • 07.03.2017 Konzert 21.15 Uhr
  • 09.03.2017 Mantrayogastunde 9.15 Uhr

Mehr über Janin Devi & André Maris findet ihr hier.  

Hier bekommst du die aktuelle CD „Heimwärts“ von Janin Devi & André Maris im Yoga Vidya Online-Shop

Das Interview wurde geführt von Maria Ma. 

Niedballa-Maria-MaMaria Ma lebt seit vielen Jahren im engen Kontakt mit der indischen Kultur und praktiziert jeden Tag mit viel Freude Yoga. Im Jahr 2013 hat sie ganzherzig (www.ganzherzig.de) gegründet, einen ganzheitlichen Yoga-Blog für Menschen, die Yoga lieben und leben & ihren Alltag mit Spirit und Leichtigkeit versüßen wollen. Website: www.ganzherzig.de

 

 

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