Sep 10 2016

Rutacarya – Ayurvedische Ernährung im Herbst


Die Tage werden kürzer, die Nächte kühler, der Sommer neigt sich dem Ende – der Herbst steht vor der Tür. Und damit auch die Zeit der Schniefnasen, Kopfschmerzen, Grippe und Erkältung. Warum ist das so und was können wir tun, um gesund und munter in und durch den Herbst zu kommen? Die Ernährungsregeln für die Jahreszeiten im Ayurveda – Rutacarya – geben Antworten:

Seit dem 21. Juni befinden wir uns in der Jahreshälfte Dakshinayana – dem südlichen Lauf der Sonne, bis diese am 21. Dezember ihren südlichsten Stand erreicht und wieder Richtung Norden wandert. In dieser Zeit werden die Tage kürzer und die Kraft der Sonnenstrahlen nimmt ab. Die Einwirkung des Wasserelements und die kühlende Mondstrahlung nehmen zu. 

Laut Ayurveda ist dies etwas sehr Angenehmes, denn dank dem erhöhten Wasseranteil in den unseren Zellen, erfahren wir ein Mehr an Energie. An dieser Stelle mag es Stimmen geben, die meinen, wir hätten im Sommer durch die stärkere Sonneneinstrahlung mehr Energie. Dies ist jedoch ein Irrtum, der durch schrumpeliges Gemüse und in der Sonne verwelkende Salatblätter sowie Millionen von schlaffen Menschen in Freibädern und Biergärten widerlegt wird. Unsere Zellen dehydrieren bei hohen Temperaturen und das raubt uns Energie. Erst in den Abendstunden, wenn die Sonnenstrahlung weniger wird, werden wir wieder fitter.

Und es gibt noch eine gute Nachricht: Auch unser Agni (Verdauungsfeuer) wird wieder stärker. Agni (bitte nicht zu verwechseln mit dem Pitta Dosha) kann mit einem Lehmofen verglichen werden. Dieser brennt noch stärker, wenn es draußen kälter ist. Und so brennt auch das Angi in unserem Körper umso stärker, wenn es draußen kühler wird. Das bedeutet: Wir dürfen mehr essen! Aber was? Denn auf die Richtige Auswahl der Nahrungsmittel kommt es an, wenn wir die Energie, die der Herbst uns schenkt, richtig nutzen wollen.

Durch den Einbruch des Herbstes erhöht sich das Windelement, im Ayurveda das Vata Dosha, welches von kühler und leichter Qualität ist. Dies geschieht nicht nur in unserer Umwelt, sondern auch in unserem Körper. Die Tridosha geraten aus dem Gleichgewicht, Agni (Verdauungsfeuer) wird geschwächt, Ama (Gifte) sammeln sich an, Infektionen und Krankheiten können entstehen. Deshalb empfiehlt Ayurveda im Herbst eine Vata-reduzierende Ernährungsweise, um einer Ansammlung des Vata Doshas entgegenzuwirken und so die Manifestation von Infektionen und Krankheiten verhindern.

Vata-reduzierende Nahrungsmittel sind wärmend, nahrhaft, saftig, süß, salzig und sauer. Auch wenn du krankheits- oder konstitutionsbedingt eine Pitta– oder Kapha-reduzierende Diät verfolgst, kannst du diese proportional an den Herbst anpassen, denn dein Körper unterliegt den jahreszeitlichen Schwankungen.

Anleitung für eine Vata-reduzierende Diät:

  • Nimm bestenfalls drei warme Mahlzeiten täglich zu dir und halte dich dabei an geregelte Essenszeiten.
  • Meide Lebensmittel, die Allergien, Blähungen o.ä. hervorrufen.
  • Faste maximal einmal alle zwei Wochen und verzichte dann lediglich auf feste Nahrung.
  • Trinke viel, vor allem warme Getränke wie Kräutertees oder Mandelmilch. Aber auch Frucht- und Gemüsesäfte sind gut geeignet.
  • Verzichte auf gekühlte Speisen und Getränke, meide Kaffee, Alkohol und Zigaretten.

Eine Übersicht über Vata-reduzierende Lebensmittel im Ayurveda findest du unter folgendem Link:

Gerade in der Zeit des Übergangs zwischen zwei Jahreszeiten sind der Körper, aber auch unsere Gefühlswelt besonders anfällig. Deswegen achte gerade in dieser Zeit besonders auf ausreichend Schlaf und vermeide Stress und starke Emotionen.

Weitere Informationen findest du auch im Buch von Hans H. Rhyner:

Das könnte dich auch interessieren: 

 

Please follow and like us:

Keine Kommentare

Trackback URI | Yoga Blog Kommentare als RSS

Einen Yoga Blog Kommentar schreiben