Jan 01 2018

Neujahrsgrüße 2018

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Gnothi seauton – erkenne dich selbst, lautet eine berühmte Inschrift am Apollotempel von Delphi und wenngleich umstritten ist, welchem Philosophen des alten Griechenlands dieser Satz initial zuzuschreiben ist, so herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass in der Antike Apollon selbst, der Gott des Lichtes, als geistiger Urheber dieser Aufforderung zur Selbsterkenntnis galt.

Während der Ausspruch zunächst noch als Appell zur Einsicht in die Begrenztheit des Menschen gegenüber den Göttern verstanden wurde, so gewann er im Platonismus seine tiefere Bedeutung. Platon, der das Wissen um das eigene Unwissen in den Vordergrund rückte, um damit das Wohlergehen der Seele sicherzustellen, wandelte das Verständnis der Selbsterkenntnis zu einer hoffnungsvolle Interpretation: Die Selbsterkenntnis als Ausgangspunkt für übermenschliche Entwicklung, die nur durch die höhere Natur der Seele möglich ist. Der Mensch soll sich als das, einen Körper bewohnende, unsterbliche göttliche Selbst erkennen und damit zu seinem tiefliegendsten Wunsch, reines Glück zu erfahren, gelangen. Er postuliert damit den Schlüssel zur inneren Freude, den man in zahllosen spirituellen Werken, Philosophien und Religionen findet.

Swami Sivananda stellt die Sinneswahrnehmungen, die täuschendes Wissen produzieren, der Intuition gegenüber, die nur allein zu Selbsterkenntnis führen kann und verdeutlicht damit einen Schlüsselfaktor: Der Verstand ist nicht befähigt, das wahre Selbst zu erkennen – denn als Produkt der Dualität ist ihm die Non-Dualität fremd. Und Swami Sivananda beschreibt auch die Methode, die zu Intuition führt: Meditation.

Es gibt keine wahre metaphysische Erkenntnis ohne Meditation. Der Strebende durchforscht seine eigene Seele. Die Wahrheit wird manifest. Durch regelmäßige Meditation wächst du allmählich an Spiritualität. Die göttliche Flamme wird immer heller. Meditation bringt dir allmählich das ewige Licht und Intuition. Durch beständiges Üben von Konzentration und Meditation wird der Geist durchsichtig und klar wie ein Kristall.

2018: Dein Jahr der inneren Einkehr

In der Zeit des Wechsels der Jahre, sinniert man über das Alte und plant das Neue. Dabei tauchen viele Wünsche auf: Ebenso was man nicht mehr machen möchte und nicht mehr denken will, als auch womit Geist und Körper sich künftig beschäftigen sollen. Und so wunderbar all diese Wünsche auch sein mögen, so umkreisen alle doch nur den einen Kern-Wunsch: Das Glücklichsein. Der Verstand malt sich aus, was ihn vom Glücksempfinden fernhält: „Wenn ich 10 kg abnehme, werde ich endlich glücklich sein können“, „wenn ich nur noch positiv denke, rette ich mich aus der Depression“, „wenn ich dieses Jahr endlich meine Vorsätze einhalte, kann ich am Jahresende endlich zufrieden sein“ …

Das Problem: Der Verstand ist die Quelle des Nicht-Glücklichseins und möchte man Glück finden, ist es unabdingbar, hinter den Verstand zu blicken. Wir sind am Ausgangspunkt: Der Selbsterkenntnis.

Dies soll also ein Plädoyer dafür sein, die tägliche Meditation ganz oben auf die eigene Vorsatzliste zu setzen – nicht um der Meditation willen, sondern um deinen sehnlichsten und wahrhaftigsten Wunsch zu bedienen: Dich selbst zu erkennen und reine Freude zu erfahren. Swami Sivananda schrieb dazu folgendes:

Schließe die Augen. Ziehe die Sinne zurück. Beruhige den Geist. Bringe die sprudelnden Gedanken zum Schweigen. Glätte die Wellen des Geistes. Tauche tief in den Atman, das Selbst, die höchste Seele, das Licht der Lichter, die Sonne der Sonnen. Alles Wissen wird sich dir enthüllen. Alle Zweifel werden verschwinden. Alle geistige Unruhe wird aufhören. Alle heißen Diskussionen und hitzigen Debatten werden enden. Einzig und allein Frieden und Jnana, Erkenntnis, werden zurückbleiben. Alle Namen und Formen verschwinden in tiefer Meditation. Es herrscht das Bewusstsein unendlichen Raumes. Auch dieses vergeht. Es entsteht ein Zustand des Nichts. Mit einem Mal dämmert die Erleuchtung auf, Nirvikalpa Samadhi.

Weitere Vorsätze für ein glückliches 2018

Drei mal die Woche zum Yoga, täglich Pranayama, keine tierischen Produkte mehr zu essen, das führen eines spirituellen Tagebuches … neben der Meditation gibt es selbstverständlich unzählige weitere Vorhaben, die dich glücklicher machen können. Und wenn du eine klare Vorstellung hast, können wir dir nur diesen Artikel empfehlen, der viele Möglichkeiten der spirituellen Vorsätze beleuchtet. Fehlt dir hingegen die Klarheit, lass die Meditation das Fundament sein, auf dem sich die nächsten Stockwerke deines Wachstums allmählich errichten.

Das Leben nach den „Vier Großen S“ – also Sadhana, Satsang, Seva und Sattwa – hat sich darüber hinaus bewährt und kann vielleicht als Grundlage eines glücklichen Lebens auf allen Ebenen verstanden werden. Wer darüber mehr erfahren möchte, findet hier weitere Informationen.

Mit Leichtigkeit ins neue Jahr

Und bei allen Vorsätzen und Plänen soll dich vor allem die Leichtigkeit in und durch das neue Jahr tragen. Sei dir stets gewiss, dass die unendliche Freude bereits in dir liegt und du sie nur vergessen, aber niemals verloren hast. Und jede Traurigkeit, jede Wut, jeder Konflikt und jeder Verlust – alles Widrige, was 2018 für dich bereit halten mag, ist nur Patina auf deiner ewig lächelnden Seele – in diesem Sinne: Gnothi seauton – erkenne dich selbst und habe ein gesegnetes und freudvolles 2018.

Om Shanti!

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5 Kommentare

5 Yoga Blog Kommentare to “Neujahrsgrüße 2018”

  1. Enikö Adamam 1. Januar 2018 um 20:26 1

    Vielen Dank für diese Worte! Ich wünsche auch ein frohes Neues Jahr!

  2. Ambikaam 2. Januar 2018 um 10:25 2

    HARI OM,🙏

    dankeschön❣
    1 gesegnetes lichtvolles Jahr 2018 wünsche ich Euch, uns, allen Wesen🍀😇🌟💖🕉🎶☯️🌞.

    OM SHANTIH🕊
    Ambika🌸

  3. Ute M. Mertesam 2. Januar 2018 um 13:50 3

    Danke fuer die inspirierenden Texte, die ganz genau unser Leben beschreiben: mehr zu sich selbst zu finden und das Goettliche in uns zu erkennen. Ihnen wuensche ich ebenfalls gute Erkenntnisse in 2018. Liebe Gedanken U. M. Mertes

  4. Lutzam 3. Januar 2018 um 11:09 4

    Was für ein gehaltvoller Text. Von Apollon über Plato und Swami Shivananda ist die Selbsterkenntnis die einzige Möglichkeit die Täuschungen in der „Welt der Schatten“, wie Plato die physische Welt treffend bezeichnete, zu erkennen. Auch Jesus versucht uns dies klarzumachen wenn er sagt: „Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch.“ (Lukas 17, 20-21)
    Vielen Dank für diesen Text und allen ein gutes neues Jahr.

  5. Alexander Kordasam 4. Januar 2018 um 20:39 5

    Toller Text,tolle Kommentare👍sehe ich auch so😊😇göttliche Gegenwart und❤allen Wesen🎼☯️🕉💛🙏🙋🏻‍♂️🙋‍♀️

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