Aug 26 2017

Mutter-Kind-Yoga bei Yoga Vidya


Bei Yoga Vidya Nordsee begab sich Claudia Berlinger mit Tochter Norea (5) auf eine spirituelle Reise: Mutter-Kind-Yoga bei Yoga Vidya. In diesem Artikel teilt sie uns einige ihrer Erfahrungen mit. 

Jede Mama, die meditiert, weiß, wie spannend Kinder es finden, die Mama beim Stillsitzen aus dem Konzept zu bringen:

„Meditierst du noch laaaange?“, „Mir tut schon der Bauch weh, weil ich sooooo großen Hunger habe“ oder „Kannst du mal abputzeeeen?“ sind Worte, die uns begegnen und uns sofort in die Aktion hinein- und aus der Stille herausbringen.

Im Seminar mit Radhika Siegenbruk lernen wir, dass wir für diese Art von „Störung“ dankbar sein dürfen, denn wir sind im Wochenendseminar „Hilfe! Alltag! Yoga für Eltern mit ihren Kindern“ gelandet, das uns lehrt, wie wir unsere Kinder in unsere tägliche Yogapraxis einbinden können.

Auf Stau folgt… OMMMM!

Unser Kleinod, der Yoga Vidya Ashram an der Nordsee, liegt nur dreieinhalb Autostunden von Köln entfernt – rechnet man die zweieinhalb Stunden Ferienstau ab, für die ja niemand etwas kann. Ein großes Backsteinhaus mit Yoga-Schild prangt über dem Eingang. Nach vielen Reifenumdrehungen reisen wir am Freitag Nachmittag an, und während ich an einer geführten Yogastunde teilnehme, hüpft Töchterchen Norea gleich in die Kinderbetreuung, wo sie malt, ein Papierboot bastelt und nach einer Kinderyoga-Stunde eine schöne Entspannungsreise macht, die ihr richtig gut gefällt.

Massage und Mantras

Während der Begrüßungsrunde erhalten wir Mütter ein fesches „Zauber-Armband“, das uns in Kinder verwandelt, denn auch wir werden in den folgenden Tagen wieder einmal so richtig spielen, toben und die Welt aus anderen Augen betrachten. Nachdem wir gemeinsam Ooooooooom, Shanti, Shanti, Shanti und mit Harmoniumbegleitung einige Mantras gesungen haben, geben wir uns gegenseitig eine wohltuende Rückenmassage, die wir sehr genießen.

Norea sitzt neben der Yogalehrerin auf dem Boden. Vor ihnen ein Harmonium, ein in Indien geläufiges Musikinstrument. Mit Musik entspannt es sich umso besser. Radhika liest uns die indische Geschichte von Hanuman vor, dem Gott in Affengestalt, der auf seiner Suche nach Königin Sita von Hingabe, Mut und Vertrauen durchströmt wird und alle seine Unternehmungen deswegen von Erfolg gekrönt werden. Die Hingabe an unsere Aufgabe als Mütter und das Vertrauen der Kinder in uns ist uns allen bestens vertraut. Gut gelaunt starten wir also mutig in unser gemeinsames Mutter-Kind-Abenteuer.

Kinder voll integriert

Beim Abendessen möchte Norea noch einmal wissen, was eigentlich genau ein Ashram ist. Hm. Man könnte sagen, das es eine Art Internat ist, wo die Schüler leben, lernen und auch schlafen. „So wie bei Hanni und Nanni?“ Ja, ganz genau, nur dass sich hier alles um das Thema Yoga dreht. Jetzt fühlt sie sich fast wie ein Schulkind und ist hoch zufrieden.

Norea wird von der Yogalehrerin auf Füßen balanciert und strahlt in die Kamera. Yoga gefällt Norea sehr. Was mich an der Organisation hier begeistert, ist, dass es im Gegensatz zu Ashrams in Indien gut möglich ist, die Kinder zu integrieren. Während die Eltern in den Satsang gehen, erkunden die Kinder das Seminarhaus.

Am Abend finden wir die betreute Kindergruppe auf Sofas eingekuschelt vor dem Kamin, in dem ein Feuer brennt, während Norea in Ermangelung von Stockbrot ihre nassen Socken an einen Stab gebunden hat und sie am Kamin trocknet.

Kalt duschen

Der Satsang ist eine spirituelle Praxis am Morgen und am Abend, wo wir meditieren, Mantras singen und im stillen Gebet zur Ruhe kommen. Das ist für bewegungsfreudige Kinder wie Norea zu lang und zu still, darum tut es gut zu wissen, dass sie gut versorgt ist und gemeinsam mit anderen Kindern das Leben als kleine Yogini kennen lernt. Nebenbei erfüllt sie sogleich ihre erste Aufgabe: „Finde eine neue Freundin“.

In den folgenden zwei Tagen erhalten wir noch mehr Aufgaben wie: „Dusche mit kaltem Wasser“ und „Drehe dich im Kreis, bis dir schwindelig wird“. 🙂

Entspannung pur

Wir verwandeln uns ins Häschen, galoppieren wie die Pferde, verwandeln den Seminarraum in einen Sternenhimmel und bilden einen Yogiberg aus mehreren Teilnehmerinnen. Nach aktiven Phasen lauschen wir den sonoren Klängen von riesigen Klangschalen oder den Indianertrommeln auf der Suche nach dem Schmetterling. Die Yogaposen für die Streckung, Drehung, Rück- und Vorwärtsbeugen, die uns so gut tun, erlernen die Kinder ganz spielerisch.

Mütter stehen im herabschauenden Hund, die Kinder toben dazwischen. Lachen ist hier sehr wichtig! Der große Spiegeltanz bringt uns so sehr zum Lachen, dass wir uns die Bäuche halten. Anfangs üben wir in 2er-Gruppen – dann wechseln wir uns ab und tanzen nach, was die Yogini in der Mitte vortanzt. Ein herrlicher Spaß, den wir ganz sicher mit nach Hause nehmen werden.

Viel Neues können wir ab jetzt auch Zuhause spielerisch umsetzen und nachmachen. Wenn du jetzt auf den Geschmack gekommen bist, dann empfehle ich die Essmeditation: Zieh deinem Kind/deinen Kindern Augenbinden an und lege ihm/ihnen nacheinander verschiedene Früchte in die Hände. Erst werden sie befühlt, dann beschnuppert, dann nimmt man ganz genau wahr, wie es sich anhört, sie neben dem Ohr zu brechen und im Mund werden sie ausgiebig gekostet und geschmeckt. Anschließend wird natürlich gewechselt, sodass jeder mal dran ist, meditierend zu essen oder essend zu meditieren. 😉

Jeder Tag im Leben offenbart seine besonderen Geschenke.

Om Shanti

Fotos vom Seminar: „Hilfe! Alltag! Yoga für Eltern mit ihren Kindern“

Dieser Artikel ist in ähnlicher Form auch erschienen bei Känguru Online – Das Stadtmagazin für Familien in Köln/Bonn

 

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