Sep 10 2017

Mit Ayurveda gesund in den Herbst

Abgelegt 05:55 unter Ayurveda,yoga-blog-news


Die meisten von Euch haben es sicher schon gemerkt: Die Tage werden kürzer, die Nächte kühler und es riecht nach Herbst. Es wird windig und manche Bäume tragen schon gelbe und braune Blätter. Und auch an uns selbst können wir Veränderungen feststellen.

Die Verdauung wird schwächer oder unregelmäßiger. Vielleicht kannst Du die Rohkost, die Du den ganzen Sommer über problemlos gegessen hast, nicht mehr so gut vertragen. Womöglich äußert sich das in Blähungen, Verstopfung oder Müdigkeit.

Bei manchen Menschen wird die Haut trocken und rau, bei einem anderen machen sich Gelenk- oder Kopfschmerzen breit und wieder andere machen sich vermehrt Sorgen, denken über viele Dinge nach oder bekommen sogar eine Depression.

Dies alles sind Anzeichen dafür, dass das Vata Dosha zu stark erhöht ist. Vata setzt sich aus den Elementen Luft und Äther zusammen und hat die Eigenschaften kalt, rau, trocken, beweglich und leicht. Der Herbst bringt oft die gleichen Eigenschaften mit. Deswegen erhöht sich Vata im Herbst und kann zu gesundheitlichen Problemen führen.

So ist es wichtig rechtzeitig Maßnahmen einzuleiten, bevor sich Krankheiten manifestieren. Müdigkeit, Verdauungsbeschwerden und leichtes Unwohlsein sind Vorboten für eine Ansammlung (Akkumulation, Sancaya) eines Dosha. Jetzt heißt es Handeln, denn ansonsten kann es zur Provokation (Prakopa) kommen.

Bei einer Provokation steigt das Dosha weiter an. Das wirkt sich negativ auf die Abwehrkräfte aus und je nachdem, wo körperliche Schwachstellen sind, kann es zu Krankheiten oder Beschwerden kommen.

Was kann man tun, um Vata Dosha zu reduzieren?

Bei der Harmonisierung von Vata geht darum, Kälte, Trockenheit und die Unruhe, die der kalte Herbstwind mit sich bringt, durch die entgegengesetzten Eigenschaften auszugleichen. Wir brauchen also Maßnahmen, die warm, feucht, stabil und schwer sind.

Klassisch im Ayurveda können vatarezudierende Ölmassagen (Abhyanga) gemacht werden. Ein Stirnguss (Shirodhara) eignet sich sehr gut, um den Geist zu beruhigen. Öleinläufe reinigen den Darm und helfen bei Verstopfung. Ein Einlauf mit 50ml Sesamöl kann bedenkenlos nach der Hauptmahlzeit durchgeführt werden. Kontraindikation sind Hämorriden.

Weiterhin kann man einer vatareduzierenden Ernährung folgen. Hinweise auf die dafür passende Lebensmittelauswahl findest Du unter diesem Link:

Es ist auch möglich über die Hatha Yoga Praxis Einfluss auf die Dosha zu nehmen. So wird zur Vatareduzierung empfohlen Asanas langsam zu praktizieren und mit ruhigem Atemfluss. Besonders geeignet sind Standhaltungen, beckenöffnende und drehende Asanas sowie Vorwärtsbeugen, die den Unterlaib massieren, Fersensitz und Bhujangasana.

Beruhigende Atemübungen wie Anuloma Viloma, Ujjayi und Brahmari oder wärmendes Surya Bheda sind sehr zu empfehlen. Genauso ausführliche Entspannung, Yoga Nidra oder Autogenes Training, sowie tägliche Meditation. Mehr dazu findest Du in diesem Blog Artikel:

Weitere Tipps zur Vata Reduzierung:

  • Selbstmassage mit Sesamöl vor dem Duschen oder Baden
  • Am besten dreimal täglich warm essen, saftige und ölige Speisen bevorzugen
  • Kräutertee aus Cumin, Fenchel und Koriander oder aus Zimt, Ingwer und Nelken hilft Vata zu senken
  • Immer warm genug anziehen, wenn es windig ist, Kopf und Ohren bedecken
  • Besonders für Menschen mit Vata-Konstitution ist ein Mittagsschläfchen erlaubt
  • Vermeide Lärm, schnelles Autofahren und Stress, halte Dich fern von Zug durch Wind, denn all das verstärkt Vata
  • Halte Dich an einen möglichst gleichmäßigen Tagesablauf
  • Eine warme Badewanne oder der Aufenthalt in einem Thermalbad oder einer feuchten Sauna sind sehr zu empfehlen

Achtung! Es ist nicht immer Vata!

Nur weil der Herbst die klassische Vata Jahreszeit ist, heißt das noch lange nicht, dass es immer nur um Vata geht. Der Spätherbst schenkt uns immer noch sehr warme Nachmittage, an denen Pitta sehr wohl eine Rolle spielt. An kalten regnerischen Tagen ist es nicht nur kalt, sondern auch feucht. Das bedeutet, dass sich Kapha Dosha erhöht und uns schwer und träge machen kann.

Somit müssen an solchen Tagen die Empfehlungen für Pitta-Reduzierung im Sommer bzw. für Kaphareduzierung, wie im Frühling beachtet werden. Hierzu findest Du im Yoga Vidya Blog folgende Artikel:

Da wir in dieser Übergangszeit einem ständigen Wechsel des vorherrschenden Dosha unterliegen, ist es wichtig, ganz besonders gut auf sich zu achten und sich nicht zu überfordern. Starke körperliche, geistige und emotionale Belastungen sollten so gut wie möglich vermieden werden.

Der Übergang der Jahreszeiten ist eine tägliche Herausforderung und erfordert eine hohe Achtsamkeit auf den eigenen Körper, die eigenen Empfindungen und auf das, was im Außen geschieht. Damit kann Dein Alltag zur Meditation werden, die Dir hilft Dich selbst, Deinen Körper und Deine Umwelt noch genauer kennen zu lernen.

Om Shanti

Ein Artikel von Gauri Reich 

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Gauri Reich ist Yogalehrerin (BYV), Ayurveda Gesundheitsberaterin (BYVG), Yoga Personal Trainerin, Inner Flow Vinyasa Teacher und Diplom Betriebswirtin. Gauri praktiziert Yoga seit 2011.

Nach ihrer Yogalehrer Ausbildung lebte sie fast 2 Jahre im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Ihr Yogaunterricht basiert auf dem Yoga nach Swami Sivananda, der mal durch fließende Elemente aus dem Vinyasa, mal durch exate Ausrichtungsprinzipien aus dem Iyengar Yoga und mal durch ganz viel Bhakti und Mantras ergänzt wird.

» Hier findest du weitere Artikel von Gauri im Yoga Vidya Blog

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Quellen:

  • Das Neue Ayurveda Praxis Handbuch, Hans Heinrich Rhyner
  • Selbstheilung mit Ayurveda, Vasand Lad
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Ein Kommentar

Ein Yoga Blog Kommentar to “Mit Ayurveda gesund in den Herbst”

  1. Larryam 29. Oktober 2017 um 17:55 1

    Hey,

    also ich finde den Herbst ja wunderschön, leidet habe ich immer Mittags eine Downphase.

    Könntest du mir da etwas empfehlen?
    Und vielen Dank für die ganzen Tipps.

    Larry

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