Sep 24 2017

Die tiefe Bedeutung von Om Tryambakam

Abgelegt 06:03 unter yoga-blog-news


ॐ त्र्यम्बकं यजामहे सुगन्धिंम् पुष्टिवर्धनम्
।उर्वारुकमिव बन्धनान् मृत्योर्मुक्षीय मामृतात् ।।

om tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭi-vardhanam /
urvārukam iva bandhanān mṛtyor mukṣīya māmṛtāt //

Das „Om Tryambakam“ ist ein Mantra, das bei Yoga Vidya in jedem Satsang am Ende gechantet wird, als heil- und segensspendend gilt und auch Maha Mrityunjaya Mantra [das große (Maha) den Tod (Mrityu) besiegende Mantra] heißt.

Es wird für Verstorbene gesungen, um ihnen ein guten Übergang zu wünschen. Es wird für Geburtstagskinder gesungen, um ihnen viel Glück und göttlichen Segen zu wünschen. Es wird für Kranke gesungen, um ihnen Genesung und Gesundheit zu wünschen.

Da es ein Mantra ist, dass man einfach so am Ende des Satsangs singt, kann es zu etwas Alltäglichem werden, dass man halt so macht, ohne weiter über den Inhalt oder den Sinn nachzudenken. Es lohnt sich aber, sich das Mantra genauer anzuschauen, denn es ist vielmehr als nur ein Mantra, das man so am Ende eines Satsangs spricht, weil es dazugehört.

Stell dir vor, du singst das Om Tryambakam Mantra unentwegt. Was könntest du damit bewirken? Es gilt als lebendspendend, lebenserneuernd. Es heißt, dass es einem hilft, schwieriges Karma intuitiv zu verstehen und es dadurch leicht aufzulösen, ohne darunter leiden zu müssen. Stell dir nun vor, dass du in einer schwierigen Phase in deinem Leben es zulässt, dich für das Maha Mrityunjaya Mantra zu öffnen, dich unentwegt daran zu erinnern und deine Aufmerksamkeit anstatt an die Probleme an das Mantra zu heften. Wieviel Erleichterung wird da eintreten? Wieviel Hilfe? Wieviel Heilung? Wieviel Segen? Wieviel Liebe?

Betrachte die Welt als dein Selbst, habe Vertrauen zum Sosein der Dinge, liebe die Welt als dein Selbst; dann kannst du dich um alle Dinge kümmern. (Laotse)

Mantra aus dem Rigveda (7.59.12)

Das Om Tryambakam ist ein vedisches Mantra, das man Shiva zuschreibt, dem transformatorischen Aspekt der indischen Götterwelt. Deswegen wird das Mantra auch lebenserneuernd, denn Shiva zerstört alles, was wir nicht mehr für unser Wachstum brauchen und schafft dadurch Platz für Neues, für ein neues Leben. Wörtlich gesehen bedeutet „trybamka“ drei-müttrig und meint damit Durga, den weiblichen transformatorischen Aspekt der indischen Götterwelt. Eine spätere Interpretation des vedischen Mantras hat daraus „drei-äugig“ gemacht, und so kam man auf Shiva, von dem es heißt, dass er drei Augen hat, weil sein Drittes Auge von seinen langen Meditationsphasen geöffnet ist. Egal wem wir von den beiden das Mantra nun zuschreiben, es steht für Transformation, Verwandlung, Wachstum.

„Wir opfern dem Tryambaka, dem wohlriechenden, Wohlergehen wachsen lassenden. Wie eine Gurke (sich löst) vom Stile, möchte ich mich vom Tod lösen, nicht von der Unsterblichkeit.“

Die wörtliche Übersetzung des Mantras zeigt, dass es nicht nur um ein Wachstum der Persönlichkeit geht mit dem Loslassen der kleinen Verhaftungen, mit denen wir uns manchmal schon sehr schwer tun. Es geht um viel mehr. Es geht um das Loslassen der Verhaftung mit dem Tod, mit dem Glauben an den Tod und damit mit der Verhaftung an die weltlichen Dinge. Die größte Verhaftung haben wir wohl alle mit dem eigenen physischen Körper und wenn wir die Verhaftung mit dem Tod loslassen, sind wir auch dazu in der Lage, die Verhaftung mit dem Körper aufzugeben.

Was bleibt denn noch übrig, wenn wir die Verhaftung mit dem physischen Körper aufgeben? Die Identifikation mit Gedanken und Gefühlen? Um wirklich in die Unsterblichkeit zu wachsen, müssen wir auch diese Identifikation aufgeben, alles, was wir unser eigen nennen und auch die Tatsache, etwas unser eigen zu nennen. Denn was ist schon unser eigen, wenn die Weisen schon seit Jahrtausenden behaupten, dass unser wahres Selbst jenseits jeglicher Form liegt? Die Haupteigenschaft der Unsterblichkeit ist, dass sie ewig ist. Und wie ewig ist der Körper, der Gedanke, das Gefühl?

Unser wahres Selbst ist also jenseits davon und das Om Tryambakam kann uns helfen, genau das zu erkennen, uns wie eine Gurke vom Stil zu lösen, wenn die Zeit dafür reif ist und wir bereit sind für das große Loslassen.

Fühlt im Herzen nur Liebe für andere. Je mehr ihr das Gute in ihnen seht, umso mehr werdet ihr euch selbst zum Guten ändern. (Paramahansa Yogananda)

Reinigung und Vergebung

Bevor das wirklich passieren kann wird wahrscheinlich viel Reinigung passieren müssen, Vergebung, Wiedergutmachung, all die Dinge, für die Gott oder das Karma sorgen… Dann erst kann die große Weihe in die wahre Bedeutung des Om Tryambakam stattfinden. Wir können die wahre Schönheit hinter allen Dingen und Ereignissen erkennen, begreifen, wieso sie wirklich notwendig waren, um Heilung zu bringen.

All das, was wir als Problem oder Schwierigkeit erleben ist im Grunde ein göttlicher Segen, der uns hilft in unser wahres Selbst zu wachsen, die weltlichen Dinge loszulassen, genug davon zu haben und die Perspektive zu wechseln in einen stillen Zeugen, der einfach nur beobachtet und akzeptiert, alles als Werk Gottes erkennt und Sinnnhaftigkeit wahrnimmt.

Dann kann das Om Tryambakam seine Rolle als Dhyana Moksha Mantra erfüllen, uns in die wahre Meditation führen, sodass wir in jedem Augenblick Gott erkennen können und seine Liebe für uns. Und wenn es manchmal so aussieht als könnten wir niemandem mehr vertrauen, dann gibt es immer noch einen, auf den wir zählen können, der sich immer um uns kümmert, egal, was ist.

Es mag alles gegen uns sprechen, Gottes Liebe spricht immer für uns. (Taoistische Liebesweisheit)

Das Om Tryambakam enthält also alles, was wichtig ist auf dem spirituellen Weg. Lasst es uns also ab sofort ganz bewusst sprechen und seine tiefe Bedeutung jederzeit erkennen.

ॐ त्र्यम्बकं यजामहे सुगन्धिंम् पुष्टिवर्धनम्
।उर्वारुकमिव बन्धनान् मृत्योर्मुक्षीय मामृतात् ।।

om tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭi-vardhanam /
urvārukam iva bandhanān mṛtyor mukṣīya māmṛtāt //

 

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3 Kommentare

3 Yoga Blog Kommentare to “Die tiefe Bedeutung von Om Tryambakam”

  1. Martinaam 3. Oktober 2017 um 07:40 1

    M.E. fehlen die letzten beiden Worte vom Mantra im obigen Text.

    Mukshiya Maamritat

    Oder ist das noch einmal ein anderes Mantra?

    Herzliche Grüsse,
    Martina

  2. Gabriele Sacham 3. Oktober 2017 um 12:43 2

    Steht doch aber in der letzten Zeile:)
    Namasté
    Gabriele

  3. Chitarupam 3. Oktober 2017 um 10:06 3

    Hallo Martina,

    genau, das gehört noch zum Mantra, danke dafür. Es steht in Sanskrit da.

    Liebe Grüße
    Chitarup

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