Okt 18 2017

Der Königsweg zur Gelassenheit, Teil 234 Ministerkonferenz – Beispiele für Gelassenheit


Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im AlltagPraktische Beispiele, wie du die innere Ministerkonferenz anwenden kannst. Für Gelassenheit. Für einen geschickten Umgang mit dir selbst und mit anderen. Für Zugang zu all deinen Kräften, deinem Wissen, deine Intuition. Sukadev gibt dir dafür einige Beispiele – was auch z.T. ganz lustig ist. Humor ist ja auch ein gutes Mittel für Gelassenheit: (1) Lampenfieber und Nervosität vor Präsentation/Vortrag im Team-Meeting.  (2) Niedergeschlagenheit nach Misserfolg.  (3) Ärger und Frustration nach Kritik.  (4) Auseinandersetzung mit deinem Partner um den Müllberg.

234. Ausgabe des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast von und mit Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya.

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Die innere Ministerkonferenz für Gelassenheit. Einige Fallgeschichten als praktische Anwendung, humorvoll und etwas lustig. Ich will dir ein paar Beispiele geben, wie du die innere Ministerkonferenz anwenden kannst für mehr Gelassenheit. Die Beispiele, die ich dir erzählen will, ist Lampenfieber vor einer Präsentation oder vor einem Teammeeting, Niedergeschlagenheit nach Misserfolg, Ärger und Frustration nach Kritik, Auseinandersetzung mit deinem Partner, deiner Partnerin, wer den Müll nach unten trägt.
Ich beginne mit dem ersten Beispiel, nämlich Lampenfieber vor Präsentation vor einem Teammeeting. Du willst eine Präsentation in einem Teammeeting geben, das in ein paar Tagen stattfinden wird. Du willst dich gut vorbereiten. Du bemerkst, du kannst nicht mehr schlafen, dir schmeckt das Essen nicht, du schimpfst mit deiner Partnerin, dir gelingt es nicht, dich zu konzentrieren. Berufe eine Ministerkonferenz ein. Frage: „Ich will mich auf die Präsentation vorbereiten. Wer will mir etwas dazu sagen?“ Du hörst eine innere Stimme: „Das muss richtig gut sein. Hier kommt es wirklich darauf an.“ Frage nach: „Wer spricht hier? Ah, es ist der Leistungsminister, dem es nie gut genug sein kann. Danke dir! Du treibst mich an, du willst, dass ich mich fortentwickle.“ Dann frage weiter: „Na, wer will sich noch dazu melden?“ „Wenn ich es nicht gut genug mache, dann verliere ich den Job.“ „Ah, wer spricht denn hier? Ah, der Vorsichtsminister. Danke dir! Du triffst für alles Vorsorge.“ „Und dann kann ich den Hauskredit nicht mehr abbezahlen.“ „Aha, der Finanzminister. Toll, du rechnest alles nach.“ „Wer will noch etwas dazu sagen?“ „Es ist doch nur ein Teammeeting. So schlimm wird es schon nicht werden.“ Der Vernunftsminister meldet sich also. „Ah, danke dir, du Stimme der Vernunft!“ „Da sollte man doch mal was Neues ausprobieren. Das ist doch die Chance.“ „Danke, Kreativitätsministerin, was denkst du denn?“ „Erst sollte ich mal einen freien Tag machen, dann geht doch alles viel besser.“ „Ah, Gemütlichkeitsminister, vielleicht hast du da recht.“ „Ja, aber am Sonntag wird sich vorbereitet.“ „Das ist vermutlich eine gute Idee, Ordnungsminister.“
Nächstes Beispiel: Niedergeschlagenheit nach Misserfolg. Du hast dich für etwas engagiert, es ging schief, du bist niedergeschlagen, eigentlich ohne wirklichen Grund, denn so wichtig war es doch nicht. Du fragst dich: „Warum berührt mich eine Lapalie so stark?“ Frage deine Minister: „Wer von euch hat etwas zu dem zu sagen, was schiefgegangen ist?“ „So hätte man es nicht machen dürfen, habe ich doch gleich gesagt.“ „Aha, hallo Ordnungsminister. Wie hätte man es denn tun sollen?“ „Jetzt ist es eh zu spät.“ „Wer will noch etwas dazu sagen?“ „Wenn das so weiter geht, geht der Job verloren.“ „Danke, Vorsichtsminister! Du spielst immer so wunderbare Szenarien durch.“ „Ist doch toll, jetzt kann man endlich mal was anderes probieren.“ „Na, Kreativitätsministerin, willst du jetzt zur Höchstform auflaufen?“ „Hängt euch doch nicht so sehr am Äußeren auf. Alles, was einen Anfang hat, hat doch auch ein Ende und wir sind um eine Erfahrung reifer geworden.“ „Danke, Ministerin für spirituelle Weiterentwicklung.“ Manchmal reicht es aus, alle zu Wort kommen zu lassen. Du brauchst nichts weiter zu machen.

Nächstes Beispiel: Ärger und Frustration nach Kritik. Jemand kritisiert dich. Du wehrst dich und bist dann über die Heftigkeit deines Gefühlsausbruchs überrascht. Gleich danach, wenn ihr auseinandergeht, machst du dir ein schlechtes Gewissen und bedauerst das. Frage deine Minister: „Was war denn da eben los?“ „Dieser Doofkopf, der sollte mal seinen Mund halten.“ „Na, wer bist du denn? Ordnungsminister, Verteidigungsminister oder habe ich plötzlich einen Kriegsminister?“ „Dem gehört ordentlich mal der Kopf gewaschen.“ „Aha, der Erziehungsminister. Du meinst, du kannst ihm in seiner Weiterentwicklung helfen?“ „Ich hätte nicht so reagieren dürfen. Was der jetzt von mir denkt?“ „Hallo, Vorsichtsminister, schön, dich zu hören.“ „Er hatte doch sicher nur einen schlimmen Tag. Ich habe schon bemerkt, dass ihm der Ehering fehlt.“ „Oh, Fürsorgeministerin, was du alles bemerkst.“ „Ich finde, ihr solltet euch nicht so anstellen. Hauptsache, wir hatten unseren Spaß.“ „Spaß, Frau Kreativitätsministerin?“ „Ja, hast du nicht bemerkt, dass er das Hemd falsch zugeknöpft hatte?“ „Ist doch alles nicht so schlimm. Man kann sich doch mal aufregen.“ „Stimmt, Vernunftsminister!“ „Ich will aber spirituelle Weiterentwicklung. Da sollte man lernen, sich nicht so aufzuregen.“ „Ja, Ministerin für Spiritualität, deshalb berufe ich ja die Ministerkonferenz ein.“ Meistens, wenn du einen solchen Dialog geführt hast, kannst du lächeln und zufrieden weitergehen, du hast einen Zustand der Gelassenheit erreicht.

Letztes dieser Beispiele. Auseinandersetzung mit deinem Partner, wer den Müll nach unten trägt. Es gibt wieder eines dieser Partnergespräche, vor denen dir graut. Du bist schon gelähmt vorher. Du weißt, es wird schwierig. dein Partner oder deine Partnerin sagt: „Ich finde, du solltest den Müll runtertragen.“ Du sagst: „Ich tue ja schon mehr als du.“ Partner: „Ich habe keine Zeit.“ Ein Wort gibt das andere, ihr keift euch an. Wütend geht ihr wieder auseinander. Du bist wütend gegen deinen Partner, auch wütend gegen dich selbst. Eigentlich wolltest du einen schönen Nachmittag haben, vielleicht wolltest du zärtlich sein und alles. Du kannst keinen klaren Gedanken mehr fassen. Du überlegst, deinen Zorn mit Schokolade zuzuschütten oder in Alkohol zu ertränken oder wegzulaufen. Berufe stattdessen eine Ministerkonferenz ein. „Hallo, wer will mir mit diesem Ärger etwas sagen?“ „Das war unfair. Ich mache sowieso schon zu viel.“ „Aha, Gerechtigkeitsminister, danke für deinen Input!“ „Außerdem habe ich mich gerade auf ein paar Stunden Ruhe gefreut.“ „Danke, Gemütlichkeitsminister, es ist tatsächlich wichtig, sich mal auszuruhen.“ „Wer weiß, ob sie mich noch liebt.“ „Hallo, Vorsichtsminister, diese Befürchtungen hast du also?“ „Ja, und was soll aus den Kindern werden?“ „Ok, Erziehungsministerin, die Kinder sind hier auch wichtig.“ „Was soll es, das kriege ich doch hin. Machen wir doch einfach das.“ „Danke, Leistungsminister!“ „Aber wir sollten uns nicht übervorteilen lassen.“ „Ok, Ordnungsminister.“ „Laufe ihr hinterher und nimm sie in den Arm und sage ihr, dass du sie liebst!“ „Meinst du, das ist die Lösung, Fürsorgeministerin? Oder bist du die Partnerschaftsministerin?“ „Definitiv, so sollte man mit Frauen umgehen und die Partnerschaft ist nun mal wichtig. Renne ihr hinterher!“ „Aha, Vernunftsminister, wenn du dich mit der Fürsorgeministerin verbündest, dann sollte ich das vielleicht tun.“ „Aber…“ „Jetzt sei mal ruhig, Ordnungsminister, später.“

Gut, das waren jetzt einige Beispiele. Überlege selbst, wie du das anwenden kannst. Ich hoffe, du hast gemerkt, das kann schon praktisch sein. Es ist zumindest praktisch für Gelassenheit und wird dich oft dazu führen, geschickt im Alltag umzugehen. Geschickt mit dir und mit anderen und um all deine Kräfte und Fähigkeiten zu nutzen. Erinnere dich daran, jede Emotion, alles, was du in dir spürst, ist eine Stimme einer deiner Minister. Mindestens ist das eine der vielen Weisen, damit umzugehen.

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