Mai 31 2017

Der Königsweg zur Gelassenheit – 216 Gelassener Umgang mit Leid und Ungerechtigkeit


Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im AlltagDie Karmalehre kann wie kaum eine andere philosophische oder spirituelle Lehre ewige Menschheitsfragen beantworten wie: „Warum gibt es Unrecht auf dieser Welt?“ „Wenn Gott Liebe ist, warum gibt es so viel Leid?“ „Wie soll ich mit meiner Schuld umgehen?“ „Wie soll ich mit jemandem umgehen, der mir so viel Leid zugefügt hat?“  „Warum gibt es Unrecht auf dieser Welt?“ Antwort:  Es gibt nicht wirklich Unrecht auf dieser Welt. Von einem höheren Standpunkt aus kommt genau das auf uns zu, was wir brauchen. Wir wachsen an unseren Erfahrungen. Der Einzelne sollte sein Handeln an hoher Ethik ausrichten. Ein Gemeinschaftswesen muss ethische Grundsätze in Regeln bzw. Gesetze fassen. Aber vom kosmischen Standpunkt geschieht das, was geschehen soll. Wenn jemand, der geistig zurechnungsfähig ist, bewusst Leiden für andere erzeugt oder in Kauf nimmt, wird er/sie die Konsequenzen in diesem oder im nächsten Leben zu tragen haben. „Wenn Gott Liebe ist, warum gibt es so viel Leid?“  Antwort: Auch hier ist die Antwort ähnlich: Mensch (und Tier) ist auf dieser Welt, um durch Erfahrungen zu wachsen. Leider gehören auch leidvolle Erfahrungen zum Wachstum dazu. Vom Standpunkt eines Lebens aus gibt es manche Menschen, die von Kindheit an Grausamstes erfahren, Leid, das kaum ermesslich ist. Vom Standpunkt von Millionen Inkarnationen ist ein Leben nur ein kurzer Moment. Und jemand muss noch nicht einmal selbst etwas falsch gemacht haben, um Leiden „zu verdienen“: Zum Lehrplan des Lebens gehört Leiden dazu. Manche schaffen sich durch unethisches Handeln zusätzliches Leiden als „Strafarbeiten“. Aber am besten gehst du davon aus, dass jemand, dem Unrecht geschieht, selbst nichts Falsches gemacht hat, sondern jetzt gerade die menschliche Erfahrung des Schmerzes erleidet. Und du bemühst dich, sein/ihr Leiden so gut es geht zu mildern.

216. Ausgabe des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast von und mit Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya.

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Die Karmalehre kann wie kaum eine andere philosophische oder spirituelle Lehre ewige Menschheitsfragen beantworten, wie: Warum gibt es Unrecht auf dieser Welt? Wenn Gott Liebe ist, warum gibt es so viel Leid? Wie soll ich mit meiner Schuld umgehen? Wie soll ich mit jemandem umgehen, der mir so viel Leid zugefügt hat? Zur ersten Frage: Warum gibt es Unrecht auf dieser Welt? Antwort: Es gibt nicht wirklich Unrecht auf dieser Welt. Von einem höheren Standpunkt aus kommt genau das auf uns zu, was wir brauchen. Jeder wächst an seinen eigenen Erfahrungen. Der einzelne sollte sein Handeln natürlich an hoher Ethik ausrichten. Ein Gemeinschaftswesen muss ethische Grundsätze in Regeln bzw. Gesetzen fassen. Aber vom kosmischen Standpunkt aus geschieht das, was geschehen soll.

Die ganze Welt ist Lila, kosmisches Spiel. Wenn jemand, der geistig zurechnungsfähig ist, bewusst Leiden für andere erzeugt oder in Kauf nimmt, wird er oder sie die Konsequenzen in diesem oder im nächsten Leben zu tragen haben. Aber, wenn ich nochmal an das Karma erinnern kann, nicht jedes Leid, das kommt, kommt deshalb, weil man sich schlecht verhalten hat. Und erst recht gibt es nicht dieses kollektive Karma, dass, wenn ein ganzes Volk leidet, es sich vielleicht in früheren Zeitaltern schlecht verhalten hat, denn Menschen können sich in unterschiedlichen Völkern, Nationen, Regionen, Geschlechtern inkarnieren. Aber im Lauf des Lebens muss jeder durch verschiedene Erfahrungen durchgehen, dazu gehört auch verschiedenes Leid.

Im momentanen Bewusstseinszustand haben die meisten Menschen nur das Bewusstsein eines Lebens. Und da sieht es manchmal schrecklich aus und grässlich aus, wenn Menschen zum Teil ein ganzes Leben so schlimme Erfahrungen machen. Wenn du aber davon ausgehst, dass Leben nicht nur ein Leben dauert, sondern viele Leben, dann wirst du vielleicht eher erkennen können, dass ein Leben voller Leid auch sehr wertvoll sein kann. Angenommen, du hättest nur das Bewusstsein von einer einzigen Stunde und du hättest gerade Zahnweh, Zahnschmerzen. Dann könntest du sagen: „Oh, mein ganzes Leben – das für dich nur eine Stunde umfasst – habe ich so viel Leid. Andere haben in dieser Stunde kein so großes Leid. Warum ist das so?“ Wenn du aber dein ganzes Leben betrachtest, dann ist das Zahnweh, das du vor zehn Jahren mal hattest, ein paar Stunden oder ein paar Tage lang, nicht mehr so bedeutend. Es hat dich aber reifen lassen und war wichtig für dich. So vom Standpunkt vieler Leben, kann ein Leben voller Leiden und scheinbarer Ungerechtigkeit sehr wertvoll sein. Es war nicht wirklich Unrecht, es war nicht wirklich nur Leid.

Ähnlich ist dann auch die Antwort auf die Frage: Wenn Gott Liebe ist, warum gibt es so viel Leid? Die Antwort ist nämlich ähnlich. Mensch und Tier sind auf dieser Welt, um durch Erfahrungen zu wachsen. Leider gehören dort auch leidvolle Erfahrungen zum Wachstum dazu. Vom Standpunkt eines Lebens aus, gibt es manche Menschen, die von Kindheit an Grausamstes erfahren, Leid, das kaum ermesslich ist. Vom Standpunkt von Millionen Inkarnationen ist ein Leben nur ein kurzer Moment. Und jemand muss noch nicht einmal selbst etwas falschgemacht haben, um Leiden zu verdienen. Zum Lehrplan des Lebens gehört Leiden dazu. Manche schaffen sich durch unethisches Handeln zusätzliches Leiden als eine Art Strafarbeiten. Aber am besten gehst du davon aus, dass jemand, dem Unrecht geschieht, selbst nichts Falsches gemacht hat, sondern jetzt gerade die menschliche Erfahrung des Schmerzes erleidet. Und du kannst dich bemühen, sein oder ihr Leiden so gut es geht zu mildern. Das waren jetzt knapp fünf Minuten, um wichtige Menschheitsfragen zu erläutern. Viel mehr gibt es dazu zu sagen. Und es gibt ja auch bei Yoga Vidya ganze Seminare zum Thema „Karma und Reinkarnation“, ich habe auch ein ganzes Buch darüber geschrieben, wo diese Fragen genauer erläutert werden. Dennoch, das kann dir helfen für Gelassenheit, wenn du erkennst, auch im Leiden gibt es Sinn. Und scheinbares Unrecht ist nicht wirklich Unrecht, wenn man es von einem höheren Standpunkt aus sieht und von einem weiteren Zeithorizont. Du kannst daher auch gelassen sein, dennoch engagiert.

Ein Kommentar

Ein Yoga Blog Kommentar to “Der Königsweg zur Gelassenheit – 216 Gelassener Umgang mit Leid und Ungerechtigkeit”

  1. Premajyotiam 1. Juni 2017 um 07:28 1

    …om

    was habe ich letzt gelesen, das es für mich gut auf den Punkt brachte

    you are bigger than your struggles

    vielleicht das zu erkennen, das das Selbst größer ist als unser Leiden.

    Om Shanti

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