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Meditation

Alle großen spirituellen Traditionen kennen die mit dem Atem verbundene Meditation, nicht nur Hindus und Buddhisten, auch die christlichen und jüdischen Mystiker, die islamischen Sufis und die Schamanen. Doch warum meditiert der Mensch?

Der Mensch strebt zunächst einmal danach, körperliche Bedürfnisse (Essen, Trinken, Schlaf) zu erfüllen, ein sicheres Dach über dem Kopf zu haben und seinen Wunsch nach Nähe befriedigen zu können. Sind alle diese Bedürfnisse gestillt, dann stellt er fest, dass er noch immer nicht dauerhaft glücklich ist, denn vorübergehende Phasen des Glücks wechseln mit Zeiten des Leids ab. Das liegt vor allem daran, dass uns unsere Gedanken ständig Dinge vorgaukeln, ohne die wir vermeintlicherweise nicht glücklich sein können. Ständig zerren Wünsche an uns und lassen uns nicht zur Ruhe kommen.

Meditationstechniken wurden entwickelt, um über diesen Geist, diese Gedanken die Herrschaft zu erlangen. Auch wenn wir vielleicht nie völlig frei von Wünschen sind - denn auch der Wunsch, Herrschaft über die Gedanken zu erlangen ist ja ein Wunsch - können wir doch lernen, uns nicht ständig von unserem Geist diktieren zu lassen, wonach wir streben sollen. Durch Techniken der Meditation, der Entspannung, des Loslassens und der Selbstbeoachtung begreifen wir allmählich, wie wir unsere Gedanken in Zaum halten und Täuschungen des Geistes durchschauen können. Vor allem aber lernen wir, im gegenwärtigen Augenblick zu leben, im Jetzt zu sein, denn unsere wirkliche Sehnsucht ist es, zur Quelle zurückzufinden. Wir lernen, die Meditation auch auf unsere körperlichen Übungen und auf Entscheidungen im Alltag anzuwenden. Dadurch kann sich unser ganzes Leben wandeln.