Nov 14 2015

Umgang mit Ärger und Angst


Ein Artikel von cn | Ärger und Angst werden meist als unangenehm empfunden und können sich im Übermaß auch negativ, behindernd oder gar zerstörerisch auf unser Leben auswirken. Dabei sind es im Kern ganz wunderbare Kräfte, die uns gegeben worden sind, um unser Überleben zu sichern. 

Beispielsweise versetzt die Angst den Körper in einen Kampf-Flucht-Mechanismus und gibt ihm damit eine extra Portion Kraft für wichtige Handlung(en). Dennoch empfinden die meisten Menschen Angst nicht als positiv. Sie erleben Angst eher als Einschränkung und Belastung.

Wie kann man also mit Angst so umgehen, dass sie für das eigene praktische Leben eher unterstützend wirkt, anstatt zu behindern?

Ähnliches trifft auch auf Ärger zu. Wut und Ärger sind an sich wunderbare Kraftquellen, die uns im Leben fortschreiten lassen und uns entwickeln lassen können – unsere Empfindungen dazu sind aber oftmals weniger positiv. Wenn wir nicht gelernt haben, unsere Wut zu kanalisieren, sondern sie stets an Ort und Stelle ungefiltert ausleben, kann es oftmals unseren Mitmenschen gegenüber verletzend und unangenehm sein, sodass die anderen zu uns auf Distanz gehen oder im Extremfall aus Selbstschutz sogar anfangen, uns zu meiden.

Auch wird Ärger bei manchen Menschen gerne als Deckelgefühl benutzt, d.h. dass sie ärgerlich werden, um eine darunter liegende Emotion nicht zu spüren, weil diese vielleicht in verschiedener Hinsicht zu ‚bedrohlich‘ wäre. Daher können manche Menschen aufgrund von früheren Erfahrungen z.T. nur schwer Traurigkeit oder Gefühle von Hilflosigkeit oder Angst zulassen, da sie sich darin schwach, angreifbar und verletzbar fühlen. Je nach vorhergehenden Erfahrungen wären diese weicheren Gefühle zu bedrohlich, sodass sie mit Ärger-Gefühlen, die eher im Vordergrund auftreten, andere Gefühle abwehren. Das Dilemma ist, dass man dadurch i.d.R. kaum tröstende oder liebevolle Zuwendung erhält, da die Mitmenschen auf Ärger eher verschreckt reagieren, anstatt offen und zugewandt. Das Ergebnis wird sein, dass eine ärgerliche Person nur schwer das bekommt, was sie sich tief im inneren wünscht: nämlich Zuwendung und Liebe.

Die Frage bleibt: Wie kann ich einen konstruktiven Umgang finden mit Gefühlen wie Angst oder Wut?

Im Yoga und in der psychologischen Yogatherapie gibt es verschiedene Techniken, sich vom ’schweren‘ Gefühl innerlich zu distanzieren, um einen neuen Umgang damit zu erlernen. Eine Technik, die sich gut bei gewissen Ängsten anwenden lässt, ist das „Sprechen mit der Angst. Dabei kannst du die Angst wie einen eigenständigen Anteil in dir begegnen und mit ihr aus einer liebevollen, verständnisvollen Haltung heraus in Kontakt treten. Die Haltung und Intention, aus der heraus du in den Kontakt gehst, ist dabei wesentlich für den Erfolg der Technik. Wenn du dem unangenehmen Gefühl mit innerer Strenge, Härte und Verurteilung begegnest, wird es sich nicht auflösen. Aber wenn du dich (z.B.) deiner Angst offenherzig zuwendest, sie fragst, worin sie begründet ist, ihr erlaubst da zu sein, und sie mit Liebe innerlich umarmst, dann besteht eine gute Chance, dass sie sich in deinem Inneren beruhigt und du leichter den Schritt der Liebe gehen kannst.

Es gibt Ängste, die so massiv sind, dass man nicht mit ihnen verhandeln kann. Dann können andere Visualisierungs-Techniken oder auch Übungen aus dem Raja-Yoga helfen. Im Seminar Umgang mit Ärger und Angst vom 18. – 20.12.2015 bei Yoga Vidya Bad Meinberg hast du die Möglichkeit, mehr darüber zu erfahren und Techniken zu erlernen, um mit zerstörerischen bzw. lähmenden Emotionen positiv umzugehen.

Seminar zum Thema vom 18. – 20.12.2015 bei Yoga Vidya Bad Meinberg

Umgang mit Ärger und Angst

Ärger und Angst können zerstörerische und lähmende Emotionen sein. Du lernst ihren Ursprung kennen und praktizierst Techniken, um mit ihnen umzugehen bzw. sie zu überwinden.

Dieser Workshop verspricht dir keine Wunder, sondern gibt dir solide Techniken, damit du dein Leben selbst in die Hand nehmen kannst:

 

Bei übermäßigem Ärger oder Wut können verschiedene Aspekte helfen. Einerseits kann es hilfreich sein zu lernen, seinen Ärger kontrollierter ‚rauszulassen‘. Hierfür kann zum Beispiel die im Yoga oft angesprochene tiefe Bauchatmung helfen. Insbesondere das Verlängern einer Ausatmung oder auch das berühmte innerliche „bis-10-Zählen“ bevor man reagiert, fährt das System ein Stück wieder runter, sodass du ruhiger reagieren kannst.

Wenn du Ärger als Deckelgefühl benutzt, so schaue, ob du dich auf die innere Reise machen möchtest, um die darunter liegenden Emotionen für dich zu erkennen und zu spüren. Ist das der Fall, dann können Meditation und YogaAsanas gute Werkzeuge sein, um wieder Körpergefühl und damit auch das Spüren Schritt für Schritt zu erlernen und die unter dem Ärger versteckten Gefühle aufzudecken. Außerdem können gewisse Techniken aus dem Raja-Yoga helfen, dich von Gefühlen zu distanzieren, sodass du dich nicht von ihnen übermannt fühlen musst, sondern Herr im eigenen Hause sein kannst.

Neben den vielen Seminaren zum Thema bist du bei individuellem Unterstützungsbedarf auch gerne in der psychologischen Yogatherapie im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg willkommen. Hier hast du die Möglichkeit, gemeinsam mit uns in der Einzelberatung für dich zugeschnittene Lösungswege zu erarbeiten.

 

2 Kommentare

2 Yoga Blog Kommentare to “Umgang mit Ärger und Angst”

  1. Shaktidasam 14. November 2015 um 13:42 1

    Wunderbarer Text zu Wut und Ärger.

  2. Nichtsam 16. November 2015 um 11:36 2

    Eine Technik, die sich gut bei gewissen Ängsten anwenden lässt, ist das „Sprechen mit der Angst„. Dabei kannst du die Angst wie einen eigenständigen Anteil in dir begegnen und mit ihr aus einer liebevollen, verständnisvollen Haltung heraus in Kontakt treten. Die Haltung und Intention, aus der heraus du in den Kontakt gehst, ist dabei wesentlich für den Erfolg der Technik. Wenn du dem unangenehmen Gefühl mit innerer Strenge, Härte und Verurteilung begegnest, wird es sich nicht auflösen. Aber wenn du dich (z.B.) deiner Angst offenherzig zuwendest, sie fragst, worin sie begründet ist, ihr erlaubst da zu sein, und sie mit Liebe innerlich umarmst, dann besteht eine gute Chance, dass sie sich in deinem Inneren beruhigt und du leichter den Schritt der Liebe gehen kannst.

    Das hab ich schon von Thich nhat hanh gehört und es funktioniert gut, scheint eine buddhistische Methode zu sein:
    Emotionen frühzeitig erkennen, (ich glaub, die haben da über 50 verschiedene), ansprechen und liebevoll umarmen (hallo mein lieber kleiner Ärger, ich habe dich erkannt).
    Sofort senkt sich der Ärger.
    Das scheint daran zu liegen, dass man die Emotion dann aus der Position des Beobachters heraus betrachtet und sich nicht damit identifiziert.

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