Okt 29 2014

81 Eigenschaftsmeditation – Meditationsanleitung


GelassenheitEine Meditation, um eine Eigenschaft in dir stärker werden zu lassen. Folgende Eigenschaften kannst du z.B. eintwickeln: Mut, Willenskraft, Geduld, Gleichmut, Nachsicht, Beständigkeit, Ausdauer, Flexibilität, Mitgefühl, … Überlege dir, welche Eigenschaft du besonders brauchst, um gelassener zu sein bzw. zu werden. Manche Menschen werden durch Ängste aus ihrer Mitte gebracht – dann brauchen sie Mut, um gelassener zu werden. Vielleicht neigst du zu Jähzorn – dann überlegen, ob du Geduld, Einfühlungsvermögen, Mitgefühl entwickeln willst. Vielleicht hast du ein sehr sprunghaftes Temperament – dann versuche es mit Beständigkeit und Ausdauer. Vielleicht bist du ein Prinzipienreiter – und ärgerst dich über andere – dann meditiere über Nachsicht oder Flexibilität. Diese Meditation ist am wirksamsten, wenn du sie mindestens 1 Woche lang täglich praktizierst.

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81. Ausgabe des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast von und mit Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya. Dauer: 15 Minuten. Sprecher: Sukadev Bretz. Mehr Information zu Meditation

Die Meditation geht in mehreren Schritten: (1) Stellung einnehmen (2) Tief Atmen (3) Entscheiden für eine Eigenschaft Das waren die vorbereitenden Schritte. Dann folgen die Hauptschritte: (1) Affirmation (2) Nachdenken über die Eigenschaft: Warum will ich sie entwickeln. Eine Art Motivations-Talk (3) Hineingehen in das Gefühl der Eigenschaft (4) Visualisierung: Stelle dir Situationen vor, in denen du diese Eigenschaft unter Beweis stellst (5) Affirmation wie am Anfang . Zum Abschluss kannst du noch weitere Affirmationen sprechen, beten oder dein Unterbewusstsein befragen.

 

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Eigenschaftsmeditation, eine Meditation, um eine positive Eigenschaft in dir stärker werden zu lassen, eine Technik die, wenn du sie täglich für eine bis vier Wochen lang ausübst, eine in dir schlummernde Eigenschaft sehr stark werden lässt. Eine Meditation in verschiedenen Schritten: Das Einnehmen der Stellung, Asana, die tiefe Atmung, Pranayama, dann das Entscheiden für eine Eigenschaft, Pratyahara, dann die eigentliche Dharana-Technik in verschiedenen Schritten, die Affirmation, das Nachdenken über die Eigenschaft, das Hineingehen in das Gefühl der Eigenschaft, die Visualisierung und nochmals die Affirmation.

Sitze ruhig und gerade für die Meditation. Das Wichtigste ist, die Wirbelsäule ist aufgerichtet. Du kannst auf einem Stuhl sitzen, du kannst kreuzbeinig sitzen, du kannst kniend sitzen. Wichtig, Wirbelsäule aufgerichtet, Schultern nach hinten und unten, Brustkorb nach vorne gewölbt, Schultern entspannt, Kiefergelenke entspannt, Augen entspannt. Und weil Meditation etwas sehr Wunderschönes ist, lächle von innen heraus. Bitte Körper und Geist ruhig und entspannt zu bleiben während der nächsten fünfzehn Minuten. Atme ein paar Mal tief mit dem Bauch ein und aus. Atme drei bis vier Sekunden lang ein, atme drei bis vier Sekunden lang aus. Beim Einatmen geht der Bauch hinaus, beim Ausatmen geht der Bauch hinein. Einatmen, drei bis vier Sekunden lang, ausatmen, drei bis vier Sekunden lang. Bringe so neuen Sauerstoff zum Gehirn und aktiviere Prana, die Lebensenergie im Sonnengeflecht.

Jetzt überlege, welche Eigenschaft du in dir stärker werden lassen willst, z.B. Mut oder Geduld. Drücke die Eigenschaft in jedem Fall positiv aus. Also Mut z.B. Sage nicht, Aufhören von Angst und sage nicht, Abstellen von Ungeduld, sondern eben Mut bzw. Geduld. Entscheide dich jetzt für eine Eigenschaft, welche du während der nächsten Minuten entwickeln willst und bleibe bei dieser Eigenschaft während dieser Meditation.

Jetzt folgt der erste Hauptschritt der Meditation, die Affirmation mit der Eigenschaft. Wiederhole die Eigenschaft als Affirmation, wie z.B., „ich bin mutig“ oder „ich entwickle Geduld“. Du kannst die Eigenschaft entweder als gegenwartsbezogen beschreiben, „ich bin mutig“ oder als entwicklungsbezogen, „ich entwickle Geduld“. Mache es so, wie es dir stimmiger erscheint. Wenn du magst, kannst du das auch mit einem Mantra verbinden und so Mantrakraft in die Eigenschaft hineinbringen. Das macht diese Meditationstechnik noch effektiver. Also z.B. „ich bin mutig, Om Om Om“, „ich entwickle Geduld, Om Namah Shivaya“. Wiederhole jetzt diese Affirmation einige Male gleichmäßig für dich selbst.

Komme zum zweiten Hauptschritt dieser Meditation, das Nachdenken über diese Eigenschaft. Du kannst nachdenken: „Was ist diese Eigenschaft? Warum will ich sie entwickeln? Was habe ich davon, die Eigenschaft stärker in mir zu haben?“ So als ob du dir ein kleines Motivationsgespräch gibst. Erkläre dir selbst: Was ist die Eigenschaft, die du in dir stärker werden lassen willst und warum willst du sie stärker werden lassen? Jetzt lasse die Worte langsam verklingen und jetzt gehe in das Gefühl der Eigenschaft hinein. Stelle dir vor, diese Eigenschaft wird jetzt manifest. Du bist in einer Situation und du fühlst Mut in dir oder du bist in einer Situation und bist erfüllt von einem tiefen Gefühl von Geduld. Stelle dir vor, du bist jetzt ganz ergriffen von diesem speziellen Gefühl und lasse es in dir immer stärker werden. Wenn du willst, kannst du auch wiederholen „Geduld“ oder „Om, Geduld“, „Om, Mut“ oder „ich spüre in mir Geduld“, „ich spüre in mir das Gefühl von Mut“. Aber wiederhole es nur in dem Maße, wie es notwendig ist, dass du dieses Gefühl spürst. Gehe ganz in das Gefühl dieser Eigenschaft hinein. Spüre, wo in der Tiefe in dir ist dieses Gefühl spürbar und wie breitet es sich aus? Wie durchströmt dieses Gefühl alle Fasern deines Wesens?

Jetzt vertiefe deinen Atem, bleibe aber noch einige Momente ruhig sitzen oder einige Minuten ruhig sitzen. Vierter Hauptteil der Meditation ist die Visualisierung. Jetzt stelle dir Situationen vor, in denen du diese Eigenschaft unter Beweis stellen wirst. Stelle dir vor: „In der und der Situation werde ich mich so und so verhalten.“ Male dir die Situation aus. Du kannst gleichzeitig der Erzähler sein, wie auch der Schauspieler, die Hauptperson, wie auch der Beobachter. Male dir ein oder mehrere Szenen aus, in denen du diese Eigenschaft erfolgreich unter Beweis stellen wirst. Und spüre und male dir aus, was wird die Wirkung davon sein? Vertiefe nochmals den Atem, bleibe aber weiter ruhig sitzen. Und jetzt sprich die Affirmation so, wie du sie zu Anfang gesprochen hast. Also, „ich bin mutig“ oder „ich entwickle Geduld“ oder „ich bin mutig, Om Om Om“, „ich entwickle Geduld, Om Namah Shivaya“.

Wiederhole die Eigenschaft einige Male. Zum Abschluss der Meditation kannst du auch noch die Kräfte deines Unterbewusstseins oder Überbewusstseins anrufen. Falls du vor einer wichtigen Entscheidung stehst, dann frage jetzt: „Liebes Unterbewusstsein oder liebes höheres Selbst, lieber Gott, ich stehe vor der und der Entscheidung. Bitte sage mir bis dann und dann, was ich tun soll, was das Richtige ist.“ Vielleicht hast du eine wichtige Aufgabe, du weißt noch nicht, wie du sie erledigen kannst. Du kannst auch hier eine Frage stellen: „Liebes Unterbewusstsein, liebes Überbewusstsein, lieber Gott, ich habe folgende Frage: Das und das ist meine Aufgabe. Sage mir bis dann und dann, wie soll ich es tun? Wie soll ich die Aufgabe lösen? Wie soll ich es angehen?“ Dann kannst du auch mit einer Affirmation sagen: „Ich freue mich darauf, das und das zu tun.“ Und wiederhole die Affirmation: „Ich bin voller Kraft und Energie. Mir geht es gut. Ich freue mich auf den weiteren Tag.“ Du kannst deine Atmung wieder vertiefen, du kannst die Füße bewegen, die Hände bewegen. Du kannst die Augen öffnen, freundlich lächeln und dich auf den weiteren Tag freuen.

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