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11.3.2010, 20:41



Ayurveda

Einführung - Was ist Ayurveda

Ayurveda, „die Wissenschaft vom langen und gesunden Leben“ ist das älteste, überlieferte Gesundheitssystem. Es blickt auf eine über 5000-jährige Tradition zurück und hat seine Wurzeln in den Veden, den ältesten indischen Schriften.

Ayurveda ist ein System der Vorbeugung und Heilung. Es zeigt uns, wie wir unsere Gesundheit, Vitalität und Lebensfreude bis ins hohe Alter erhalten können. Ayurveda sieht den Menschen als Einheit von Körper und Geist und berücksichtigt die Wechselwirkung des ganzen Organismus in Beziehung zur Natur und Umwelt.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Lehre von den drei Bioenergien (Doshas). Die Konstitutionstypen Vata, Pitta und Kapha bezeichnen die Summe aller angeborenen Eigenschaften und Anlagen. In jedem Menschen wirkt eine bestimmte Zusammensetzung der Doshas, die seine körperlichen Eigenarten, sein Aussehen und seine persönlichen Neigungen und Abneigungen prägt. Sie regeln als die verborgenen Kräfte des Lebens alle biologischen, psychologischen und physiologischen Funktionen des Körpers und des menschlichen Bewusstseins.
Ist ihr Gleichgewicht gestört, so ist das Anfangsstadium einer Krankheit erreicht. Ayurveda ist die Wissenschaft, dieses Gleichgewicht auf körperlicher und seelischer Ebene aufrecht zu erhalten bzw. wieder herzustellen.

Mittel dazu sind:
• eine fundierte Ernährungslehre, abgestimmt auf die individuelle Konstitution
• eine sehr kenntnisreiche Pflanzenheilkunde mit über 3000 verschiedenen Pflanzen und Kräutern
• Reinigungstechniken (Panchakarma)
• Ölmassagen
• spirituelle Yoga- und Meditationspraxis.

Artikel über Ayurveda:

 

Lebensregeln des Ayurveda: Sattviges Leben

Alle menschlichen Wesen sollten einem sattvigen (reinen Lebensstil) folgen, der Frieden und geistige Klarheit vermittelt. Zur körperlichen Reinheit gehört eine reine Ernährung mit rohen oder frisch gekochten vegetarischen Lebensmitteln, reine Luft und sauberes Wasser, angemessene körperliche Übungen, die beruhigend wirken, sowie körperliche Sauberkeit.

Zur Reinheit des Geistes gehören Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit, Demut, Ausgeglichenheit, Gewaltlosigkeit, Freundlichkeit und Mitgefühl für alle Lebewesen. Emotionale Unreinheiten wie Ärger, Hass, Stolz, Begierde und Furcht werden aufgegeben; auf Klatsch und Sorgen sollte man verzichten. Dies sind die wesentlichen schlechten geistigen Gewohnheiten, die unsere natürliche Geistesklarheit und unser geistiges Gleichgewicht zerstören.

Zu einem reinen Lebensstil gehören ein angemessener Lebensunterhalt (im Sinne einer beruflichen Tätigkeit, die anderen keinen Schaden zufügt), eine angenehme Art zu sprechen, eine harmonische oder angenehme Umgebung und das Vermeiden von Ablenkungen, Lärm und allen gewalttätigen oder entwürdigenden Formen der Unterhaltung.

Zu einem sattvigen Leben gehören die Hingabe an das Göttliche oder die Wahrheit, Mitgefühl, Dienst an den Mitmenschen, das Studium spiritueller Lehren, Erfurcht vor spirituellen Lehrern und das Praktizieren von Yoga und Meditation.

Die Reinheit selbst sollte jedoch nicht durch Selbstgerechtigkeit, Übersensibilität oder Fanatismus zu einem Fehler werden. Wir sollten stets gute Laune und Mäßigung bewahren. Was wir brauchen, sind natürliche Harmonie und Anpassungsfähigkeit und nicht die Bürde künstlicher Standards.


Ernährung und Kräuter
:
Unsere Ernährung ist die wichtigste langfristigste Maßnahme zur Behandlung unseres Körpers. Bis sich die Erfolge zeigen, können ein bis sechs Monate vergehen, doch die Wirkung ist dann anhaltend. Die Ernährung ist ein beständiges Heilmittel, auch wenn sie gelegentlich an die Jahreszeiten, das Alter oder spezifische Krankheiten angepasst werden muss. Unser Körper setzt sich aus den Nahrungsmitteln zusammen, die wir zu uns nehmen, und wir können nicht erwarten, dass sich unser körperlicher Zustand verändert, wenn wir unsere Ernährung nicht ändern.

Der Ayurveda konzentriert sich vorwiegend auf die Energien der Nahrungsmittel, um damit die Körpersäfte ins Gleichgewicht zu bringen. Mineralien, Vitamine und die chemischen Inhaltsstoffe spielen demgegenüber eine untergeordnete Rolle. Aus ayurvedischer Sicht gibt es keine Ernährungsformen, die für jeden Menschen richtig ist, und auch keine Mindestanforderungen für Stoffe, die täglich aufgenommen werden sollten. Entscheidend ist vielmehr, ob die Nahrung, die wir zu uns nehmen, und die Art und Weise, wie wir essen, mit unserer Konstitution harmoniert.

In der Vedanta-Philosophie wird der Geist (Manomaya-Kosha) als die Essenz der Nahrung betrachtet.

Wir sind was wir essen!

Alles was wir essen, wirkt sich auf unsere Gefühle aus und kann dazu führen, dass wir für psychische oder körperliche Störungen anfällig werden. So wie falsche Gefühle unsere Verdauung beeinträchtigen können, kann eine schlechte Verdauung unsere Gefühle stören.

Wir sollten auch an die spirituellen Eigenschaften der Nahrung denken, die wir zu uns nehmen. Wirkt sich die Nahrung, die wir zu uns nehmen, günstig auf unseren geistigen Prozess aus, oder wirkt sie störend? Fleisch ist ein sehr schlechtes Nahrungsmittel, so nahrhaft es auch sein mag. Es enthält die Energie des Todes und verkörpert die Kräfte der Gewalt, sowie die negativen Emotionen von Angst und Hass.

Man sollte nicht nur auf die Qualität der Nahrungsmittel achten, sondern auch auf die Bedingungen der Nahrungsaufnahme. Hierzu gehören im Ayurveda eine entsprechende Zubereitung der Mahlzeiten, die richtige Kombination der Nahrungsmittel, die Menge und die Häufigkeit der Nahrungsaufnahme, sowie die richtige Zeit und der richtige Ort zum Essen. Auch die emotionale und geistige Einstellung ist wichtig: Gutes Essen, das man in schlechter Stimmung zu sich nimmt, kann Krankheiten verursachen. Ebenso wichtig ist, dass die Mahlzeiten mit Liebe, Sorgfalt und positiven Gefühlen zubereitet werden.

Kräuter sind wie feinstoffliche Nahrungsmittel. Man kann sie in kleinen oder größeren Mengen zu sich nehmen. Größere Mengen (ca. 28g - pro Tag) sollten in der Regel nicht ohne den Rat eines Arztes oder Heilpraktikers eingenommen werden. In kleinen Dosen wirken Kräuter wie starke Nahrungsergänzungsmittel, die fast jeder regelmäßig zu sich nehmen kann und sollte. Sie gehören zu den notwendigen Nahrungsmitteln und bilden einen Teil der feinstofflichen Ernährung.

Öle und Massagen:
Die meisten von uns brauchen regelmäßige Massagen und eine äußere Anwendung von Ölen. Die therapeutische Berührung schafft eine Verbindung zu unserem Körper und durchbricht die Stagnation entlang der Oberfläche. Die Ölmassage nährt das Herz und beruhigt den Geist. Sie verleiht den Muskeln und Gliedmaßen Elastizität und stärkt die Knochen.

Ätherische Öle und Räucherwerk:
Ätherische Öle und Duftstoffe sind ebenfalls ein wichtiger Teil des Lebens. Sie öffnen Geist und Herz und reinigen die Luft und die Aura. Räucherwerk wirkt auf ähnliche Weise. Es unterstützt die Reinigung und schafft eine Atmosphäre der Empfänglichkeit für die göttlichen Kräfte.

Farben und Edelsteine:
Der richtige Gebrauch von Farben hat durch die sinnliche Wahrnehmung einen harmonischen Effekt auf den Geist und die Emotionen. Unsere Eindrücke nähren den Geist und beeinflussen die Körpersäfte.

Edelsteine helfen die Aura auszugleichen, und harmonisieren die kosmischen Einflüsse der Sterne auf uns. Sie sind nicht nur Schmuckstücke, sondern auch eine zusätzliche Möglichkeit, die feinstofflichen Energien des Lebens abzustimmen. Es ist hilfreich, Edelsteine zu tragen oder zu benutzen, die unser körperliches und geistiges Gleichgewicht stärken.

Lebensstil:
Unser Lebensstil ist wahrscheinlich der wichtigste, allgemeine Faktor unserer körperlichen und geistigen Gesundheit. Richtiger Lebensstil bedeutet nicht, die eigene Natur zu unterdrücken, sondern deren tiefere Kräfte an die Oberfläche zu bringen. Im Ayurveda sollen also unsere natürlichen Bedürfnisse wie Essen, Schlafen, Stuhlgang, Wasserlassen, Niesen, Weinen, Husten, Gähnen oder Winde nicht unterdrückt werden.

Überlegungen zum individuellen Lebensstil beziehen solche körperlichen Faktoren ebenso ein wie das richtige Maß an Ruhe, Sonne, Hitze oder Kälte, ausreichend körperliche Bewegung sowie eine angenehme und natürliche Umgebung.

Die geistigen Faktoren und ethischen Haltungen des richtigen Lebensstils sind die Prinzipien eines sattvigen Lebens. Diese werden der jeweiligen Konstitution angepasst.

Yoga und Meditation:
Yoga und Meditation beziehen sich auf die spirituellen Aspekte des Lebens. Im Ayurveda heißt es, die Seele sei die Quelle des Lebens und der Gesundheit. Deshalb müssen wir so leben, wie es unsere Seele verlangt, damit wir Frieden finden und uns wohl fühlen. Krankheiten sind ein Hinweis darauf, dass wir den Kontakt zu unserer Seele verloren haben. Nach ayurvedischer Ansicht ist das Praktizieren von Yoga, eine sehr wichtige, natürliche und vorbeugende Maßnahme, um die Gesundheit zu erhalten.

Jeder von uns sollte tägliche Yogaübungen machen und meditieren. Ohne diese Übungen hat unser Leben keinen wirklichen Mittelpunkt, um den die anderen Praktiken der richtigen Lebensführung angeordnet werden können.

Durch Yoga gelangt der Mensch in einen Zustand der Ruhe und Ausgewogenheit. Daher haben Yoga-Übungen sowohl einen heilenden, als auch einen vorbeugenden Wert. Yoga ist die Wissenschaft von der Vereinigung mit dem höchsten Sein.

Atmung:
Atemübungen (Pranayama) sind eine Heilmethode des Yoga, die ein Gleichgewicht im Bewusstsein herstellen können. Durch das Praktizieren von Pranayama erreicht man Kontrolle über PRANA (Lebensenergie), das eng mit dem Geist verbunden ist. Sobald der Atem ruhig durch unseren Körper fließt, ist auch unser Geist in einem ruhigen, ausgewogenen Zustand. Ist der Geist aber von negativen Gefühlen wie Sucht, Ärger, Zorn oder Sorge ergriffen, wird der Atem unregelmäßig und unruhig.

Ein Artikel von Parvati Ruth Burbach