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OM AIM HRIM KLIM Singen und "Mandala Sand Malen" mit Michaela Rusch

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Die "Spurensuche" fand vom 08.08 bis zum 15.08.2005 im Silvaticum in Bad Meinberg statt. Die vom Haus Yoga Vidya unterstützte Kunstintervention erstreckte sich vom Seminarhaus am Wällenweg, durch das Silvaticum bis zum Kurpark. Für die flüchtigen Spuren aus Sand wurden zwei unterschiedliche Arbeitsweisen eingesetzt. Zum einen entdeckte man geometrische Kreisbilder zur meditativen Betrachtung. Diese sogenannten Mandalas zeichnen sich durch die Drehung eines gelochten Kegels auf dem Boden ab. Zum anderen wurden Sinnsprüche von Rabinrath Tagore gestreut. Diese Aphorismen sind zumeist Naturbetrachtungen aus dem Band "Verirrte Vögel"; sie sprechen den ausgesuchten Ort an und spiegeln ihn wieder. Die vertiefte Betrachtung vereint die äußere Landschaft mit der Inneren, die individuelle Seele erkennt sich wieder als Ausdruck der Weltseele.

Zusatzinfo:
Um den Tag zu begrüssen reinigen die Frauen Indiens, bei Sonnenaufgang den Boden vor ihren Haustüren und dekorieren ihn mit Sand oder Reispulver.

Die Erinnerung an diesen morgentlichen meditativen Akt, an dem die Frauen freihand mit viel Geschick und Achtsamkeit die Kolamdekorationen legen, hat sich mir auf meiner Indienreise tief eingeprägt und mich 2003 zu der Kunstaktion "El viento por si solo es invesible " inspiriert. In Bad Meinberg lag mein Interesse an der Entwicklung eines Objektes, daß kreisformige Sandspuren, sprich Mandalas überträgt. Die traditionelle Kunst des Kolammalens wird in Indien immer noch weitergegeben und von Kindheit an praktiziert. Sie gehört zu einer von 64 Künsten, die die Frauen erlernen, um eine gute Ehefrau zu werden. Bei diesem morgentlichen Ritual wird der Boden zuerst gereinigt und mit Kuhdung bestreut. Dann wird ein feines geometrisches Raster mit Orientierungspunkten gezeichnet, das als Kompositionsgrundlage dient. In Südindien sind die Frauen oft so geübt, daß sie keine Raster benötigen und anmutig im Rythmus ihres Atems die Linien ohne Unterbrechung ziehen. Im Laufe des Tages wird das Bild vom Wind und darüberlaufenden Passanten abgetragen, als Gleichniss des ewigen Wandels. Tagtäglich den Willkommensteppich für den neuen Tag zu streuen symbolisiert so Konstanz und einen Akt der Eingabe. Die Kolams erfreuen so nicht nur das Auge, sondern auch das Herz. Der Tag beginnt mit Zuversicht und Lebensfreude.
   
   
Einweihung des Sivananda-Saales

 

 
 

Das Tridevi - Mandala-Ritual

Neben der Kunstaktion " Spurensuche" in Bad Meinberg entwickelte ich einen zusätzlichen Mandalakegel von 1,30m (2,60 Durchmesser des gelegten Mandalas) auf dem ich das Tridevi-mantra lochte. Bei einem gemeinsamen Singen des Mantras im Shivanadaraum übertrug ich dreimal das Mandala auf dem Boden. Durch vier Umdrehungen des Kegel erhält man ein Mandala, das das Mantra 36 mal enthält. Die drei Mandalas geben so das Mantra 108 mal wieder.

 

Das Tridevi- oder Zehn-Silben-Mantra
Om Aim Hrim Klim Chamundaye Vicche Namaha

Das Mantra verehrt Durgas siegreiche Natur im Kampf gegen den Egoismus, den Eigennutz und die Zwietracht sähende Kräfte. Als Tridevi*-Shakti** personifiziert
die göttliche Mutter die drei Hauptaspekte der weiblichen Kraft als Sarasvati, Lakshmi und Kali. Die Bijamantras des Dasaksharimantras
Ein Bijamantra, auch Samen-Silbe genannt, ist ein sehr machtvolles Mantra. Jede Gottheit hat ihr eigenes Bija-Mantra. Das größte aller Bija-Mantras ist Om.

OM
enthält in sich alle anderen Bija-Mantras und ist der umfassende Urklang, der gemeinsame Samen, aus dem alle anderen Laute hervorgehen. Die Buchstaben des Alphabets sind Ableitungen von Om, der Wurzel aller Laute und Buchstaben. Om, wie es gewöhnlich ausgesprochen wird, ist eine äußere grobe Form des echten, feinen, unsichtbaren Klangzustandes, der Amatra genannt wird( Unmeßbarer vierter transzendentaler Zustand). So wie die verschiedenen Gottheiten Formen des Einen Höchsten Wesens sind, sind auch die Bija-Mantras verschiedene Aspekte des höchsten Bijas Om . Der dreibuchstabige Laut "A", "U", "M "ist ein Ausdruck des ursprünglichen Klangzustandes. Bei der richtigen Aussprache von OM kommt der Klang mit einer tiefen harmonischen Schwingung aus dem Bauchnabel und setzt sich schrittweise nach oben fort bis zum oberen Teil der Nasenflügel. "A", "U" und "M" bezeichnet die drei Zeitzustände, die drei Bewußtseinszustände und die gesamte Existenz. "A" ist der Wachzustand, das kosmische Bewußtsein in der Schöpfung (Virat) und das individuelle normaleBewußtsein (Vishva). "U" ist der Traumzustand, das subtile astrale Bewußtsein (Hiranyagarbha) und das individuelle astrale Traum-Bewußtsein (Taijasa). "M" steht für den Zustand des Tiefschlafs, das kosmische kausale Bewußtsein, den Schöpfergeist (Ishwara) und das individuelle Bewußtsein auf der Kausalebene, wo es Gottesbewußtsein erlangt (Prajna).

AIM: ist das Bija-Mantra von Saraswati. Sie repräsentiert Dharma (Prinzipien und Ideale) und ist der weibliche Aspekt (die Shakti) des schöpferischen Prinzips Brahma.

HRIM: ist die Klangsilbe von Mahalakshmi. Sie respräsentiert Artha (Wohlstand, Glück, Gedeihen) und ist die Shakti von Vishnu, das erhaltende Prinzip.

KLIM: ist auch die klangsilbe von Kali die Shakti des zerstörerischen Prinzips Shiva.

CHAMUNDAYE: Beschreibt Kali in ihrer Form als Chamunda im Kampf gegen die Dämonen Chanda y Munda

VICCHE: bedeutet Sieg und NAMAHA bedeutet sich verbeugen (vor der Göttlichen Mutter)



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