Arjunas Konflikt: Die Bhagavad Gita beginnt mit dem ethischen Dilemma von Arjuna. Er weiß nicht, was seine Aufgabe ist. Auf der einen Seite will er sich dafür einsetzen, ein tyrannisches Regime zu überwinden, welches das ganze Land in Elend gestürzt hat. Er will helfen wieder eine gerechte Ordnung zu schaffen, wo die Menschen ohne Angst und Sorge leben können. Darauf hat er sich vorbereitet. Nun geht es los und er soll auf dem Schlachtfeld für diese Ideale kämpfen. In diesem Moment wird er sich bewusst, auch auf der Gegenseite sind nicht nur Bösewichte; im Gegenteil, es sind alles Menschen wie er, teilweise sogar seine eigenen Verwandten und Lehrer. Eine der ersten Erkenntnisse aus der Bhagavad Gita ist hier, dass im weiteren Sinne alle Menschen unsere Verwandten sind. Wir sind alle eine Familie, und nicht nur unter den Menschen, sondern auch mit unseren Mitgeschöpfen – selbst mit Schimpansen haben wir 98% der Erbguts gemeinsam, mit dem Schmetterling 76% und mit Pilzen immer noch über die Hälfte. Aus der Frage von Arjuna, wie er sich verhalten soll, entwickelt sich das Lehrgespräch der Bhagavad Gita. Sie ist zeitlos, weil es sich nicht wirklich um den realen Kampf zwischen den Kauravas und den Pandavas handelt, sondern unter anderem um unser inneres Schlachtfeld. ...>>> weiter zum vollen Artikel...
Die Grundlage von allem ist eine schwierige ethische Frage, die Arjuna hat. Er weiß nicht, was er tun soll, was seine Pflicht ist – entweder kämpfen oder sich zurück ziehen. Diese Frage kann man im wörtlichen Sinne verstehen und sich fragen: Gibt es so etwas wie einen gerechten Krieg? Oder man kann sie im übertragenen Sinne behandeln. Ich glaube, da es heißt, dass die Bhagavad Gita für jeden Einzelnen gedacht ist, sollte man es mehr auf den Einzelnen beziehen. ...>>> weiter zum vollen Artikel...
Das 11. Kapitel ist der Wendepunkt der Bhagavad Gita. Bis dahin einschließlich des Anfangs des 11. Kapitels fragt Arjuna immer wieder, stellt Krishnas Worte zum Teil fast respektlos in Frage. Er hat Zweifel, er glaubt nicht, dass er umsetzen kann, was Krishna ihm empfiehlt. Er weiß nicht, was er tun soll. Im 11. Kapitel hat Arjuna eine ganz besondere Erfahrung, nämlich die Erfahrung von Vishvarupa, der Kosmischen Gestalt Gottes. Mit anderen Worten, Arjuna macht die Erfahrung von Sarvikalpa Samadhi. Er sieht Gott in seiner Kosmischen Gestalt. Ab da sind die Zweifel von Arjuna erheblich schwächer. Wer einmal eine wirklich tiefe Gotteserfahrung hatte, für den wird der spirituelle Weg sehr viel klarer und sicherer. Zweifel werden viel schwächer. Darum war das 11. Kapitel auch eines der Lieblingskapitel von Swami Vishnu-devananda. Ich habe ihn mehrmals über dieses Kapitel sprechen hören. Swami Vishnu-devananda legte besonderen Wert auf die eigene Erfahrung. Er sagte, man kann das Pferd zur Tränke führen, aber trinken muss es selbst. So hat er uns auf den Weg zur Tränke geführt. Bis man das Wasser getrunken hat, mag man zweifeln, ob überhaupt Wasser zu finden ist. Wenn man es getrunken hat, weiß man, ja, da ist tatsächlich Wasser.
So ist es auch mit dem spirituellen Weg: Die Meister erzählen von der Großartigkeit Gottes, dass es möglich ist, Gott zu erfahren und dass nur die Erfahrung Gottes allen menschlichen Sehnsüchten wirklich gerecht wird. Dann zeigen sie uns den Weg dahin. Auf dem Weg mag man immer wieder Zweifel haben. Wenn man dann Sarvikalpa Samadhi, die Gotteserfahrung, gemacht hat, verschwinden diese Zweifel. ...>>> weiter zum vollen Artikel...
Im 12. Kapitel der Bhagavad Gita geht es um ein sehr modernes Thema: „Sollen wir Gott konkret verehren oder abstrakt?“ Sollen wir Gott als allumfassendes, kosmisches Prinzip sehen, als reines Bewusstsein, allgegenwärtig, allmächtig, allwissend oder eher konkret, zum Beispiel als Licht, als Krishna, als Jesus, als Vater im Himmel, als jemanden, mit dem wir sprechen können? Wir können eine persönliche Beziehung zu Gott aufbauen, indem wir zu ihm sprechen, ihm zuhören, ihn rufen. Da ist natürlich eine naive Vermenschlichung dabei – hat Gott nichts anderes zu tun in diesem unendlichen Universum als mir zuzuhören, wenn ich ihn etwas frage? Und wie ist es mit den Millionen Menschen weltweit, die ihn gleichzeitig um etwas bitten? Kann er allen ...>>> weiter zum vollen Artikel...
Im 13. Kapitel der Bhagavad Gita passiert etwas Paradoxes. Krishna hat Arjuna gegenüber den Yoga der persönlichen Gottesverehrung über alles gelobt. Und was kommt als Nächstes? Ein Jnana Yoga Kapitel. Sei also gewarnt: Was als Nächstes kommt, ist Jnana Yoga, Yoga des Wissens und der Weisheit. Da wird es durchaus philosophisch. Vom Jnana Yoga Standpunkt aus gilt, dass die Verehrung Gottes dazu führt, dass Gott dir zur höchsten Verwirklichung verhilft. Das findest du in den indischen Schriften immer wieder. Für Shankara sind Karma, Bhakti, Raja und Kundalini Yoga Hilfen für Jnana Yoga. Der Yoga der Erkenntnis führt dann zur bedingungslosen Verwirklichung der Einheit. ...>>> weiter zum vollen Artikel...
Hier steht „Geist“ nicht für „manas“, das Denkprinzip, sondern für „purusha“, den „höchsten Geist“. „Purusha“ ist die Seele oder das Bewusstsein, und „uttama“ heißt das Höchste. „Purushottama“ ist der höchste Geist, das höchste Bewusstsein. ...>>> weiter zum vollen Artikel...