2. Kapitel 67. Vers
इन्द्रियाणां हि चरतां यन्मनोऽनुविधीयते |
02-67 indriyanam hi caratam yan mano ’nuvidhiyate tad asya harati prajnam vayur navam ivambhasi
indriyāṇāṃ hi caratāṃ
yanmano.anuvidhīyate
tadasya harati prajñāṃ
vāyurnāvamivāmbhasi
02-67 Wort-für-Wort Übersetzung
indriyāṇām – Sinnen
hi – denn
caratām – nach den umherschweifenden
yat – welcher
manaḥ – Geist
anuvidhīyate – sich ausrichtet
tat – dieser (Geist)
asya – dieses (Menschen)
harati – trägt fort
prajñām – die Weisheit
vāyuḥ – der Wind
nāvam – ein Schiff
iva – wie
ambhasi – auf dem Wasser
02-67 Kommentar Sukadev
Wenn ihr das so hört, klingt es zunächst ganz vernünftig. Wenn ihr aber am Montag wieder nach Hause geht, dann könnt ihr überprüfen, ob es wirklich so ist. Es ist heutzutage nicht so einfach diese Weltanschauung zu haben, da sie allen Weltanschauungen entgegenläuft, wie die Philosophie des Alltags auszusehen hat. Wer allerdings eine Weile nach dieser Philosophie lebt, lebt ein friedvolles, glückliches Leben. Es macht einen eben nicht glücklich, seine Wünsche zu befriedigen. Es macht uns nicht glücklich, einfach das zu tun, was uns in den Sinn kommt. Es macht uns auch nicht glücklich für unser Recht zu kämpfen. Es macht uns glücklich, wenn wir Dinge akzeptieren. Wenn wir erkennen, was unsere Aufgabe ist und uns für diese einzusetzen. Wir setzen uns für unsere Aufgabe ein, nicht in dem Gefühl, mein Einsatz ist nur dann etwas wert, wenn hinterher etwas dabei herauskommt. Wir tun, was getan werden muss und was hinterher dabei herauskommt, liegt nicht an uns. Ob uns Menschen dafür mögen oder nicht mögen ist eine andere Sache. Wir handeln mit Geschick und unter Beachtung von Ahimsa. Es gibt auch Menschen, die sagen: „Ich mache alles für das Wohl der Menschheit, ob die anderen wollen oder nicht.“ Dafür wird dann erst einmal ein Viertel der Bevölkerung getötet und dann schauen wir, wie es weitergeht. Es gibt immer ethische übergeordnete Prinzipien, die bei jeder Handlung zu beachten sind. Dazu zählt u.a. Ahimsa, was manchmal auch als „Prinzip des geringsten Mittels“ dargestellt wird.
02-67 Kommentar Swami Sivananda
Der Geist, der die ganze Zeit in den Sinnesobjekten verstrickt ist und sich gemeinsam mit den Sinnen bewegt, zerstört die gesamte Unterscheidungsfähigkeit des Menschen. So wie der Wind ein Boot vom Kurs abbringt, so bringt der Geist den Suchenden vom spirituellen Weg ab und lenkt seine Aufmerksamkeit auf die Sinnesobjekte.
02-67 Kommentar 2 von Sukadev
Bhagavad Gita, 2. Kapitel, 67. Vers: Kein Glück ohne Frieden
02-68 tasmad yasya maha-baho nigrhitani sarvasah indriyanindriyarthebhyas tasya prajna pratisthita
tasmādyasya mahābāho
nigṛhītāni sarvaśaḥ
indriyāṇīndriyārthebhyas
tasya prajñā pratiṣṭhitā