2. Kapitel 38. Vers
सुखदुःखे समे कृत्वा लाभालाभौ जयाजयौ |
02-38 sukha-duhkhe same kritva labhalabhau jayajayau tato yuddhaya yujyasva naivam papam avapsyasi
sukhaduḥkhe same kṛtvā
lābhālābhau jayājayau
tato yuddhāya yujyasva
naivaṃ pāpamavāpsyasi
02-38 Wort-für-Wort Übersetzung
sukha-duḥkhe – Freude und Leid
same – gleich
kṛtvā – gemacht, betrachtet habend
lābha-alābhau – Gewinn und Verlusst
jaya-ajayau – Sieg und Niederlage
tataḥ – dann
yuddhāya – für den Kampf
yujyasva – rüste dich
na – nicht
evam – so
pāpam – Sünde, Schuld
avāpsyasi – wirst du erwerben
02-38 Kommentar Sukadev
Auch wir in der heutigen Zeit kommen immer wieder in ethische Dilemmas. Manchmal wissen wir, was ethisch richtig ist, aber wissen nicht, ob wir damit Erfolg haben werden oder nicht. Wir wissen nur, wir sollten so oder so handeln. Wir wissen, wir sollten es einfach tun, weil wir merken, dass es richtig ist. Es ist egal, ob wir nachher das richtige Ergebnis erzielen oder nicht. Ich erinnere mich an eine Teilnehmerin einer 2-jährigen Yogalehrerausbildung. Sie hat irgendwann mal gefühlt, dass sie die Krankenkassen finanzierte Krankengymnastik, die sie angeboten hat, nicht mehr machen will. Stattdessen wollte sie einen Naturkostladen eröffnen, was sie dann auch gemacht hat. Sie hat in einer Großstadt einen Naturkostladen eröffnet, viel investiert, sowohl Geld und Ersparnisse, als auch Zeit und Herz. Wenn man etwas Neues aufmacht, dann reicht ein sieben bis acht Stunden Arbeitstag nicht aus – und war zwei bis drei Jahre glücklich. Der Naturkostladen lief gut, bis eines Tages einer dieser großen Naturkostsupermärkte nebenan aufgemacht hat. Diese sind natürlich etwas billiger und haben ein größeres Angebot. Der Vorteil ist, es werden mehr Menschen dazu gebracht, Naturkost zu verzehren. Der Nachteil ist, sie sind der Tod der kleinen Naturkostläden, wo Menschen mit viel Idealismus arbeiten. Und so musste auch die Teilnehmerin der 2-Jahresausbildung ihren Laden wieder schließen, wodurch sie einiges an Geld verloren hat.
02-38 Kommentar Swami Sivananda
Das ist der Yoga des Gleichmutes, die Lehre von der Gelassenheit im Handeln. Wenn jede Handlung in der oben beschriebenen Geisteshaltung, mit Ausgeglichenheit, getan wird, tragen die Handlungen keine Früchte. Solches Handeln reinigt das Herz und befreit von Geburt und Tod. Man muß ausdauernd streben und sich aufmerksam bemühen, um diesen ausgeglichenen Geisteszustand zu entwickeln.
02-38 Kommentar 2 von Sukadev
Bhagavad Gita, 2. Kapitel, 38. Vers: Gleichmütig zu sein