2. Kapitel 31. Vers
स्वधर्ममपि चावेक्ष्य न विकम्पितुमर्हसि |
02-31 sva-dharmam api caveksya na vikampitum arhasi dharmyad dhi yuddhac chreyo ’nyat kshatriyasya na vidyate
svadharmamapi cāvekṣya
na vikampitumarhasi
dharmyāddhi yuddhācchreyo ’nyat
kṣatriyasya na vidyate
02-31 Wort-für-Wort Übersetzung
sva-dharmam – die eigene Pflicht
api – auch
ca – und
avekṣya – betrachtet habend, bedenkend
na – nicht
vikampitum – zaudern
arhasi – du sollst
dharmyāt – als den gerechten
hi – denn
yuddhāt – Kampf
śreyaḥ – Besseres
anyat – etwas anderes
kṣatriyasya – für einen Kṣatriya (Krieger)
na – nicht
vidyate – es gibt
02-31 Kommentar Sukadev
Swami Sivananda schreibt, dass Krishna weltliche Gründe angibt, warum er kämpfen muss. Weltlich bedeutet zu Zeiten Krishnas etwas anderes, als es heute bedeutet. Zu Krishnas Zeiten hieß weltlich zu sein, Vergnügen zu haben und Verdienste anzusammeln. Heute bedeutet „weltlich“ eher materielle Güter anzusammeln. Für uns heute klingt dieser Vers sicher befremdlich. Aus gutem Grund würde hoffentlich kaum jemand denken, dass irgendein Krieg irgendetwas „Hohes“ darstellen würde, wie „gerecht“ er auch sein möge. Jeder Krieg, auch ein „gerechter“ Krieg ist letztlich das Eingeständnis einer Niederlage, nämlich dass man den Konflikt nicht mit friedlichen Mitteln lösen konnte. Krishna allerdings bezieht sich hier auf das Weltbild, die Ethik seiner Zeit.
02-31 Kommentar Swami Sivananda
Shri Krishna gibt Arjuna nun weltliche Gründe dafür an, warum er kämpfen muß. Bis jetzt hat Er zu Arjuna über die Unsterblichkeit des Selbst gesprochen und ihm philosophische Gründe genannt. Jetzt sagt Er zu Arjuna: Oh Arjuna! Kämpfen ist die Pflicht eines Kshatriya. Du darfst dich vor dieser Pflicht nicht verschließen. Einem Kshatriya (jemandem, der in der Kaste der Krieger oder Herrscher geboren ist) ist nichts willkommener
als ein gerechter Krieg. Ein Krieger muß kämpfen.
02-31 Kommentar 2 von Sukadev
Bhagavad Gita, 2. Kapitel, 31. Vers: Zaudere nicht angesichts deiner Pflicht