09. Kapitel

09-01 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 1. Vers

श्रीभगवानुवाच |

इदं तु ते गुह्यतमं प्रवक्ष्याम्यनसूयवे |
ज्ञानं विज्ञानसहितं यज्ज्ञात्वा मोक्ष्यसेऽशुभात् || ९ १ ||

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09-01 sri-bhagavan uvaca idam tu te guhyatamam pravaksyamy anasuyave jnanam vijnana-sahitam yaj jnatva moksyase ’subhat

śrībhagavānuvāca
idaṃ tu te guhyatamaṃ
pravakṣyāmyanasūyave
jñānaṃ vijñānasahitaṃ
yajjñātvā mokṣyase ’śubhāt

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09-01 Wort-für-Wort Übersetzung

śrī-bhagavān – der Erhabene
uvāca – sprach
idam – dieses
tu – aber
te – dir
guhyatamam – höchste Geheimnis (guhya)
pravakṣyāmi – werde ich darlegen
anasūyave – der du ohne Argwohn bist („der du nicht murrst“)
jñānam – Erkenntnis
vijñāna-sahitam – begleitet (sahita) von Wissen (vijñāna)
yat – diese
jñātvā – wenn du erfahren hast
mokṣyase – wirst du befreit werden
aśubhāt – vom Übel

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09-01 Krishna sprach: Ich werde dir nun, da du ohne Argwohn bist, das höchste Geheimnis darlegen, Erkenntnis gepaart mit Erfahrung (Selbstverwirklichung). Wenn du dies erfahren hast, wirst du von Übel befreit sein

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09-01 Kommentar Sukadev

Diese Aussage Krishnas haben wir von ihm auch schon im 2. Vers des 7. Kapitels in ähnlicher Form gehört, wo er sagt:„Ich werde dir diese Erkenntnis vollständig erläutern, die gepaart ist mit direkter Verwirklichung, und nach deren Erkennen hier nichts mehr zu erkennen verbleibt.“

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09-01 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 9. Kapitel, 1. Vers: Yoga, die königliche Wissenschaft

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09-02 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 2. Vers

राजविद्या राजगुह्यं पवित्रमिदमुत्तमम् |
प्रत्यक्षावगमं धर्म्यं सुसुखं कर्तुमव्ययम् || ९ २ ||

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09-02 raja-vidya raja-guhyam pavitram idam uttamam pratyakshavagamam dharmyam su-sukham kartum avyayam

rājavidyā rājaguhyaṃ
pavitramidamuttamam
pratyakṣāvagamaṃ dharmyaṃ
susukhaṃ kartumavyayam

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09-02 Wort-für-Wort Übersetzung

rāja-vidyā – die Königswissenschaft, „der König (rājan) unter den Wissenschaften (vidyā)“
rāja-guhyam – das Königsgeheimnis, „der König unter den Geheimnissen (guhya)“
pavitram – Läuterungsmittel
idam – dieses (Wissen ist)
uttamam – das beste („höchste“)
pratyakṣa-avagamam – durch direkte Wahrnehmung (pratyakṣa) erfahrbar (avagama)
dharmyam – mit der Ordnung, dem Recht (dharma) in Einklang
susukham – sehr leicht
kartum – auszuführen, d.h. in die Tat umzusetzen 
avyayam – unvergänglich

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09-02 Das ist die königliche Wissenschaft, das königliche Geheimnis und die höchste Läuterung, die zu verwirklichen ist durch direkte, intuitive Erfahrung, die rechtschaffen ist, leicht auszuführen und unvergänglich

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09-02 Kommentar Sukadev

Krishna macht uns das Höchste schmackhaft als eine königliche Wissenschaft, eine großartige Wissenschaft. Es ist ein Geheimnis. Doch wie kann es ein Geheimnis sein? Die Bhagavad Gita ist in Indien die bekannteste Schrift. Das ist vergleichbar damit, heutzutage etwas ins Internet zu stellen, bei Google damit die 1. Platzierung zu erreichen und zu behaupten, das sei das höchste Geheimnis. Krishna möchte uns sagen, dass selbst wenn er uns dieses Geheimnis erklärt, wir es nicht so schnell verstehen werden.

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09-02 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 9. Kapitel, 2. Vers: Aus selbstloser Hilfe entsteht Verbindung

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09-03 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 3. Vers

अश्रद्दधानाः पुरुषा धर्मस्यास्य परंतप |
अप्राप्य मां निवर्तन्ते मृत्युसंसारवर्त्मनि || ९ ३ ||

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09-03 asraddadhanah purusha dharmasyasya parantapa aprapya mam nivartante mrityu-samsara-vartmani

aśraddadhānāḥ puruṣā
dharmasyāsya paraṃtapa
aprāpya māṃ nivartante
mṛtyusaṃsāravartmani

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09-03 Wort-für-Wort Übersetzung

aśraddadhānāḥ – die nicht vertrauen
puruṣāḥ – Menschen
dharmasya – Gesetz
asya – diesem
paraṃtapa – oh Vernichter der Feinde (Arjuna)
aprāpya – ohne erreicht zu haben
mām – mich
nivartante – kehren zurück
mṛtyu-saṃsāra-vartmani – auf den Pfad (vartman) des Kreislaufs der Wiedergeburt (saṃsāra) und des Todes (mṛtyu)

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09-03 Menschen, die nicht an dieses Dharma (die Selbsterkenntnis) glauben, Oh Parantapa (Arjuna), kehren auf diesen Pfad der Welt des Todes zurück, ohne Mich zu erreichen

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09-03 Kommentar Sukadev

Krishna ermahnt uns immer wieder: Es gilt, das Höchste zu erstreben. Alles andere hält uns in der Vergänglichkeit, in der Trennung, im Leiden gefangen.

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09-03 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 9. Kapitel, 3. Vers: Grundlagen der Spiritualität

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09-04 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 4. Vers

मया ततमिदं सर्वं जगदव्यक्तमूर्तिना |
मत्स्थानि सर्वभूतानि न चाहं तेष्ववस्थितः || ९ ४ ||

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09-04 maya tatam idam sarvam jagad avyakta-murtina mat-sthani sarva-bhutani na caham tesv avasthitah

mayā tatamidaṃ sarvaṃ
jagadavyaktamūrtinā
matsthāni sarvabhūtāni
na cāhaṃ teṣvavasthitaḥ

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09-04 Wort-für-Wort Übersetzung

mayā – von mir
tatam – ist erfüllt
idam – diese
sarvam – ganze
jagat – Welt
avyakta-mūrtinā – in („mit“) unmanifester (avyakta) Gestalt (mūrti)
mat-sthāni – befinden (stha) sich in mir (mat)
sarva-bhūtāni – alle (sarva) Wesen (bhūta)
na – nicht
ca – aber
aham – ich
teṣu – in ihnen
avasthitaḥ – befinde mich

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09-04 Die ganze Welt ist erfüllt von Mir und Meinem nichtmanifesten Aspekt; alle Wesen existieren in Mir, Ich jedoch bin nicht in ihnen

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09-04 Kommentar Sukadev

Krishna wiederholt das, was er im 12. Vers des siebten Kapitels gesagt hat. Er sagt: Gott erfüllt alles, aber Gott ist noch jenseits von allem. Wir sind in Gott, aber Gott ist nicht begrenzt auf die einzelne Seele. Wir können sagen und spüren: „Gott ist in mir“. Das heißt aber nicht, dass Gott nur in mir ist. Gott ist überall, ewig und deshalb nicht begrenzt auf die einzelnen Wesen.

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09-04 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 9. Kapitel, 4. Vers: Die Essenz in mir ist Gott

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09-05 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 5. Vers

न च मत्स्थानि भूतानि पश्य मे योगमैश्वरम् |
भूतभृन्न च भूतस्थो ममात्मा भूतभावनः || ९ ५ ||

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09-05 na ca mat-sthani bhutani pasya me yogam aishvaram bhuta-bhrn na ca bhuta-stho mamatma bhuta-bhavanah

na ca matsthāni bhūtāni
paśya me yogamaiśvaram
bhūtabhṛnna ca bhūtastho
mamātmā bhūtabhāvanaḥ

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09-05 Wort-für-Wort Übersetzung

na – nicht
ca – auch
mat-sthāni – befinden (stha) sich in mir (mat)
bhūtāni – die Wesen
paśya – sieh
me – meine
yogam – Kunst (d.h. übernatürliches, göttliches Vermögen)
aiśvaram – mächtige, majestätische
bhūta-bhṛt – erhält (bhṛt) die Wesen (bhūta)
na – nicht
ca – aber
bhūta-sthaḥ – befindet (stha) sich in den Wesen (bhūta)
mama – mein
ātmā – Selbst
bhūta-bhāvanaḥ – es ist der Erschaffer (bhāvana) aller Wesen (bhūta)

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09-05 Auch existiert (in Wahrheit) kein Wesen in Mir; sieh Meinen göttlichen Yoga; ich trage alle Wesen, weile jedoch nicht in ihnen, und Mein Selbst ist die Ursache der Wesen

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09-05 Kommentar Sukadev

Swami Krishnananda hat ein Buch mit dem Titel: „Kingly Secret, Kingly Sience“ geschrieben. Soviel ich weiß, gibt es das Buch nur auf Englisch und ihr könnt es auf der Website der Life Divine Society finden. In diesem Buch kommentiert und interpretiert er auf über circa 200 Seitenallein das 9. Kapitel der Bhagavad Gita. Daran kann man erkennen, wie komplex dieses 9. Kapitel ist.

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09-05 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 9. Kapitel, 5. Vers: Jeder ist eine Manifestation Gottes

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09-06 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 6. Vers

यथाकाशस्थितो नित्यं वायुः सर्वत्रगो महान् |
तथा सर्वाणि भूतानि मत्स्थानीत्युपधारय || ९ ६ ||

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09-06 yathakasa-sthito nityam vayuh sarvatra-go mahan tatha sarvani bhutani mat-sthanity upadharaya

yathākāśasthito nityaṃ
vāyuḥ sarvatrago mahān
tathā sarvāṇi bhūtāni
matsthānītyupadhāraya

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09-06 Wort-für-Wort Übersetzung

yathā – wie
ākāśa-sthitaḥ – der sich im Raum (ākāśa) befindet
nityam – stets
vāyuḥ – Wind
sarvatra-gaḥ – überallhin (sarvatra) weht („geht“)
mahān – der mächtige
tathā – so
sarvāṇi – alle
bhūtāni – Wesen
mat-sthāni – befinden (stha) sich in mir (mat)
iti – in dieser Weise
upadhāraya – verstehe (es)

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09-06 Wie der mächtige Wind sich überallhin bewegt und doch immer im Äther ruht, wisse, dass ebenso alle Wesen in Mir sind

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09-06 Kommentar Sukadev

Betrachten wir als Beispiel mal die Wellen im Wasser. Wir sehen wie die Wellen sich bewegen. Was ist nun der Unterschied zwischen Welle und Meer?  Die Welle existiert nicht ohne das Meer. Sie ist einfach nur die Form des Meeres. Jetzt kann man fragen: „Ist die Welle im Meer oder ist das Meer in der Welle?“ Die Antwort lautet: Beides und weder noch.

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09-06 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 9. Kapitel, 6. Vers: Alles bewegt sich, trotzdem ruht alles in Gott

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09-07 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 7. Vers

सर्वभूतानि कौन्तेय प्रकृतिं यान्ति मामिकाम् |
कल्पक्षये पुनस्तानि कल्पादौ विसृजाम्यहम् || ९ ७ ||

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09-07 sarva-bhutani kaunteya prakritim yanti mamikam kalpa-ksaye punas tani kalpadau visrjamy aham

sarvabhūtāni kaunteya
prakṛtiṃ yānti māmikām
kalpakṣaye punastāni
kalpādau visṛjāmyaham

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09-07 Wort-für-Wort Übersetzung

sarva-bhūtāni – alle Wesen
kaunteya – oh Sohn Kuntīs (Arjuna)
prakṛtim – Natur
yānti – gehen ein
māmikām – (in) meine
kalpa-kṣaye – am Ende (kṣaya) eines Tages Brahmās (kalpa)
punaḥ – erneut
tāni – sie
kalpa-ādau – am Anfang (ādi) eines Tages Brahmās (kalpa)
visṛjāmi – erschaffe
aham – ich

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09-07 Alle Wesen, Oh Arjuna, kehren am Ende eines Kalpa zu Meiner Natur zurück; zu Beginn des nächsten Kalpa lasse Ich sie wieder erscheinen

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09-07 Kommentar Sukadev

Kalpa bedeutet übersetzt “Zeitalter”. Krishna beschreibt hier auf der relativen Ebene, dass es mal ein Universum gibt und mal kein Universum gibt. Die westlichen Physiker streiten sich immer weiter über die Fragen: „Wie ist die Welt entstanden? Wird sie ewig bestehen oder geht sie irgendwann unter?“ Die Inder hingegen haben schon immer ein zyklisches Denken gehabt: Sie gingen davon aus, dass esalle möglichen Kalpas gibt. Zwei Kalpas dauern einen Tag und eine Nacht Brahmas, nämlich 8.640.000.000 Jahre, und solange soll ein Schöpfungszyklus dauern. Dies deckt sich nicht ganz mit der westlichen Astronomie, nach der das Universum so um die 15 bis 30 Milliarden Jahre alt sein soll (Stand der Wissenschaft im Jahr 2005). Interessant daran ist aber, dass es schon ungefähr die gleiche Größenrichtung hat. Am Ende hört es mit einem Kalpa auf – es hört aber nicht wirklichalles auf- sondern es fängt wieder von Neuem an, denn es ist erst ein Tag und eine Nacht Brahmas. Und ein Brahma hat insgesamt 365 Tage für ein Jahr und wird 100 Jahre alt. Das ist der große Schöpfungszyklus, der nach dieser Chronologie 311.040.000.000.000 Jahre dauert. Und danach, wenn der zu Ende ist, ist das Leben eines Brahmas zu Ende und es beginnt ein neues. Das ist die relative Ebene.

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09-07 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 9. Kapitel, 7. Vers: Nehme dich nicht so wichtig und erhebe dich

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09-08 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 8. Vers

प्रकृतिं स्वामवष्टभ्य विसृजामि पुनः पुनः |
भूतग्राममिमं कृत्स्नमवशं प्रकृतेर्वशात् || ९ ८ ||

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09-08 prakritim svam avastabhya visrijami punah punah bhuta-gramam imam krtsnam avasam prakriter vasat

prakṛtiṃ svāmavaṣṭabhya
visṛjāmi punaḥ punaḥ
bhūtagrāmamimaṃ kṛtsnam
avaśaṃ prakṛtervaśāt

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09-08 Wort-für-Wort Übersetzung

prakṛtim – Natur
svām – (meine) eigene
avaṣṭabhya – während ich beherrsche („stütze, einschließe“)
visṛjāmi – erschaffe ich
punaḥ punaḥ – immer wieder
bhūta-grāmam – Vielzahl (grāma) der Wesen (bhūta)
imam – diese
kṛtsnam – gesamte
avaśam – unwillkürlich
prakṛteḥ – der Natur (der jeweiligen Wesen)
vaśāt – gemäß

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09-08 Indem ich Meine Natur mit Leben erfülle, bringe Ich immer wieder diese Vielzahl von Wesen hervor, die der Kraft der Natur preisgegeben sind

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09-08 Kommentar Sukadev

Zu Beginn eines neuen Kalpas kommen die verschiedenen Wesen, sie lösen sich scheinbar von Gott und kehren nachher wieder zurück, obgleich sie immer in Gott bleiben.

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09-08 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 9. Kapitel, 8. Vers: Gott, die Ursache allen Lebens

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09-09 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 9. Vers

न च मां तानि कर्माणि निबध्नन्ति धनंजय |
उदासीनवदासीनमसक्तं तेषु कर्मसु || ९ ९ ||

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09-09 na ca mam tani karmani nibadhnanti dhananjaya udasina-vad asinam asaktam tesu karmasu

na ca māṃ tāni karmāṇi
nibadhnanti dhanaṃjaya
udāsīnavadāsīnam
asaktaṃ teṣu karmasu

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09-09 Wort-für-Wort Übersetzung

na – nicht
ca – aber
mām – mich
tāni – diese
karmāṇi – Handlungen
nibadhnanti – binden
dhanaṃjaya – oh Dhanaṃjaya „Schatzgewinner“ (Arjuna)
udāsīnavat – wie unbeteiligt
āsīnam – sitzend, verweilend
asaktam – nicht verhaftet
teṣu – an diese
karmasu – Handlungen

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09-09 Diese Handlungen binden Mich nicht, Oh Arjuna, da Ich an diesen Handlungen unbeteiligt und unverhaftet bleibe

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09-09 Kommentar Sukadev

Hier kommt Krishna wieder auf Vibhuti Yoga, den Yoga der göttlichen Herrlichkeiten, zu sprechen. Nicht umsonst hat das 9. Kapitel die Überschrift “Der Yoga der königlichen Wissenschaft” und – vor allem – “des königlichen Geheimnisses”. Krishna redet häufig in Paradoxien. Er sagt, dass Gott die Welt hinaus schickt und sie wieder zurück bringt. Aber wer ist dann Gott? Und wer kann Gott sein vor der Schöpfung? Wenn Gott eine Person ist, dann kann sie es nicht vor der Schöpfung sein. Und woher kommt diese Person? Und wenn Gott nicht die eine Person ist, sondern wenn Gott einfach nur ein abstraktes Prinzip ist, woher bringt das abstrakte Prinzip irgendwas zustande? Krishna erklärt diese Zusammenhänge hier nicht vollständig, zumindest nicht für mein Verständnis der Logik. Aber er versucht es auch nicht wirklich, es genau verständlich zu machen. Er versucht eher mittels Paradoxien die höhere Wahrheit zu verkünden, indem er sagt: Zum einen bringt Gott die Welt hervor und zieht sie wieder zurück. Zum anderen ist Gott daran nicht gebunden – er ist unbeteiligt. D. h. auf einer anderen Ebene bleibt Gott dieses Sat-Chid-Ananda, wie es in der Vedanta heißt; Brahman – reines absolutes Sein-Wissen-Glückseligkeit und nichts passiert. Dann spricht er wieder von dem persönlichen Aspekt: Etwas entsteht und vergeht wieder.

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09-10 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 10. Vers

मयाध्यक्षेण प्रकृतिः सूयते सचराचरम् |
हेतुनानेन कौन्तेय जगद्विपरिवर्तते || ९ १० ||

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09-10 mayadhyaksena prakritih suyate sa-caracaram hetunanena kaunteya jagad viparivartate

mayādhyakṣeṇa prakṛtiḥ
sūyate sacarācaram
hetunānena kaunteya
jagadviparivartate

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09-10 Wort-für-Wort Übersetzung

mayā – mit mir
adhyakṣeṇa – als Aufseher
prakṛtiḥ – die Natur
sūyate – gebiert
sa-cara-acaram – das, was Bewegtes (cara) und Unbewegtes (acara) umfasst
hetunā – Grund
anena – aus diesem
kaunteya – oh Sohn Kuntīs (Arjuna)
jagat – die Welt
viparivartate – dreht sich

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09-10 Unter Meiner Anleitung schafft die Natur das Bewegte und das Unbewegte; so dreht sich die Welt, Oh Arjuna

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09-11 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 11. Vers

अवजानन्ति मां मूढा मानुषीं तनुमाश्रितम् |
परं भावमजानन्तो मम भूतमहेश्वरम् || ९ ११ ||

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09-11 avajananti mam mudha manusim tanum asritam param bhavam ajananto mama bhuta-maheshvaram

avajānanti māṃ mūḍhā
mānuṣīṃ tanumāśritam
paraṃ bhāvamajānanto
mama bhūtamaheśvaram

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09-11 Wort-für-Wort Übersetzung

avajānanti – missachten
mām – mich
mūḍhāḥ – die Törichten, Verblendeten
mānuṣīm – menschliche
tanum – Gestalt
āśritam – (wenn) ich angenommen habe
param – höheres
bhāvam – Wesen
ajānantaḥ – nicht erkennend
mama – mein
bhūta-mahā-īśvaram – als großen Herrn (maheśvara) der Wesen (bhūta)

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09-11 Törichte Menschen missachten Mich, wenn Ich in menschliche Gestalt gehüllt bin, und erkennen nicht Mein höheres Wesen als den großen Herrn aller Wesen

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09-11 Kommentar Sukadev

Krishna spricht über die verschiedenen Aspekte Gottes.

Der Aspekt der schöpft, erhellt und auflöst. Der Aspekt, der transzendent ist und stets unberührt bleibt.

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09-10 und 09-11 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 9. Kapitel, 10. und 11. Vers: Gott in menschlicher Natur gehüllt

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09-12 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 12. Vers

मोघाशा मोघकर्माणो मोघज्ञाना विचेतसः |
राक्षसीमासुरीं चैव प्रकृतिं मोहिनीं श्रिताः || ९ १२ ||

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09-12 moghasa mogha-karmano mogha-jnana vicetasah rakshasim asurim caiva prakritim mohinim sritah

moghāśā moghakarmāṇo
moghajñānā vicetasaḥ
rākṣasīmāsurīṃ caiva
prakṛtiṃ mohinīṃ śritāḥ

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09-12 Wort-für-Wort Übersetzung

mogha-āśāḥ – ihre Hoffnungen (āśā) sind vergeblich (mogha)
mogha-karmāṇaḥ – ihre Handlungen (karman) sind vergeblich
mogha-jñānāḥ – ihr Wissen (jñāna) ist vergeblich
vicetasaḥ – (sie sind) ohne Verstand (cetas)
rākṣasīm – von Rākṣasas (nächtlichen Unholden)
āsurīm – von Asuras (Dämonen)
ca eva – und
prakṛtim – Natur
mohinīm – der trügerischen
śritāḥ – sie sind verfallen

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09-12 Ihre Hoffnungen sind vergeblich, ihre Handlungen vergeblich, ihr Wissen ist ohne Sinn und sie sind wahrlich besessen von der betrügerischen Natur der Dämonen und gottlosen Wesen

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09-12 Kommentar Sukadev

Wenn wir Gott nicht erkennen in einer seiner Gestalten, sagt Krishna, sind letztlichalleHoffnungen vergebens.

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09-13 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 13. Vers

महात्मानस्तु मां पार्थ दैवीं प्रकृतिमाश्रिताः |
भजन्त्यनन्यमनसो ज्ञात्वा भूतादिमव्ययम् || ९ १३ ||

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09-13 mahatmanas tu mam partha daivim prakritim asritah bhajanty ananya-manaso jnatva bhutadim avyayam

mahātmānastu māṃ pārtha
daivīṃ prakṛtimāśritāḥ
bhajantyananyamanaso
jñātvā bhūtādimavyayam

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09-13 Wort-für-Wort Übersetzung

mahā-ātmānaḥ – die großen (mahā) Seelen (ātman)
tu – jedoch
mām – mich
pārtha – oh Sohn Pṛthās (Arjuna)
daivīm – zur göttlichen
prakṛtim – Natur
āśritāḥ – die Zuflucht genommen haben
bhajanti – verehren
ananya-manasaḥ – mit einem Geist (manas), der auf nichts anderes (ananya) gerichtet ist
jñātvā – da sie (mich) erkannt haben
bhūta-ādim – als den Ursprung (ādi „Anfang“) der Wesen (bhūta)
avyayam – unvergänglichen

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09-13 Die großen Seelen jedoch, Oh Arjuna, die an Meiner göttlichen Natur teilhaben, verehren Mich mit einpünktigem Geist und erkennen Mich als den unvergänglichen Ursprung der Wesen

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09-13 Kommentar Sukadev

Jeder Mensch hat an der göttlichen Natur teil. Manchen Menschen ist es mehr bewusst, anderen Menschen ist es weniger bewusst. Sie verehren Gott und erkennen ihn als den unvergänglichen Ursprung der Wesen.

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09-13 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 9. Kapitel, 13. Vers: Sehe nur Gott, setze es um

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09-14 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 14. Vers

सततं कीर्तयन्तो मां यतन्तश्च दृढव्रताः |
नमस्यन्तश्च मां भक्त्या नित्ययुक्ता उपासते || ९ १४ ||

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09-14 satatam kirtayanto mam yatantas ca drdha-vratah namasyantas ca mam bhaktya nitya-yukta upasate

satataṃ kīrtayanto māṃ
yatantaśca dṛḍhavratāḥ
namasyantaśca māṃ bhaktyā
nityayuktā upāsate

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09-14 Wort-für-Wort Übersetzung

satatam – allezeit
kīrtayantaḥ – indem sie lobpreisen
mām – mich
yatantaḥ – streben
ca – und
dṛḍha-vratāḥ – sind sie fest (dṛḍha) in ihren Gelübden (vrata)
namasyantaḥ – indem sie (mir) huldigen
ca – und
mām – mich
bhaktyā – mit Hingabe
nitya-yuktāḥ – stets (nitya) verbunden (yukta)
upāsate – verehren sie

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09-14 Sie lobpreisen Mich alle Zeit, streben, sind fest in ihren Gelübden, verneigen sich vor Mir und verehren Mich stets mit unerschütterlicher Hingabe

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09-14 Kommentar Sukadev

In diesem Kapitel spricht Krishna öfters darüber, dass man fest in seinen Gelübden sein soll, beständig in seinen Vorsätzen und sich an seine Versprechen halten soll. Das, was man verspricht, sollte man auch einhalten. Auch, das, was man sich vornimmt, sollte man tun.

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09-14 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 9. Kapitel, 14. Vers: Strebe und halte deine Vorsätze ein

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09-15 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 15. Vers

ज्ञानयज्ञेन चाप्यन्ये यजन्तो मामुपासते |
एकत्वेन पृथक्त्वेन बहुधा विश्वतोमुखम् || ९ १५ ||

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09-15 jnana-yajnena capy anye yajanto mam upasate ekatvena prithaktvena bahudha vishvato-mukham

jñānayajñena cāpyanye
yajanto māmupāsate
ekatvena pṛthaktvena
bahudhā viśvatomukham

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09-15 Wort-für-Wort Übersetzung

jñāna-yajñena – mit einem Erkenntnisopfer
ca – und
api – auch
anye – andere
yajantaḥ – indem sie opfern
mām – mich
upāsate – verehren
ekatvena – als das Eine
pṛthaktvena – (und) als das Vielfältige („Verschiedene“)
bahudhā – in vielerlei Formen
viśvataḥ-mukham – dessen Gesicht (mukha) überall hin (viśvataḥ) gewandt ist

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09-15 Andere bringen auch das Weisheitsopfer dar und verehren Mich, der ich alle Gesichter habe, als das Eine, das Andere und das Vielfältige

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09-15 Kommentar Sukadev

Im vorigen Vers hat Krishna uns gelehrt, wie wir mittels Bhakti Yoga Praktiken zu Gott kommen können. In diesem Vers lehrt er uns wie wir mit Jnana Yoga Techniken zu Gott kommen können: Anstatt Gott als Person zu verehren, können wir Gott verehren als das Eine, das Andere und das Vielfältige. Das Eine ist das Unendliche. Gott ist aber auch das Andere, das manifeste Universum. Und das Vielfältige, d.h., er ist in jedem einzelnen Geschöpf.

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09-15 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 9. Kapitel, 15. Vers: Gebe Yoga im Alltag weiter

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09-16 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 16. Vers

अहं क्रतुरहं यज्ञः स्वधाहमहमौषधम् |
मन्त्रोऽहमहमेवाज्यमहमग्निरहं हुतम् || ९ १६ ||

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09-16 aham kratur aham yajnah svadhaham aham ausadham mantro ’ham aham evajyam aham agnir aham hutam

ahaṃ kraturahaṃ yajñaḥ
svadhāhamahamauṣadham
mantro ’hamahamevājyam
ahamagnirahaṃ hutam

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09-16 Wort-für-Wort Übersetzung

aham – ich (bin)
kratuḥ – das (vedische) Opfer (gemäß der als Śruti „das Gehörte“ bezeichneten Texte)
aham – ich (bin)
yajñaḥ – das Opfer (gemäß der als Smṛti „das Erinnerte“ bezeichneten Texte)
svadhā – die Opferspeise für die Manen
aham – ich (bin)
aham – ich (bin)
auṣadham – das Heilkraut
mantraḥ – der Opferspruch
aham – ich (bin)
aham – ich (bin)
eva – wahrlich
ājyam – das Butterschmalz (Ghee)
aham – ich (bin)
agniḥ – das Feuer
aham – ich (bin)
hutam – die Opfergabe

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09-16 Ich bin Kratu; Ich bin Yajna; Ich bin das Opfer für die Manen; Ich bin das Heilkraut und alle Pflanzen; Ich bin das Mantra; Ich bin auch jede geschmolzene Butter; Ich bin das Feuer und Ich bin die Opfergabe

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09-16 Kommentar Sukadev

Krishna zählt alleDinge auf, die in einer Yajna als Opfer dargebracht werden können. Wenn es eine komplexere Homa ist, dann gibt es verschiedenste Dinge, die geopfert werden, wie z.B. Kratu (das Opfer an sich), die Speise für die Manen (womit die Ahnen gemeint sind), Heilkräuter und Pflanzen, das Mantra, das gesungen wird, das Ghee (gereinigte Butter). Gott selbst istalle diese Opfer. Ein solches Ritual ist eine Bhakti Yoga Technik, die Gott gewidmet wird als Opfer, und gleichzeitig ist Gott in jedem Bestandteil des Rituals.

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09-17 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 17. Vers

पिताहमस्य जगतो माता धाता पितामहः |
वेद्यं पवित्रमोंकार ऋक्साम यजुरेव च || ९ १७ ||

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09-17 pitaham asya jagato mata dhata pitamahah vedyam pavitram omkara rk sama yajur eva ca

pitāhamasya jagato
mātā dhātā pitāmahaḥ
vedyaṃ pavitramoṃkāra
ṛksāma yajureva ca

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09-17 Wort-für-Wort Übersetzung

pitā – der Vater
aham – ich (bin)
asya – dieser
jagataḥ – Welt
mātā – die Mutter
dhātā – der Erhalter, Schöpfer
pitāmahaḥ – der Großvater
vedyam – das (eine Ding), das erkannt werden muss
pavitram – das Läuterungsmittel
oṃkāra – die Silbe „om“
ṛk – der Ṛgveda
sāma – der Sāmaveda
yajuḥ – der Yajurveda
eva – gewiss
ca – und

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09-17 Ich bin der Vater dieser Welt und auch die Mutter. Ich bin der Verwalter der Früchte der Handlungen, und auch der Großvater. Das eine Ding, das erkannt werden muss, die Läuterung, die heilige Silbe Om, wie auch Rig-, Sama- und Yajur-Veda

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09-17 Kommentar Sukadev

In all diesen Attributen können wir Gott erkennen. Wir können Gott als Vater ansehen. Wir können Gott als Mutter ansehen. Wir können Gott als das kosmische Gesetz ansehen. Wir können ihn als Verwalter der Früchte der Handlungen betrachten. Viele Menschen haben heutzutage einen persönlichen Bezug zu Gott. Gott als kosmisches Gesetzt, Gott als Licht oder Gott als kosmische Energie. Er wird oft auch als Großvater, der eigentliche Vater angesehen.

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09-17 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 9. Kapitel, 17. Vers: Gott wirkt hinter jedem einzelnen  

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09-18 Devanagari Bhagavad Gita 9. Kapitel 18. Vers

गतिर्भर्ता प्रभुः साक्षी निवासः शरणं सुहृत् |
प्रभवः प्रलयः स्थानं निधानं बीजमव्ययम् || ९ १८ ||

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09-18 gatir bharta prabhuh saksi nivasah saranam suhrt prabhavah pralayah sthanam nidhanam bijam avyayam

gatirbhartā prabhuḥ sākṣī
nivāsaḥ śaraṇaṃ suhṛt
prabhavaḥ pralayaḥ sthānaṃ
nidhānaṃ bījamavyayam

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09-18 Wort-für-Wort Übersetzung

gatiḥ – (ich bin) das Ziel; der Weg
bhartā – der Erhalter
prabhuḥ – der Herr
sākṣī – der Zeuge
nivāsaḥ – die Wohnstatt
śaraṇam – die Zuflucht
suhṛt – der Freund
prabhavaḥ – der Ursprung
pralayaḥ – die Auflösung
sthānam – die Grundlage; das Bestehen
nidhānam – die Schatzkammer
bījam – Same
avyayam – der unvergängliche

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