06. Kapitel

06-01 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 1. Vers

श्रीभगवानुवाच |

अनाश्रितः कर्मफलं कार्यं कर्म करोति यः |
स संन्यासी च योगी च न निरग्निर्न चाक्रियः || ६ १ ||

Keine Kommentare

06-01 sri-bhagavan uvaca anasritah karma-phalam karyam karma karoti yah sa sannyasi ca yogi ca na niragnir na cakriyah

śrībhagavānuvāca
anāśritaḥ karmaphalaṃ
kāryaṃ karma karoti yaḥ
sa saṃnyāsī ca yogī ca
na niragnirna cākriyaḥ

Keine Kommentare

06-01 Wort-für-Wort Übersetzung

śrī-bhagavān – der Erhabene
uvāca – sprach
anāśritaḥ – ohne zu hängen
karma-phalam – an den Früchten (phala) seiner Handlungen (karma)
kāryam – die getan werden muss
karma – eine Handlung
karoti – ausführt
yaḥ – wer
saḥ – der
saṃnyāsī – (ist) ein Entsagender
ca – und
yogī – ein Yogi
ca – und
na – nicht
niragniḥ – einer ohne Opferfeuer (agni)
na – nicht
ca – und
akriyaḥ – einer ohne Opferhandlungen (kriyā)

Keine Kommentare

06-01 Krishna sprach: Wer die ihm auferlegte Pflicht erfüllt, ohne an den Früchten seiner Handlungen zu hängen – der ist ein Sannyasin und ein Yogi, nicht der, der ohne Feuer und untätig ist

Keine Kommentare

06-01 Kommentar Sukadev

Ein indischer „Hausvater/Hausmutter“ (englisch „Householder“) hatte im alten Indien die Aufgabe Yajnas auszuführen und auch das Herdfeuer zu unterhalten, also zu kochen. Er ist also jemand „mit Feuer“. Ein Sannyasin, Entsagter, im wörtlichen Sinn, führt keine Rituale aus und kocht auch nicht selbst. Er ist also jemand, der „ohne Feuer“ ist.

Keine Kommentare

06-01 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 1. Vers: Sei enthusiastisch im Alltag

Keine Kommentare

06-02 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 2. Vers

यं संन्यासमिति प्राहुर्योगं तं विद्धि पाण्डव |
न ह्यसंन्यस्तसङ्कल्पो योगी भवति कश्चन || ६ २ ||

Keine Kommentare

06-02 yam sannyasam iti prahur yogam tam viddhi pandava na hy asannyasta-sankalpo yogi bhavati kascana

yaṃ saṃnyāsamiti prāhuryogaṃ taṃ viddhi pāṇḍava
na hyasaṃnyastasaṅkalpo yogī bhavati kaścana

Keine Kommentare

06-02 Wort-für-Wort Übersetzung

yam – was
saṃnyāsam – Entsagung
iti – so
prāhuḥ – man nennt
yogam – als Yoga
tam – das
viddhi – erkenne
pāṇḍava – oh Sohn Pāṇḍus (Arjuna)
na – nicht
hi – denn
asaṃnyasta-saṅkalpaḥ – der den Gedanken/Absichten (saṅkalpa) nicht entsagt hat (asaṃnyasta)
yogī – ein Yogi
bhavati – wird
kaścana – irgend jemand

Keine Kommentare

06-02 Wisse, Oh Arjuna, Yoga ist das, was man Entsagung nennt; niemand wird wahrhaft ein Yogi, der nicht den Gedanken entsagt hat

Keine Kommentare

06-02 Kommentar Sukadev

Yoga ist auch Entsagung. Vorallem die innere Entsagung ist dabei entscheidend.

Keine Kommentare

06-02 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 2. Vers: Handeln und Entsagen hängen zusammen. Lass deine Gedanken los

Keine Kommentare

06-03 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 3. Vers

आरुरुक्षोर्मुनेर्योगं कर्म कारणमुच्यते |
योगारूढस्य तस्यैव शमः कारणमुच्यते || ६ ३ ||

Keine Kommentare

06-03 aruruksor muner yogam karma karanam ucyate yogarudhasya tasyaiva samah karanam ucyate

ārurukṣormuneryogaṃ karma kāraṇamucyate
yogārūḍhasya tasyaiva śamaḥ kāraṇamucyate

Keine Kommentare

06-03 Wort-für-Wort Übersetzung

ārurukṣoḥ – der zu erreichen („zu erklimmen“) wünscht
muneḥ – für den Weisen
yogam – den Yoga
karma – Handeln
kāraṇam – als Weg („Mittel, Methode“)
ucyate – wird genannt
yoga-ārūḍhasya – der Yoga erreicht („erklommen“) hat
tasya eva – für eben diesen (Weisen)
śamaḥ – Nichthandeln („Ruhe“)
kāraṇam – als Weg
ucyate – wird genannt

Keine Kommentare

06-03 Für den Weisen, der Yoga zu erreichen wünscht, gilt Handeln als der Weg; für denselben Weisen, der Yoga erreicht hat, gilt Nichthandeln als der Weg

Keine Kommentare

06-03 Kommentar Sukadev

Zum spirituellen Leben gehören zwei Aspekte: (1) die spirituelle Praxis (Sadhana) im engeren Sinne (Meditation, Asanas, Pranayama, Studium der Schriften, Mantra-Singen etc.); dies kann man als „Nichthandeln“ bezeichnen. (2) die Spiritualisierung des Alltags, also die Handlungen des täglichen Lebens.

Keine Kommentare

06-03 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 3. Vers: Sehe die Dinge von einem neuen Standpunkt oder Handeln und Entsagung hängen zusammen

Keine Kommentare

06-04 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 4. Vers

यदा हि नेन्द्रियार्थेषु न कर्मस्वनुषज्जते |
सर्वसङ्कल्पसंन्यासी योगारूढस्तदोच्यते || ६ ४ ||

Keine Kommentare

06-04 yada hi nendriyarthesu na karmasv anusajjate sarva-sankalpa-sannyasi yogarudhas tadocyate

yadā hi nendriyārtheṣu
na karmasvanuṣajjate
sarvasaṅkalpasaṃnyāsī
yogārūḍhastadocyate

Keine Kommentare

06-04 Wort-für-Wort Übersetzung

yadā – wenn
hi – denn
na – weder
indriya-artheṣu – an den Sinnesobjekten
na – noch
karmasu – an den Handlungen
anuṣajjate – (ein Mensch) hängt
sarva-saṅkalpa-saṃnyāsī – ein Entsager (saṃnyāsin) aller (sarva) Gedanken/Absichten (saṅkalpa)
yoga-ārūḍhaḥ – einer, der Yoga erreicht („erklommen“) hat
tadā – dann
ucyate – wird er genannt

Keine Kommentare

06-04 Wenn ein Mensch nicht an den Sinnesobjekten oder Handlungen hängt und allen Gedanken entsagt hat, wird von ihm gesagt, er hätte Yoga erreicht

Keine Kommentare

06-04 Kommentar Sukadev

Wenn uns also der Alltag nicht mehr stört, wenn wir ein zufriedenes Leben führen können, dann ist es an der Zeit, die Praxis zu intensivieren. Wenn ein Mensch Yoga in diesem Sinne erreicht hat, dann ist es gut, mal eine längere Zeit zu schweigen und hauptsächlich zu meditieren. Solange ein Mensch aber noch an diversen Sinnesobjekten hängt und Gedanken hegt, ist es gut weiter zu handeln.

Keine Kommentare

06-04 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 4. Vers: Vollkommenheit im Yoga

Keine Kommentare

06-05 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 5. Vers

उद्धरेदात्मनात्मानं नात्मानमवसादयेत् |
आत्मैव ह्यात्मनो बन्धुरात्मैव रिपुरात्मनः || ६ ५ ||

Keine Kommentare

06-05 uddhared atmanatmanam natmanam avasadayet atmaiva hy atmano bandhur atmaiva ripur atmanah

uddharedātmanātmānaṃ nātmānamavasādayet
ātmaiva hyātmano bandhurātmaiva ripurātmanaḥ

Keine Kommentare

06-05 Wort-für-Wort Übersetzung

uddharet – man möge erheben
ātmanā – durch das Selbst
ātmānam – sich selbst
na – nicht
ātmānam – sich selbst
avasādayet – man möge erniedrigen
ātmā – das Selbst
eva – nur, allein
hi – denn
ātmanaḥ – (ist) der eigene
bandhuḥ – Freund
ātmā – das Selbst
eva – nur, allein
ripuḥ – Feind
ātmanaḥ – (ist) der eigene

Keine Kommentare

06-05 Der Mensch möge durch das Selbst nur erhoben werden; er erniedrige sich nicht selbst; denn allein das Selbst ist sein Freund, und allein das Selbst ist sein Feind

Keine Kommentare

06-05 Kommentar Sukadev

Krishna verwendet hier den Ausdruck „Atma“. Atma heißt „Selbst“. Im Philosophiesystem des Vedanta ist Atma „die universelle Seele“, Satchidananda, reines Bewusstsein, unberührt von Körper, Emotionen und Denken. Die meisten Leser sind mit dieser Bedeutung vertraut.

Keine Kommentare

06-05 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 5. Vers: Sei dein eigener Freund

Keine Kommentare

06-06 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 6. Vers

बन्धुरात्मात्मनस्तस्य येनात्मैवात्मना जितः |
अनात्मनस्तु शत्रुत्वे वर्तेतात्मैव शत्रुवत् || ६ ६ ||

Keine Kommentare

06-06 bandhur atmatmanas tasya yenatmaivatmana jitah anatmanas tu satrutve vartetatmaiva satru-vat

bandhurātmātmanastasya
yenātmaivātmanā jitaḥ
anātmanastu śatrutve
vartetātmaiva śatruvat

Keine Kommentare

06-06 Wort-für-Wort Übersetzung

bandhuḥ – (ist) ein Freund
ātmā – das Selbst
ātmanaḥ – eigener („des Selbst, sich selbst“)
tasya – für denjenigen
yena – durch den
ātmā – das Selbst
eva – wahrlich
ātmanā – durch das Selbst
jitaḥ – bezwungen („besiegt“) wurde
anātmanaḥ – für denjenigen, der sich nicht selbst überwunden hat („der sein Selbst nicht besitzt“)
tu – aber
śatrutve – weil (zwischen ihm und dem Selbst) Feindschaft besteht
varteta – verhält sich
ātmā – das Selbst
eva – eben
śatruvat – wie ein Feind (śatru)

Keine Kommentare

06-06 Das Selbst ist der Freund der Menschen, der sich selbst durch das Selbst bezwungen hat, für den Menschen jedoch, der sich selbst nicht bezwungen hat, ist dieses Selbst ebenso ein Feind wie ein wie ein (äußerer) Widersacher

Keine Kommentare

06-06 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 6. Vers: Selbstbeherrschung führt zu Liebe und Freude

Keine Kommentare

06-07 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 7. Vers

जितात्मनः प्रशान्तस्य परमात्मा समाहितः |
शीतोष्णसुखदुःखेषु तथा मानापमानयोः || ६ ७ ||

Keine Kommentare

06-07 jitatmanah prashantasya paramatma samahitah sitosna-sukha-duhkhesu tatha manapamanayoh

jitātmanaḥ praśāntasya
paramātmā samāhitaḥ
śītoṣṇasukhaduḥkheṣu
tathā mānāpamānayoḥ

Keine Kommentare

06-07 Wort-für-Wort Übersetzung

jita-ātmanaḥ – der sich selbst (ātman) bezwungen (jita) hat
praśāntasya – des friedvollen (Menschen)
parama-ātmā – das höchste Selbst
samāhitaḥ – (bleibt) gesammelt, ruhig
śīta-uṣṇa-sukha-duḥkheṣu – bei Hitze (uṣṇa), Kälte (śīta), Freude (sukha) und Schmerz (duḥkha)
tathā – ebenso
māna-apamānayoḥ – bei Ehre und Schmach

Keine Kommentare

06-07 Das höchste Selbst des selbstbeherrschten und friedvollen Menschen bleibt unberührt von Hitze und Kälte, Vergnügen und Schmerz und auch von Ehre und Schmach

Keine Kommentare

06-07 Kommentar Sukadev

Das ist eines der grundlegenden Themen in der Bhagavad Gita, die Krishna immer wieder anspricht. Im vorigen Vers hat Krishna gesagt: “Der Mensch möge durch das Selbst nur erhoben werden, er erniedrige sich selbst nicht. Denn allein das Selbst ist sein Freund, und allein das Selbst ist sein Feind.” Wir selbst sind uns also Freund und Feind und wir sollten lernen, uns freundlich gegenüber zu stehen. Und natürlich sollten wir unsere Unterscheidungskraft nutzen, das zu tun, was für uns hilfreich und gut ist. Aber wie wir allewissen, ist das alles nicht so einfach. Ich vermute, der ein oder andere macht ab und zu mal eine Dummheit und weiß vielleicht vorher schon, dass das nicht gut ausgehen kann. Oft macht man es dann nicht, aber manchmal trotzdem. Dann sagt Krishna aber weiter, dass das höchste Selbst immer gleich bleibt. Auch wenn wir mal eine Dummheit gemacht haben, egal ob das Resultat der Dummheit Vergnügen oder Schmerz ist, egal ob das Resultat der Dummheit Ehre oder Schmach ist, ob wir durch Hitze oder Kälte gehen – das Selbst bleibt gleich. Damit empfiehlt uns Krishna, dass wir das Ganze ein bisschen gleichmütiger sehen sollten. Wir sollten zwar daran arbeiten, dass wir uns geschickt verhalten und dass wir gut lernen, mit unserer Psyche umzugehen. Aber bei allem, was wir auf der relativen Ebene tun, sollten wir immer im Hinterkopf behalten, dass das höchste Selbst immer gleich bleibt, egal was passiert. “Paramatma” ist das höchste Selbst. “Samahitah” heißt “stets im Gleichmut”. Und aus diesem Bewusstsein heraus, dass, was auch immer geschieht, wir das höchste Selbst bleiben, Sein, Wissen und Glückseeligkeit bleiben, können wir an die ganze Sache mit mehr Gleichmut und vielleicht auch mehr Humor heran gehen. Das höchste Selbst, Paramatman bleibt gleich, egal was wir tun. Aus Paramatman heraus sind wir selbstbeherrscht und friedvoll. Das kann uns einen gewissen Trost geben. Egal, was wir gemacht haben und egal, was wir erlebt haben, wir bleiben immer noch Paramatman, ewig unberührt – so wie es Krishna im 2. Kapitel schon mal in einigen wunderschönen Versen ausgedrückt hat.

Keine Kommentare

06-07 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 7. Vers: Gehe jenseits der Dualitäten

Keine Kommentare

06-08 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 8. Vers

ज्ञानविज्ञानतृप्तात्मा कूटस्थो विजितेन्द्रियः |
युक्त इत्युच्यते योगी समलोष्टाश्मकांचनः || ६ ८ ||

Keine Kommentare

06-08 jnana-vijnana-trptatma kuta-stho vijitendriyah yukta ity ucyate yogi sama-lostrasma-kancanah

jñānavijñānatṛptātmā
kūṭastho vijitendriyaḥ
yukta ityucyate yogī
samaloṣṭāśmakāṃcanaḥ

Keine Kommentare

06-08 Wort-für-Wort Übersetzung

jñāna-vijñāna-tṛpta-ātmā – dessen Selbst (ātman) durch intuitive Weisheit (jñāna) und unterscheidendes Wissen (vijñāna) 
     zufrieden (tṛpta) ist
kūṭa-sthaḥ – der unveränderlich ist („sich auf dem Gipfel (kūṭa) befindet)“
vijita-indriyaḥ – der die Sinne (indriya) bezwungen (vijita) hat
yuktaḥ –  einer, der (mit Yoga) verbunden ist („der den Yoga erklommen hat“)
iti – so
ucyate – wird genannt
yogī – ein Yogi
sama-loṣṭa-aśma-kāṃcanaḥ – für den ein Erdklumpen (loṣṭa), ein Stein (aśman) oder Gold (kāñcana) gleich (sama) sind

Keine Kommentare

06-08 Der Yogi, der in der Erkenntnis und der Weisheit des Selbst Zufriedenheit findet, der die Sinne bezwungen hat, und für den ein Klumpen Erde ein Stück Stein oder Gold dasselbe bedeuten, gilt als in Harmonie befindlich

Keine Kommentare

06-08 Kommentar Sukadev

Swami Sivananda kommentiert diese Aussage, indem er sagt, dass man sagen kann, dieser Yogi hätte Nirvikalpa Samadhi erreicht. Er hat in der Erkenntnis und der Weisheit Zufriedenheit gefunden. Nicht die Zufriedenheit, die entsteht, wenn die äußeren Umstände gut und die Menschen zu uns freundlich sind. Sondern die Zufriedenheit, die aus unserem eigenen Selbst heraus kommt. Dann ist es uns egal, ob wir Gold bekommen oder ein Stück Stein oder einen Klumpen Erde. Es spielt keine Rolle. Gleichzeitig meint Krishna aber damit nicht, dass wir uns nicht bemühen sollten, in der Außenwelt zu helfen und zu dienen. Er selbst hat im 4. Kapitel gesagt: „Wann immer Adharma auf der Welt überhand nimmt, muss ich mich inkarnieren, um Dharma wieder herzustellen.“ Er hatte dann auch seine karmischen Aufgaben in der Welt zu erfüllen. Unsere Aufgabe ist es, uns immer wieder zu bemühen, unsere Sinne zu beherrschen.

Keine Kommentare

06-08 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 8. Vers: Erkenntnis und Weisheit des Selbst

Keine Kommentare

06-09 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 9. Vers

सुहृन्मित्रार्युदासीनमध्यस्थद्वेष्यबन्धुषु |
साधुष्वपि च पापेषु समबुद्धिर्विशिष्यते || ६ ९ ||

Keine Kommentare

06-09 suhrn-mitrary-udasina- madhyastha-dvesya-bandhusu sadhusv api ca papesu sama-buddhir visisyate

suhṛnmitrāryudāsīnamadhyasthadveṣyabandhuṣu
sādhuṣvapi ca pāpeṣu samabuddhirviśiṣyate

Keine Kommentare

06-09 Wort-für-Wort Übersetzung

suhṛt-mitra-ari-udāsīna-madhyastha-dveṣya-bandhuṣu – bei Freunden (suhṛt), Gefährten (mitra), Feinden (ari), 
     Gleichgültigen (udāsīna), Unparteiischen (madhyastha), Verhassten (dveṣya) und Verwandten (bandhu)
sādhuṣu – bei Rechtschaffenen
api – auch
ca – und
pāpeṣu – bei Sündern
sama-buddhiḥ – wer gleichen (sama) Sinnes (buddhi) ist
viśiṣyate – der zeichnet sich aus

Keine Kommentare

06-09 Wer Wohltätern, Freunden, Feinden, Gleichgültigen, Unparteiischen, Hasserfüllten, Verwandten, Rechtschaffenen und Sündern im selben Geist begegnet, ist vortrefflich

Keine Kommentare

06-09 Kommentar Sukadev

Krishna sagt nicht, dass man allegleich behandeln soll. Vielmehr sagt er: „Wer allen im gleichen Geiste begegnet, ist vortrefflich.“ In welchem Geist sollen wir ihnen begegnen? Im Geist der Liebe. Krishna gebraucht den Ausdruck „Liebe“ selten in der Bhagavad Gita. Doch verstehen können wir Krishnas Aussagen nur, wenn wir sie im Geist der Liebe sehen, wenn wir den Geist der Liebe in uns tragen. Krishna handelt in der gesamten Bhagavatam[1] aus Liebe heraus. Wann immer wir anderen begegnen, sollten wir das im Geist der Liebe und des Verständnisses tun. Aus Liebe heraus tun wir anderen Gutes und nehmen Wohltaten anderer an. Manchmal fällt Aspiranten letzteres schwerer: Sie haben Schwierigkeiten zuzulassen, dass andere ihnen gegenüber wohltätig sein, ihnen helfen möchten. Liebe heißt auch, dass wir anderen erlauben, uns gegenüber Wohltäter zu sein, Hilfe zu geben. Liebe heißt auch um Hilfe zu bitten. Ein Sprichwort besagt: „Geben ist seliger als Nehmen“. Also sollten wir dem anderen auch die Gelegenheit geben, etwas zu tun, was seliger ist. Für zufriedenstellende zwischenmenschliche Beziehungen ist es notwendig, anderen zu erlauben, uns etwas Gutes zu tun.

Keine Kommentare

06-09 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 9. Vers: Begegne allen im Geist der Liebe

Keine Kommentare

06-10 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 10. Vers

योगी युञ्जीत सततमात्मानं रहसि स्थितः |
एकाकी यतचित्तात्मा निराशीरपरिग्रहः || ६ १० ||

Keine Kommentare

06-10 yogi yunjita satatam atmanam rahasi sthitah ekaki yata-cittatma nirasir aparigrahah

yogī yuñjīta satatamātmānaṃ rahasi sthitaḥ
ekākī yatacittātmā nirāśīraparigrahaḥ

Keine Kommentare

06-10 Wort-für-Wort Übersetzung

yogī – ein Yogi
yuñjīta – möge ruhig halten, sammeln
satatam – stets
ātmānam – den Geist
rahasi – in der Einsamkeit
sthitaḥ – befindlich
ekākī – allein
yata-citta-ātmā – Geist (citta) und Körper (ātman) zügelnd (yata)
nirāśīḥ – ohne Hoffnung, Erwartung
aparigrahaḥ – ohne Besitzanspruch

Keine Kommentare

06-10 Möge der Yogi stets bemüht sein, den Geist ruhig zu halten; in Einsamkeit, allein, mit Kontrolle über Geist und Körper und frei von Hoffnung und Verlangen

Keine Kommentare

06-10 Kommentar Sukadev

Ab dem zehnten Vers der Bhagavad Gita spricht Krishna über die Meditation. Er rät uns durch seine Worte jetzt nicht, in die Einsamkeit zu gehen. Er rät uns, wenn wir uns zur Meditation hinsetzen, zu sagen: „Jetzt bin ich alleine. Da mögen zehn Kinder um mich herum sein; da mögen 100 Arbeiten auf mich warten; ich werde mir bewusst machen, jetzt, während ich meditiere, bin ich allein. Ich habe in dem Moment, wo ich meditiere, keine Pflichten gegenüber meinen Kindern, meinem Hund, Ehepartner oder anderen. Ich bin allein mit Gott, verbunden mitallen Wesen.“

Keine Kommentare

06-10 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 10. Vers: Meditiere regelmäßig

Keine Kommentare

06-11 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 11. Vers

शुचौ देशे प्रतिष्ठाप्य स्थिरमासनमात्मनः |
नात्युच्छ्रितं नातिनीचं चैलाजिनकुशोत्तरम् || ६ ११ ||

Keine Kommentare

06-11 sucau dese pratishthapya sthiram asanam atmanah naty-ucchritam nati-nicam cailajina-kusottaram

śucau deśe pratiṣṭhāpya
sthiramāsanamātmanaḥ
nātyucchritaṃ nātinīcaṃ
cailājinakuśottaram

Keine Kommentare

06-11 Wort-für-Wort Übersetzung

śucau – an einem sauberen
deśe – Ort
pratiṣṭhāpya – bereitend
sthiram – einen festen
āsanam – Sitz
ātmanaḥ – für sich
na – weder
ati-ucchritam – zu hoch
na – noch
ati-nīcam – zu niedrig
caila-ajina-kuśa-uttaram – mit  Kuśa-Gras, einem Fell (ajina) und einem Tuch (caila) obendrauf (uttara)

Keine Kommentare

06-11 An einem sauberen Ort, auf einem für ihn bereiteten festen Sitz, der weder zu hoch, noch zu niedrig ist und aus Schichten von übereinander gelegtem Tuch, einer Tierhaut und Kusha-Gras besteht,

Keine Kommentare

06-11 Kommentar Sukadev

Kusha-Gras soll eine angenehme Schwingung haben und dabei helfen, Insekten fernzuhalten. Die Kuhhaut, die darüber gelegt werden soll, stammt nicht von einer extra für die Meditation geschlachteten Kuh, sondern von einer Kuh, die natürlich verendet ist. Nach ihrem Tod wurden alle Teile verwendet. Diese Art des Meditationssitzes ist in Indien weit verbreitet, auf den Westen allerdings weniger gut anwendbar. Wir sollten heutzutage keine Kuhhaut für die Meditation nehmen, da die Tiere typischerweise nicht natürlich verenden, sondern geschlachtet werden und wir somit nur die Fleischindustrie unterstützen würden. Wir können im Westenallerdings auch darauf achten, dass unser Sitz weder zu hoch noch zu niedrig ist. Wenn wir ein Kissen haben, welches zu dick oder zu dünn ist, können wir nicht gut meditieren.

Keine Kommentare

06-12 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 12. Vers

तत्रैकाग्रं मनः कृत्वा यतचित्तेन्द्रियक्रियाः |
उपविश्यासने युञ्ज्याद्योगमात्मविशुद्धये || ६ १२ ||

Keine Kommentare

06-12 tatraikagram manah kritva yata-cittendriya-kriyah upavisyasane yunjyad yogam atma-vishuddhaye

tatraikāgraṃ manaḥ kṛtvā yatacittendriyakriyāḥ
upaviśyāsane yuñjyādyogamātmaviśuddhaye

Keine Kommentare

06-12 Wort-für-Wort Übersetzung

tatra – dort
eka-agram – auf einen Punkt konzentriert („einspitzig“)
manaḥ – den Geist
kṛtvā – haltend („machend“)
yata-citta-indriya-kriyāḥ – die Aktivitäten (kriyā) von Geist (citta) und Sinnen (indriya) beherrschend (yata)
upaviśya – sich niedersetzend
āsane – auf den Sitz
yuñjyāt – möge er üben
yogam – Yoga
ātma-viśuddhaye – für die Reinigung (viśuddhi) seiner selbst (ātman)

Keine Kommentare

06-12 Mit einpünktigem Geist, nachdem er Beherrschung über die Aktivitäten von Geist und Sinnen gefunden hat, möge er sich auf diesem Sitz niederlassen und Yoga üben, um sich selbst zu reinigen

Keine Kommentare

06-12 Kommentar Sukadev

Krishna gibt uns einige Schritte für die Meditation:

(1) Mache schon vor der Meditation etwas, was den Geist zur Ruhe bringt, z.B. Asanas, Pranayama, Matra-Singen, ein spirituelles Buch lesen.

Keine Kommentare

06-12 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 12. Vers: „Übe Yoga, um dich selbst zu reinigen.“

Keine Kommentare

06-13 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 13. Vers

समं कायशिरोग्रीवं धारयन्नचलं स्थिरः |
संप्रेक्ष्य नासिकाग्रं स्वं दिशश्चानवलोकयन् || ६ १३ ||

Keine Kommentare

06-13 samam kaya-siro-grivam dharayann acalam sthirah sampreksya nasikagram svam disas canavalokayan

samaṃ kāyaśirogrīvaṃ
dhārayannacalaṃ sthiraḥ
saṃprekṣya nāsikāgraṃ svaṃ
diśaścānavalokayan

Keine Kommentare

06-13 Wort-für-Wort Übersetzung

samam – gerade, aufrecht
kāya-śiraḥ-grīvam – Körper (kāya), Kopf (śiras) und Hals (grīva)
dhārayan – haltend
acalam – unbewegt
sthiraḥ – ruhig, fest
saṃprekṣya – blickend
nāsikā-agram – auf die Nasenspitze
svam – eigene
diśaḥ –  in der Gegend („in die Himmelsrichtungen“)
ca – und
anavalokayan – nicht herumschauend

Keine Kommentare

06-13 Er halte seinen Körper unbewegt, Kopf und Nacken gerade und ruhig, den Blick auf die Nasenspitze gerichtet, ohne herumzusehen

Keine Kommentare

06-13 Kommentar Sukadev

Wenn du dich für die Meditation hingesetzt hast, bewege dich nicht mehr. Normalerweise meditiert man mit geschlossenen Augen. Krishna empfiehlt hier, die Augen offen zu halten und zur Nasenspitze zu schauen. Diese Art des Blicks (Nasagrai Drishti) hilft, den Geist zu beruhigen. Blicken auf den Punkt zwischen den Augenbrauen (Brumadya Drishti) energetisiert, erhebt und öffnet das dritte Auge. Beide Blickrichtungen aktivieren die Mondenergie (Chandra Prana) und fördern innere Harmonie. Überfordere deine Augen nicht, wenn du mit offenen Augen zur Nasenspitze blicken willst. Wenn du so üben willst, dann steigere die Dauer schrittweise: Während der ersten Woche schaue 30 Sekunden lang auf die Nasenspitze, dann entspanne den Blick 1-2 Minuten lang. Wiederhole das 3 Mal. Während der zweiten Woche kannst du dann 1 Minute lang zur Nasenspitze hin schauen, während der dritten Woche 2 Minuten etc. Zum Ausgleich von Nasagrai Drishti übe andere Augenübungen, die du bei guten Yogalehrern lernen kannst.

Keine Kommentare

06-13 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 13. Vers: Sitze ruhig in der Meditation

Keine Kommentare

06-14 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 14. Vers

प्रशान्तात्मा विगतभीर्ब्रह्मचारिव्रते स्थितः |
मनः संयम्य मच्चित्तो युक्त आसीत मत्परः || ६ १४ ||

Keine Kommentare

06-14 prashantatma vigata-bhir brahmacari-vrate sthitah manah samyamya mac-citto yukta asita mat-parah

praśāntātmā vigatabhīrbrahmacārivrate sthitaḥ
manaḥ saṃyamya maccitto yukta āsīta matparaḥ

Keine Kommentare

06-14 Wort-für-Wort Übersetzung

praśānta-ātmā – ruhig, friedlich
vigata-bhīḥ – ohne Furcht (bhī)
brahma-cāri-vrate – im Gelübde (vrata) des Brahmacārin
sthitaḥ – fest gegründet
manaḥ – den Geist
saṃyamya – beherrschend
mat-cittaḥ – das Denken (citta) auf mich (mat) gerichtet
yuktaḥ – (so Yoga) übend
āsīta – möge er sitzen
mat-paraḥ – mich (mat) als höchstes (para) Ziel habend

Keine Kommentare

06-14 Frohgemut, furchtlos, fest im Gelübde des Brahmachari, mit beherrschtem Geist, die Gedanken auf Mich gerichtet und mit ausgewogenem Geist sitze er und mache Mich zu seinem höchsten Ziel

Keine Kommentare

06-14 Kommentar Sukadev

Wenn du ruhig sitzt, mache dir bewusst: Meditation ist die wertvollste Zeit des Tages. Freue dich, dass du diese Zeit hast. Sei furchtlos: In der Meditation mögen Reinigungserfahrungen, Bewusstseinserweiterungserfahrungen, Energieerfahrungen kommen. Bleibe ruhig und vertrauensvoll. „Gelübde des Brahmachari“: Ein Brahmachari ist ein Schüler auf dem Weg zu Brahman. „Gelübde des Brahmachari“ heißt, dass man sich vorgenommen hat: „Ich will alles tun, um zu Brahman zu kommen. Ich bin auch bereit, auf einiges zu verzichten, um da hin zu kommen.[1]

Keine Kommentare

06-14 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 14. Vers: Habe ein hohes Ziel

Keine Kommentare

06-15 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 15. Vers

युञ्जन्नेवं सदात्मानं योगी नियतमानसः |
शान्तिं निर्वाणपरमां मत्संस्थामधिगच्छति || ६ १५ ||

Keine Kommentare

06-15 yunjann evam sadatmanam yogi niyata-manasah shantim nirvana-paramam mat-samstham adhigacchati

yuñjannevaṃ sadātmānaṃ
yogī niyatamānasaḥ
śāntiṃ nirvāṇaparamāṃ
matsaṃsthāmadhigacchati

Keine Kommentare

06-15 Wort-für-Wort Übersetzung

yuñjan – sammelnd
evam – auf diese Weise
sadā – stets
ātmānam – den Geist
yogī – der Yogi
niyata-mānasaḥ – dessen Denken (mānasa) beherrscht (niyata) ist
śāntim – den Frieden
nirvāṇa-paramām – der in Befreiung (nirvāṇa) besteht (parama)
mat-saṃsthām – der sich in mir (mat) befindet (saṃstha)
adhigacchati – erreicht

Keine Kommentare

06-15 Wenn der Yogi seinen Geist also stets auf diese Weise ausgeglichen hält und den Geist beherrscht, erreicht er den Frieden, der in Mir liegt und in Befreiung gipfelt

Keine Kommentare

06-15 Kommentar Sukadev

Krishna verspricht dir: Wenn du so regelmäßig Meditation in Verbindung mit Karma Yoga im Alltag übst, wirst du das höchste Ziel des Lebens, nämlich die Befreiung, die Einheit mit Gott, den höchsten Frieden, erfahren.

Keine Kommentare

06-15 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 15. Vers: Meditation führt zu Frieden und Befreiung

Keine Kommentare

06-16 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 16. Vers

नात्यश्नतस्तु योगोऽस्ति न चैकान्तमनश्नतः |
न चातिस्वप्नशीलस्य जाग्रतो नैव चार्जुन || ६ १६ ||

Keine Kommentare

06-16 naty-asnatas ’tu yogo ’sti na caikantam anasnatah na cati-svapna-silasya jagrato naiva carjuna

nātyaśnatastu yogo ’sti
na caikāntamanaśnataḥ
na cātisvapnaśīlasya
jāgrato naiva cārjuna

Keine Kommentare

06-16 Wort-für-Wort Übersetzung

na – nicht
ati-aśnataḥ – für den, der zuviel isst
tu – doch
yogaḥ – Yoga
asti – ist
na – nicht
ca – auch
ekāntam – absolut
anaśnataḥ – für den, der nicht isst
na – nicht
ca – auch
ati-svapna-śīlasya – für den, der die Gewohnheit (śīlā) von zuviel (ati) Schlaf (svapna) hat
jāgrataḥ – für den, der (immer) wacht
na – nicht
eva – gewiss
ca – auch
arjuna – oh Arjuna

Keine Kommentare

06-16 Wahrlich, Yoga ist unmöglich für den Menschen, der zuviel isst, wie auch für den, der überhaupt nicht isst, für den, der zuviel schläft, wie auch für den, der immer wacht, Oh Arjuna

Keine Kommentare

06-16 Kommentar Sukadev

Krishna empfiehlt den Mittelweg. Es ist leicht, in Extreme zu verfallen. Finde heraus, was du brauchst, wie du die Grundbedürfnisse sattvig (rein) befriedigen kannst, hänge aber nicht daran. Das gilt beim Essen, beim Schlafen, bei verschiedenen Formen der Regeneration etc. Jemand, der zuviel isst, lebt ungesund. Jemand, der zu wenig isst, wird entweder träge oder nervös. Die meisten Menschen brauchen 6-7 Stunden Schlaf, manche auch nur 5, wenige 8. Wenn du zu wenig schläfst, wirst du reizbar oder träge werden und schläfrig in der Meditation. Wenn du zu viel schläfst, versäumst du wertvolle Zeit, die du besser für Sadhana und Seva (Dienen) verwenden könntest. Außerdem senkt auch ein Übermaß an Schlaf die Lebensdauer und kann zu einer depressiven Stimmung führen.

Keine Kommentare

06-16 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 16. Vers: Gehe den Mittelweg

Keine Kommentare

06-17 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 17. Vers

युक्ताहारविहारस्य युक्तचेष्टस्य कर्मसु |
युक्तस्वप्नावबोधस्य योगो भवति दुःखहा || ६ १७ ||

Keine Kommentare

06-17 yuktahara-viharasya yukta-cestasya karmasu yukta-svapnavabodhasya yogo bhavati duhkha-ha

yuktāhāravihārasya
yuktaceṣṭasya karmasu
yuktasvapnāvabodhasya
yogo bhavati duḥkhahā

Keine Kommentare

06-17 Wort-für-Wort Übersetzung

yukta-āhāra-vihārasya – für den, dessen Nahrung (āhāra) und Erholung (vihāra „Spazierengehen“) mäßig (yukta) ist
yukta-ceṣṭasya – für den, dessen Bewegungen (ceṣṭā) mäßig sind
karmasu – bei (seinen) Verrichtungen
yukta-svapna-avabodhasya – für den, dessen Schlafen (svapna) und Wachen (avabodha) mäßig ist
yogaḥ – Yoga
bhavati – wird
duḥkha-hā – zum Zerstörer des Leidens (duḥkha)

Keine Kommentare

06-17 Yoga wird zum Zerstörer des Leidens desjenigen, der in Nahrung wie Erholung (z.B. Spazierengehen, usw.) mäßig ist, der mäßig ist in seinen Handlungen, und in Schlaf und Wachen mäßig ist

Keine Kommentare

06-17 Kommentar Sukadev

Interessanterweise spricht Krishna beim Mittelweg hauptsächlich die körperlichen Bedürfnisse an. Manche Kommentatoren der Bhagavad Gita beziehen das auch auf Sadhana und Seva und meinen, man müsse eine sehr gleichmäßige spirituelle Praxis haben, ohne zu übertreiben.

Keine Kommentare

06-18 Devanagari Bhagavad Gita 6. Kapitel 18. Vers

यदा विनियतं चित्तमात्मन्येवावतिष्ठते |
निःस्पृहः सर्वकामेभ्यो युक्त इत्युच्यते तदा || ६ १८ ||

Keine Kommentare

Weiter »