Die Bhagavad Gita beginnt mit den Worten Dhritarashtras.
Hier die Sanskrit-Rezitation des ganzen ersten Kapitels:
Arjunas Konflikt: Die Bhagavad Gita beginnt mit dem ethischen Dilemma von Arjuna. Er weiß nicht, was seine Aufgabe ist. Auf der einen Seite will er sich dafür einsetzen, ein tyrannisches Regime zu überwinden, welches das ganze Land in Elend gestürzt hat. Er will helfen wieder eine gerechte Ordnung zu schaffen, wo die Menschen ohne Angst und Sorge leben können. Darauf hat er sich vorbereitet. Nun geht es los und er soll auf dem Schlachtfeld für diese Ideale kämpfen. In diesem Moment wird er sich bewusst, auch auf der Gegenseite sind nicht nur Bösewichte; im Gegenteil, es sind alles Menschen wie er, teilweise sogar seine eigenen Verwandten und Lehrer. Eine der ersten Erkenntnisse aus der Bhagavad Gita ist hier, dass im weiteren Sinne alle Menschen unsere Verwandten sind. Wir sind alle eine Familie, und nicht nur unter den Menschen, sondern auch mit unseren Mitgeschöpfen – selbst mit Schimpansen haben wir 98% der Erbguts gemeinsam, mit dem Schmetterling 76% und mit Pilzen immer noch über die Hälfte. Aus der Frage von Arjuna, wie er sich verhalten soll, entwickelt sich das Lehrgespräch der Bhagavad Gita. Sie ist zeitlos, weil es sich nicht wirklich um den realen Kampf zwischen den Kauravas und den Pandavas handelt, sondern unter anderem um unser inneres Schlachtfeld. ...>>> weiter zum vollen Artikel...
धृतराष्ट्र उवाच |
धर्मक्षेत्रे कुरुक्षेत्रे समवेता युयुत्सवः |
मामकाः पाण्डवाश्चैव किमकुर्वत सञ्जय ||१- १||
dhṛtarāṣṭra uvāca
dharmakṣetre kurukṣetre
samavetā yuyutsavaḥ
māmakāḥ pāṇḍavāścaiva
kimakurvata saṃjaya ...>>> weiter zum vollen Artikel...
dhṛtarāṣṭraḥ – (König) Dhṛtarāṣṭra
uvāca – sprach
dharma-kṣetre – auf der heiligen Ebene, auf dem “Dharma-Feld”
kuru-kṣetre – im Gebiet von Kurukṣetra, im “Feld der Kurus”
samavetāḥ – versammelt
yuyutsavaḥ - kampfbegierig
māmakāḥ – die Meinigen, mein Volk
pāṇḍavāḥ – die Söhne Pāṇḍus
ca eva – und
kim – was
akurvata – taten sie
saṃjaya – oh Saṃjaya
Sanjaya, der Dhritarashtra immer ein guter Ratgeber gewesen war, und ihn immer wieder aufgefordert hatte, seine Kinder zur Raison zu bringen, der auch ein Yogi war, der meditierte und dem Narada das dritte Auge geöffnet hatte, so dass es alles in geistiger Vision mitverfolgt hatte, antwortete ihm nun:
Dharmakshetra – der Ort, der Dharma schützt, ist Dharmakshetra.
Da es im Land der Kurus lag, hieß es Kurukshetra.
Sanjaya hat Zu- und Abneigungen überwunden und ist unparteiisch.
सञ्जय उवाच |
दृष्ट्वा तु पाण्डवानीकं व्यूढं दुर्योधनस्तदा |
आचार्यमुपसंगम्य राजा वचनमब्रवीत् ||१- २||
saṃjaya uvāca
dṛṣṭvā tu pāṇḍavānīkaṃ
vyūḍhaṃ duryodhanastadā
ācāryamupasaṃgamya
rājā vacanamabravīt ...>>> weiter zum vollen Artikel...
saṃjayaḥ – Saṃjaya
uvāca - sprach
dṛṣṭvā – nachdem er gesehen hatte
tu – aber
pāṇḍava-anīkam – das Heer der Pāṇḍavas
vyūḍham – (in Schlachtenreihe) aufgestellt
duryodhanaḥ – Duryodhana
tadā - da
ācāryam – zu (seinem) Lehrer (Droṇa)
upasaṃgamya – nachdem er gegangen war
rājā – der König
vacanam – Wort, Rede
abravīt – sprach
पश्यैतां पाण्डुपुत्राणामाचार्य महतीं चमूम् |
व्यूढां द्रुपदपुत्रेण तव शिष्येण धीमता ||१- ३||
paśyaitāṃ pāṇḍuputrāṇām
ācārya mahatīṃ camūm
vyūḍhāṃ drupadaputreṇa
tava śiṣyeṇa dhīmatā ...>>> weiter zum vollen Artikel...
paśya – sieh
etām – diese
pāṇḍu-putrāṇām – der Söhne Pāṇḍus
ācārya – oh Lehrer
mahatīm – gewaltige
camūm - Armee
vyūḍhām – (in Schlachtenordnung) aufgestellt
drupada-putreṇa – durch den Sohn Drupadas (Dṛṣṭadyumna)
tava – deinen
śiṣyeṇa – Schüler
dhīmatā – weisen
अत्र शूरा महेष्वासा भीमार्जुनसमा युधि |
युयुधानो विराटश्च द्रुपदश्च महारथः ||१- ४||
atra śūrā maheṣvāsā
bhīmārjunasamā yudhi
yuyudhāno virāṭaśca
drupadaśca mahārathaḥ ...>>> weiter zum vollen Artikel...
atra – hier (gibt es)
śūrāḥ – Helden
mahā-iṣu-āsāḥ – große Bogenschützen
bhīma-arjuna-samāḥ – Bhīma und Arjuna ebenbürtig
yudhi - im Kampfe
yuyudhānaḥ – Yuyudhāna (Sātyaki)
virāṭaḥ – Virāṭa
ca – und
drupadaḥ – Drupada
ca – und
mahā-rathaḥ – der große Wagenkämpfer
Technisch bedeutet Maharatha einen in der Kriegsführung hervorragenden Krieger, der allein gegen zehntausend Bogenschützen zu kämpfen vermag.
धृष्टकेतुश्चेकितानः काशिराजश्च वीर्यवान् |
पुरुजित्कुन्तिभोजश्च शैब्यश्च नरपुंगवः ||१- ५||
dhṛṣṭaketuścekitānaḥ
kāśirājaśca vīryavān
purujitkuntibhojaśca
śaibyaśca narapuṃgavaḥ ...>>> weiter zum vollen Artikel...
dhṛṣṭaketuḥ – Dhṛṣṭaketu
cekitānaḥ – Cekitāna
kāśi-rājaḥ – der König von Kāśi
ca – und
vīryavān – mutige
purujit – Purujit
kuntibhojaḥ – Kuntibhoja
ca – und
śaibyaḥ – Śaibya
ca – und
nara-puṃgavaḥ – ein Mannes-Stier, vorzüglicher Mann
युधामन्युश्च विक्रान्त उत्तमौजाश्च वीर्यवान् |
सौभद्रो द्रौपदेयाश्च सर्व एव महारथाः ||१- ६||
yudhāmanyuśca vikrānta
uttamaujāśca vīryavān
saubhadro draupadeyāśca
sarva eva mahārathāḥ ...>>> weiter zum vollen Artikel...
yudhāmanyuḥ – Yudhāmanyu
ca – und
vikrāntaḥ – der kühne
uttamaujāḥ – Uttamaujās
ca – und
vīryavān - der heldenhafte
saubhadraḥ – Subhadrās Sohn
draupadeyāḥ – die Söhne Draupadīs
ca – und
sarve – alle
eva – wahrhaft
mahā-rathāḥ – große Wagenkämpfer
Die Namen dieser heldenhaften Krieger werden in der Mahabharata immer wieder erwähnt. Mit den folgenden Worten lobt Duryodhana seine Gegner.
अस्माकं तु विशिष्टा ये तान्निबोध द्विजोत्तम |
नायका मम सैन्यस्य संज्ञार्थं तान्ब्रवीमि ते ||१- ७||
asmākaṃ tu viśiṣṭā ye
tānnibodha dvijottama
nāyakā mama sainyasya
saṃjñārthaṃ tānbravīmi te ...>>> weiter zum vollen Artikel...
asmākaṃ – unsere
tu – aber, nun
viśiṣṭāḥ – die Hervorragenden
ye – welche (sind)
tān – diese
nibodha – erfahre
dvija-uttama - oh Bester unter den Zweimalgeborenen (dvija)
nāyakāḥ – die Führer
mama – meines
sainyasya – Heeres
saṃjñā-artham – zum Zwecke der Kenntnis (saṃjñā)
tān – diese
bravīmi – nenne ich
te – dir
Als Zweimalgeborene werden in Indien die höheren Kasten, also die Brahmanen, die Kshatriyas und die Vaishyas bezeichnet. Es wird mit ihnen ein bestimmtes Einweihungsritual durchgeführt, was so eine Art spirituelle Neugeburt (also Zweitgeburt) darstellt. Jeder, der an diesem Ritual teilnimmt, wird als Zweimalgeborener bezeichnet. In den letzten Jahren gab es in Indien viele Bestrebungen, das Kastenwesen aufzulösen. Dies ist inzwischen in den meisten Teilen Indiens auch geglückt. Die Aufhebung des Kastenwesens ermöglicht es dann nämlich auch den „Kastenlosen“ eine Einweihung zu bekommen. ...>>> weiter zum vollen Artikel...
भवान्भीष्मश्च कर्णश्च कृपश्च समितिञ्जयः |
अश्वत्थामा विकर्णश्च सौमदत्तिस्तथैव च ||१- ८||
bhavānbhīṣmaśca karṇaśca
kṛpaśca samitiṃjayaḥ
aśvatthāmā vikarṇaśca
saumadattistathaiva ca ...>>> weiter zum vollen Artikel...
bhavān – du selbst
bhīṣmaḥ – Bhīṣma
ca – und
karṇaḥ – Karṇa
ca – und
kṛpaḥ – Kṛpa
ca – und
samitiṃ-jayaḥ – der im Krieg (samiti) Siegreiche
aśvatthāmā – Aśvatthāman
vikarṇaḥ – Vikarṇa
ca – und
saumadattiḥ – Somadattas Sohn (Jayadratha)
tathā eva – ebenso
ca – und
In diesem Vers wird ein großes Paradox beschrieben, nämlich Tyrannen, die Furcht haben. Die Armee der Kauravas war doppelt so groß wie die Armee der Pandavas. Aber die Pandavas hatten das Recht auf ihrer Seite stehen. Ferner stand Krishna auf ihrer Seite. Duryodhana wusste, dass Krishna nicht nur irgendjemand war, und so bekam er Angst. Das ist sehr charakteristisch. Es gibt keinen Tyrannen, der nicht paranoid war und letztlich auch Gründe dafür gehabt hat, paranoid zu sein. Alexander der Große z.B. hat alles Mögliche unternommen, um zu verhindern, dass er vergiftet werden würde. Er zählte zu den ganz großen Menschenschlächtern. Die Schlachten, die er angeführt hatte, waren die größten Schlachten, die es bis zu dieser Zeit gegeben hat. Hunderttausende von Menschen sind gestorben. Wenn irgendjemand ihm was Böses gesagt hat, dann ließ er diesem Menschen mit dem Schwert den Kopf abschlagen. Es konnte sowohl seinen besten Freund als auch seinen Geliebten treffen. Dieser hatte ihn irgendwann mal beleidigt, worauf hin Alexander der Große ihn umbringen ließ. Im Nachhinein hat er sich dafür Vorwürfe gemacht. Des Weiteren arbeiteten viele Vorkoster für ihn und er unterhielt eine riesige Leibwache. Man weiß nicht, wie oder woran er letztlich gestorben ist. Ob er doch irgendwie vergiftet worden ist - es gibt ja einen Roman darüber, wo das so beschrieben wurde – oder ob er vielleicht an Malaria gestorben ist oder sich zu Tode getrunken hat. Auf jeden Fall ging er als Begründer eines riesigen Reichs in die Geschichte ein. Er war zu keinem Zeitpunkt zufrieden und hatte immer Angst vor irgendwas gehabt. ...>>> weiter zum vollen Artikel...
अन्ये च बहवः शूरा मदर्थे त्यक्तजीविताः |
नानाशस्त्रप्रहरणाः सर्वे युद्धविशारदाः ||१- ९||
anye ca bahavaḥ śūrā
madarthe tyaktajīvitāḥ
nānāśastrapraharaṇāḥ
sarve yuddhaviśāradāḥ ...>>> weiter zum vollen Artikel...
anye – andere
ca – und
bahavaḥ – viele
śūrāḥ – Helden
mad-arthe – für mich
tyakta-jīvitāḥ - die ihr Leben (jīvita) aufgegeben haben
nānā-śastra-praharaṇāḥ – die mit unterschiedlichen (nānā) Waffen (śastra) kämpfen
sarve – alle
yuddha-viśāradāḥ – im Kampfe (yuddha) geschickt
अपर्याप्तं तदस्माकं बलं भीष्माभिरक्षितम् |
पर्याप्तं त्विदमेतेषां बलं भीमाभिरक्षितम् ||१- १०||
aparyāptaṃ tadasmākaṃ
balaṃ bhīṣmābhirakṣitam
paryāptaṃ tvidameteṣāṃ
balaṃ bhīmābhirakṣitam ...>>> weiter zum vollen Artikel...
aparyāptam – unzureichend, (ihnen) nicht gewachsen
tat – dieses
asmākam – unser
balam – Heer
bhīṣma-abhirakṣitam - das von Bhīṣma befehligt wird
paryāptam – zureichend, (uns) gewachsen
tu – jedoch
idam – dieses
eteṣām – ihr, deren
balam – Heer
bhīma-abhirakṣitam – das von Bhīma befehligt wird
Der Vers wird von verschiedenen Kommentatoren auf verschiedene Weise interpretiert. Sridhara Swami setzt für das Wort aparyaptam ›unzureichend‹.
Ananda Giri gibt ihm die Bedeutung von ›unbegrenzt‹.
अयनेषु च सर्वेषु यथाभागमवस्थिताः |
भीष्ममेवाभिरक्षन्तु भवन्तः सर्व एव हि ||१- ११||
ayaneṣu ca sarveṣu
yathābhāgamavasthitāḥ
bhīṣmamevābhirakṣantu
bhavantaḥ sarva eva hi ...>>> weiter zum vollen Artikel...
ayaneṣu – bei den Kampfgängen
ca – und
sarveṣu – allen
yathā-bhāgam – an (euren) jeweiligen Plätzen
avasthitāḥ - befindlich
bhīṣmam – den Bhīṣma
eva – allein
abhirakṣantu – sollt beschützen
bhavantaḥ – ihr
sarve – allesamt
eva hi – gewiss, unbedingt
Duryodhana hat Angst, dass sein Heeresführer dort getötet wird.
तस्य सञ्जनयन्हर्षं कुरुवृद्धः पितामहः |
सिंहनादं विनद्योच्चैः शङ्खं दध्मौ प्रतापवान् ||१- १२||
tasya saṃjanayanharṣaṃ
kuruvṛddhaḥ pitāmahaḥ
siṃhanādaṃ vinadyoccaiḥ
śaṅkhaṃ dadhmau pratāpavān ...>>> weiter zum vollen Artikel...
tasya – ihm (Duryodhana)
saṃjanayan – verursachend
harṣam – Freude
kuru-vṛddhaḥ – der Alte (Älteste) der Kauravas
pitāmahaḥ - Großvater Bhīṣma
siṃha-nādam – ein Löwengebrüll
vinadya – erschallen lassend
uccaiḥ – laut
śaṅkham – das Muschelhorn
dadhmau – blies
pratāpavān – majestätisch
ततः शङ्खाश्च भेर्यश्च पणवानकगोमुखाः |
सहसैवाभ्यहन्यन्त स शब्दस्तुमुलोऽभवत् ||१- १३||
tataḥ śaṅkhāśca bheryaśca
paṇavānakagomukhāḥ .
sahasaivābhyahanyanta
sa śabdastumulo.abhavat ...>>> weiter zum vollen Artikel...
tataḥ – daraufhin
śaṅkhāḥ – die Muschelhörner
ca – und
bheryaḥ – Pauken
ca – und
paṇava-ānaka-gomukhāḥ – kleine und große Trommeln (paṇava-ānaka) und Hörner (gomukha)
sahasā – plötzlich
eva – ganz
abhyahanyanta – erschallten
saḥ – das
śabdaḥ – ein Klang
tumulaḥ – tumultartiger
abhavat – wurde
Das war dann eigentlich der Beginn der Schlacht. Jetzt sollte es eigentlich beginnen.
ततः श्वेतैर्हयैर्युक्ते महति स्यन्दने स्थितौ |
माधवः पाण्डवश्चैव दिव्यौ शङ्खौ प्रदध्मतुः ||१- १४||
tataḥ śvetairhayairyukte
mahati syandane sthitau
mādhavaḥ pāṇḍavaścaiva
divyau śaṅkhau pradaghmatuḥ ...>>> weiter zum vollen Artikel...
tataḥ – dann
śvetaiḥ – mit weißen
hayaiḥ – Pferden
yukte – bespannten
mahati – auf einem großen
syandane – Streitwagen
sthitau - stehend
mādhavaḥ – Mādhava (Kṛṣṇa)
pāṇḍavaḥ – der Sohn Pāṇḍus (Arjuna)
ca eva – und
divyau – in (ihre) göttlichen
śaṅkhau – Muschelhörner
pradadhmatuḥ – bliesen
पाञ्चजन्यं हृषीकेशो देवदत्तं धनञ्जयः |
पौण्ड्रं दध्मौ महाशङ्खं भीमकर्मा वृकोदरः ||१- १५||
pāṃcajanyaṃ hṛṣīkeśo
devadattaṃ dhanaṃjayaḥ
pauṇḍraṃ dadhmau mahāśaṅkhaṃ
bhīmakarmā vṛkodaraḥ ...>>> weiter zum vollen Artikel...
pāṃcajanyam – das Muschelhorn “Pāṃcajanya”
hṛṣīkeśaḥ – Hṛṣīkeśa (Kṛṣṇa)
devadattam – das Muschelhorn “Gottesgabe”
dhanaṃjayaḥ - Dhanaṃjaya “Reichtumsbezwinger” (Arjuna)
pauṇḍram – das Muschelhorn “Pauṇḍra”
dadhmau – blies
mahā-śaṅkham – das großartige Muschelhorn
bhīma-karmā – der schreckliche (bhīma) Taten (karma) vollbringende
vṛkodaraḥ – “Wolfsbauch” (Bhīma)
Devadatta und Paundra sind Muschelhörner. Es gibt viele Sagen des Altertums, in denen manche Kämpfer ihren Schwertern Namen gaben. In der Mahabharata wurde das ebenso gehandhabt. Hier hatten sowohl die Muschelhörner als auch die Streitwagen Namen.
अनन्तविजयं राजा कुन्तीपुत्रो युधिष्ठिरः |
नकुलः सहदेवश्च सुघोषमणिपुष्पकौ ||१- १६||
anaṃtavijayaṃ rājā
kuntīputro yudhiṣṭhiraḥ
nakulaḥ sahadevaśca
sughoṣamaṇipuṣpakau ...>>> weiter zum vollen Artikel...
anaṃtavijayam – das Muschelhorn Anantavijaya “Sieg ohne Ende”
rājā – der König (blies)
kuntī-putraḥ – der Sohn Kuntīs
yudhiṣṭhiraḥ - Yudhiṣṭhira
nakulaḥ – Nakula
sahadevaḥ – Sahadeva
ca – und
sughoṣa-maṇipuṣpakau – die Muschelhörner Sughoṣa “Wohlklang” und Maṇipuṣpaka “Juwelenband”
Alle bliesen jetzt in ihre Muschelhörner.
काश्यश्च परमेष्वासः शिखण्डी च महारथः |
धृष्टद्युम्नो विराटश्च सात्यकिश्चापराजितः ||१- १७||
kāśyaśca parameṣvāsaḥ
śikhaṇḍī ca mahārathaḥ
dhṛṣṭadyumno virāṭaśca
sātyakiścāparājitaḥ ...>>> weiter zum vollen Artikel...
kāśyaḥ – der König von Kāśi
ca – und
parama-iṣu-āsaḥ – ein ausgezeichneter Bogenschütze
śikhaṇḍī – Shikhaṇḍin
ca – und
mahārathaḥ - der große Wagenkämpfer
dhṛṣṭadyumnaḥ – Dhṛṣṭadyumna
virāṭaḥ – Virāṭa
ca – und
sātyakiḥ – der Sohn Sātyakas
ca – und
aparājitaḥ – der Unbesiegte
द्रुपदो द्रौपदेयाश्च सर्वशः पृथिवीपते |
सौभद्रश्च महाबाहुः शङ्खान्दध्मुः पृथक्पृथक् ||१- १८||
drupado draupadeyāśca
sarvaśaḥ pṛthivīpate
saubhadraśca mahābāhuḥ
śaṅkhāndadhmuḥ pṛthakpṛthak ...>>> weiter zum vollen Artikel...
drupadaḥ – Drupada
draupadeyāḥ – die Söhne Draupadīs
ca – und
sarvaśaḥ – sämtlich
pṛthivī-pate - oh Herr der Erde
saubhadraḥ – Subhadras Sohn
ca – und
mahā-bāhuḥ – der starkarmige
śaṅkhān – (ihre) Muschelhörner
dadhmuḥ – bliesen
pṛthak pṛthak – jeweils
Dieses Blasen der Muschelhörner kündigte den Beginn der Schlacht an.
स घोषो धार्तराष्ट्राणां हृदयानि व्यदारयत् |
नभश्च पृथिवीं चैव तुमुलोऽभ्यनुनादयन् ||१- १९||orलो
sa ghoṣo dhārtarāṣṭrāṇāṃ
hṛdayāni vyadārayat
nabhaśca pṛthivīṃ caiva
tumulo.abhyanunādayan ...>>> weiter zum vollen Artikel...
saḥ – dieses
ghoṣaḥ – Dröhnen
dhārtarāṣṭrāṇām – der Männer Dhṛtarāṣṭras
hṛdayāni – die Herzen
vyadārayat - zerriss
nabhaḥ – Himmel
ca – und
pṛthivīm – Erde
ca eva – und
tumulaḥ – gewaltige
abhyanunādayan – wiederhallen lassend
Dies bedeutet, dass die Kauravas Angst hatten. Obgleich sie mehr Kämpfer waren wussten sie, dass das Recht nicht auf ihrer Seite war.
व्यनु
अथ व्यवस्थितान्दृष्ट्वा धार्तराष्ट्रान् कपिध्वजः |
प्रवृत्ते शस्त्रसम्पाते धनुरुद्यम्य पाण्डवः |
हृषीकेशं तदा वाक्यमिदमाह महीपते ||१- २०||
atha vyavasthitāndṛṣṭvā
dhārtarāṣṭrān kapidhvajaḥ
pravṛtte śastrasaṃpāte
dhanurudyamya pāṇḍavaḥ
hṛṣīkeśaṃ tadā vākyam
idamāha mahīpate ...>>> weiter zum vollen Artikel...
atha – nun
vyavasthitān – die (in Schlachtenreihe) aufgestellten
dṛṣṭvā – gesehen habend
dhārtarāṣṭrān – Söhne Dhṛtarāṣṭras
kapi-dhvajaḥ - der mit dem Affenbanner
pravṛtte – (gerade vor) der Eröffnung
śastra-saṃpāte – des Kampfes
dhanuḥ (seinen) Bogen
udyamya – erhebend
pāṇḍavaḥ – der Sohn Pāṇḍus (Arjuna)
hṛṣīkeśam – zu Kṛṣṇa
tadā – da
vākyam – Rede
idam – diese
āha – sprach
mahī-pate - oh Herr der Erde
Mit „Herrn der Erde“ ist in diesem Fall „Drithahastra“ gemeint. Sanjaya erzählt ja Dhritarasta das Geschehen auf dem Schlachtfeld. Herr der Erde ist eine besondere Anrede für Könige. Diese fühlen sich dadurch besonders geehrt. ...>>> weiter zum vollen Artikel...
arjuna uvāca
senayorubhayormadhye
rathaṃ sthāpaya me.acyuta
yāvadetānnirikṣe.ahaṃ
yoddhukāmānavasthitān
kairmayā saha yoddhavyam
asminraṇasamudyame ...>>> weiter zum vollen Artikel...
arjunaḥ – Arjuna
uvāca - sprach
senayoḥ – Heere
ubhayoḥ – der beiden
madhye – in der Mitte
ratham – Streitwagen
sthāpaya – halte an
me – meinen
acyuta – oh Acyuta “Unerschütterlicher” (Kṛṣṇa)
yāvat – dass
etān – diese
nirikṣe – sehe
ahaṃ – ich
yoddhu-kāmān – Kampfbegierigen
avasthitān – (in Schlachtenordung) aufgestellten