von Swami Venkatesananda
5. Selbstreinigung
Manchmal wies Swami Sivananda darauf hin, dass Atmajnana (Selbstverwirklichung)
äußerst einfach ist. Gott, Brahman, Atman sind schon wirklich.
Es ist der Atman, der dort sitzt, es ist Atman, der hier sitzt, es ist
Atman, der mit dem Kopf nickt, es ist der Atman, der spricht. Wenn all
dies Atman ist, worin liegt die Schwierigkeit, ihn zu verwirklichen?
All die anderen Lehrer und Meister - die uns belehren, wie unheimlich
schwierig es ist - haben nicht unrecht. Selbstverwirklichung ist sehr
einfach, aber die Vorbereitung dafür, die Reinigung, die eine Voraussetzung
darstellt, ist äußerst schwierig. Atmajnana ist leicht, weil
es eine Gabe Gottes ist nicht eine Leistung. Entweder kann man sagen,
es ist schon da oder es ist eine Gabe Gottes, je nachdem, welche Ansicht
man vertritt. Wenn man die Auffassung des Jnana Yoga annimmt, erkennt
man, dass das Selbst bereits da ist. Wenn man die Einstellung des Bhakta
annimmt, sagt man, es sei eine Gabe Gottes.
Warum praktizieren wir überhaupt Sadhana? Krishna erklärt
dies sehr schön und umfassend in der Bhagavad Gita.
yunjyad-yogam-atmavisuddhaye (VI.12)
”Praktiziere Yoga zum Zwecke der Selbstreinigung.” Yoga,
Meditation und all die spirituellen Praktiken, die man unternimmt, sind
allein dazu bestimmt, das Herz und den Geist zu reinigen, nicht um Gott
zu verwirklichen. Swami Sivananda lehrte Selbstreinigung mit sehr einfachen
und doch wirkungsvollen Methoden. Ich weiß nicht, was Eure Vorstellung
von dem Wort ’Ausbildung’ ist. Gewöhnlich stellen wir
uns vor, durch Lob und Tadel ausgebildet zu werden - Zuckerbrot und
Peitsche. Doch das ist nicht Ausbildung. Ausbildung bedeutet, dass dieser
Kassettenrekorder auf mich ausgerichtet ist, dass man beim Fotografieren
die Kamera auf das Objekt ausrichtet. Ausbildung bedeutet, die Aufmerksamkeit
darauf zu richten, was man lernen oder tun will, und zu beobachten.
Genau dies und nichts anderes tat Swamiji. Weder gebrauchte er Versuchung
noch Drohung -nur Ausrichtung. Die Schwierigkeit ist hierbei, dass es
leicht ist, eine Kamera, einen Kassettenrekorder oder eine Waffe in
eine bestimmte Richtung zielen zu lassen, weil es leblose Objekte sind.
Sie denken nicht und ändern auch nicht ihre Meinung - aber Menschen
tun dies. Da wir weder Kameras noch Gewehre waren, die eingestellt oder
abgeschossen werden konnten, musste unsere Ausbildung länger dauern.
Swamiji musste dies immer und immer und immer wieder tun. Bis jetzt
habe ich in der ganzen Welt noch keinen geduldigeren Menschen als Swami
Sivananda erlebt. Er hat niemanden als hoffnungslosen Fall behandelt.
Wenn man es auf dem einen Weg nicht versteht oder erkennt, dann versuchte
er aus auf einem anderen Weg und auf noch einem - er wiederholte es
so oft bis man es eines Tages, wie er hoffte, sehen würde. In dem
Moment, in dem man es sah, hatte man das Ziel erreicht. Darum hat er
gesagt, dass Selbstverwirklichung furchtbar einfach ist. Wenn man in
ein stockdunkles Zimmer kommt und nicht weiß, wo der Lichtschalter
ist, fängt man an, nach ihm zu tasten. Das Licht anzumachen ist
furchtbar einfach, aber den Schalter zu finden, ist nicht so einfach.
Er war erleuchtet und er konnte sehen, darum sagte er "Es ist zu
deiner Rechten". Man drehte sich herum, bis man nicht mehr wusste,
wo links und rechts war - und dann beruhigte er einen. Er hat uns nie
unter Spannung gehalten. Er hat uns immer angespornt, vieles zu tun
und zu lernen, doch wenn er sah, dass man drohte zusammenzubrechen,
hob er alle Regeln auf.
In jenen Tagen gab es nicht so viele Leute im Ashram, und so hatte ich
eine recht lange Zeit die heilige, glückliche und unangenehme Aufgabe,
alle morgens um 4 Uhr aufzuwecken. Swamiji nahm es sehr genau damit,
dass alle um 4 Uhr aufstanden und zu der Meditationsstunde kamen oder
in ihren Zimmern meditieren - gleichzeitig nahm es sehr genau, dass
ansonsten niemand in seinem Schlaf gestört wurde. Wenn jemand sich
am Tage ausruhte, durften wir ihn nicht stören. Wenn Swamiji an
einem Zimmer vorbeiging und sah, dass man sich darin ausruhte, war er
still und gebot allen anderen in der Nähe, auch still zu sein.
Er lehrte eine Technik, wie man jemanden selbst um 4 Uhr morgens aufwecken
konnte. Man sollte außen vor der Tür stehen und vorsichtig
Ommmm sagen - etwa eine Minute warten und dann Ommm ein wenig lauter
sagen. Wenn das nicht funktionierte, gab es ein noch lauteres OOOmm.
Dann an die Tür klopfen. Dies war nur um 4 Uhr erlaubt, sonst nicht.
Obwohl er großen Wert darauf legte, dass man morgens zur Meditation
aufstand, machte er auch Ausnahmen. Er fand doch die eine oder andere
Entschuldigung, wenn er sah, dass man nicht daran gewöhnt war und
Zeichen von Überspannung oder Ohnmacht auftraten, weil das Beibehalten
dieser Spannung oft zum Zusammenbruch, einer Reaktion führen kann.
Ein halbes Brot ist besser als kein Brot!
Hatte der Student die eine oder andere Schwäche, drückte Swamiji
ein Auge zu und sagte: "Er hat seine Schwächen, aber er hat
auch großartige Stärken." Wenn man zu einem Lügner
sagt, "Du bist die Wahrheit in Person", wird er vielleicht
eines Tages glaubhaft. Swamiji machte höchst selten jemand auf
seine Fehler aufmerksam und wenn doch, so tat er es sehr freundlich.
Erst kamen ein paar Bananen, dann ein kleiner Nadelstich, dem Butter
und Honig folgten. Wenn die Banane verdaut war und die Butter aufgebraucht,
verstand man plötzlich: "Mein Gott, das wollte er mir sagen!"
Da wir leben und die ganze Zeit denken, geht es bei dieser Ausrichtung
nicht darum, die eine oder andere Richtung zu ändern, sondern um
Selbstreinigung Atma-suddhaye. Ihr werdet euch fragen, ob es nicht einfacher
und besser für den Menschen wäre, wenn die Unreinheit hervorgehoben
wird, so dass man sich reinigen kann. Wenn jemand ungeduldig ist, sollte
ein Lehrer nicht sagen: "Du bist ungeduldig. Hör auf damit."
Würde das nicht zu sofortiger Selbstreinigung führen? Meistens
nicht, weil das Ego, das sich als ungeduldig erweist, seine Schwächen
nicht sehen will. Man mag es nicht, und wenn man eine Medizin bekommt,
die man nicht mag, besonders psychologische Medizin, wird sie nicht
helfen.
Patanjali sagt in den Yoga Sutras: "Wähle ein Objekt, das
du magst." Sonst kann man nicht darauf meditieren, denn Geist wird
sich weigern, sich ihm zuzuwenden. Man wird sein Ziel nicht erreichen.
Selbst wenn also ein großer Meister einem sagt, man ist ein ungeduldiger
Mensch und sollte seine Ungeduld zügeln, wird es einen wahrscheinlich
sofort verärgern. Was verärgert einen aber hierbei? Es ist
gerade die Ungeduld, die einen verärgert! Hätte es jemand
anderes gesagt, hätte man ihm wohl den Kiefer zerschlagen, doch
weil es der Meister sagt und man keine Vergeltung üben will, weint
man. Die Tränen sind nicht Tränen der Reue oder des Gewissens,
sondern Tränen des Widerstandes. Wenn man etwas sagt und der andere
anfängt zu weinen, bedeutet das, dass die Kommunikation beendet
ist, er will nichts mehr hören. So einen Menschen kann man nicht
ausbilden. Die Tränen an sich bedeuten: "Bitte sage das nicht
noch einmal." So war Swami Sivananda nicht veranlagt. Er wollte
nie die Gefühle anderer verletzen. Im Gegenteil, er weigerte sich
sogar diese Ausbildungsmethode bei seinen Schülern anzuwenden.
Durch das Hervorheben der Fehler eines anderen kann man ihm niemals
helfen, diese abzulegen. Er wird sie nicht sehen, die Tränen blenden
ihn. Wenn Augen voll von Tränen sind, kann man weder sehen, was
vor einem ist noch in einem vorgeht. Es bedarf eines sehr festen und
ruhigen Geistes, um die eigenen Unreinheiten zu sehen.
Nun kann man die Schwierigkeit der Selbstverwirklichung oder Selbstreinigung
und die Schwierigkeit bei der Ausbildung eines Schülers sehen.
Es geht hier nicht um eine Kamera oder eine Waffe oder einen Kassettenrekorder
sondern um ein denkendes, fühlendes menschliches Wesen. Dieses
Verstehen oder diese Wahrnehmung dreht sich nicht einfach um Intelligenz
oder Intellekt, die Umstellung physischer Angewohnheiten und Verhaltensweisen
oder das Verändern der inneren Einstellung sondern es muss auch
eine Änderung in all diesem mit sich führen. Geist, Herz,
Intelligenz, Lebenskraft und Seele müssen dies sehen. Ist das möglich?
Sagen wir, jemand hat schlechte Laune und beleidigt jemand anderen.
Ist es dann möglich, ihn davon zu überzeugen, dass dieser
Fehler in ihm selbst liegt? Wenn man ihn zu überzeugen versucht,
wird er einem zuhören und dann sagen: "Ja, ich hätte
ihn nicht einen Idiot nennen brauchen, ich hätte ihn einfach als
dumm bezeichnen können." Das bedeutet, dass er wohl noch den
Keim der Objektivierung in sich hat. Er fühlt nicht, dass das,
was er getan hat, falsch war - dass er als spiritueller Aspirant nicht
so aggressiv hätte sein sollen. Buddha hat einen schönen Ausdruck
dafür: 'sich wie ein Aal winden'. Er ist gar nicht aufrichtig,
er rutscht nur durch. Etwas in ihm sieht dies nicht. Wird ein Fehler
aufgedeckt, denkt er, die andere Person hat das Problem nicht ganz verstanden.
Wenn einem jemand sagt: "Du hast dich gestern mit jemandem gestritten
- das war nicht richtig", denkt man "Warum sagt er das nicht
dem anderen? Er hat doch angefangen"! Der Geist wendet sich vom
eigentlichen Fehler ab. Weder Geist noch Herz wollen es sehen. Wenn
der Geist sieht, sieht das Herz nicht, wenn das Herz sieht, sieht der
Geist nicht.
Swami Sivanandas Yoga ist der Yoga der Synthese. Wenn eine Veränderung
oder Reinigung bewirkt werden soll, dann soll es gleichzeitig auf allen
Ebenen geschehen, nicht eine nach der anderen. Das bedurfte unendlicher
Geduld, und diese unendliche Geduld wird Liebe genannt. Swami Sivananda
hat nie die Hoffnung verloren, und wie unmöglich seine Schüler
auch sein mochten, und wie unverschämt sie auch auf diese Ausbildung
reagieren mochten, ist er nie ausfällig geworden oder hat die Hoffnung
aufgegeben. Er machte einfach weiter. War der Schüler nicht imstande
zu sehen, was Swamiji zu tat, schuf er behutsam eine Situation, in welcher
er es möglicherweise sehen konnte. So hat er vierzig Jahre lang
unaufhörlich gearbeitet. Seine Methoden waren oft unkonventionell.
Es war in den späten 40ern beinahe ein gängiger Witz, dass
Swami Sivananda, wenn jemand sich bei ihm über jemand anderen beklagte,
es nicht glaubte. Offensichtlich hätte sich niemand in der Gegenwart
Swami Sivanandas gestritten. Wir stritten uns nur, wenn der Meister
nicht da war! Und so geschah aller Unfug hinter seinem Rücken.
Wenn man eine Beschwerde gegen jemanden bei ihm vorbrachte, antwortete
er: "Ach wirklich?", aber er glaubte es nicht richtig, weil
er es nicht mit seinen eigenen Augen gesehen hatte. Natürlich hätte
er es auch nie gesehen, weil sich ja niemand in seiner Gegenwart so
verhalten hätte.
Wenn der Sekretär oder irgend jemand beim Meister eine Beschwerde
vorbrachte, dass So-und-so raucht und Swamiji spürte, dass da ein
Keim von Wahrheit daran war - dann schrieb er einen Artikel über
die Gefahren des Rauchens. Wenn die Person, gegen die die Beschwerde
vorgebracht worden war, gut Maschine schreiben konnte, würde er
ihn bitten, es zu schreiben. Es gab keine direkte Konfrontation, aber
es war möglich, dass sich beim Schreiben die Botschaft ins Herz
schleichen würde. Konnte er nicht gut auf der Maschine schreiben,
lies Swamiji es von jemand anderem schreiben und bat denjenigen, es
mit zum Abendsatsang zu nehmen. In jenen Tagen wurde im Satsang für
gewöhnlich viel aus Schriften und ab und an von Swamijis eigenen
Texten gelesen. An diesem Tag sagte er: "Mukunda, Du hast diesen
Artikel geschrieben?" "Ja, Swamiji." "Bitte ihn,
es vorzulesen" - wie zufällig, als wäre es gar nicht
wichtig, wer es nun liest. So wurde es dem Mann gegeben, gegen den die
Beschwerde eingereicht wurde. Im Satsang mit all diesen Leuten um sich
musste er laut vorlesen. "Rauche nicht, es ist tödlich, es
vergiftet deine Lunge, etc. Höre darum sofort mit dem Rauchen auf!"
Möglicherweise verstand er die Botschaft. Oftmals bat Swamiji einen,
einen Vortrag zu halten. Sagen wir, man wäre ein Mensch mit schlechter
Laune. Jederzeit konnte man gebeten werden, in einer Gruppe einen Vortrag
über Wut zu halten. Dann hätte man nie behauptet, dass Wut
gut sei. Man hätte hervorgehoben, dass ein spiritueller Aspirant
völlig ruhig und geduldig und so weiter sein muss. Währenddessen
hörte man sich selber unumgänglich zu.
Das fundamentale Prinzip all dessen ist, dass man niemals von Swami
Sivananda kritisierst wurde. Wäre man von ihm kritisiert oder ins
Gebet genommen worden, würde all dies wirkungslos gewesen sein.
Wenn man sich trotz aller Ausbildung nicht zurückhalten konnte,
einen Streit mit jemand anderem anfing und der Streit sich so hochschaukelte,
dass er ihm zu Ohren kam und ihr beide vor ihn gebracht wurdet, war
das erste, was er tat, einen zu loben. "Ihr habt diese Qualität
und jene Qualität. Fähig zu sein, der Welt zu entsagen und
hierher zu kommen und im Ganges zu baden, ist das größte
Glück. Ihr müsst in hunderten vergangener Geburten spirituelle
Praktiken (Sadhana) gepflegt haben, um spirituell veranlagt zu sein.
Und ihr müsst die Gnade tausender Heiliger verdient haben, um hier
in einen Ashram gebracht worden zu sein, um ein spirituelles Leben zu
führen." Wenn er dann hervorgehoben hatte, dass man an spirituellen
Qualitäten sagenhaft reich war, fügte er hinzu, "Warum
wollt ihr streiten? Es ist nur ein kleiner Fehler. Werdet nicht wütend.
Wenn ihr wütend werdet, könntet ihr eure Zukunftsaussichten
verderben, eure ganze Arbeit. Habt ihr schon Frühstück gegessen?
Habt ihr Kaffee getrunken, Tee? Soll ich noch etwas holen?" Fertig.
Ein ganzes Bund Karotten und ein kleines bisschen Peitsche, und sofort
wird es in noch mehr Obst und Milch eingepackt. Zu irgendeinem Zeitpunkt
muss die Person einfach auf die Unreinheit aufmerksam werden.
Unreinheit ist keine statische Sache. Wir sagen, dass es im Charakter
einer Person liegt, schlechte Laune zu haben, geizig oder dumm zu sein.
Doch selbst das ändert sich. Möglicherweise hat jemand psychologische
Angewohnheiten gehabt und ist durch irgendeine Art konstruktiver Kritik
(nicht vom Meister, sondern von anderen) auf diese besonderen Fehler
aufmerksam gemacht worden
und konnte viele davon irgendwie überwinden, einen nach dem anderen.
Dann wird er furchtbar eingebildet und egoistisch und sagt: "Ich
war ein Scheusal, ich habe jeden gehasst. Jetzt bin ich sehr, sehr friedvoll."
Er ist aus der Bratpfanne in das Feuer gerutscht. In der Bratpfanne
hätte er es noch ein paar Tage gemacht, im Feuer ist sofort Schluss
mit ihm! Sein Ego ist jetzt enorm. Das ist nicht gut.
Wenn man diese Übel attackiert, steht man sich Angesicht zu Angesicht
mit dem Ego (dem Oberbefehlshaber, wie Swamiji immer sagte). Wenn man
die Soldaten attackiert, rückt der Oberbefehlshaber ins Blickfeld.
Wut, Gier und Eifersucht sind ganz ohne Wirkung und an sich letztendlich
gar nicht so schlimme Dinge. Aber indem man sich mit ihnen beschäftigt,
mag man herausfinden, dass das Ego eines ist. Das Ego nimmt all diese
Formen an. Dasselbe Ego verkleidet sich als Wut zu einem Zeitpunkt,
und wenn man die Wut überwunden hat, wird es zu Eifersucht oder
Gier. Dasselbe Ego kommt wieder und wieder. Der Versuch, diese psychologischen
Merkmale zu verstehen, hat nicht zum Ziel, sie zu überwinden -
'überwinden' impliziert Arroganz, Egoismus, Eitelkeit - sondern
sie zu verstehen. Was lodert auf? Das Ego. Was ist gierig? Das Ego.
Was ist eifersüchtig? Wieder das Ego. Also ist man nie sicher.
Krishna zeigt diese Wahrheit im letzten Vers des zweiten Kapitels auf.
esha brahmi sthitih partha nai'nam prapya vimuhyati (II.72)
"Dies ist das Brahmische Stadium, das Stadium der Erleuchtung.
Hat man es erreicht, wird man nicht mehr getäuscht" - man
wird nicht mehr zum Narren gehalten. Wird man zum Narren gehalten, ist
man nicht erleuchtet, man glaubte nur, man wäre erleuchtet, man
glaubte, ein Heiliger zu sein. Man ist es nicht. Noch einmal:
sthitva 'syamantakale 'pi brahmanirvanamrcchati (II.72)
„Wenn man am Ende des Lebens darin gefestigt ist, ist man sicher."
Wenn man vollständig und ganz tot ist, ist man absolut sicher.
Bis dahin gibt es die Möglichkeit, dass ein Fehler, der überwunden
wurde, durch das Ego als anderer wieder aufersteht. Dieses sind Swamijis
berühmte und oft wiederholte Worte: "Bis zum Ende deines Lebens
musst du wachsam sein." |
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Inhaltsverzeichnis des Buches "Sivananda Yoga"
- Theorie und Praxis
- Wer ist ein Guru
- Kommunikation
- Das Säen des Samens
- Selbstreinigung
- Sich auf den Lehrer einstimmen
- Hingabe
- Karma Yoga
- Sei ein Instrument
- Bhakti Yoga
- Swami Sivananda Yoga
- Integraler Yoga
- Erinnerung an Gott
- Der Weg des Ego
- Selbstlosigkeit
- Entdeckung des Egos
- Der Yoga der Synthese
- Liebe, die Gott ist
- Glossar

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