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Die Macht der Gedankenvon Swami Sivananda Kapitel 9 - Vom Gedanken zur GedankentransparenzGedanken und
Leben Aus dem Denken entstehen Bindungen; durch die Bindungen werden Wünsche geboren; aus den Wünschen entsteht Zorn, wenn sie nicht erfüllbar werden; aus dem Zorn erwachsen Illusionen; aus Illusionen ergeben sich Gedächtnisfehler; durch Gedächtnisfehler leidet der Intellekt; durch den Verlust des Intellekts wird der Mensch völlig ruiniert. Wenn du immer währenden Frieden erlangen möchtest, denke nicht an Objekte, sondern denke immer an den unsterblichen glückseligen Atman allein. Die Wünsche als solches sind harmlos. Sie werden durch die Macht der Gedanken wachgerüttelt. Nur dann können sie kein Chaos anrichten. Der Mensch grübelt oder denkt an die Sinnesobjekte. Er glaubt, dass er einen großen Vorteil davon hätte. Diese Vorstellung regt die Wünsche an. Dann werden die Wünsche aktiviert. Sie greifen die getäuschte Jiva schwer an. Gedanken
und Charakter Die Gedanken sind wie Steine, mit denen der Charakter gebildet wird. Ein Charakter wird nicht geboren sondern geformt. Ein Ziel ist notwendig, um einen bestimmten Charakter zu bilden. Dieses Ziel muss man ständig vor Augen haben. Bilde deinen Charakter; dann kannst du deinem Leben eine Form geben. Charakter bedeutet Macht, Einfluss und schafft Freundschaften. Er zieht Gönnerschaften und Unterstützungen an. Er bringt Freunde und Fonds. Er eröffnet einen sicheren und leichten Weg zu Werten, Ehren, Erfolgen und Glück. Ein Charakter ist der bestimmende Faktor bei Sieg und Niederlage, Erfolg und Misserfolg, und in allen Lebenslagen. Ein Mensch mit gutem Charakter erfreut sich jetzt und zu einem späteren Zeitpunkt eines guten Lebens. Kleine Handlungen, kleine Höflichkeiten, kleine Aufmerksamkeiten, kleine Anerkennungen und die gewohnheitsmäßige Praxis in sozialem Umgang verleihen dir mehr Charme als große Volksreden, Ausführungen, Lehrreden, das ‚Zurschautragen‘ des eigenen Talents usw. in der Öffentlichkeit. Ein fester Charakter wird durch strenges und ehrenwertes Denken gebildet. Ein guter Charakter ist das Ergebnis persönlicher Anstrengungen. Er ist das Ergebnis der eigenen Bemühungen. Es sind weder die Werte noch die Macht, noch der Intellekt, die die Welt regieren, sondern es ist der moralisch einwandfreie Charakter gepaart mit einem moralischen Niveau, der das ganzen Universum regiert. Besitz, ein großer Name, Ruhm oder Siege sind ohne Charakter keinen Pfifferling wert. Ein guter Charakter muss hinter allem stehen. Und der Charakter wird durch deine Gedanken gebildet. Gedanken
und Wörter Wenn
jemand einen anderen als Dummkopf bezeichnet, macht dies
den Beschimpften wütend. Dann wird miteinander gekämpft.
Wenn du jemanden als Bhagavan oder Prabhu oder
Maharaj bezeichnest, fühlt sich derjenige außerordentlich
geehrt. Wörter sind nichts weiter als der äußere Ausdruck von Gedanken, die nicht wahrnehmbar sind. Handlungen werden durch die Gefühle der Wünsche und die Aversionen (mögen und nicht mögen) verursacht. Diese Gefühle werden durch die Attribute der Objekte verursacht, die sich in den angenehmen oder unangenehmen Erfahrungen ausdrücken. Die Gedanken sind endlich. Sie sind sogar überfordert, temporäre Prozesse auszudrücken, ganz zu schweigen von dem Absoluten, das nicht beschrieben werden kann. Der Körper mit seinen Organen ist niemand Anderes als der Geist. Gedanken,
Friede und Kraft Je weniger Gedanken, desto größer der Frieden. Erinnere dich immer daran. Ein reicher Mensch, der sich an den Spekulationen in einer großen Stadt beteiligt, und der eine Vielzahl von Gedanken unterhält, ist trotz seines Komforts ruhelos, wohingegen ein Sadhu , der in einer Höhle in den Himalajas lebt, und der die Gedankenkontrolle praktiziert, ist mit seiner Armut sehr glücklich. Je weniger Gedanken, desto größer sind die mentalen Kräfte und die Konzentrationsfähigkeit. Angenommen, die Zahl der durchschnittlichen Gedanken, die den Geist passieren, beträgt einhundert. Wenn du die Anzahl durch konstante Konzentration und Meditation auf neunzig reduzierst, dann hast du zehn Prozent von der Kraft der Geisteskonzentration gewonnen. Jeder Gedanke, der reduziert wird, bringt mehr Kraft und Frieden für den Geist. Selbst die Reduktion eines Gedanken verleiht dir mentale Kraft und Frieden für den Geist. Vielleicht fühlst du dieses anfangs nicht, wo du diesen feinen Intellekt noch nicht entwickelt hast, doch gibt es ein innerliches spirituelles Thermometer, das selbst die Reduktion eines einzigen Gedanken registriert. Wenn du einen Gedanken reduzierst, wird dir die gewonnene mentale Kraft helfen, einen weiteren Gedanken zu reduzieren. Gedanken,
Energien und heilige Gedanken Heilige Gedanken erzeugen und widerstehen göttlichen Gedanken. Gedanken des Hasses mischen sich in die innere Harmonie des Herzens ein. Jeder nutzlose Gedanke ist Energieverschwendung. Nutzlose Gedanken sind ein Hindernis für spirituelles Wachstum. Jeder Gedanke muss einen bestimmten Zweck haben. Negative üble Gedanken könne die Furcht nicht überwinden. Geduld überwindet Zorn und Reizbarkeit. Liebe überwindet Hass. Reinheit überwindet Lust. Der Geist wird nicht für einen Tag gemacht, sondern er wechselt seine Farbe und sein Gedankenmuster in jeder Minute. Gedanken,
die binden Der rajasische Geist ist die Ursache für das Gefühl von ‚Ich‘ und ‚Mein‘ und für den Unterschied von Körper, Kaste, Gier, Farbe, Lebensaufgabe usw. Die Giftpflanze der mayaischen Illusion entwickelt sich mehr und mehr aus der Saat des modifizierten Geistes oder aus den expandierenden Gedanken auf dem Boden vielfältiger Vergnügen der Welt. Vom
reinen Gedanken zur übersinnlichen Erfahrung Gedanken erzeugen durch die Wiederholung sinnlicher Freuden bestimmte Kräfte. Sinnliche Freuden hinterlassen subtile Eindrücke im Geist. Die wirkliche Svarupa ist ausschließlich Sattva. Rajas und Tamas vereinigen sich in der Mitte zu Sattva. Sie können durch Sadhana oder reinigende Praxis wie Tapas, selbstloses Dienen, Dama , Sama , Japa, Verehrung usw. erreicht werden. Wenn du Daivi Sampat oder göttliche Qualitäten entwickelst, werden Rajas und Tamas sterben. Dann wird der Geist rein, subtil, beständig und ‚auf ein Ziel gerichtet‘ werden. Dann wird er mit dem subtilen unsichtbaren homogenen Brahman (Akhandaikarasa Brahman) verschmelzen. Er wird sich genauso mit Brahman verschmelzen wie Milch sich mit Milch, Wasser sich mit Wasser und Öl sich mit Öl vermischt. Das Ergebnis ist Nirvikalpa Samadhi. Die
Raja Yoga Methode zur Gedankentranszendenz Du musst dich über die reinen Gedanken erheben und den absoluten Zustand der Gedankenlosigkeit erreichen. Nur dann kannst du in deiner eigenen Svarupa ruhen. Nur dann wird Brahman als Amalaka - Frucht auf deiner Handfläche offenbart werden. Die
vedantische Methode zur Gedankentransparenz Dieses ist die Jnana-Methode, um die Gedanken, Emotionen auszutreiben und das Ringen mit dem Geist aufhören zu lassen. Wenn irgendein Gedanke sich im Geist erhebt, frage: Woher kommt diese Vritti? Was betrifft sie? Wer bin ich? All die Gedanken werden allmählich verschwinden. Alle mentalen Aktivitäten werden aufhören. Der Geist wird sich nach innen wenden. Er wird in Atman ruhen. Dieses ist die vedantische Sadhana. Du musst beständig in dieser Sadhana beharren. Welche umherstreunenden Gedanken sich auch erheben mögen, der eine Gedanke ‚Wer bin ich‘ wird alle anderen weltlichen Gedanken zerstören. Jener Gedanke wird von allein vergehen. Das Ego wird aufhören. Die zurückgebliebene Balance ist Kevala Asti ; Kevala Suddha Chaitanya ; Chidakasamatra , was Nama-rupa-rahita ist (frei von allen Namen und Formen), Vyavahararahita , Malavasana-rahita , Nishkriya , Niravayava , was das Santa-Siva-Advaita der Mandukya Upanishad ist. Dieses ist Atman. Das muss erkannt werden.
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