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Die Macht der Gedankenvon Swami Sivananda Kapitel 7 - Positive Methoden zur Gedankenkontrolle
Wenn sich unnütze Gedanken im Geist bemerkbar machen, ignoriere sie. Sie werden vorübergehen. Wende keine Kraft auf, um sie zu vertreiben. Sie werden beharrlich ihr Ziel verfolgen und standhalten. Sie werden deinen Willen belasten. Sie werden sonst mit doppelter Energie zurückkehren. Doch ersetze sie durch göttliche Gedanken. Die unnützen Gedanken werden schrittweise ausgedünnt. Geh langsam und stetig mit der Konzentration voran. Die Konzentration wird angewendet, um die Veränderungen durch den Geist zu unterbinden. Die Konzentration dient dazu, um den Geist für längere Zeit auf eine Form oder ein Objekt verharren zu lassen. Um den unruhigen Geist zu beruhigen und andere Objekte, die der Konzentration im Wege stehen, zu beseitigen, sollte man sich auf einen Punkt konzentrieren. Konzentration ist das Gegenteil von einem Geist voller Wünsche und voller sinnlicher Gedanken, voller Aufregungen und Sorgen, voller Ratlosigkeit, Trägheit und der Flucht in Krankheiten. Es ist leicht, den Geist auf äußere Objekte zu lenken. Der Geist hat eine natürliche Neigung, sich nach außen zu wenden. Stelle ein Bild von Sri Krishna, Rama, Narayana, Devi oder Jesus vor dir auf. Schau ohne zu zwinkern ständig auf das ausgewählte Bildnis. Betrachte den Kopf, dann den Körper und schließlich die Beine. Wiederhole dies immer und immer wieder. Wenn sich der Geist beruhigt hat, schau nur noch auf einen bestimmten Teil, dann schließe die Augen und visualisiere das Bild innerlich. Du solltest es selbst dann innerlich klar sehen können, wenn das Bild nicht vor dir steht. Man muss das Bild bei Bedarf innerlich aus dem Gedächtnisspeicher abrufen können. Halte diese Innenschau für einige Zeit aufrecht. Dieses ist Konzentration. Dieses sollte täglich praktiziert werden. Wenn man seine Konzentrationsfähigkeit erhöhen möchte, müssen die weltlichen Wünsche und Aktivitäten eingeschränkt werden. Man beobachtet die Stille jeden Tag einige Stunden lang. Erst dann ist der Geist in der Lage, sich leicht und ohne Schwierigkeiten zu konzentrieren. Während der Konzentration existiert auf dem ruhigen See des Geistes nur ein Gedanke oder eine Gedankenwelle. Der Geist nimmt nur die Form eines einzigen Objektes an. Alle anderen Aktivitäten des Geistes sind ausgeschlossen. Gedankenkontrolle
durch eine positive Haltung Alle niederen und unerwünschten Einflüsse der sichtbaren und unsichtbaren Seiten des Lebens werden ausgeschlossen, während alle höheren Einflüsse eingeladen werden, und sie werden dann, in Übereinstimmung mit dieser Einladung, eintreten. Im Geist existieren Zweifel, aber auch die Wirklichkeit. Die Zweifel tauchen auf, gleichgültig, ob ein Gott dort ist oder nicht. Dieses ist als Samsaya-Bhavana bekannt. Andere Zweifel tauchen auf, gleichgültig ob ich Brahman erkenne oder nicht. Dann erzählt mir eine andere Stimme: „Gott oder Brahman ist wirklich. Er ist eine konkrete Wirklichkeit, wie ein Apfel in der Hand. Er ist die Verkörperung des Wissens und Ananda (Prajnanaghana, Chidghana, Anandaghana ). Ich kann ihn verwirklichen.“ Wir haben etwas klar verstanden, und dieses Verständnis ist gut begründet und tief verwurzelt. Einige Gedanken sind verschwommen und unklar. Andere Gedanken kommen und gehen. Einige Gedanken müssen gepflegt und begründet werden, bis sie klar und eindeutig werden. Die Klärung der Gedanken vertreibt Verwirrungen und Konfusionen im Geist. Wenn Zweifel aufkommen, „ob es einen Gott gibt oder nicht, oder ob wir in unserer Selbstverwirklichung erfolgreich sein werden oder nicht“, müssen diese durch gezielte Vorschläge und Überzeugungen mit, „es ist war; ich werde voran kommen; es gibt keinen Zweifel darüber“, beseitigen. „In meinem Wortschatz gibt es solche Wörter wie, ‚kann nicht‘, ‚unmöglich‘, ‚schwierig‘ usw. nicht. Nichts ist wirklich schwierig, wenn man sich wirklich darauf konzentriert. Feste Entschlossenheit macht uns in jeder Angelegenheit zuversichtlich und erfolgreich, und dies gilt insbesondere bei der Eroberung des Geistes. Gedankenkontrolle
durch Verweigerung der Zusammenarbeit Ein Mensch, der sich selbst kontrolliert, wird friedvoll, auch wenn er sich zwischen den Objekten bewegt, wobei er seine Sinne unter Kontrolle hat und frei von Zuneigungen und Abneigungen ist. Der Geist und die Sinne werden von Natur aus von den Strömungen der Zu- und Abneigung regiert. Darum mögen der Geist und die Sinne bestimmte Objekt oder lehnen sie ab. Doch der disziplinierte Mensch kann sich, wenn er das Selbst gemeistert hat und den Frieden der Ewigkeit erreicht hat, mit seinem Geist und seinen Sinnen zwischen den Sinnesobjekten bewegen, ohne von ihnen beeindruckt zu sein. Das disziplinierte Selbst hat einen sehr starken Willen. Darum gehorchen die Sinne und Geist diesem Willen. Das disziplinierte Selbst nimmt nur solche Objekte an, die für ihn zur Erhaltung des Körpers - ohne jede Liebe und ohne jeden Hass - notwendig sind. Er nimmt niemals solche Objekte an, die durch die Sastras verboten sind. Die
Kunst, die Gedanken auszudünnen Wenn der Schwanz einer Eidechse vom Körper abgetrennt wurde, bewegt sich das abgetrennte Schwanzende noch immer für eine gewisse Zeit, da sich in ihm noch immer ein wenig Leben befindet. Nach ein oder zwei Minuten hört diese Bewegung auf. Genauso verhält es sich mit den abgewiesenen üblen Gedanken, die sich manchmal genauso wie das abgeschnittene Schwanzende für bestimmte Zeit noch als lebendig erweisen. Doch sie sind machtlos. Sie können keinen ernsthaften Schaden mehr verursachen. Sie haben keine Lebendigkeit mehr in sich. Genauso wie ein ertrinkender Mensch nach jedem Strohhalm greift, um sich zu retten, so versuchen auch diese leblosen Gedanken ihr Bestes, um ihre ursprüngliche Macht zurückzugewinnen. Wenn man sich regelmäßig täglich in Konzentration und Meditation übt, verschwinden sie von allein, wie bei einer Öllampe das Feuer erlischt, wenn das Öl ausgeht. Leidenschaft, Egoismus, Eifersucht, Stolz und Hass sind sehr tief verwurzelte Eigenschaften. Wenn man die Zweige eines Baumes abschneidet, wachsen diese nach einiger Zeit wieder nach. Genauso offenbaren sich die unterdrückten und ausgedünnten Gedanken nach einiger Zeit wieder. Sie sollten durch energisches Bemühen samt Wurzel, d.h. durch Vichara , Meditation usw., entfernt werden. Gedankenkontrolle
durch die napoleonische Methode Napoleon kontrollierte seine Gedanken auf folgende Weise: „Wenn ich an vergnügliche Dinge denke, verschließe ich den Geist vor den mehr unangenehmen Dingen und öffne ihn für die angenehmeren Seiten des Lebens. Wenn ich schlafen möchte, verschließe ich den Geist völlig.“ Halte
die Wiederholung übler Gedanken auf Zu
Anfang macht man nur kleine Fortschritte. Es wird schwierig,
den eigenen Fortschritt wirklich zu messen. Zwicke
den schlechten Gedanken in ihre Knospe Lösche Lust, Gier und Egoismus aus. Unterhalte nur reine heilige Gedanken. Dieses ist ein schwieriges Unterfangen. Doch man muss diesen Weg gehen. Nach einiger Zeit wird sich der Erfolg einstellen. Die Zerstörung eines schlechten Gedankens wird dir Kraft geben, andere Gedanken zu vernichten, und wird deine seelische Kraft oder Willenskraft entwickeln. Verzweifle nicht bei Misserfolgen. Es gibt keinen Gewinn ohne Schmerz. In dir wird sich die spirituelle Kraft schrittweise offenbaren. Du kannst dies fühlen. Die
spirituelle Praxis zum Auslöschen übler Gedanken Wenn du mit der Meditation beginnst, werden, so bald du dich zur Meditation hinsetzt, alle möglichen üblen Gedanken aufsteigen. Warum geschieht dieses während der Meditation, wenn man beabsichtigt, sich mit reinen Gedanken zu beschäftigen? Auf Grund dieser Situation verlassen viele Schüler die Meditationspraxis. Wenn man einen Esel antreiben will, versucht er sich heftigst dagegen zu wehren. Genauso verhalten sich die alten üblen Gedanken, indem sie versuchen Rache zu nehmen, und sich mit doppelter Kraft genau dann erheben, wenn man versucht, gute und göttliche Gedanken zu kultivieren. Dein Gegner widersetzt sich, wenn du versuchst, ihn aus seinem angestammten Haus zu vertreiben. Es gibt ein Gesetz des Widerstandes in der Natur. Die alten üblen Gedanken machen ihren Besitz geltend und sagen: „Oh Mann, sei nicht so grausam. Du hast uns seit Urzeiten Unterschlupf in deiner mentalen Denkfabrik gewährt. Wir haben alle Rechte, um hier zu bleiben. Wir haben dir bei allen üblen Handlungen bis zum heutigen Tage geholfen. Warum willst du uns jetzt vertreiben? Wir werden unseren angestammten Platz nicht räumen.“ – Sei nicht entmutigt. Fahre mit deiner regelmäßigen Meditationspraxis fort. Diese üblen Gedanken werden ausgedünnt. Möglicherweise sterben sie von allein. Das Positive siegt immer über das Negative. Dieses ist das Naturgesetz. Negative üble Gedanken können positiven guten Gedanken nicht standhalten. Mut überwindet Furcht. Geduld überwindet Angst und Reizbarkeit. Liebe überwindet Hass. Reinheit überwindet Lust. Dein Unwohlsein beim Aufkommen übler Gedanken während der Meditation ist ein Zeichen für dein spirituelles Wachstum. In der Vergangenheit hast du allen möglichen üblen Gedanken eine Heimstatt gewährt. Du hast sie willkommen geheißen und genährt. Sei in deiner spirituellen Praxis beharrlich. Sei hartnäckig und eifrig. Du wirst Fortschritte machen. Selbst ein eher dumpfer Schüler wird in sich eine wundervolle Wandlung verspüren, wenn er mit Japa und Meditation 2 bis 3 Jahre lang übt. Nun kann er die Praxis nicht aufgeben. Selbst wenn er mit der Meditation einen Tag aussetzt, dann stellt er fest, dass ihm an diesem Tag etwas fehlt. Er fühlt sich unwohl. Die
besten Gegner übler Gedanken Beschäftige deinen Geist permanent. Dann kommen keine üblen Gedanken auf. Ein träger Geist ist des Teufels Werkstatt. Beobachte den Geist zu jeder Zeit. Beschäftige dich immer mit irgendetwas – Stickereien, Reinigung von Töpfen, Saubermachen, Wasserholen, Lesen, Meditieren, Perlen aufziehen, Singen göttlicher Lieder, Beten, Dienen älterer Menschen oder Kranke pflegen. Vermeide das Schwatzen oder das Klatschen über andere. Erfülle den Geist mit erhabenen Gedanken, wie in der Gita, den Upanishaden, der Yoga-Vasishtha , usw. Die
tägliche Gedankendisziplin Hier gibt es eine wundervolle tägliche Übung zur mentalen Entspannung. Sie wird viel Inspiration und Kraft in dich einströmen lassen. Schließe die Augen. Denke an alles, was schön ist. Dieses wird den Geist auf eine wundervolle Weise entspannen lassen. Denke an die mächtigen Himalajas, an den Heiligen Ganges, die erstaunliche Landschaft in Kaschmir, den Taj Mahal , das Viktoria Denkmal in Kalkutta, an einen lieblichen Sonnenuntergang, die riesige Ausdehnung des Ozeans oder den unendlichen blauen Himmel. Stelle dir vor, dass die ganze Welt und dein Körper wie Strohhalme in diesem weiten Ozean des Spirits dahinfließen. Fühle die Berührung mit dem Absoluten Sein. Fühle wie das Leben der ganzen Welt durch dich pulsiert, schwingt und pocht. Fühle wie der Herr Hiranyagarbha, der Ozean des Lebens, dich sanft an seinem weiten Busen wiegt. Dann öffne die Augen. Du wirst außerordentlichen mentalen Frieden, Vitalität und Kraft spüren. Praktiziere dies und fühle es. Die
Gedanken und die Schlangenanalogie Genauso wie man einen Stein aus dem Schuh entfernt, so muss du in der Lage sein, quälende Gedanken sofort loszuwerden. Nur dann hat man in der Gedankenkontrolle genügend Kraft erreicht. Nur dann hat man einen wirklichen Fortschritt auf dem spirituellen Pfad erreicht. Wenn man einer Schlange auf den Kopf schlägt und dabei ihren Kopf zerquetscht, bleibt sie für einige Zeit bewegungslos liegen. Du glaubst sie sei tot. Zu aller Überraschung hebt sie plötzlich den Kopf und schlängelt davon. Das Gleiche geschieht mit den einmal durch deinen Willen vernichteten und ausgeschalteten Gedanken, die sich wieder erheben. Sie müssen völlig, ihre Auferstehung eingeschlossen, ausgelöscht werden. Die
Eroberung der Welt durch die Eroberung der Gedanken Der Sieg über die Gedanken ist ein Sieg über alle Begrenzungen, Schwächen, die Unwissenheit und den Tod. Der innere Kampf mit dem Geist ist schrecklicher als der Krieg mit Maschinengewehren. Die Eroberung der Gedanken ist schwieriger als die Eroberung der Welt durch die Armeen. Erobere deine Gedanken und du wirst die Welt erobern. Bilde
einen göttlichen Kanal für die Gedankenkräfte Die Schwierigkeit, den Geist von weltlichen Gedanken und äußeren Objekten zu entwöhnen und ihn auf Gott zu richten, ist dasselbe, als wolle man den Ganges veranlassen, von der Mündung zur Quelle zurückzufließen. Es ist so, als wolle man gegen den Strom schwimmen. Doch, wenn du dich von Wiedergeburt und Tod befreien möchtest, musst du gegen deinen eigenen Willen, unter großen Anstrengungen und durch Tyaga lernen, zu Gott zu fließen. Wenn du dem weltlichen Elend und Kummer entfliehen möchtest, gibt es keinen anderen Ausweg. Die
Rolle der Wachsamkeit bei der Gedankenkontrolle Kontrolliere die ziellos umherwandernden Gedanken des Geistes. Wenn du über eine Rose nachdenkst, lass den Geist nicht umherschweifen. Schrittweise kannst du den Geist auf nur einen Gedanken richten. Du musst deinen Geist täglich disziplinieren. Zur Gedankenkontrolle ist eine ständige Wachsamkeit erforderlich. Beobachte
und spiritualisiere deine Gedanken Furcht, strikte Abneigung, verdeckter Hass, Vorurteile, Intoleranz, Zorn und Lust stören die Handlungen des Unterbewusstseins. Kultiviere Tugenden. Reinige und stärke das Unterbewusstsein. Um die Wahrheit zu reflektieren und zu meditieren, muss der Geist von seiner Versklavung und Verdunkelung durch die Wünsche, die Gier usw. befreit und zu seiner Reinheit zurück geführt werden. Die niederen Impulse gehören zum Körper und zur mentalen Ebene. Wenn der Geist nicht arbeitet, weil er von Vasanas besessen ist, erhebt sich der Zustand des Verderbens im Geist.
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