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Antwort auf deine Fragen

von Swami Krishnananda

Swami Krishnananda im Dialog mit seinen Besuchern zu verschiedenen Themen des Leben.

 

60. Wenn Gott Dich wünscht

Besucher: Kannst Du etwas über die Liebe zu Gott sagen?

Swamiji: Es ist wahr, daß man Gott lieben muß. Das ist wundervoll, natürlich, doch es ist nicht genug, Gott zu lieben, es ist auch notwendig, daß Gott Dich liebt. Man möchte zu IHM; das ist klar. Doch ER sollte auch Dich wollen; und wenn ER Dich will, dann geschieht ein Wunder. Wenn man IHN will, wird dies Sadhana, Satsanga, Gebet, Meditation, Askese, Religion, Yoga usw. genannt. Doch, angenommen, ER will Dich, als was würdest Du das bezeichnen? Man kann es nicht Religion, Meditation usw. nennen, denn Gott praktiziert keine Religion, Meditation usw., wenn ER Dich will. Als was würdest Du es bezeichnen, wenn ER Dich will? Es ist unmöglich, dies zu beschreiben.

Besucher: Verwirklichung, Freiheit.

Swamiji: Wir können es uns nicht vorstellen, wie es sein würde, von Gott gewollt zu werden. Die ganze Welt würde beginnen, sich auf Dich zu konzentrieren. Jedes Blatt auf dem Baum will Dich; jeder Baum verbeugt sich vor Dir. Die Sterne am Himmel werden Dir zulächeln; die Galaxien werden Deiner huldigen. All das findet man in den Schriften. Man findet dort alle diese wundervollen Dinge. Im Augenblick macht es überhaupt keinen Sinn; doch das wird sich ändern. Man sagt, daß die Sterne unter Deinen Füßen rollen. Du wirst nicht verstehen, was das alles zu bedeuten hat. Die Sterne sind so hoch, doch danach wirst Du feststellen, daß sie sich unter Deinen Füßen befinden. Zu diesem Zeitpunkt wirst Du so riesig groß sein.

Es ist gut darauf zu warten. Wenn unser Herz schmilzt, wird dies stattfinden, doch es ist noch nicht geschmolzen; es ist noch ein wenig hartnäckig und bewahrt seine Unabhängigkeit. Es sagt: „Ich bin auch etwas.“ Gott will davon, daß man auch etwas ist, nichts hören, denn es gibt außer IHM Selbst kein „Ich“. ER kann kein anderes „Ich“ tolerieren; wenn Du in seiner Gegenwart „Ich“ sagst, ist das nicht fair. Wenn dieses persönliche „Ich“ verschwindet, wird jenes göttliche „Ich“ von all diesen „Ich’s“ Besitz ergreifen.

Swami Shivananda wußte dazu ein kleines Gedicht: „Wann werde ich frei sein? Wenn ich zu sein aufhöre.“ So sei glücklich. Gute Zugreise.

Besucher. Vielen Dank.

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